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Graham Oppys Stellungnahme zum kalam-kosmologischen Argument

Summary

Graham Oppy ist als einer der schwierigsten Gegner des kalam-kosmologischen Argumentes aufgetreten. [1] Er verwirft alle vier aus der Metaphysik und Physik abgeleiteten Argumente zugunsten der zweiten Prämisse, dass das Universum zu existieren begann. Er ist auch der Überzeugung, dass wir keinen guten Grund haben, die erste Prämisse zu akzeptieren, dass alles, was zu existieren beginnt, eine Ursache hat. In dieser Antwort hoffe ich, nachzuweisen, dass das kalam-kosmologische Argument in Wirklichkeit beträchtlich stärker ist, als Oppy behauptet, und dass es selbst seiner scharfen Kritik standhält.

Einleitung

In den letzten Jahren hat das alte kalam-kosmologische Argument so etwas wie eine Wiedergeburt erlebt. Das Argument nimmt die Form eines einfachen Syllogismus an:

1. Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache.

2. Das Universum begann zu existieren.

3. Also hat das Universum eine Ursache.

Eine Begriffsanalyse der Vorstellung von einer Ursache des Universums ermöglicht uns, eine Reihe von auffallenden Eigenschaften dieser Ursache wiederzuentdecken und ihre Bedeutung für den Theismus einzuschätzen.

Graham Oppy ist als einer der größten Gegner des kalam-kosmologischen Argumentes aufgetreten. [2] Würde Oppy nun in Bezug auf das kalam-kosmologische Argument nicht mehr behaupten als über theistische Argumente im Allgemeinen, nämlich, dass keines von ihnen streng genommen rational zwingend sei [3], dann hätte der moderne Mutakallim (oder Vertreter des Kalam) wenig Grund zur Auseinandersetzung mit Oppy. Er würde sich vielmehr dafür entscheiden, Oppys hohen Maßstab für das, was ein „gutes“ Argument ausmacht, infrage zu stellen. [4]

Zum Glück für die Diskussion ist Oppys Einschätzung des kalam-kosmologischen Argumentes so abgrundtief niedrig, dass dieser Maßstab in seiner Diskussion kaum jemals auch nur ins Gesichtsfeld rückt. Nach Oppys Beurteilung sind die philosophischen Argumente zugunsten der Schlüsselprämisse des kalam-kosmologischen Argumentes „sehr schwach“. Sie böten „keine ernsthafte Unterstützung“ für die Behauptung, dass das Universum zu existieren begann. Die wissenschaftlichen Argumente zur Unterstützung dieser Behauptung entbehrten hingegen „jeglicher Grundlage“ und unterstützten bestenfalls die Endlichkeit des Universums in der Vergangenheit. Gleicherweise sei die erste Prämisse des Argumentes „nicht im Geringsten offensichtlich“, und die Argumente, die dafür geliefert werden, seien „extrem schwach“. Wenn Oppys Kritik berechtigt ist, dann misslingt es das kalam-kosmologische Argument, selbst wenn es anhand realistischerer und vernünftigerer Maßstäbe als Oppys eigener beurteilt wird, ein gutes Argument darzustellen. In dieser Erwiderung hoffe ich, aufzuzeigen, dass das Argument in Wirklichkeit beträchtlich stärker ist, als Oppy behauptet, und selbst seiner scharfen Kritik standhält.

ARGUMENTE FÜR DIE ZWEITE PRÄMISSE

Lassen Sie uns zuerst einer Untersuchung der vier unterstützenden Argumente zuwenden, die ich zugunsten von Prämisse (2) liefere. Obwohl Oppy diese als zwei a priori- und zwei a posteriori- Argumente charakterisiert, ist diese Kennzeichnung falsch, denn nirgends wird angedeutet, die Prämissen der beiden philosophischen Argumente könnten unabhängig von der Erfahrung als wahr erkannt werden. Ganz im Gegenteil. Wir sollten nicht vergessen, dass selbst metaphysisch notwendige Wahrheiten in manchen Fällen erst a posteriori erkennbar sind. Eine akkuratere Klassifikation dieser unterstützenden Argumente würde zwischen metaphysischen und physikalischen Argumenten für den Beginn des Universums differenzieren.

Erstes unterstützendes Argument

Das erste unterstützende Argument für die Endlichkeit der Vergangenheit lautet (hier nach Zählung Oppys) wie folgt:

1.1 Es kann keine aktuale Unendlichkeit geben.

1.2 Ein unendlicher zeitlicher Regress von Ereignissen ist eine aktuale Unendlichkeit.

1.3 Also kann es keinen unendlichen zeitlichen Regress von Ereignissen geben.

Oppys Bedenken zu (1.2)

Oppy stimmt (1.2) zu: „Gerne gestehe ich zu, dass ein unendlicher zeitlicher Regress eine aktuale Unendlichkeit ist.“  [5] Mit diesem Eingeständnis jedoch unzufrieden, erhebt Oppy Bedenken, dass dieselben Argumente, welche zeigen, dass die Vergangenheit endlich ist, erfordern werden, dass die Zukunft ebenso endlich ist. Dieser Vorbehalt ist seltsam, da er für die Stichhaltigkeit des vor uns liegenden Argumentes irrelevant ist. Wenn das Argument impliziert, dass sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit endlich sind, dann wird die (metrische) Zeit - genauso wie sie einen Anfang hatte- , eines Tages zu einem Ende kommen (vielleicht in einem Endknall?). Oppy gibt zu bedenken, dass wir uns dann „über die Konsequenzen dieser Schlussfolgerung in Bezug auf Behauptungen über den Umfang eines Lebens nach dem Tod Gedanken machen müssten.”  [6] Eine solche Besorgnis ist jedoch fehl am Platz, denn das kalam-kosmologische Argument trifft keinerlei Behauptungen über das Leben nach dem Tod, und noch viel weniger über dessen zeitliche Ausdehnung. Hier lässt sich unschwer eine Anspielung auf Behauptungen der Offenbarungsreligion erkennen, die aber in diesem Kontext keinen Platz hat.

Doch um auf die Bedenken an sich zu einzugehen: Es obliegt Oppy, nachzuweisen, dass dieselben Argumente gegen die Unendlichkeit der Vergangenheit implizieren, dass die Zukunft nicht für immer weitergehen kann. Oppy erkennt zurecht, dass im Vierdimensionalismus, gemäß dem die Zeit zeitformlos [tenseless] ist, die Unterscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft vom Geist abhängig oder perspektivisch ist, sodass dann, wenn keine aktual unendliche Zahl von Ereignissen existieren kann, die Zeit sowohl in der Richtung „später als“ als auch in Richtung „früher als“ endlich sein muss. [7] Doch das kalam-kosmologische Argument setzt von Anfang bis Ende nicht eine Theorie der zeitformlosen [tenseless], sondern der zeitförmigen [tensed] Zeit voraus, gemäß der temporales Werden ein objektives Merkmal der Welt ist. Gemäß einer solchen Sicht existiert die Zukunft in keinem Sinne, sondern ist reine Potenzialität.  [8] Diese Anschauung scheint einer dritten Option Raum zu lassen: Während das Universum nur eine begrenzte Vergangenheit hat, hat es eine potenziell unendliche Zukunft. In Bezug auf die Zukunft dient die Unendlichkeit lediglich als eine ideale Grenze, der sich die Reihe aufeinanderfolgender Ereignisse unaufhörlich annähert, sie aber niemals erreicht. Im Gegensatz dazu kann eine Vergangenheit ohne Anfang nicht rein potenziell unendlich sein, es sei denn, wir entschieden uns für die Inkohärenz, dass zeitlicher Regress von Ereignissen in der Vergangenheit endlich ist, aber in der zeitlich vorausgehenden Richtung unaufhörlich wächst! Diese grundlegende Asymmetrie der zeitlichen Zeit unterhöhlt Behauptungen, dass Argumente gegen die Unendlichkeit der Vergangenheit die Folgerung nach sich zögen, dass die Zukunft endlich sein und somit zu einem Ende kommen müsse.

Ironischerweise kann der Mutakallim also, wenn Oppy behauptet: „Falls es Gründe … für die Annahme gibt, dass die Vergangenheit nicht unendlich sein kann, dann werden diese Gründe gewiss auf die Unterstützung der Behauptung zu übertragen sein, dass die Zukunft nicht unendlich sein kann“ [9], Oppys Behauptung mit Unbekümmertheit begrüßen. Denn in gewissem Sinne stimmt er mit Oppys Behauptung, dass die Zukunft nicht unendlich sein kann, überein, nämlich dann, wenn wir „unendlich“ einstimmig durchgängig in der Bedeutung von „aktual unendlich“ betrachten. Was er anficht, ist, dass Oppy von der Schlussfolgerung, die Zukunft ist nicht aktual unendlich, zu der Schlussfolgerung schlittert, dass die Zukunft endlich ist – eine Ableitung, die nur standhält, wenn man eine Theorie der zeitformlosen [tenseless] Zeit voraussetzt. Wenn wir stattdessen „unendlich“ einstimmig in der Bedeutung „potenziell unendlich“ betrachten, dann trifft es nicht zu, dass das Argument gegen die Unendlichkeit der Vergangenheit, nämlich der Unmöglichkeit, rückwärtsgerichtet fortzufahren, auf die Behauptung übertragen werden kann, die Zukunft könne nicht unendlich sein.

Oppy schließt daraus, während man darauf beharren könne, dass die Vergangenheit aktual und die Zukunft potenziell sei, sei es „sehr schwer, diesem Beharren nicht den Fehlschluss der petitio principii, also des Zirkelschlusses, zu unterstellen. Es gibt zwei Perspektiven – die des Präsentisten und die des Vierdimensionalisten – aus der sich keine solche Unterscheidung folgern lässt.“ [10]

Auffälligerweise fehlt hier die sogenannte “growing block”-Sicht [11] der Vergangenheit, die von C. D. Broad und Michael Tooley verteidigt wird. Laut dieser Theorie ist zeitliches Werden eine vom Geist unabhängige Realität, gemäß der jedoch Ereignisse, sobald sie einmal geworden sind, nicht aufhören zu existieren. Vielleicht erwähnt Oppy diese Option nicht, weil er lediglich beabsichtigt, zu zeigen, dass es ernsthafte philosophische Ansichten gibt, gemäß denen kein metaphysischer Unterschied zwischen Vergangenheit und Zukunft besteht. Nun gut; doch wiederum macht die Behauptung, dass die Zukunft sich metaphysisch von der Vergangenheit unterscheidet, keinen Teil des kalam-kosmologischen Argumentes aus.

