Ist das Problem der materiellen Konstitution aufschlussreich für die Lehre von der Dreieinigkeit?
Summary
Michael Rea und Jeffrey Brower haben ein provokantes neues Modell der Dreieinigkeit in Analogie zur aristotelischen Lösung für das Problem der materiellen Konstitution vorgeschlagen. So wie eine Faust und eine Hand aus einer gemeinsamen Materie zusammengesetzte distinkte Entitäten sein können, die dennoch numerisch dasselbe Objekt sind, so können die Personen der Dreieinigkeit aus einer gemeinsamen „Materie“ (der göttlichen Essenz) zusammengesetzte distinkte Entitäten (Personen) sein, die dennoch numerisch dasselbe Objekt (Gott) sind. Ich äußere Zweifel darüber, inwiefern diese Analogie aufschlussreich für die Lehre von der Dreieinigkeit ist, und zwar aufgrund der Disanalogie, dass weder Gott noch die trinitarischen Personen als aus irgendeiner Art von Stoff zusammengesetzt zu betrachten sind, und weil das Modell nicht zu erklären vermag, wie eine gemeinsame Materie gleichzeitig von scheinbar inkompatiblen Formen durchdrungen sein kann, sodass sie ein einziges Objekt konstituieren.
„Does the Problem of Material Constitution Illuminate the Doctrine of the Trinity?“ Faith and Philosophy 22 (2005): 77-86.
In einem provokanten und sorgfältig durchdachten [1] haben Michael Rea und Jeffrey Brower (nachfolgend als R-B abgekürzt) einen kreativen neuen Ansatz vorgeschlagen, die Dreieinigkeit ausgehend von der Analogie einer hylomorphen Verbindung zu verstehen, wie sie von Aristoteles gesehen wurde. Sie stellen ihre Lösung als „die philosophisch aussichtsreichste und theologisch befriedigendste Lösung vor, die zurzeit angeboten wird.“ [2]
R-B formulieren das Problem der Dreieinigkeit in Form der scheinbaren Unvereinbarkeit dieser drei Thesen:
(T1) Jede Person der Dreieinigkeit ist von jeder der anderen verschieden.
(T2) Jede Person der Dreieinigkeit ist Gott.
(T3) Es gibt genau einen Gott.
Diese drei Thesen scheinen zu implizieren, dass drei distinkte Wesen jeweils mit einem einzigen Wesen identisch sind, was inkohärent ist.
Wie die sozialen Trinitarier und die Theoretiker der relativen Identität umgehen R-B die Inkohärenz, indem sie verneinen, dass (T2) eine Aussage absoluter Identität ist. Sie verwerfen jedoch die üblichen Interpretationen der sozialen Trinität und der relativen Identität für (T2) zugunsten einer Interpretation, die sich an eine aristotelische Erklärung der materiellen Konstitution anlehnt. Nach ihrer Auffassung sollte (T2) im Sinne einer numerischen Gleichheit ohne Identität verstanden werden.
Die Relation der numerischen Gleichheit ohne Identität spielt eine herausragende Rolle in Aristoteles‘ Darlegung der materiellen Konstitution. Aristoteles glaubte an eine große Vielfalt hylomorpher Verbindungen – Objekte, die aus Materie plus einer organisierenden Form zusammengesetzt sind. R-B erklären, dass er sogar die Realität seltsamer Objekte wie „der sitzende Sokrates“ akzeptierte, die temporär existieren, während Sokrates sitzt und aus einer Sache zusammengesetzt ist, bei der es sich um eine eigene Substanz (Sokrates) plus einer akzidentellen Form (sitzend sein) handelt. Obwohl R-B einräumen, dass Objekte wie ein sitzender Sokrates bizarr sind, insistieren sie, dass Anhänger des gesunden Menschenverstandes
an viele Dinge glauben, die im Wesentlichen so sind wie ein sitzender Sokrates. Das heißt, wir glauben an Dinge, die sehr plausibel als hylomorphe Verbindungen charakterisiert werden können, deren Materie ein vertrautes materielles Objekt und deren Form eine akzidentelle Eigenschaft ist. Wir glauben an Fäuste und Hände, an Bronzestatuen und Bronzeklumpen, an Goldmünzen und Goldklumpen, an Katzen und Haufen von Katzengewebe, und so weiter. [3]
Bei jedem dieser Paare setzt sich das erste Element zusammen aus dem zweiten Element des Paares, das als ein eigenes Objekt betrachtet wird, plus einer akzidentellen Form. Aber eine solche Annahme wirft das Problem der materiellen Konstitution auf. Denn eine Faust ist nicht dasselbe wie eine Hand (eine Faust ist grundsätzlich geballt, eine Hand dagegen nicht), und doch sind, wenn die Hand die Form einer Faust annimmt, nicht zwei materielle Objekte vorhanden, sondern nur eines. R-B erklären, dass für Aristoteles die Hand und die Faust in ihrem Sein distinkt aber numerisch eins sind, das heißt, obwohl die Hand und die Faust distinkte Entitäten sind, sind sie nur ein materielles Objekt. Wenn die Hand geballt wird, sind die Hand und die Faust numerisch dasselbe, ohne identisch zu sein. R-B räumen ein, dass die Idee einer numerischen Gleichheit, die keine Identität einschließen muss, schwer zu akzeptieren ist, aber sie setzen sich über solche mentalen Vorbehalte hinweg, indem sie bemerken, dass jede Lösung für das Problem der materiellen Konstitution kontraintuitiv sein wird.