Es war Oppy, der den dialektisch irrelevanten Einwand erhob, Argumente für die Endlichkeit der Vergangenheit impliziere auch die Endlichkeit der Zukunft. Der Mutakallim stimmt zu, dass dies der Fall ist, wenn die Zeit zeitformlos [tenseless] ist, kann aber Oppy herausfordern, nachzuweisen, dass diese Konklusion daraus folgt, wenn die Zeit zeitförmig [tensed] ist. Es ist nun Oppys Verantwortung nachzuweisen, dass es keine philosophisch haltbaren Optionen gibt, gemäß derer die Zukunft, anders als die Vergangenheit, potenziell unendlich ist. Lediglich Präsentismus und Vierdimensionalismus zu erwähnen, haut nicht hin.

Außerdem ist es alles andere als eindeutig, dass der Präsentist keine bedeutsame Unterscheidung zwischen der Aktualität der Vergangenheit und der Potenzialität der Zukunft treffen kann. Zukünftige Ereignisse haben sich bis jetzt noch nicht aktualisiert, wohingegen sich vergangene und gegenwärtige Ereignisse aktualisiert haben. Oppy erwidert, wenn wir so etwas sagten, dann „sollten wir bereit sein, zuzulassen, dass die Zukunft auf eine Art und Weise real ist, in der es die Vergangenheit nicht ist: Die Zukunft muss noch in die reale Welt kommen, die Vergangenheit aber nicht, da sie sich bereits ereignet hat.“ [12] Diese Erwiderung ist seltsam, da Oppys Charakterisierung sehr hübsch, meiner Meinung nach auch präzise, die Art und Weise wiedergibt, in welcher die Zukunft unreal und rein potenziell ist.

Kurz gesagt, Oppy stimmt mit (1.2) überein. Sein Versuch nachzuweisen, dass das Argument für die Endlichkeit der Vergangenheit auch die Endlichkeit der Zukunft impliziert, ist irrelevant und, unter Voraussetzung einer Theorie der zeitförmigen [tensed] Zeit, auf jeden Fall nicht erfolgreich. Darum ist die Schlüsselprämisse, die bestritten wird, (1.1).

Oppys Einwand gegen (1.1)

Bevor wir uns Oppys Einwand gegen (1.1) anschauen, sei nochmals daran erinnert, dass ich, wenn es um die Behauptung geht, es kann keine aktuale Unendlichkeit geben, nicht über das spreche, was häufig als „mathematische Existenz“ bezeichnet wird, welche im Prinzip auf Freiheit von nachgewiesener, streng logischer Inkonsistenz hinausläuft. Logische Konsistenz wird in der Regel insofern als Legitimierung einer mathematischen Vorstellung verstanden, als dass die relevanten Entitäten insofern als “existent” gelten, als dass eine solche Vorstellung eine legitime Rolle in der Theoriebildung der Mathematik spielt. Dieser Punkt ist wichtig, denn Oppy neigt dazu, den Unterschied zwischen mathematischer Existenz und dem, was wir pleonastisch als „ontologische Existenz“ bezeichnen könnten, zu verwischen.

Letztere ist Gegenstand der Diskussion zwischen Platonikern und Anti-Platonikern hinsichtlich mathematischer und anderer abstrakter Objekte. Dies ist eher ein Streit ontologischer als rein logischer Natur. Von daher sind Anti-Platoniker, deren Ontologien mathematische Objekte ausschließen, typischerweise recht damit zufrieden, sagen wir, der mengentheoretischen Hierarchie, mathematische Legitimität zuzugestehen. Hingegen gehören zu den Reihen der Platoniker, deren Ontologien mathematischen Objekte mit beinhalten, Intuitionisten, welche die Legitimität höherer Mathematik ablehnen.

Oppy klassifiziert jeden, der die Existenz einer Unendlichkeit ablehnt, entweder als Finitisten oder als potenziellen Infinitisten. [13] Er verwendet diese Taxonomie sowohl für die Vertreter reiner als auch angewandter Mathematik in Bezug auf deren Anschauungen über Erfahrung, vernünftigen Glauben bzw. Ontologie. Die Verwendung des Begriffes „Ontologie“ ist in diesem Kontext jedoch irreführend. Oppy erforscht nicht etwa die Frage, welche Zahlen existieren, bzw. ob überhaupt welche existieren – ansonsten gibt es in seiner Taxonomie für die Anti-Platonische Position, dass überhaupt keine Zahlen existieren, keinen Platz, egal, wie umfassend das Universum des mathematischen Diskurses auch sein mag. Da Oppy erkennt, dass der Platonismus umstritten ist, weicht er einer Diskussion darüber aus. Es geht ihm vielmehr darum, ob mutmaßliche Zahlen wirklich Zahlen sind, d. h., Entitäten, die existieren würden, wenn die gesamte klassische Mathematik wahr wäre und die Quantifikatoren, die in der klassischen Mathematik verwendet werden, ontologisch verpflichtend wären. [14]

Was Oppy unter “Ontologie” versteht, ist eigentlich die Frage nach dem Ausmaß des legitimen mathematischen Diskurses. Der Anti-Platoniker muss in der reinen Mathematik keineswegs ein Finitist oder potenzieller Infinitist sein, da er entweder leugnet, dass die Aussagen der klassischen Mathematik buchstäblich wahr sind oder aber, dass ihre Wahrheit einen gegenüber den Entitäten, über die man quantifiziert, ontologisch verpflichtet. Wenn es um die Unendlichkeit in der angewandten Mathematik geht, geht es Oppy um die Frage der kontingent instanziierten Unendlichkeiten. [15]Somit ist die Frage der Existenz einer aktualen Unendlichkeit auf dem Gebiet mathematischer Objekte, wie Zahlen, übergangen worden – es sei denn, man vertritt mit Hartry Field, dass mathematische Objekte, wenn sie denn überhaupt existieren, dies kontingent tun. Oppy liefert eine ähnliche Taxonomie des Finitismus, potenziellen Finitismus und aktualen Infinitismus in der angewandten Mathematik.

Oppys Weigerung, sich mit der Debatte über den Platonismus bezüglich mathematischer Objekte auseinanderzusetzen, beeinflusst seine endgültige Taxonomie der Ansichten über das Unendliche. Als vier miteinander konkurrierende Ansichten führt er auf: den Finitismus, den schwachen potenziellen Infinitismus, den starken potenziellen Infinitismus und (starken) aktualen Infinitismus. [16] Das Problem ist, dass diese selben Kategorien verwendet wurden, um sowohl Standpunkte in Bezug auf den Umfang des legitimen mathematischen Diskurses als auch in Bezug auf die Anzahl kontingent existierender Objekte auf einem beliebigen Gebiet zu klassifizieren. Oppy charakterisiert den strengen Finitisten so, als habe er „keinen angemessenen Gebrauch des Begriffes der Unendlichkeit“, als verwerfe er klassische Mathematik, als erlaube er nur finite Gebiete und Größen und nur begrenzt viele mögliche Welten. Diese Vermischung von Standpunkten hinsichtlich zweier recht unterschiedlicher Fragen lässt keinen Raum für jemanden, der ontologisch ein Finitist, aber in Bezug auf den mathematischen Diskurs ein aktualer Infinitist ist. Dies hält Oppy für fiktional oder für ontologisch unverbindlich.

In ähnlicher Weise vermischt Oppy die Debatte über das, was legitimen mathematischen Diskurs darstellt und die Debatte über Ontologie, wenn er schlussfolgert: „Wenn wir annehmen, dass wir klassische Mathematik verstehen, dann werden wir entweder überzeugte potenzielle Infinitisten oder überzeugte aktuale Infinitisten sein.“ [17]

Oppy muss wohl davon ausgehen, dass der Platonismus wahr und der mathematische Diskurs somit ontologisch verpflichtend sei. Warum sonst würde er zu dem Schluss kommen, „die Annahme zu verwerfen, dass es eine kontingente Sache ist, ob klassische Vorstellungen über die Unendlichkeit außerhalb der mathematischen Welt Anwendung finden. Entweder werden wir Intuitionisten oder Konstruktivisten sein und von daher die klassische Mathematik und sehr wahrscheinlich auch die klassische Logik ablehnen – oder wir werden strenge Finitisten sein“? [18] Dies steht im Gegensatz zu jemandem, der vertritt, dass es metaphysisch notwendig sei, dass keine aktuale Unendlichkeit außerhalb der mathematischen Welt existiert, wie es auch metaphysisch notwendig sei, dass überhaupt keine mathematischen Objekte existieren, trotz des recht legitimen Gebrauchs der fiktionalen oder ontologisch nicht-verpflichtenden Sprache der klassischen Mathematik.

Nun maßt sich Oppy nicht an, die Wahrheit von (1.1) zu leugnen, denn er weiß, dass der Finitismus, ob mathematischer oder ontologischer Art, eine haltbare Position ist, die von einigen der berühmtesten Philosophen und Mathematikern unterstützt wird. Er versucht lediglich, (1.1.) zu unterminieren, indem er aufzeigt, dass meine Verteidigung des ontologischen Finitismus sehr schwach ist. Leider stellt seine Rekonstruktion meiner Verteidigung mein Plädoyer falsch dar, indem sie Unterpunkte als Hauptpunkte behandelt und sie dann als probatorische Untermauerung von (1.1) als inadäquat bezeichnet.