Indem sie von der Annehmbarkeit der aristotelischen Lösung für das Problem der materiellen Konstitution ausgehen, erklären R-B ihre Relevanz für die Lehre von der Dreieinigkeit so:
. . . Die Personen der Dreieinigkeit lassen sich auch im Sinne hylomorpher Verbindungen verstehen. So kann die göttliche Essenz in der Rolle der Materie gedacht werden, und die Eigenschaften ein Vater sein, ein Sohn sein und ein Geist sein lassen sich als distinkte, durch die göttliche Essenz instanziierte Formen betrachten, die jede eine distinkte Person bilden. Wie bei der Materie betrachten wir die göttliche Essenz nicht als eine individuelle Sache für sich, sondern vielmehr als das, was zusammen mit der erforderlichen „Form“ eine Person konstituiert. Jede Person ist dann eine zusammengesetzte Struktur, deren Materie die göttliche Essenz ist und deren Form eine der drei distinkten trinitarischen Eigenschaften ist. Bei dieser Betrachtung sind die Personen der Dreieinigkeit direkt analog zu Einzelheiten, die in der bekannten Relation der materiellen Konstitution stehen. [4]
R-B stellen dann drei Disanalogien zwischen dem Fall der Dreieinigkeit und Fällen bekannter materieller Konstitution fest:
1. Im Falle der Dreieinigkeit, anders als im Falle eines materiellen Objekts, wird die Rolle der Materie durch Nicht-Materie ausgefüllt, und so sind die daraus konstituierten Strukturen oder Verbindungen (nämlich göttliche Personen) nur in einem erweiterten oder analogen Sinne „hylomorph“.
2. Im Falle materieller Objekte wird die Form einer bestimmten hylomorphen Verbindung normalerweise nur kontingent durch die Materie instanziiert. Doch nicht so im Falle der Dreieinigkeit. Denn die christliche Orthodoxie verlangt von uns zu sagen, dass Eigenschaften wie ein Vater sein und ein Sohn sein essentiell so sind, dass sie durch die göttliche Essenz instanziiert werden.
3. Die Relation der akzidentellen Gleichheit, auf der das Modell unserer Lösung beruht, ist – jedenfalls bei Aristoteles – paradigmatisch eine Relation zwischen einer Substanz (z.B. ein Mann) und einer hylomorphen Struktur, die aus der Substanz und einer akzidentellen Eigenschaft gebildet wird. Die Personen sind jedoch nicht so. Daher ist es bestenfalls irreführend zu sagen, dass die Relation zwischen ihnen eine der akzidentellen Gleichheit ist. Stattdessen nimmt man besser die andere Bezeichnung, die wir verwendet haben…: Die Personen stehen in der Relation numerischer Gleichheit ohne Identität. [5]
Zwar erkennen R-B diese Disanalogien an, aber sie halten sie für wenig bedeutsam. Sie kommen zu dem Schluss:
Es scheint überhaupt nicht unangemessen zu sein, die göttlichen Personen in Analogie zu hylomorphen Verbindungen zu denken; und sobald sie so gedacht werden, verschwindet das Problem der Dreieinigkeit. Kehren wir zur Analogie der materiellen Objekte zurück: Nach der aristotelischen Lösung für das Problem der materiellen Konstitution sind eine Statue und ihr konstitutiver Klumpen zwei distinkte hylomorphe Verbindungen; dennoch sind sie numerisch ein materielles Objekt. Ebenso sind dann die Personen der Dreieinigkeit drei distinkte Personen, aber numerisch ein Gott. [6]
Die Interpretation der Erklärung von R-B liegt nicht auf der Hand. Eine sorgfältige Exegese ist erforderlich, wenn wir die behauptete Analogie verstehen sollen.
Da ist zunächst die Frage, was R-B mit „göttlicher Essenz“ meinen. Es ist anzunehmen, dass sie gewiss nicht meinen, dass die göttliche Essenz eine Art immaterieller Stoff ist, aus dem die trinitarischen Personen geformt sind, wie die Analogie zum Hylomorphismus nahelegt. Das würde die Analogie von Materie und Form zu weit treiben. Aus orthodoxer Sicht ist Gott nicht aus irgendeiner Art von Stoff zusammengesetzt, und es ist in jedem Fall schwierig zu verstehen, was immaterieller Stoff (im Gegensatz zu einer immateriellen Substanz oder Sache) bedeuten sollte. Eine wohlwollende Betrachtung würde verlangen, dass wir die „göttliche Essenz“ als Bezeichnung für etwas anderes interpretieren als den Stoff, aus dem der Vater, der Sohn und der Heilige Geist zusammengesetzt sind. [7]
Allerdings wollen R-B tatsächlich bekräftigen, dass die göttliche Essenz der Stoff ist, aus dem die trinitarischen Personen „gemacht“ sind. [8] In einer persönlichen Korrespondenz erklärt Rea: „Wir schlagen tatsächlich vor, dass die Personen aus der göttlichen Essenz plus einer Form zusammengesetzt sind… Die Idee ist, dass die göttliche Essenz die Rolle einer ‚gemeinsam geteilten Materie‘ unter den Personen hat, und dass die Personen zueinander in der Relation der NGOI [numerische Gleichheit ohne Identität] stehen.“ [9]
Aber in diesem Fall erhält die erste Disanalogie, die sie feststellen – dass die Rolle der Materie durch Nicht-Materie ausgefüllt wird – übermäßig viel Gewicht. Rea beteuert:
Alles, worauf wir uns festlegen wollen, ist die Idee, dass die Personen vielleicht wie eine hylomorphe Struktur sind: Es gibt etwas (wir nennen es „die göttliche Essenz“ in Anlehnung an jene Teile der Überlieferung, die sagen, dass die Personen „einer Essenz“ oder „eines Wesens“ sind; aber man könnte es auch anders bezeichnen, wenn man möchte), das die Rolle einer gemeinsam geteilten Materie hat, und – für jede Person – etwas anderes, das die Rolle der Form hat. [10]
Diese Erklärung räumt unsere Bedenken nicht aus. Mit der Feststellung, dass die Personen der Dreieinigkeit eines Wesens oder einer Substanz sind, behauptete die Tradition nicht, dass es einen gemeinsamen Stoff oder ein gemeinsames Substrat gäbe, das die Personen miteinander teilen, sondern dass die Personen dieselbe generische Natur teilen oder ein einziges Wesen sind. Die letztere Interpretation entspricht der primären Bedeutung von „Substanz“ bei Aristoteles und die erstere seiner sekundären Bedeutung von „Substanz“. Die Erklärung des Konzils von Nizäa, dass der Vater und der Sohn homoousios sind, könnte so verstanden werden, dass sie dieselbe Essenz teilen und deshalb gleichermaßen göttlich sind. Aber die Personen der Dreieinigkeit sind nicht wie drei verschiedene Menschen, die alle dieselbe generische Essenz des Menschseins teilen; sie sind vielmehr auch in dem Sinne einer Substanz, dass sie eine subsistierende Sache sind, ein Gott, nicht drei Götter. Was die Tradition nicht meinte, war, dass Gott oder die Personen der Dreieinigkeit aus einer Art geistlichen Stoffs bestehen.