In Wirklichkeit präsentiere ich lediglich eine Überlegung zur Verteidigung von (1.1), und zwar: „Während die aktuale Unendlichkeit eine fruchtbare und konsistente Begrifflichkeit im mathematischen Bereich sein mag, kann sie nicht aus der mathematischen Welt in die reale Welt übertragen werden, denn dies hätte kontraintuitive Absurditäten zur Folge.“ [19] Meine Darstellung der Cantorianischen Mengenlehre ist lediglich eine Praeparatio für die Einführung der Rätselfälle, die an anderen Stellen von Oppy diskutiert werden, und meine harsche Kritik in Bezug auf den ontologischen Status der Mengen war ein Verteidigungsschritt, der darauf zielte, nachzuweisen, dass ontologischer Finitismus nicht mathematischen Finitismus impliziert.

Den Hauptpunkt bei den Überlegungen bilden dann die Rätselfälle. Bevor wir jedoch einige dieser Fälle diskutieren, täten wir gut daran, eine weitere theologische Beimischung in Oppys Kritik für erledigt zu erklären: Wenn (1.1) wahr ist, so behauptet er, dann könne Gott auf keine Weise aktual unendlich sein. Er „kann nur begrenzt viele Dinge wissen, kann nur begrenzt viele Handlungen vollführen usw.“  [20] Diese theologische Konsequenz ist für das Argument für (1.1) irrelevant. Das kalam-kosmologische Argument strebt nicht einmal an, den Nachweis zu erbringen, dass der persönliche Schöpfer des Universums allwissend oder allmächtig ist. Ferner erkennen wir wieder, wie von der Leugnung, dass Gott im quantitativen Sinne aktual unendlich ist, worum es in (1.1) geht, ein Abgleiten auf die Schlussfolgerung erfolgt, dass Gott in verschiedener Hinsicht begrenzt ist. Dies folgt nicht daraus (noch bietet Oppy irgendein Argument für diese Implikation dar), da die quantitative Bedeutung der Unendlichkeit in Bezug auf Gott vielleicht einfach nicht anwendbar ist. Allwissenheit muss nicht mit sich bringen, eine unbegrenzte Anzahl von, sagen wir, Propositionen, zu kennen, noch müssen wir uns Allmacht so vorstellen, als beinhalte es die Fähigkeit, eine unbegrenzte Anzahl von Handlungen auszuführen. [21] Es gibt somit keinen Grund zu der Annahme, dass ein orthodox monotheistisch verstandener Gott sich dieser Art quantitativer Analyse unterziehen ließe.

Wenden wir uns nun dem zu, was Oppy als die Rätsel- oder Problemfälle bezeichnet. Denn diese beinhalten nicht streng logische Inkonsistenzen, sondern, wie ich es ausgedrückt habe, „kontra-intuitive Absurditäten“. Ob man sie als beunruhigend genug empfindet, um (1.1) zu akzeptieren, wird in einem nicht unerheblichen Maße subjektiv sein. Ich empfinde sie als ausreichend beunruhigend, und ich hoffe, meinen Lesern wird es auch so gehen; ich denke sogar, es sollte ihnen so gehen, auch wenn es nicht meine Absicht ist, dies zu beweisen. [22] Benardete, der besonders kreativ und effektiv darin ist, solche Gedankenexperimente auszuhecken, drückt es treffend aus: „In abstracto betrachtet besteht bei keiner dieser Ungeheuerlichkeiten irgendein logischer Widerspruch; aber wir müssen sie lediglich in concreto mit ihrer unerhörten Absurdität konfrontieren, damit er uns voll ins Gesicht schlägt.“ [23]

Der „Kernpunkt“, den Oppy in Bezug auf solche Problemfälle herausarbeiten will, ist der, dass sie bestenfalls nachweisen, bestimmte Arten von aktualen Unendlichkeiten können nicht existieren. Doch diese Schlussfolgerung könne dann nicht verallgemeinert werden. [24] Diese Replik scheint mir in Bezug auf bestimmte Rätsel angemessen, bei denen es um aktuale Unendlichkeiten geht; beispielsweise solche, bei denen es darum geht, sich die Erfüllung einer sogenannten Superaufgabe vorzustellen: die aufeinanderfolgende Ausübung einer aktual unendlichen Zahl definitiver und einzelner Arbeitsabläufe in einer begrenzten Zeit. Aber wenn es um Fälle geht, welche die simultane Existenz einer aktual unendlichen Zahl bekannter makroskopischer Objekte beinhalten, dann scheint diese Art von Erwiderung weniger plausibel. Die Schwierigkeit ist hier eine zweifache: (i) nichts erscheint in den verschiedenen Situationen metaphysisch unmöglich, abgesehen von der Annahme einer aktualen Unendlichkeit; und (ii) die Absurditäten sind nicht an die bestimmten Arten der beteiligten Objekte gebunden. Wenn eine (abzählbare) aktual unendliche Zahl von Dingen existieren könnte, könnte sie - genauso wie die Gäste in Hilberts Hotel oder die Bücher in einer unendlichen Bibliothek - abgezählt und gehandhabt werden. In Fällen wie diesen wird jede metaphysische Absurdität plausibel der Existenz einer aktualen Unendlichkeit zugeschrieben, und nicht den Besonderheiten des Falles. Somit scheint mir, dass Problemfälle dieser Art sehr wohl die Möglichkeit der Existenz einer aktual unendlichen Anzahl von Dingen infrage stellen. Ohnedies: Wenn wir uns Oppys detaillierter Diskussion von Hilberts Hotel zuwenden  [25] , nimmt er in Wirklichkeit nicht die obengenannte Strategie an, um das Rätsel zu lösen. Stattdessen schlägt er einfach vor, diejenigen, die solche Problemfälle präsentieren, „auszutricksen“, wobei er „austricksen“ wie folgt definiert: „Austricksen, versus Akzeptanz der reductio ad absurdum des Argumentes durch seinen Gegner“. [26] Oppy behauptet, der Finitist stehe vor einem Dilemma: Wenn keine detaillierte physikalische Erklärung zu einem Hotel gegeben werden kann, die die Verlegung von Gästen erlauben würde, wie sie in der Geschichte vorgestellt wird, dann liegt die metaphysische Unmöglichkeit von Hilberts Hotel nicht in dessen aktualer Unendlichkeit, sondern in der vorgestellten Handhabung der Gäste. Auch wenn Oppy das Argument anführt, dass die Möglichkeit eines unendlichen Hotels ohne freie Plätze einen nicht zu der Möglichkeit verpflichtet, mehr Gäste unterzubringen, indem man die Gäste verlegt – vielleicht verhindere die Konstruktion des Hotels die Verlegung der Gäste oder die Gäste sterben weg, bevor sie mit der Verlegung an der Reihe sind - bleibt er dennoch ziemlich zuversichtlich, dass die erforderliche Erklärung gegeben werden könnte. Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, eine solche detaillierte Erklärung zu geben, so behauptet er, dann stelle sich heraus, dass Hilberts Hotel letztendlich möglich sei. „Es kann letztendlich ein Hotel geben, in dem unendlich viele neue Gäste untergebracht werden, obwohl alle Räume belegt sind, nämlich, mithilfe des einfachen Mittels, die Gäste in Raum N in Raum 2N (der für alle N steht) zu verlegen.“ [27]

Aber inwiefern folgt das daraus? Der ontologische Finitist ist nicht der Auffassung, dass die metaphysische Unmöglichkeit von Hilberts Hotel rein auf physikalischen Überlegungen in Bezug auf Layout und Konstruktion beruht, sondern auf der Annahme, dass eine aktuale Unendlichkeit nicht existieren kann. Eine detaillierte Erklärung der Konstruktion von Hilberts Hotel aufgrund der Annahme zu geben, dass eine aktual unendliche Zahl von Dingen existieren kann, liefert keinen zirkelbeweisfreien Grund für die Annahme, dass das ganze Szenario möglich ist. Oppy rechtfertigt seinen Rückgriff auf die Überlistungsstrategie mit der Behauptung, „diese angeblich absurden Situationen sind genau das, was man erwarten sollte, wenn es … physikalische Unendlichkeiten gäbe.“ [28] Diese Rechtfertigung greift jedenfalls zu kurz: Denn Kontrafaktuale der Form, „wenn eine physikalische Unendlichkeit der und der Art existierte, dann würde eine solche und solche Situation eintreffen”, werden nicht bestritten. Die Problemfälle wären letztendlich nicht problematisch, wenn die angenommenen Konsequenzen nicht folgen würden! Die Frage lautet vielmehr, ob diese Konsequenzen wirklich absurd sind. Die Überlistungsstrategie trägt nichts dazu bei, irgendjemandes Zweifel daran zu besänftigen, dass ein Hilbert-Hotel absurd ist.

Ferner, was würde Oppy über Szenarios sagen, die inverse arithmetische Operationen bezüglich der Gäste in Hilberts Hotel beinhalteten? [29] In der transfiniten Arithmetik sind inverse Operationen der Subtraktion und Teilung mit unendlichen Quantitäten verboten, weil sie zu Widersprüchen führen, aber in der Realität kann man Menschen nicht daran hindern, von einem Hotel abzureisen, wenn sie es so wünschen! In diesem Fall endet man mit logisch unmöglichen Situationen, wie beispielsweise der Subtraktion identischer Quantitäten von identischen Quantitäten und der Entdeckung nicht-identischer Differenzen. Wir werden Gelegenheit haben, weiter unten andere Probleme zu diskutieren, aber in der Zwischenzeit bin ich mit Oppys Versuch, den Stachel aus einem Problemfall wie Hilberts Hotel zu nehmen, indem er seinen Gegner einfach „überlistet“, alles andere als zufrieden.

Kurz gesagt, sobald die irrelevanten theologischen Überlegungen beiseitegelegt werden, stellen wir fest, dass Oppy sogar mit der zweiten Prämisse des ersten unterstützenden Argumentes für die Endlichkeit der Vergangenheit übereinstimmt und dass es ihm nicht gelingt, den “Kernpunkt” in Bezug auf die erste Prämisse festzumachen. Stattdessen zieht er es einfach vor, seinen Gegner „zu überlisten“, eine Strategie, die darin fehlschlägt, aufzuzeigen, weshalb uns die offensichtliche Absurdität der Problemfälle nicht beunruhigen sollte. Noch müssen wir – bei allem Respekt gegenüber Oppy - die klassische Mathematik verkürzt darstellen, um die metaphysische Möglichkeit einer aktualen Unendlichkeit vernünftig zu verwerfen.