Tatsächlich versuchte der Adoptionist Paul von Samosata nach den Berichten von Basilius und Athanasius, die Anhänger von Nizäa gerade auf den Vorwurf festzulegen, dass ihre Verwendung von homoousios in Bezug auf den Vater und den Sohn implizierte, dass der Vater und der Sohn eine gemeinsame konstitutive Substanz haben, was selbst Paul für absurd hielt. Basilius weist jede solche Implikation entschieden zurück:
Sie [die Anhänger von Paul] sagten nämlich, der Ausdruck „homousion” lege nahe die Vorstellung von einer Wesenheit und der Dinge aus ihr, sodass die Wesenheit geteilt auch den Dingen, in die sie zerteilt wurde, die Bezeichnung „wesensgleich” mitgebe. Diese Vorstellung mag wohl bei Erz und bei Münzen einige Berechtigung haben; aber bei Gott dem Vater und Gott dem Sohne gibt es keine ältere Wesenheit, und es lässt sich auch keine über beiden liegende Wesenheit in Erwägung ziehen. Mehr als gottlos wäre es, so etwas zu denken und zu behaupten. [11]
Im Falle der Personen der Dreieinigkeit oder Gottes gibt es nichts, was der Rolle der Materie bei materiellen Dingen analog wäre. In der Tat scheint, wie bereits erwähnt, die Idee eines immateriellen Stoffes, aus dem Gott oder eine göttliche Person besteht, kaum nachvollziehbar. Als das Mindeste schulden R-B uns eine umfassendere Erklärung darüber, wie die göttlichen Personen als analog zu hylomorphen Verbindungen aufgefasst werden können.
Sobald wir verstehen, dass R-B tatsächlich behaupten wollen, dass die göttliche Essenz eine Art Stoff ist, aus dem die trinitarischen Personen bestehen, wird die Analogie klar, die sie zu hylomorphen Verbindungen ziehen. Die göttliche Essenz ist wie Materie, und das ist der Grund, warum sie keine Sache ist. Die göttliche Essenz ist nicht wie die Hand oder der Mann, die zur Faust bzw. zum sitzenden Mann geformt werden, denn das würde verlangen, dass die göttliche Essenz sowohl eine Sache für sich ist, als auch mit jeder göttlichen Person gleich aber nicht identisch ist, was das Problem der Dreieinigkeit nicht lösen würde und nicht das ist, was R-B behaupten wollen. Das ist der Grund, weshalb R-B in ihrer dritten Analogie hervorheben, dass ihre Lösung sich von ihren paradigmatischen Beispielen der materiellen Konstitution insofern unterscheidet, als die Dreieinigkeit keine Relation zwischen einer Substanzund einer hylomorphen Struktur ist (ob die Relation akzidentell oder essentiell ist, ist für die Disanalogie nebensächlich). Die göttliche Essenz ist vielmehr wie ungeformte Materie und konstituiert, wenn sie von der entsprechenden personalen Form durchdrungen ist, eine trinitarische Person. So ist jede Person wie eine hylomorphe Verbindung, so wie die Hand und die Faust jeweils Verbindungen sind, die aus einer gemeinsamen Materie geformt werden. Bis hierher spielt numerische Gleichheit ohne Identität keine Rolle.
Diese besondere Relation kommt ins Spiel, wenn R-B behaupten, dass „die Personen der Dreieinigkeit direkt analog zu Einzelheiten sind, die in der bekannten Relation der materiellen Konstitution stehen.“ Die Einzelheiten, auf die sie hier Bezug nehmen, sind Dinge wie die Hand und die Faust, und die erwähnte bekannte Relation ist vermutlich die Relation numerischer Gleichheit ohne Identität, in der die Hand und die Faust zueinander stehen. Aus einer gemeinsamen Materie bestehend sind die Hand und die Faust zwei verschiedene Dinge, die nichtsdestoweniger ein einziges Objekt sind. Analog sind die Personen der Dreieinigkeit, die aus einem gemeinsamen göttlichen Stoff bestehen, drei verschiedene Dinge (Personen), die nichtsdestoweniger ein einziges Objekt (Gott) sind.
R-B wollen also sagen, dass die Relation zwischen dem Vater und dem Sohn beispielsweise wie die Relation zwischen der Hand und der Faust ist: numerische Gleichheit ohne Identität. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind distinkte Entitäten, zählen aber als ein einziges Objekt, welches Gott ist. So wie die Hand und die Faust aus derselben Materie plus einer akzidentellen Form bestehen, so bestehen die Personen der Dreieinigkeit aus derselben göttlichen Essenz plus gewisser Eigenschaften, die eine Person individuieren. Bei der Dreieinigkeit haben wir also eine Art immateriellen Stoff, der drei Personen konstituiert, welche numerisch dasselbe Objekt sind, ohne identisch zu sein.
Bei der Interpretation ergeben sich weitere Schwierigkeiten. In ihrer zweiten Disanalogie für typische Fälle der materiellen Konstitution behaupten R-B, dass die christliche Orthodoxie von ihnen verlangt zu sagen, dass Eigenschaften wie ein Vater sein essentiell so sind, dass sie durch die göttliche Essenz instanziiert werden. Ist es das, was R-B eigentlich sagen wollen? Die Behauptung scheint davon auszugehen, dass ein Vater sein etwas transzendent oder platonisch Universales ist, das die Eigenschaft zweiter Ordnung, durch die göttliche Essenz instanziiert zu sein, essentiell exemplifiziert. Dies schließt jedoch nicht aus, dass diese Eigenschaft auch durch etwas anderes exemplifiziert wird. Wenn wir die Eigenschaft zweiter Ordnung modifizieren, so dass sie nur durch die göttliche Essenz instanziiert wird, dann ist der Fall der Dreieinigkeit nicht disanalog zu materiellen Objekten, weil die Eigenschaft, z. B. Michelangelos ‚David‘ zu sein, essentiell die Eigenschaft zweiter Ordnung plausibel exemplifiziert, nur durch so-und-solchen Marmor instanziiert zu sein, d.h. die Statue könnte nicht aus Holz oder Eis gemacht worden sein. Ich denke, was R-B sagen wollen, ist, dass die göttliche Essenz die essentielle Eigenschaft ein Vater sein hat. Doch wenn die göttliche Essenz der Vater ist, warum sollte die göttliche Essenz dann nicht mit dem Vater identisch sein? Die indefinite Beschreibung „ein Vater“ kann nicht anders verstanden werden, als dass sie einzig Gott den Vater bezeichnet, wenn wir eine orthodoxe Lehre von der Dreieinigkeit haben wollen. Wenn eine Materie essentiell die Eigenschaft hat, eine bestimmte Statue zu sein, dann ist sie mit dieser Statue identisch. Man könnte annehmen, dass dieses Problem zu vermeiden wäre, indem man behauptet, dass die göttliche Essenz andere essentielle Eigenschaften exemplifiziert, die nur ihr zu eigen sind, sodass sie nicht mit dem Vater identisch ist. Aber die Schwierigkeit bei dieser Antwort ist, dass dies nach der Auffassung von R-B nicht möglich zu sein scheint. Andererseits können R-B nicht zulassen, dass die göttliche Essenz mit dem Vater identisch ist, denn sie ist nicht ein Objekt, und wenn sie es wäre, dann würde die Transitivität der Identität implizieren, dass der Vater mit dem Sohn identisch ist. Was R-B sagen wollen, ist, dass die göttliche Essenz die essentielle Eigenschaft hat, nicht ein Vater zu sein, sondern vielmehr einen Vater zu konstituieren. Die göttliche Essenz konstituiert essentiell ihr Objekt, ist aber nicht damit identisch. Es wäre so, als würde etwas Gold essentiell die Eigenschaft exemplifizieren, die zuletzt geprägte amerikanische Zwanzig-Dollar-Münze zu konstituieren, oder als würde etwas Marmor essentiell die Eigenschaft exemplifizieren, Michelangelos ‚David‘ zu konstituieren.
Die Frage ist also, ob der Ansatz, die Personen der Dreieinigkeit nach der Analogie hylomorpher Verbindungen zu konstruieren, Aufschluss über die Lehre von der Dreieinigkeit bietet oder uns ein kohärentes Modell der Drei in Einem bietet. Hier muss ich gestehen, dass ich nicht erkennen kann, dass der Vorschlag von R-B viel Aufschluss über diese Lehre gibt.
R-B glauben, dass das Problem der Dreieinigkeit verschwindet, sobald wir die göttlichen Personen in Analogie zu hylomorphen Verbindungen denken. Aber das ist viel zu voreilig. Denn die Einheit und Vielfalt der materiellen Konstitution scheint überhaupt nicht analog zur Einheit und Vielfalt in der Dreieinigkeit zu sein. Im Falle der materiellen Konstitution sollen wir zu der Sicht kommen, dass beispielsweise eine Hand und eine Faust oder ein Marmorbrocken und eine Statue zwei nicht-identische Dinge sind, die als ein einziges materielles Objekt zählen. Die Analogie dazu ist, dass beispielsweise der Vater, obwohl er mit dem Sohn nicht-identisch ist, numerisch dasselbe geistliche Objekt ist wie der Sohn. Diese Analogie gilt für jede der göttlichen Personen. Von jeder kann gesagt werden, dass sie nicht mit den anderen göttlichen Personen identisch ist, aber numerisch dasselbe geistliche Objekt ist wie sie.
Aber dies trägt in keiner Weise dazu bei, die trinitarische Aporie zu lösen. Es sagt uns nicht, wie scheinbar sich gegenseitig ausschließende hylomorphe Verbindungen numerisch dasselbe Objekt sein können. Es wird uns gesagt, dass ein Objekt sowohl eine Hand als auch eine Faust sein kann. Gut. Aber wie kann ein Objekt gleichzeitig eine geballte Faust und eine offene Hand sein? Wie kann eine Menge Gold gleichzeitig eine amerikanische Zwanzig-Dollar-Münze und eine spanische Dublone sein? Wie kann Sokrates gleichzeitig ein sitzender Sokrates, ein stehender Sokrates und ein liegender Sokrates sein? Wie können die geflügelte Siegesgöttin und Michelangelos David und die Venus von Milo numerisch dasselbe Objekt sein? Dies sind die richtigen Analogien zur Dreieinigkeit, bei der von demselben geistlichen Objekt gesagt werden kann, dass es gleichzeitig der Vater und der Sohn und der Heilige Geist ist.