Zweites unterstützendes Argument

Das zweite unterstützende Argument für den Beginn des Universums lautet wie folgt:

2.1 Die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen ist eine Menge, die durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wird.

2.2 Eine Menge, die durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wird, kann nicht aktual unendlich sein.

2.3 Also kann die zeitliche Reihe von Ereignissen nicht aktual unendlich sein.

Nach Oppys Ansicht „schneidet” dieses Argument „sogar noch schlechter ab als das erste”, da es für keine seiner Prämissen eine eindeutige unstrittige Unterstützung gibt [30]. Auch wenn die Forderung nach unumstrittener Unterstützung unrealistisch ist, ist doch Oppys Behauptung, dass keine eindeutige Unterstützung entgegengebracht wird, von Bedeutung.

Oppys Einwand gegen (2.1)

Auch wenn ich in meiner ursprünglichen Darlegung des kalam-kosmologischen Argumentes (2.1) für “offensichtlich genug” hielt, versucht Oppy, (2.1) dadurch zu unterminieren, dass er „ein sehr substanzielles grundlegendes Argument“ fordert, bevor er überzeugt ist, es zu akzeptieren. [31] Denn, so führt er aus, wenn die Zeit die Struktur der realen Zahlen hat und wenn in der Zeit fortlaufende Prozesse stattfinden, dann wird die Menge der vergangenen Ereignisse nicht durch aufeinanderfolgende Addition gebildet worden sein.

Mir scheint, dass dieser Einwand auf zahlreichen Missverständnissen beruht. Erstens meinte ich mit „aufeinanderfolgender Addition“ die Anhäufung eines neuen Elementes pro (späterer) Zeiteinheit durch einen Prozess des temporalen Werdens. Wie wir sehen werden, versteht Oppy aufeinanderfolgende Addition zeitformlos [tenseless] oder sogar zeitlos. Zweitens: Ich stipuliere, dass alle Ereignisse in der temporalen Reihe, um die es geht, die gleiche Nicht-Null-Dauer haben. Als meine Begriffsbestimmung schrieb ich:

Unter ‚Ereignis‘ verstehe ich jegliche Veränderung, die sich innerhalb des Raumzeit-Universums ereignet. Da jegliche Veränderung Zeit braucht, gibt es keine instantanen Ereignisse. Auch könnte es kein unendlich langsames Ereignis geben, da ein solches ‚Ereignis‘ in Wirklichkeit ein Zustand ohne Veränderung wäre. Darum wird jegliches Ereignis eine endliche Nicht-Null-Dauer haben. Damit alle Ereignisse, die den temporalen Regress vergangener Ereignisse umfassen, von gleicher Dauer sind, stipulieren wir willkürlich ein Ereignis als unseren Standard, und, da wir als unseren Ausgangspunkt das gegenwärtige Standardereignis nehmen, betrachten wir jegliche Reihe solcher Standardereignisse gemäß der Relation früher als geordnet. Die Frage ist, ob diese Reihe von Ereignissen aus einer aktual unendlichen Anzahl von Ereignissen besteht oder nicht. [32]

Auch wenn die Zeit selbst die Struktur realer Zahlen hat und es kontinuierliche physikalische Prozesse gibt, wird die Reihe von Ereignissen, wie definiert, durch aufeinanderfolgende Addition gebildet werden. Wenn wir zum Beispiel die Menge der vergangenen Sekunden in der Geschichte des Universums nehmen, so ist eine solche Menge durch die aufeinanderfolgende Addition von Sekunden gebildet worden, auch wenn diese Sekunden selbst in unendlich viele Subintervalle aufgeteilt werden können.

Zwar denke ich immer noch, dass (2.1) offensichtlich genug ist, doch erkenne ich an, dass es für kraftvolle vermeintliche Gegenargumente anfällig ist, die als Antwort gewichtige unabhängige Argumentation für (2.1) erfordern. Denn (2.1) geht von einer Theorie der zeitförmigen [tensed] Zeit und der Realität des temporalen Werdens aus.

Als ich das kalam-kosmologische Argument schrieb, war ich mir nur vage der Theorien zeitformloser [tenseless] Zeit bewusst, habe sie aber nicht wirklich ernst genommen. Seit damals habe ich schätzen gelernt, dass Theoretiker der zeitformlosen [tenseless] Zeit wie Oppy selbst sehr wohl ernst genommen werden müssen. So habe ich zwei Bände der Verteidigung einer Theorie der zeitförmigen [tensed] Sicht der Zeit und der Objektivität des temporalen Werdens gewidmet. [33]

Zwar denke ich immer noch, dass zeitliches Werden so offensichtlich ist wie es nur sein kann; sogar noch offensichtlicher, als die für uns durch Sinneswahrnehmung gegebene Existenz der externen Welt, sodass jemand, der auf (2.1) in Unkenntnis der Theorien der zeitformlosen [tenseless] Zeit trifft, weitgehend darin gerechtfertigt ist, (2.1) ohne ein gewichtiges unabhängiges Argument zu akzeptieren. Nichtsdestotrotz erkenne ich an, dass eine beträchtliche Rechtfertigung gegenüber solchen aufgeboten werden muss, welche die zeitförmige Theorie der Zeit ablehnen und das geistesabhängige Werden verteidigen, um ihre dargebotene Widerlegung zu widerlegen.

Außerdem habe ich selbst an anderer Stelle argumentiert: Wenn zeitliches Werden ein objektives Merkmal der Realität sei, dann könne die Zeit nicht die Struktur realer Zahlen haben. [34] Denn temporales Werden würde den Ablauf konsekutiver zeitlicher Momente erfordern, die nicht existieren, wenn die Zeit kontinuierlich ist. Wenn also temporales Werden real ist, wovon das kalam-kosmologische Argument ausgeht, dann ist Oppys Sicht der Zeit als einer Zusammensetzung aus Augenblicken falsch. Da Oppy keinen anderen Einwand gegen (2.1) erhebt, hoffe ich, durch meine Arbeit, auf die ich oben verwiesen habe, seiner Forderung nach einer sehr gewichtigen unabhängigen Argumentation für (2.1) nachgekommen zu sein.

Einwände gegen (2.2)

Zur Unterstützung von (2.2) habe ich argumentiert, dass es, so wie es unmöglich ist, bis Unendlich zu zählen, genauso unmöglich ist, von Unendlich herunterzuzählen. Ich gehe davon aus, dass, wenn man die Realität des temporalen Werdens voraussetzt, die Unmöglichkeit bis Unendlich zu zählen, offensichtlich ist, da man eine potenziell unendliche Reihe nicht in eine aktual unendliche Reihe durch aufeinanderfolgende Addition endlicher Quantitäten verwandeln kann. Denn wenn man von einer endlichen Zahl n ausgeht, dann ist n+1 gleich einer endlichen Zahl. Daher hat À0 keinen unmittelbaren Vorgänger. Es ist nicht der Terminus der natürlichen Zahlenreihen, sondern steht sozusagen außerhalb davon und ist die Zahl aller Glieder in der Reihe. Obwohl wir uns eine aktual unendliche Reihe von Ereignissen vorstellen können, die auf einer zeitformlos [tenseless] existierenden unendlichen Reihe temporaler Intervalle abgebildet wird, und zwar derart, dass jedes konsekutive Ereignis mit einem einzigartigen konsekutiven Intervall korreliert, bleibt dennoch die Frage, ob eine solche Folge von Intervallen instanziiert werden kann, nicht zeitformlos, sondern ein Intervall nach dem anderen. Wie bereits festgestellt: Die Natur der aktualen Unendlichkeit selbst schließt dies aus.

Es ist darum überraschend, festzustellen, dass Oppy die Behauptung anficht, dass eine aktuale Unendlichkeit nicht dadurch gebildet werden kann, dass man an einem Punkt anfängt und nacheinander der Menge Glieder hinzufügt. Ich kann nicht umhin, anzunehmen, dass seine Gewohnheit, in zeitformlosen [tenseless] Kategorien zu denken, ihn hier irreführt. Beispielsweise ist man überrascht, dass Oppy durchgehend Verben ohne Zeitform verwendet, wenn er sich einen Menschen vorstellt, der durch den leeren Raum auf einem Pfad von steinernen Platten läuft, die so konstruiert sind, dass, wenn sein Fuß die letzte Platte berührt, eine weitere vor ihm erscheint: „Wenn der Mensch eine unendlich lange Zeit läuft – das heißt, wenn es für jede (natürliche Zahl) n eine Platte nth gibt, die der Mann überquert – ist es dennoch wahr, dass unendlich viele Platten überquert werden. Es gibt eine aktual unendliche Menge, die durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wird“. [35] Selbst wenn Oppy versucht, die Zeitform zu berücksichtigen, indem er kommentiert: „Craig wird dieser Art des Votums, dass unendlich viele Pflastersteine überquert werden, entgegensetzen: die Menge, die hier durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wird, sei bestenfalls ‚potenziell unendlich´“ [36], stellt ihm seine hartnäckige Gewohnheit, in zeitformlosen [tenseless] Begriffen zu denken, ein Bein. [37] Denn wenn temporales Werden real ist, dann wird niemals eine unendliche Anzahl von Pflastersteinen überquert werden: Die endlichen Reihen werden einfach für immer weitergehen. [38]

Was für ein verzweifelter Schachzug ist dann der Versuch, die Position des Theoretikers der zeitförmigen [tensed] Zeit zu widerlegen, indem er die Aufgabe des Menschen in eine Superaufgabe verwandelt, sodass die Pflastersteine in progressiv kürzeren Intervallen überquert werden: der erste in einer halben Minute, der zweite in einer viertel Minute, der dritte in einer Achtelminute usw., sodass am Ende einer Minute eine aktuale Unendlichkeit von Pflastersteinen aufeinanderfolgend überquert worden ist! Das ist eine Fantasie, die nicht ernst genommen werden sollte. Dass dies eine Fantasie ist, wird durch die Tatsache offenbar, dass in allen solchen Szenarios der finale Status bei w+1 mit den aufeinanderfolgenden Zuständen in der w Reihenfolge der Zustände kausal unverbunden ist. Da es keinen letzten Terminus in den w Reihen gibt, erscheint der Realitätszustand bei w+1 geheimnisvoll aus dem Nichts. Der Mensch (oder stattdessen ein springender Ball) kann nicht den Pflasterstein Nummer w+1 erreichen, ohne darauf von dem unmittelbar vorhergehenden Pflasterstein hinübergetreten zu sein. Die Absurdität solcher Superaufgaben unterstreicht die metaphysische Unmöglichkeit des Versuches, durch aufeinanderfolgende Addition eine potenzielle in eine aktuale Unendlichkeit zu verwandeln.

Oppy erwidert: „Aber natürlich, die Annahme, dass es einen unmittelbar vorhergehenden Augenblick geben muss, ist genau das, was Vertreter der Möglichkeit dieser Art von Superaufgabe leugnen: wenn die Zeit ein Kontinuum ist, dann gibt es keinen Augenblick, der einem bestimmten Augenblick unmittelbar vorausgeht.” [39] Hier erkennen wir wieder die Annahme, dass Zeit adäquat zeitformlos [tenseless], als isomorph zu einer Linie, behandelt werden kann, eine Annahme, die falsch ist, wenn temporales Werden real ist. Es ist kein Zufall, dass Anhänger von Superaufgaben dazu tendieren, Kämpfer für die zeitformlose [tenseless] Zeit zu sein. Ferner widerlegt deren schlichte Leugnung, dass es einen unmittelbar vorausgehenden Augenblick geben muss, kaum die Behauptung, dass, wenn man eine Reihe, die durchgehend durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wurde, voraussetzt, der Zustand eines physikalischen Objektes bei w+1 kausal mit einem unmittelbar vorausgehenden Zustand verbunden sein muss. Warum sonst ist eine Lampe, nach einer unendlichen Reihe aufeinanderfolgender Schaltungen bei w+1 an statt aus (oder aus statt an)?

Jedenfalls sind solche Superaufgaben nicht für das Argument, um das es hier geht, relevant, welches sich auf eine Menge von Ereignissen bezieht, die alle definitionsgemäß von gleicher Dauer sind. Natürlich geht es bei der aufeinanderfolgenden Bildung von Reihen vergangener Ereignisse nicht darum, an einem Punkt zu beginnen und niemals aufzuhören, sondern umgekehrt, nämlich, niemals zu beginnen, aber an einem Punkt aufzuhören. Dieser seltsame Fall erinnert an Zenons Teilungsparadoxon und wird in der These von Kants erster Antinomie der Zeit dargestellt, die ich beide als aufschlussreich empfand. Oppy hingegen ist beträchtlich weniger enthusiastisch: „Es gibt nichts an Zenos Teilungsparadoxon noch der ersten kantischen Antinomie“, so sagt er, was (2.2) unterstützt. [40]

Seltsamerweise sagt Oppy in seiner Diskussion der Dichotomie jedoch nichts, um das Paradoxon zu lösen. Er bietet lediglich die übliche mathematische Analyse der Distanz, die während der Zeit zu überbrücken ist; sie ist in Form von Doppelreihen progressiver kürzerer Intervalle beteiligt und konvergiert an einem Punkt bzw. in einem Augenblick, an dem Achilles vor seinem Wettlauf stillsteht. Vorausgesetzt, dass Achilles an dem Grenzpunkt bzw. in dem Augenblick stillsteht, „gibt es (natürlich) keinen ersten Augenblick, an dem Achilles in Bewegung ist, und keinen ersten Punkt, auf den er sich zubewegt, wenn er sich von dem Punkt fortbewegt, an dem er in Ruheposition ist.“ [41]  Zenon würde zustimmen! Oppy erklärt dann einfach: „Aber es wäre ein Fehler, anzunehmen, diese Überlegungen bewiesen, es könne keine Bewegung – oder keinen Zustandswechsel von der Ruhe zur Bewegung geben – wenn Raum und Zeit die Struktur realer Zahlen haben.” [42] Dies kommt der Entscheidung der Frage per Beschluss gleich. Wenn wir die aristotelische Analyse des räumlichen Intervalls als in potenziell unendlich viele Subintervalle teilbar, anstatt aus einer aktual unendlichen Anzahl von Subintervallen zusammengesetzt, verwerfen, und wenn wir Zeitform ernst nehmen, anstatt die Zeit als eine zeitformlos [tenseless] existierende Ausdehnung zu betrachten, dann ist es verteufelt schwer, zu erkennen, wie Achilles sich auch nur bewegen kann. Dies kann so sein, wie es mag: Im Falle einer unendlichen Vergangenheit war mein Argument, dass die zeitlichen Subintervalle, die durchquert werden, nicht zu einer Grenze hin konvergieren, sondern von gleicher Dauer sind, sodass die üblichen „Lösungen“ für das Dichotomie-Paradoxon irrelevant werden. Wie ein persistierendes Objekt durch eine aktual unendliche Zahl von, sagen wir, Stunden hindurch leben könnte, um in unserer gegenwärtigen Stunde anzukommen, bleibt rätselhaft.

Oppys Diskussion von Kants erster Antinomiethese bezüglich der Zeit ist sogar noch weniger angemessen. Die Frage, die in der These bezüglich der Zeit erhoben wird, lautet, inwiefern eine unendliche temporale Reihe durch sukzessive Synthes gebildet worden sein kann. Oppy stimmt zu, dass „die unendlichen Reihen 1,2,3 …n, … nicht durch aufeinanderfolgende Synthese vervollständigt werden können, wenn die Forderung laute, es solle ein letztes Glied der Reihe geben, das durch die Addition von Einheiten erreicht wird.“ [43] Doch dann macht er den bemerkenswerten Vorschlag:

Wenn wir genau dieselbe Reihe von Elementen in umgekehrter Reihenfolge betrachten, …n, …3,2,1, dann haben wir eine unendliche Reihe, die durch sukzessive Synthese vervollständigt wird. Jedes Glied der Reihe ist der Nachfolger des unmittelbar vorhergehenden Elementes – welches durch Subtraktion einer Einheit erreicht wird – und es gibt ein letztes Element. Wenn wir die Aussage, dass die Welt keinen Anfang in der Zeit hat, als die Aussage verstehen, dass die Reihe der Zustände der Welt in 1:1 Korrespondenz mit den Reihen …n, …3,2,1 steht, dann scheint die Hauptannahme von Kant (nämlich, dass es keine unendliche Reihe mit einem letzten Glied geben kann, in der jedes Glied der einzigartige Nachfolger eines anderen Gliedes ist) ein sehr grobes Ausweichen vor dem zur Debatte stehenden Hauptpunkt sein. [44]

Die vorgeschlagene mathematische Analogie ist eindeutig nicht auf die zeitförmige [tensed] Zeit anwendbar. Denn dass das gegenwärtige Ereignis durch die aufeinanderfolgende Subtraktion vorhergehender Ereignisse erreicht wurde, würde erfordern, dass die temporalen Reihen von Ereignissen zeitformlos [tenselessly] existieren und dennoch progressive Verminderung durch den anfangslosen Schwund der Ereignisse aus der früher als Richtung erleiden, bis die Vergangenheit völlig ausgelöscht worden ist und wir beim Ereignis der Gegenwart sind! Es reicht nicht aus, die Reihe vergangener Ereignisse in eine zeitformlose (tenseless) 1:1-Korrespondenz mit einigen Reihen von Zahlen zu setzen. Die Frage ist, wie die Reihen gebildet wurden, und Subtraktion ist eindeutig unpassend.

Nun sagt Oppy, es sei “ein sehr schlechter Einwand”, darauf zu bestehen, dass die sukzessive Synthese Addition und nicht Subtraktion erfordere, sodass Kants Argument schließlich doch gerechtfertigt wird. [45] Denn „,sukzessive Synthese‘ erfordert nicht mehr, als dass jede Zahl einer Reihe in einer ordnungsgeregelten Weise von dem vorhergehenden Glied der Reihe abgeleitet wird.“ [46]. Wiederum erkennen wir die Tendenz der Vertreter der zeitformlosen [tenseless] Theorie der Zeit, sich zeitförmigen [tensed] Vorstellungen aller Zeitformen und selbst der Temporalität zu entledigen. Verwurzelt in der langen Tradition des Kalam kann Kants erste Antinomie bezüglich der Zeit nicht angemessen verstanden werden, wenn wir nicht ihren Gebrauch nicht-ableitbarer zeitförmiger (tensed) Vorstellungen, insbesondere sukzessiver Synthesis, anerkennen.

Schließlich führt Oppy aus, wenn wir doch darauf bestehen, dass eine aktual unendliche Reihe mit einem letzten Glied nicht durch aufeinanderfolgende Addition - im Gegensatz durch Subtraktion - gebildet werden kann, dann stehe eine andere numerische Reihe als ein Gegenbeispiel zur Verfügung: …-n,…,-3, -2, -1. „In dieser Reihe erreicht man jedes Glied vom vorausgehenden Glied aus durch die Addition einer Einheit: Sukzessive Synthese, wenn es jemals so etwas gab.“ [47] Oppy liegt mit seiner Identifizierung der ordinalen Struktur der Reihe vergangener Ereignisse mit der Reihe negativer Zahlen, nämlich w*, richtig; aber es gibt unter den zeitlos existierenden Gliedern der negativen Zahlenreihe keine sukzessive Synthese. Kants Bedenken, wie die Reihe vergangener Ereignisse, welche die Ordinaltype w* hat, gebildet werden kann, indem man ein Glied nach dem andern hinzufügt, werden nicht einmal angesprochen, geschweige denn gelöst.