Die Beschäftigung mit der Verwendung von Personalpronomina in den letzten Jahrzehnten hat zu einer überraschenden Betonung der Ausschließlichkeit und Privatheit der Perspektive der ersten Person geführt. [12] Andere mögen wissen, dass William Craig das zweite Kind von Mallory und Doris Craig ist, aber nur ich allein kann wissen, dass ich das zweite Kind von Mallory und Doris Craig bin; niemand sonst kann meine Perspektive der ersten Person einnehmen, und dasselbe Wissen kann auch nicht auf eine Perspektive der dritten Person reduziert werden. So gibt es unter den drei Personen der Dreieinigkeit drei nicht reduzierbare und exklusive Perspektiven der ersten Person, die nicht einmal die klassische Lehre der perichoreisis lösen kann. Der Vater weiß zum Beispiel, dass der Sohn am Kreuz stirbt, aber er weiß nicht und kann nicht wissen, dass er selbst am Kreuz stirbt – tatsächlich hat die Sicht, dass er dies weiß, sogar den Status der Häresie: Patripassianismus. So bleibt die Art und Weise, wie die drei Personen der Dreieinigkeit numerisch dasselbe geistliche Objekt sein können, so rätselhaft und problematisch wie die Frage, wie drei Statuen jeweils ein und dasselbe materielle Objekt sein können.
R-B räumen ein, dass die Erklärung
(R1) x ist ein Gott, wenn und nur wenn x eine hylomorphe Verbindung ist, deren Materie eine göttliche Essenz ist; x ist derselbe Gott wie y, wenn und nur wenn x und y jeweils hylomorphe Verbindungen sind, deren Materie eine göttliche Essenz ist, und die Materie von x dieselbe Materie ist wie von y; und es gibt genau einen Gott, wenn und nur wenn es ein x gibt, sodass x ein Gott ist und jeder Gott derselbe Gott ist wie x.
an sich und isoliert genommen „genauso rätselhaft wie die Konjunktion von T1-T3“ [13] erscheinen mag. Aber sie behaupten, dass „das Rätselhafte weitgehend verschwindet“, sobald wir den Parallelismus von (R1) als Prinzip der materiellen Konstitution berücksichtigen, nämlich:
(M2) x ist ein materielles Objekt, wenn und nur wenn x eine hylomorphe Verbindung ist; genau ein materielles Objekt füllt eine Region R aus, wenn und nur wenn mindestens eine hylomorphe Verbindung R ausfüllt; und x ist (numerisch) dasselbe materielle Objekt wie y, wenn und nur wenn x und y hylomorphe Verbindungen sind, welche dieselbe Materie teilen.
Es scheint offensichtlich, dass das Rätselhafte durch diese Parallele nicht vermindert wird. (M2) sagt uns, dass Michelangelos David und ein Marmorbrocken jeweils ein materielles Objekt sind, dass sie nur in dem Falle numerisch dasselbe Objekt sind, wenn sie dieselbe Materie teilen, und dass, wenn beide R ausfüllen, es nur ein Objekt gibt, das R ausfüllt. Doch es bleibt völlig unklar, wie Michelangelos David und die Venus von Milo dieselbe Materie teilen und so numerisch dasselbe materielle Objekt sein könnten oder wie sie beide R ausfüllen könnten. Aber das sind die Dinge, die (M2) verständlich machen muss, um (R1) zu erhellen, was bedeutet, den Vater als dasselbe geistliche Objekt oder denselben Gott wie der Sohn zu erklären. Das Rätsel bleibt.
R-B stellen dann weitere problematische Behauptungen auf. Sie behaupten, dass ihre Auffassung uns erlaubt zu sagen, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist jeder mit Gott identisch sind, und dass sie dennoch voneinander verschieden sind. [14] Dies beruht auf der Mehrdeutigkeit des sortalen Begriffs „Gott“. Wieder nehmen sie Bezug auf die Analogie der materiellen Konstitution. [15] Stellen wir uns zwei hylomorphe Verbindungen wie eine Statue und einen Marmorbrocken vor, welche die Region R ausfüllen. Was ist das materielle Objekt, das R ausfüllt? R-B antworten, dass es sowohl eine Statue als auch ein Brocken ist. Die Formulierung „das Objekt, das R ausfüllt“ ist zweideutig und kann sich sowohl auf die Statue als auch auf den Brocken beziehen. Michelangelos David ist also mit dem materiellen Objekt in R identisch, ebenso wie sein konstitutiver Marmorbrocken, doch Michelangelos David ist vom Marmorbrocken verschieden durch die Mehrdeutigkeit des Ausdrucks „das materielle Objekt in R“. Analog ist der sortale Begriff „Gott“ mehrdeutig. Wenn man sagt, dass der Vater mit dem geistlichen Objekt identisch ist, welches Gott ist, greift man eine distinkte Entität aus dem heraus, was herausgegriffen wird, wenn man sagt, dass der Sohn mit dem geistlichen Objekt identisch ist, welches Gott ist, obwohl diese numerisch dasselbe Objekt sind.
Die Behauptung von R-B, dass jede der göttlichen Personen mit Gott identisch ist, ist sehr problematisch. Sie widerspricht prima facie ihrer früheren Feststellung, dass (T2) nach ihrer Auffassung nicht als die Aussage zu interpretieren ist, dass jede der Personen „absolut identisch mit Gott“ ist, sondern vielmehr als eine Aussage der numerischen Gleichheit ohne Identität. [16] Was also ist es? Eine wohlwollende Interpretation wäre, dass diese zwei Auslegungen nach der Auffassung von R-B als gleichermaßen realisierbare, alternative Deutungen von (T2) zu deklarieren sind. Nach der Identitätsinterpretation gilt die Relation der numerischen Gleichheit ohne Identität nur zwischen den Personen der Dreieinigkeit, aber nicht zwischen jeder Person und dem geistlichen Objekt, das Gott genannt wird. Die Relation zwischen jeder Person und diesem Objekt ist absolute Identität, doch aufgrund der Mehrdeutigkeit des Begriffs „Gott“, die sich aus den Relationen der numerischen Gleichheit ohne Identität zwischen den Personen der Dreieinigkeit ergibt, werden durch unterschiedliche trinitarische Identitätsaussagen wie „der Vater ist Gott“, „der Sohn ist Gott“ und so weiter, verschiedene Entitäten herausgegriffen, und so kommt die Transitivität der Identität nicht zum Tragen. Im Gegensatz dazu wird nach der Interpretation der numerischen Gleichheit ohne Identität gesagt, dass Relationen numerischer Gleichheit ohne Identität nicht nur zwischen den Personen der Dreieinigkeit bestehen, sondern auch zwischen jeder Person und dem geistlichen Objekt, das Gott genannt wird. Von jeder Person wird gesagt, dass sie numerisch dieselbe ist wie das Objekt Gott, ohne damit identisch zu sein, und dieselbe ist wie die anderen Personen, ohne mit ihnen identisch zu sein. Seltsamerweise haben R-B fast nichts ausgesagt, um diese letztere Interpretation zu begründen, obwohl sie ihr einen besonderen Stellenwert geben, denn sie haben sich auf die Analyse der interpersonalen Relationen in der Dreieinigkeit im Sinne der numerischen Gleichheit ohne Identität konzentriert, nicht auf die Relationen zwischen den Personen und dem geistlichen Objekt Gott.
Schwierigkeiten bleiben bestehen, vor allem: Selbst wenn „das Objekt, das R ausfüllt“ zweideutig ist, wenn es auf Michelangelos David oder auf seinen konstitutiven Marmorbrocken verweist, ist der Ausdruck nicht zweideutig, wenn es darum geht, entweder Michelangelos David oder die geflügelte Siegesgöttin herauszugreifen. Sowohl Michelangelos David als auch der Marmorbrocken können R ausfüllen und so in zweideutiger Weise mit „das Objekt, das R ausfüllt“ bezeichnet werden. Doch allem Anschein nach können Michelangelos David und die geflügelte Siegesgöttin nicht beide R ausfüllen, sodass es in ihrer Hinsicht keine Zweideutigkeit gibt. Ist es nicht in ähnlicher Weise plausibel zu denken, dass „Gott“ zweideutig ist, wenn es um den Vater und den Sohn geht? Angesichts der Ausschließlichkeit und Privatheit der Perspektive der ersten Person sind Personen so uneinnehmbar wie Statuen. Wie also könnten sie beide R ausfüllen? Aus der Parität wäre zu schließen, dass wir wie im Falle von Michelangelos David und der geflügelten Siegesgöttin zwei materielle Objekte haben; somit haben wir im Falle des Vaters und des Sohnes zwei geistliche Objekte, zwei Götter.
Zweitens erklären R-B, dass es aufgrund der Mehrdeutigkeit des Ausdrucks „das Objekt, das R ausfüllt“ keine korrekte Antwort auf die Frage gibt, was die essentiellen Eigenschaften des Objekts in R sind. [17] Man muss disambiguieren, bevor man die Frage beantwortet, was die essentiellen Eigenschaften des Objekts sind. Dies scheint jedoch zu implizieren, dass die Frage nach den essentiellen Eigenschaften des geistlichen Objekts, das „Gott“ genannt wird, gleichermaßen unbeantwortbar ist. Diese Frage lässt sich nur in Bezug auf eine disambiguierende Beschreibung beantworten. Aber das scheint gerade das Merkmal der relativen Identität zu sein, welche R-B als „katastrophal“ und „desaströs“ bezeichneten, wenn es auf die Dreieinigkeit angewendet wird. [18] Das numerisch selbe Objekt kann entweder mit dem Vater identisch oder mit dem Sohn identisch sein, je nachdem, wie wir entscheiden, es zu beschreiben. R-B haben die relative Identität jedoch abgelehnt, weil „wir nicht etwa sagen wollen, dass die bloße Existenz des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes eine theorieabhängige Frage ist. Und wir wollen auch nicht sagen, dass die Unterscheidung der Personen in irgendeiner Weise mit unserer Denkweise oder theoretischen Überlegung zusammenhängt. Das scheint eine Form des Modalismus zu sein.“ [19] Es ist schwer zu sehen, wie R-B einen ähnlichen Vorwurf vermeiden können. Sie könnten sagen, dass der Vater und der Sohn nach ihrer Auffassung wirklich nicht-identisch sind, dass aber unsere linguistischen Begriffe „Vater“ und „Sohn“ in ihrem Bezug mehrdeutig sind. Aber dann ist es unzutreffend zu sagen, dass Aussagen wie „der Vater ist mit Gott identisch“ wahr sind, denn die Begriffe sind in ihrem Bezug nicht eindeutig. Wenn die Aussagen wahr sind und die Mehrdeutigkeit ontologisch ist, dann scheint man den Fehler zu machen, Identität in einen Zusammenhang mit den eigenen Denkweisen oder theoretischen Überlegungen zu stellen.