Die Bildung einer unendlichen Reihe vergangener Ereignisse durch aufeinanderfolgende Addition wäre so, als ob jemand alle negativen Zahlen rückwärts zählt und mit 0 in der Gegenwart endet. Dies ist zufällig einer der Problemfälle, die von Oppy diskutiert werden, sodass sich die Mühe lohnen wird, zu sehen, was er zu dieser Überschrift zu sagen hat. Der Hauptteil seiner Diskussion dreht sich jedoch um die Möglichkeit, vorwärts bis Unendlich zu zählen, eine Diskussion, die, wie wir gesehen haben, durch seine Annahme hinfällig wird, dass jemand, wenn er nicht aufhört zu zählen, dann bis Unendlich zähle. Wenn er schließlich zu dem Problem kommt, rückwärts von Unendlich zu zählen, ist Oppy ungewöhnlich konzessiv:

Selbst wenn etwas ganz Ähnliches wie vorwärts bis Unendlich zu zählen sich als unproblematisch herausstellt, bleibt es doch höchst zweifelhaft, dass etwas wie von Unendlich rückwärts zu zählen gleicherweise unproblematisch ist. Alle Arten von Einwänden, die in Verbindung mit dem Tristan-Shandy-Fall erhoben wurden, werden sich hier auch ergeben; wir werden eine detaillierte Prüfung der Sätze vom zureichenden Grund benötigen, um festzustellen, ob wir zulassen sollten, dass es möglich ist, dass es eine Kreatur gibt, die etwas ganz Ähnliches tut, wie rückwärts von Unendlich zu zählen. [48]

Da die sukzessive Synthesis einer unendlichen Vergangenheit nach Oppys eigener Analyse tatsächlich etwas beinhaltet, was dem Rückwärtszählen von Unendlich sehr ähnelt, ist es schwer, zu verstehen, warum er Kants Argument so abtut.

Lassen Sie uns Oppy Pfad dann weiter folgen, indem wir seine Antwort auf den Tristram Shandy Fall nachgehen, bei dem es um einen Mann geht, der seine Autobiografie so langsam schreibt, dass er ein ganzes Jahr dafür braucht, über die Ereignisse eines einzigen Tages zu berichten. Nehmen wir an, Tristram Shandy hat seit ewiger Vergangenheit in der Geschwindigkeit von einem Tag pro Jahr geschrieben. Robin Small hat gezeigt, wenn Tristram Shandy seit einer unendlichen Zahl von Jahren geschrieben hat, dann geht der jüngste Tag, über den er in seiner Biografie berichtet, ins Unendliche zurück, das heißt, auf einen Tag, der unendlich weit von der Gegenwart entfernt ist. [49]

Nirgendwo in der Vergangenheit in einem endlichen Abstand von der Gegenwart können wir einen aufgezeichneten Tag finden, denn bis jetzt liegt Tristram Shandy unendlich weit zurück. Die anfangslose unendliche Reihe von Tagen, von denen er berichtet hat, sind Tage, die in einer unendlich zeitlichen Entfernung von der Gegenwart liegen. Aber es ist unmöglich, das temporale Intervall von einem unendlich entfernten Ereignis zur Gegenwart zu durchschreiten, oder, akkurater ausgedrückt, dass ein Ereignis, das einst Gegenwart war, auf einen Punkt zurückzugeht, der zeitlich unendlich weit entfernt ist.

Oppy antwortet darauf mit der Warnung, dass wir durch die Hinzufügung weiterer Annahmen zu der Tristram-Shandy-Geschichte, wie bei jeder Geschichte, eine Inkonsistenz erzeugen können. Doch das trage nichts zum Nachweis bei, dass es für eine Reihe vergangener Ereignisse unmöglich ist, aktual unendlich zu sein. Es sei schlichtweg inkonsistent anzunehmen, behauptet er, dass Tristram Shandy gerade über irgendeinen speziellen vergangenen Tag schreibe und die Tage als aufeinanderfolgende Tage behandle. Ich bin über Oppys Antwort verblüfft, da Smalls Analyse nicht versuchte, zu identifizieren, welchen speziellen vergangenen Tag Tristram Shandy gegenwärtig beschreibt, sondern darauf zielte, lediglich zu zeigen, dass die Tage, über die er berichtet, in einer unendlichen Ferne von der Gegenwart liegen. Das ist kein Widerspruch in sich selbst. Die unendliche Vergangenheit muss in diesem Fall nicht den Ordnungstyp w*, sondern den Ordnungstyp w*+w* haben, den Ordnungstyp der Reihen . . . , -3, -2, -1, . . . , -3, -2, -1. Das Problem ist vielmehr, wie man von der ersten Reihe in die zweite mithilfe von aufeinanderfolgender Addition oder temporalen Werdens gelangt. Oppy beobachtet auch richtig, dass es das ganze Szenario sei, das unmöglich ist, wozu auch die Forderung gehöre, dass aufeinanderfolgende Tage aufgezeichnet werden sollen. [50] Doch angesichts der Tatsache, dass die Aufgabe, seine Autobiografie in der Geschwindigkeit von einem aufeinanderfolgenden Tag pro Jahr zu schreiben, offensichtlich kohärent erscheint, scheint es, dass die Schuld der Annahme gegeben werden muss, die Vergangenheit sei unendlich. Was aus dem Fall Tristram Shandy dann folgt, ist, dass eine unendliche Reihe von vergangenen Ereignissen absurd ist.

Doch nehmen wir an, eine solche unendliche Aufgabe könnte bis zum heutigen Tag beendet werden. Hier treffen wir auf ein Problem, das auch im Fall der Person auftritt, die behauptet, von Unendlich herabgezählt zu haben, und die nun zum Ende kommt: . . . , -3, -2, -1, 0. Wir könnten fragen, warum ist sie nicht gestern oder vorgestern oder vor einem Jahr zum Ende gekommen? Wenn die Person ihren Countdown bis heute beendet hätte, dann hätte sie ihn, angesichts der Tatsache, dass sie bereits unendliche Zeit hatte, die Aufgabe zu erfüllen, sicherlich auch bis gestern beendet haben können.

Oppys anfängliche Antwort auf diese Frage ist sehr seltsam. Er sagt, Tristram Shandys Schreiben habe (wie das Herunterzählen des Mannes) von ewiger Vergangenheit her immer an einem bestimmten Endpunkt T konvergiert. „Damit er seine Feder zu einem anderen Zeitpunkt T‘ niederlegt [oder aufhört zu zählen], hätte sein Schreiben [oder Zählen] zu diesem anderen Zeitpunkt konvergieren müssen.“ [51] Diese Antwort läuft auf nicht mehr hinaus als auf die Aussage, dass es schon immer wahr gewesen sei, dass die betreffende Person ihre Aufgabe zum Zeitpunkt T beendet, was eine Binsenweisheit ist. Aber warum wird sie zum Zeitpunkt T anstatt zum Zeitpunkt T´ zum Ende kommen? Oppy antwortet, es sei nicht eindeutig, dass dies eine ernsthafte Schwierigkeit darstelle; denn, so fragt er, warum solle man nicht annehmen, dass Tristram Shandys Beendigung seiner Aufgabe zu dem Zeitpunkt, an dem diese erfolgt, oder die Beendigung des Countdowns zu dem Zeitpunkt, an dem er erfolgt, lediglich „eine einfach so gegebene Eigenschaft des Szenarios ist, das heißt, eine Eigenschaft, die keine Erklärung hat?“ [52] Es sei immer so der Fall gewesen, dass er zu dem Zeitpunkt zu Ende kommt, an dem er zum Ende kommt, aber warum der Mann gerade dann zum Ende kommt, wann er es tut, anstatt zu irgendeinem anderen Zeitpunkt, sei einfach unerklärlich.

Es der Unerklärlichkeit anzulasten, mag jedoch, insbesondere angesichts der beachtlichen Rolle, die solche Argumentation in wissenschaftlichen kosmologischen Diskussionen spielt, unbefriedigend sein. Oppy rechtfertigt seine Unbekümmertheit damit, dass Sätze vom zureichenden Grund, die fordern, dass es eine Erklärung gibt, hochgradig umstritten sind. Oppy präsentiert an anderer Stelle Einwände gegen verschiedene Versionen des Satzes vom zureichenden Grund, wie zum Beispiel der Unmöglichkeit, eine Erklärung für das zu liefern, was als die „große kontingente konjunktive Tatsache“ (gkkT) bezeichnet wurde, welche die Konjunktion aller kontingenter Fakten darstellt, die es gibt, oder für libertäre freie Entscheidungen. [53]

Das Problem bei dieser Art von Rechtfertigung ist jedoch ein zweifaches: Erstens, plausible Verteidigungen des Satzes vom zureichenden Grund können geliefert werden. [54] Oppy hält es für eine „delikate Angelegenheit, einen Satz vom zureichenden Grund zu entdecken, der sowohl stark genug ist, um die erwünschte Schlussfolgerung zu ergeben und bei dem dennoch nicht die offensichtliche Notwendigkeit besteht, ihn durch ein zusätzliches Argument zu unterstützen.“ [55] Dennoch denkt er selbst, es sei „sehr plausibel“, dass es akzeptable Beispiele folgenden Schemas für einen Satz vom zureichenden Grund gibt:

O (für jedes FG der Art K, gibt es ein F¢G¢, das teilweise erklärt, warum die GFs statt die möglichen Alternativen Q gelten),

wo O ein Operator wie „notwendig“ oder „a priori erkennbar“ usw. bedeutet. G ist eine ontologische Kategorie, wie beispielsweise eine Proposition, ein Zustand usw. F ist eine Einschränkung, wie beispielsweise wahr, kontingent usw., und Q ist ein Quantifikator wie „irgendwelche“, „jede“ usw. [56] Doch Oppy denkt, dass es überhaupt nicht klar sei, dass es akzeptable Beispiele für dieses Schema gäbe, die dafür verwendet werden können, Szenarios, wie rückwärts von Unendlich herunterzuzählen, auszuschließen. Obwohl ich nicht sicher bin, was Oppy mit „GFs“ meint, scheint der folgende Satz ein Beispiel für sein Schema zu sein:

Notwendigerweise gibt es für jeden kontingenten Zustand, der konkrete Objekte beinhaltet, einen kontingenten Zustand, der teilweise erklärt, warum dieser Zustand und nicht irgendein anderer zutrifft.

Ein solcher Satz würde erfordern, dass es irgendeine teilweise Erklärung dafür gibt, warum der Mann seinen Countdown heute, anstatt zu irgendeinem anderen Zeitpunkt beendet. Aber, wie wir gesehen haben, kann nicht einmal eine Teil-Erklärung dafür gegeben werden, warum er ihn dann beendet, wann er es tut; denn egal, wie wir auch solche Faktoren wie die Geschwindigkeit des Zählens variieren: Sie werden doch unabhängig von der Zeit, in der er zum Ende kommt, immer dieselben sein und somit nicht einmal eine Teil-Erklärung dafür liefern, warum er gerade heute zum Ende kommt. Warum ist also dieses Beispiel des Schemas nicht akzeptabel?

Zweitens, und dies trifft mehr den Punkt: Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass die Forderung nach einer Erklärung im vorliegenden Fall die Formulierung und Verteidigung eines allgemeinen Satzes vom zureichenden Grund für deren Akzeptanz oder Plausibilität verlangt. In der Tat, jeglicher Satz dieser Art eignet sich dazu, induktiv dadurch auf seine Adäquatheit geprüft zu werden, ob Fälle wie dieser plausible Gegenbeispiele darstellen. Die Ausnahmen, die Oppy anbietet, wie beispielsweise die Unerklärbarkeit der gkkT und libertärer Entscheidungen, sind für den vorliegenden Fall einfach irrelevant, denn die gkkT steht nicht in Gefahr, noch kann eine Person, die von Ewigkeit her mit konstanter Geschwindigkeit herabzählt, willkürlich wählen, wann sie ihren Countdown beendet. In dem zur Diskussion stehenden Fall haben wir einen guten Grund für die Annahme, dass der Mann seinen Countdown früher beendet haben sollte, als er es tut. Er hat nämlich bereits unendlich viel Zeit gehabt, um seine Arbeit zu erledigen. [57] Wenn wir leugnen, dass unendliche Zeit ausreicht, um die Aufgabe zu erfüllen, dann werden wir uns fragen, warum er heute und nicht morgen oder übermorgen oder tatsächlich zu irgendeinem Zeitpunkt in der potenziell unendlichen Zukunft zum Ende kommt. Es ist nicht unvernünftig, eine Art von Erklärung dafür zu fordern, warum er, wenn er heute zum Ende kommt, es nicht bereits schon gestern getan hat. Im Gegensatz dazu kann ein solches Rätsel nicht auftauchen, wenn ein solcher Countdown metaphysisch unmöglich ist. Aber es besteht eindeutig keine metaphysische Unmöglichkeit, die ganze Zeit zurückzuzählen, es sei denn die Zeit ist in der Vergangenheit ewig. Es folgt daraus, dass die Vergangenheit nicht unendlich sein kann.

Ein anderer Problemfall, der sich in Verbindung mit (2.2) erhebt, ist der, den Oppy als al-Ghazalis Problem bezeichnet. Der große Mutakallim geht von der Vorstellung aus, was wäre, wenn unser Solarsystem seit ewiger Vergangenheit existiert. Dabei sind die Umlaufbahnen der Planeten so koordiniert, dass bei jedem Umlauf des Saturns Jupiter 2 ½-mal so viele Umläufe vollzieht. Wenn sie seit Ewigkeit rotierten, so fragt Ghazali, welcher Planet hat dann die meisten Umlaufbahnen durchlaufen?

Die korrekte mathematische Antwort lautet, dass sie genau dieselbe Anzahl von Umlaufbahnen durchlaufen haben. Aber dies scheint absurd, denn je länger sie rotieren, desto größer wird die Ungleichheit zwischen ihnen. Dadurch nähern sie sich zunehmend einer Grenze, an der Jupiter unendlich weit hinter Saturn zurückliegt. Doch da sie nun aktual unendlich sind, ist die Anzahl ihrer jeweiligen durchlaufenen Umlaufbahnen irgendwie magisch identisch. Tatsächlich werden sie seit ewiger Vergangenheit die Unendlichkeit „erlangt“ haben: Die Zahl der vervollständigten Umlaufbahnen ist immer dieselbe.

Oppys Diskussion von al-Ghazalis Problem bringt das Problem nicht in den Zusammenhang, wie ich ihn verstehe. Der Grund ist: Oppy, der das Problem zeitformlos [tenselessly] auslegt, versteht die Kernaussage so, als bestünde ein logischer Widerspruch in Bezug auf die Anzahl der durchlaufenen Bahnen. Somit verwendet er den meisten Raum darauf, zu argumentieren, dass, wenn man von Cantorianischen Annahmen ausgeht, es keinen eindeutigen Sinn gibt, in dem die Anzahl der Umlaufbahnen sowohl dieselbe ist als auch nicht. [58] Temporales Werden, das den Kern des Rätsels bildet, wird völlig außer Betracht gelassen. Je länger die Planeten rotieren, desto mehr divergiert die Anzahl ihrer jeweiligen Umlaufbahnen; doch nachdem sie nun unendlich oft ihre Umlaufbahnen gezogen sind, sind diese nun numerisch identisch, was absurd erscheint.

Aus all diesen Gründen ist die Bildung einer aktualen Unendlichkeit durch aufeinanderfolgende Addition eine bekanntermaßen schwierige Vorstellung, sogar noch schwieriger, als die statische Existenz einer aktualen Unendlichkeit. Philosophen gehen mit den Problemfällen, die Oppy diskutiert, typischerweise nur so um, dass sie Zeit als zeitformlos [tenselessly] behandeln. Wenn wir, wie dieses zweite unterstützende Argument, die Zeitförmigkeit der Zeit ernst nehmen [59], dann ist es tatsächlich sehr schwer, zu erkennen, wie die Reihe vergangener Ereignisse aktual unendlich sein kann. Auch wenn also die beiden metaphysischen Argumente zugunsten der zweiten Prämisse des kalam-kosmologischen Arguments nicht Oppys Maßstab für ein rational zwingendes Argument nahekommen mögen, sind sie doch – solange Gegenargumente für die Unendlichkeit der Vergangenheit fehlen –, stark genug, um die Überzeugung zu rechtfertigen, dass das Universum zu existieren begann. [60]

Drittes unterstützendes Argument

Wir kommen nun zu dem ersten physikalischen unterstützenden Argument für (1.2): den Indizien für die Ausdehnung des Universums. Richtig weist Oppy darauf hin: Während nicht-initiale Stadien des sich ausdehnenden Universums gut von gegenwärtigen kosmologischen Modellen beschrieben werden, fehlt uns immer noch die Verbindung zwischen der Allgemeinen Relativität und der Quantenmechanik, die für eine Beschreibung der frühesten Stadien des Universums erforderlich ist. Es ehrt Oppy, dass er anerkennt, dass eine solche Beschreibung keine notwendige Bedingung dafür ist, gute wissenschaftliche Gründe für die Annahme zu haben, dass das Universum zu existieren begann. Die Geschichte der Kosmogenie des 20. Jahrhunderts besteht in gewissem Sinne aus einer Reihe gescheiterter Versuche, akzeptable Nicht-Standardmodelle des sich ausdehnenden Universum derart zu entwerfen, dass der durch das Standardmodell vorhergesagte absolute Anfang vermieden wird. Diese Parade von Misserfolgen kann für einen Laien verwirrend sein und ihn irrtümlicherweise zu der Annahme verleiten, das Gebiet der Kosmologie befände sich ständig in Fluss, da neue Theorien des Universums beständig kommen und gehen, ohne dass es gesicherte Ergebnisse gibt. Genau genommen hat sich jedoch die Voraussage eines absoluten Anfangs durch das Standardmodell ein Jahrhundert hindurch, in dem erstaunliche Fortschritte in theoretischer und beobachtbarer Kosmologie erzielt wurden, gehalten und dem Ansturm alternativer Theorien standgehalten. Mit jedem neuen Scheitern alternativer Kosmogenietheorien, die versuchten, den vom Standardmodell vorhergesagten absoluten Anfang des Universums zu vermeiden, hat sich diese Voraussage mehr erhärtet.

Ein Wendepunkt bei den Modellarten scheint 2003 mit Arvind Bordes, Alan Guths und Alexander Vilenkins Formulierung eines Theorems erreicht worden zu sein. Dieses Theorem legt fest, dass jedes Universum, das sich in seiner vergangenen Geschichte im Durchschnitt in einem Zustand kosmischer Ausdehnung befunden hat, in der Vergangenheit nicht ewig sein kann, sondern eine Raumzeitgrenze haben muss. [61] Kein Universum, das diese Bedingung erfüllt, kann in die unendliche Vergangenheit extrapoliert werden. Theoretiker, die darauf aus waren, den absoluten Anfang des Universums zu vermeiden, konnten zuvor in der Periode vor der Planck-Zeit Zuflucht nehmen. Dies ist eine Ära, die man so wenig versteht, dass ein Kommentator sie mit den Gebieten auf den Karten alter Kartografen verglichen hat, welche mit der Aufschrift gekennzeichnet waren: „Hier wohnen die Drachen!“ – Sie konnte mit allerlei Hirngespinsten gefüllt werden. Doch das Borde-Guth-Vilenkin-Theorem hängt nicht von irgendeiner speziellen physikalischen Beschreibung des Universums vor der Planck-Zeit ab. Es beruht stattdessen auf täuschend einfacher physikalischer Begründung, die ungeachtet unserer Ungewissheit über diese Ära standhalten wird. Sie wischt mit einer Handbewegung die wichtigsten Versuche vom Tisch, den absoluten Anfang des Universums zu vermeiden; insbesondere die Hypothese eines ewigen inflationären Multiversums und höherdimensionaler Branenkosmologien. Vilenkin nimmt kein Blatt vor dem Mund: „Man sagt, ein Argument sei das, was vernünftige Menschen überzeugt und ein Beweis das, was erforderlich sei, um selbst einen unvernünftigen Menschen zu überzeugen. Da der Beweis nun vorliegt, können Kosmologen sich nicht länger hinter der Möglichkeit eines Universums verstecken, das in der Vergangenheit ewig ist. Es gibt kein Entrinnen: Sie müssen sich dem Problem eines kosmischen Anfangs stellen.“ [62] Das Borde-Guth-Vilenkin Theorem wird nun weitgehend von Kosmologen anerkannt. Infolge dessen sind Theoretiker, die den Anfang des Universums vermeiden, gezwungen, die einzige Annahme dieses Theorems zu leugnen, nämlich, dass die Geschichte des Universums die einer kosmischen Expansion gewesen ist. Auch wenn spekulative Modelle des Universums aufgrund der Annahme entworfen wurden, dass diese Bedingung nicht erfüllt ist, treffen solche Modelle auf enorme Schwierigkeiten, sowohl in der Beobachtung als auch in der Theorie.  [63]