Insgesamt scheinen die Disanalogien zwischen der aristotelischen Erklärung der materiellen Konstitution und der Lehre von der Dreieinigkeit so groß zu sein, dass eine Berufung auf diese Erklärung kaum Aufschluss über die christliche Lehre gibt. Wenn überhaupt, sollte die Analogie der materiellen Konstitution uns zu der Annahme neigen lassen, dass die göttliche Essenz nicht den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zugleich konstituieren kann. All dies wurde unter der Voraussetzung gesagt, dass die seltsame Lehre der numerischen Gleichheit ohne Identität metaphysisch akzeptabel ist, aber es ist kaum nötig zu sagen, dass diese Voraussetzung fraglich ist. [20] Ich verbinde mit dieser Kritik am Vorschlag von R-B nicht die Absicht, das Modell zu widerlegen, sondern möchte zu einer weiteren Reflexion darüber einladen. Rea und Brower haben uns ein provokantes, neues Verständnis der Dreieinigkeit vorgeschlagen, aber sie haben noch viel Erklärungsarbeit zu leisten, bevor ihre Interpretation aufschlussreich oder plausibel wird. Ich hoffe, dass diese kurzen Kritikpunkte ein Ansporn sein werden, ihr Modell weiter zu erforschen. [21] In der Zwischenzeit habe ich an anderer Stelle ein ganz anderes soziales Modell der Dreieinigkeit vorgeschlagen, das, wie ich zu meinen wage, alle ihre Kritikpunkte gegen den sozialen Trinitarianismus vermeidet. [22]
Link to the original article in English: http://www.reasonablefaith.org/does-the-problem-of-material-constitution-illuminate-the-doctrine
(Übers.: Marita Wilczek)
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[1]
Michael C. Rea and Jeffrey Brower, „Material Constitution and the Trinity,” Faith and Philosophy.
Michael C. Rea and Jeffrey Brower, „Material Constitution and the Trinity,” Faith and Philosophy.
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[2]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[3]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[4]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[5]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[6]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[7]
Versteht man die göttliche Essenz in den gewohnten Bedeutungen entweder als primäre oder als sekundäre aristotelische Substanz, führt das jedoch unweigerlich in eine Sackgasse. Verstehen wir die göttliche Essenz als universal, dann erscheint unverständlich, wie eine lebendige, konkrete Person dadurch gebildet werden kann, dass eine Eigenschaft eine andere Eigenschaft exemplifiziert. Doch wenn wir „die göttliche Essenz“ in einem mittelalterlichen Sinn als Bezeichnung für die konkrete Realität verstehen, die wir normalerweise Gott nennen, dann ist sie ein Objekt, was R-B verneinen.
Versteht man die göttliche Essenz in den gewohnten Bedeutungen entweder als primäre oder als sekundäre aristotelische Substanz, führt das jedoch unweigerlich in eine Sackgasse. Verstehen wir die göttliche Essenz als universal, dann erscheint unverständlich, wie eine lebendige, konkrete Person dadurch gebildet werden kann, dass eine Eigenschaft eine andere Eigenschaft exemplifiziert. Doch wenn wir „die göttliche Essenz“ in einem mittelalterlichen Sinn als Bezeichnung für die konkrete Realität verstehen, die wir normalerweise Gott nennen, dann ist sie ein Objekt, was R-B verneinen.
-
[8]
Rea schreibt: „Die göttliche Essenz ist das, was in Verbindung mit ein Vater sein den Vater ‚macht‘. (Der Vater ist natürlich nicht ‚gemacht‘; ich habe einfach im Augenblick keinen besseren Begriff zur Hand.“) (Aus dem Englischen übersetzt: Michael C. Rea an William Lane Craig am 24. August 2003). Ich denke, dass das deutsche Verb bestehen aus treffend ausdrückt, was Rea mit der Wendung „gemacht sein aus“ sagen will, ohne zu implizieren, dass Gott ein Geschöpf wäre. Ich werde dies im Englischen mit „consists of“ wiedergeben.
Rea schreibt: „Die göttliche Essenz ist das, was in Verbindung mit ein Vater sein den Vater ‚macht‘. (Der Vater ist natürlich nicht ‚gemacht‘; ich habe einfach im Augenblick keinen besseren Begriff zur Hand.“) (Aus dem Englischen übersetzt: Michael C. Rea an William Lane Craig am 24. August 2003). Ich denke, dass das deutsche Verb bestehen aus treffend ausdrückt, was Rea mit der Wendung „gemacht sein aus“ sagen will, ohne zu implizieren, dass Gott ein Geschöpf wäre. Ich werde dies im Englischen mit „consists of“ wiedergeben.
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[9]
Aus dem Englischen übersetzt: Michael C. Rea an William Lane Craig am 24. August 2003.
Aus dem Englischen übersetzt: Michael C. Rea an William Lane Craig am 24. August 2003.
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[10]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[11]
Basilius von Cäsarea, Ausgewählte Briefe, 52.1; vgl. Athanasius Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien 45. Nach Athanasius bestand der „versuchte Sophismus“ von Paul darin, homoousios „auf körperliche Weise“ zu verstehen, doch „das Homousion dürfe von den unkörperlichen Dingen, und zumal von Gott, nicht auf diese Weise verstanden werden.“
Basilius von Cäsarea, Ausgewählte Briefe, 52.1; vgl. Athanasius Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien 45. Nach Athanasius bestand der „versuchte Sophismus“ von Paul darin, homoousios „auf körperliche Weise“ zu verstehen, doch „das Homousion dürfe von den unkörperlichen Dingen, und zumal von Gott, nicht auf diese Weise verstanden werden.“
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[12]
John Perry, „The Problem of the Essential Indexical“, Noûs 13 (1979): 3-29; idem, „Frege on Demonstratives“, Philosophical Review 86 (1977): 474-497; idem, „Castañeda on He and I“, in Agent, Language, and Structure of the World, hrsg. von James E. Tomberlin (Indianapolis: Hackett Publishing, 1983), S. 15-42. Zur Erörterung siehe David Lewis, „Attitudes De Dicto and De Se“, Philosophical Review 88 (1979): 513-543; Palle Yourgrau, „Frege, Perry, and Demonstratives“, Canadian Journal of Philosophy 12 (1982): 725-752; Patrick Grim, „Against Omniscience: The Case from Essential Indexicals“, Noñs 19 (1985): 151-180; Howard Wettstein, „Has Semantics Rested on a Mistake?“ Journal of Philosophy 83 (1986): 188; William Seager, „The Logic of Lost Lingens“, Journal of Philosophical Logic 19 (1990): 407-428.
John Perry, „The Problem of the Essential Indexical“, Noûs 13 (1979): 3-29; idem, „Frege on Demonstratives“, Philosophical Review 86 (1977): 474-497; idem, „Castañeda on He and I“, in Agent, Language, and Structure of the World, hrsg. von James E. Tomberlin (Indianapolis: Hackett Publishing, 1983), S. 15-42. Zur Erörterung siehe David Lewis, „Attitudes De Dicto and De Se“, Philosophical Review 88 (1979): 513-543; Palle Yourgrau, „Frege, Perry, and Demonstratives“, Canadian Journal of Philosophy 12 (1982): 725-752; Patrick Grim, „Against Omniscience: The Case from Essential Indexicals“, Noñs 19 (1985): 151-180; Howard Wettstein, „Has Semantics Rested on a Mistake?“ Journal of Philosophy 83 (1986): 188; William Seager, „The Logic of Lost Lingens“, Journal of Philosophical Logic 19 (1990): 407-428.
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Aus dem Englischen übersetzt: Rea und Brower, „Material Constitution and the Trinity“.
Aus dem Englischen übersetzt: Rea und Brower, „Material Constitution and the Trinity“.
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Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[19]
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
Aus dem Englischen übersetzt: Ibid.
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[20]
Ich würde es zum Beispiel begrüßen, wenn R-B über die Implikationen ihrer Auffassung für diachrone Identität nachdenken würden. Alle Fälle, die sie erörtern, sind Fälle synchronischer Identität. Von der Hand, wenn sie geballt ist, wird zum Beispiel gesagt, dass sie gleichzeitig eine Hand und eine Faust ist. Diese zwei Dinge sind nicht-identische Entitäten, aber sie sind numerisch dasselbe materielle Objekt. Wie ist es nun in dem Fall, wenn die Hand zu t1 offen und zu t2 geballt ist? Es scheint, dass das erste materielle Objekt nicht mit dem zweiten identisch ist. Das soll keine Verneinung diachronischer Identät und intrinsischer Veränderung sein. Vielleicht könnte gesagt werden, dass das Objekt zu t1 mit dem Objekt zu t2 identisch ist, sobald das letztere disambiguiert und als eine Hand beschrieben wird. Doch paradoxerweise hat sich die Hand dann von t1 zu t2 nicht verändert! Denn qua Hand bleibt sie dieselbe. Es ist vielmehr zu t2 eine neue Entität zusammen mit der Hand in Existenz gekommen, nämlich die Faust, welche nicht mit der Hand identisch ist. Somit scheint eine intrinsische Änderung unmöglich zu sein.
Ich würde es zum Beispiel begrüßen, wenn R-B über die Implikationen ihrer Auffassung für diachrone Identität nachdenken würden. Alle Fälle, die sie erörtern, sind Fälle synchronischer Identität. Von der Hand, wenn sie geballt ist, wird zum Beispiel gesagt, dass sie gleichzeitig eine Hand und eine Faust ist. Diese zwei Dinge sind nicht-identische Entitäten, aber sie sind numerisch dasselbe materielle Objekt. Wie ist es nun in dem Fall, wenn die Hand zu t1 offen und zu t2 geballt ist? Es scheint, dass das erste materielle Objekt nicht mit dem zweiten identisch ist. Das soll keine Verneinung diachronischer Identät und intrinsischer Veränderung sein. Vielleicht könnte gesagt werden, dass das Objekt zu t1 mit dem Objekt zu t2 identisch ist, sobald das letztere disambiguiert und als eine Hand beschrieben wird. Doch paradoxerweise hat sich die Hand dann von t1 zu t2 nicht verändert! Denn qua Hand bleibt sie dieselbe. Es ist vielmehr zu t2 eine neue Entität zusammen mit der Hand in Existenz gekommen, nämlich die Faust, welche nicht mit der Hand identisch ist. Somit scheint eine intrinsische Änderung unmöglich zu sein.
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Ich bin Mike und Jeff sehr dankbar für ihre Kommentare zum ersten Entwurf dieses Papiers, die dazu beigetragen haben, ihre Auffassung zu klären, und die mich vor einer katastrophalen Fehlinterpretation bewahrt haben.
Ich bin Mike und Jeff sehr dankbar für ihre Kommentare zum ersten Entwurf dieses Papiers, die dazu beigetragen haben, ihre Auffassung zu klären, und die mich vor einer katastrophalen Fehlinterpretation bewahrt haben.
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Siehe Kapitel 29 in J. P. Moreland und William Lane Craig, Philosophical Foundations for a Christian Worldview (Downer’s Grove, Ill.: Inter-Varsity Press, 2003). In seinem Papier „Polytheism and Christian Belief“ (American Academy of Religion meeting, Atlanta, 23. November 2003), verweist Rea beiläufig auf unser Kapitel; doch wie effektiv seine Kritik an anderen sozial-trinitarischen Theorien aus sein mag, berührt sie unsere Version nicht, weil Rea nicht auf unseren konstruktiven Vorschlag eingeht, dass Gott eine einzige Seele mit drei Reihen rationaler Fähigkeiten ist.
Siehe Kapitel 29 in J. P. Moreland und William Lane Craig, Philosophical Foundations for a Christian Worldview (Downer’s Grove, Ill.: Inter-Varsity Press, 2003). In seinem Papier „Polytheism and Christian Belief“ (American Academy of Religion meeting, Atlanta, 23. November 2003), verweist Rea beiläufig auf unser Kapitel; doch wie effektiv seine Kritik an anderen sozial-trinitarischen Theorien aus sein mag, berührt sie unsere Version nicht, weil Rea nicht auf unseren konstruktiven Vorschlag eingeht, dass Gott eine einzige Seele mit drei Reihen rationaler Fähigkeiten ist.