Dennoch nennt Oppy vier Gründe, um „vorsichtig“ zu sein. Nun, die Ermahnung, vorsichtig zu sein, ist eine Ermahnung, der niemand widersprechen würde. Aber eine Untersuchung von Oppys vier Gründen legt nahe, dass er nicht vorsichtig ist, sondern vielmehr einen entschlossenen Versuch macht, die Richtung zu vermeiden, in welche die Indizien führen. Seine ersten beiden Begründungen betreffen die im Standardmodell gefundene initiale kosmologische Singularität. In Abhängigkeit von John Earmans Untersuchung der Singularitäten in allgemein relativistischen Raumzeiten [64] bemerkt Oppy: Ob die Raumzeitmessung durch eine initiale Singularität hindurch ausdehnbar sei, hänge von bestimmten mathematischen Bedingungen ab, die dieser Messung zugeordnet werden. Dies stellt jedoch kaum einen Grund für Vorsicht dar, da solche Bedingungen praktisch durchgängig von Physikern als Teil physikalisch sinnvoller Kosmogenie akzeptiert werden. Der Punkt, auf den Earman in seiner Diskussion hinaus will, ist der, nachzuweisen, dass „unter plausiblen Vorbehalten demgegenüber, was als eine physikalisch bedeutsame Ausdehnung gelten soll, es keine physikalisch bedeutsamen Ausdehnungen durch den Urknall des Standardmodells hindurch gibt.“  [65] Die Anwesenheit einer initialen kosmologischen Singularität wird unumstritten so betrachtet, dass sie die Ausdehnbarkeit der Raumzeit auf vorhergehende Zeiten ausschließt.

Zweitens, Oppy versucht aus folgender Bemerkung Earmans Kapital zu schlagen: „Selbst, wenn mein Argument erfolgreich ist, bleibt offen, dass es irgendeine mathematisch bedeutsame Ausdehnung gibt – die niedrigere Kontinuitäts- bzw. Differentiabilitätsbedingungen beinhaltet als solche, die für eine physikalisch bedeutsame Ausdehnung erforderlich sind – und dass Gott oder irgendein anderer metaphysischer Grund in dieser mathematischen Zeit operiert.“[66] Earman nimmt diesen Gedanken nicht ernst, [67] aber Oppy unterstellt, dass die Hypothese, Gott operiere in einer vorausgehenden metaphysischen Zeit, um das Universum zu erschaffen, Raum für den Gedanken ließe, dass es irgendeinen anderen Grund für das Universum gibt, der „Teil eines unendlichen Regresses kontingenter Ursachen sei.“ [68] Dann würde nichts an der empirischen Evidenz für einen singulären Anfang der Raumzeit die Behauptung ausschließen, dass es einen unendlichen Regress vorheriger kontingenter Ursachen gäbe. Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung, worüber Oppy hier spricht. Eine solche rein mathematische Ausdehnung ist physikalisch unmöglich, sodass die Entitäten dieses vorherigen Regimes vermutlich abstrakte Objekte sind, die schon aufgrund ihrer Natur nicht in kausalen Reihen stehen können. Jedenfalls ist Oppys Postulierung eines früheren Regimes temporal geordneter kontingenter Ursachen eine Übung in Metaphysik, und an diesem Punkt auf Metaphysik abzuschwenken, bedeutet einfach, zuzugeben, dass die wissenschaftliche Beweislage (1.2) unterstützt.

Letztendlich ist Oppys eigentlicher Punkt, warum er diese exotischen Möglichkeiten erwähnt, der, zu sagen, dass wir angesichts solcher Möglichkeiten „weit davon entfernt sind, guten Grund zu haben” anzunehmen, dass Quantengravitationsersetzungen des Standardmodells einen absoluten Anfang des physikalischen Universums oder zumindest des kontingenten Universums darstellen werden. Diese Schlussfolgerung ist in vielerlei Hinsicht verworren: Erstens: Jegliche Hypothesen darüber, welche Quantengravitationsmodelle in eine unendliche Vergangenheit ausgedehnt werden können, haben absolut nichts mit den zwei Möglichkeiten zu tun, die von Oppy erwähnt werden. Tatsächlich haben Quantengravitationsmodelle nicht-singuläre Anfänge. Somit steht der Versuch außer Frage, die Raumzeitmetrik durch eine Singularität hindurch auszudehnen. Zweitens: Der Gedanke, dass das physikalische Universum einen absoluten Anfang haben mag, aber das kontingente Universum (vermutlich jene Reihe kontingenter Ursachen, die der Singularität vorausgehen) keine Unterscheidung macht, die der physikalischen Kosmologie fremd wäre, und darum keine Rolle in der Quantenkosmologie spielt. Jegliche Spekulation dieser Art ist metaphysisch. Drittens: Die meisten Modelle der drei Hauptforschungsprogramme, die heutzutage in der Quantengravitation verfolgt werden – die Stringtheorie, die Schleifenquantumtheorie, und semi-klassische Ansätze, wie die Hartle-Hawking und Vilenkin-Modelle – sind nicht ewig in der Vergangenheit, sondern beinhalten, genauso wie das Standardmodell, einen absoluten Anfang des Universums. Schließlich noch viertens – das Borde-Guth-Vilenkin Theorem gibt uns, wie wir gesehen haben, guten Grund für die Annahme, dass haltbare Quantengravitationsersetzungen des Standardmodells nicht in der Vergangenheit ewig sein werden.

Den dritten Grund, den Oppy dafür liefert, Vorsicht zu üben, ist der, dass es „in den Standardurknallmodellen für jeden Zeitpunkt t einen früheren Zeitpunkt t´ gibt und der Zustand des Universums zum Zeitpunkt t´ eine kausale Determinante für den Zustand des Universums zum Zeitpunkt t ist. Somit stelle sich heraus, dass es selbst in den Standardmodellen des Urknalls keinen ‚absoluten Anfang‘ des physikalischen Universums gäbe.“ [69] Der springende Punkt sei der, da die Raumzeitmetrik nicht bis auf t=0 ausgedehnt werden kann, dass dem Universum ein Anfangspunkt fehle. Daher habe das Universum, trotz seiner temporalen Endlichkeit in der Vergangenheit, nicht begonnen zu existieren. [ 70]

Die grundlegende Schwäche dieses Einwandes ist seine Annahme, dass, einen Anfang zu haben, beinhaltet, einen Anfangspunkt zu haben. Dies ist genaugenommen nicht die Art und Weise, wie die Redewendung „beginnt zu existieren“ typischerweise verstanden wird. Denn einerseits verpflichtet uns die vorgeschlagene Definition der Realität von Punkten, was den Ausdruck „beginnt zu existieren“ mit Sicherheit mit unbeabsichtigten ontologischen Verpflichtungen überfrachtet. Ferner straft die Verwendung des Ausdruckes in der astrophysischen Kosmogenie der angenommenen Schlussfolgerung Lügen. Zeitgenössische Kosmologen „schneiden“ die initiale kosmologische Singularität häufig als einen rein ideal gedachten Punkt auf der Raumzeitgrenze „heraus“, sodass das Universum keinen Anfangspunkt für seine Existenz hat. Deshalb nehmen sie aber nicht an, dass das Universum nicht länger zu existieren beginnt oder dass das Geheimnis des Ursprungs des Universums hierdurch gelöst worden sei. Vielmehr ist der Hauptgedanke, um den es beim Vorhandensein eines Anfangs geht, der einer metrischen Endlichkeit der Vergangenheit. Man kann sagen, dass die Zeit zu existieren begann – nur im Falle, dass es irgendein endliches Nicht-Null Zeitintervall gibt, das man aufgreift, es gibt nur eine endliche Anzahl kongruenter Intervalle, die früher sind als dieses. Oder alternativ: Zeit beginnt zu existieren. Einfach im Falle eines spezifizierten Nicht-Null endlichen Zeitintervalls gibt es keine kongruenten Intervalle, die früher liegen. Bei beiden Erklärungen beinhaltet der Beginn der Existenz jedoch nicht einen Anfangspunkt.  [71] Oppys dritte Sorge muss uns also nicht beunruhigen.

Oppys vierter Grund zur Vorsicht lautet: Wenn wir, wie es richtig erscheint, zugeben, dass das physikalische Universum in der Vergangenheit endlich ist und in diesem Sinne “zu existieren beginnt”, dann lautet die Frage, ob die erste Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes bei dieser Interpretation von “beginnt zu existieren” wahr ist. Ist es wahr, dass alles mit einer endlichen Vergangenheit eine Ursache hat? Da Oppy nur wenig Vertrauen in seine vorhergehenden Bedenken hat, stimmt er nun zu, dass das physikalische Universum vermutlich in der Vergangenheit endlich ist, aber nimmt an, dass das Universum unverursacht ins Dasein gekommen sein könnte.

Wie kommt er zu dieser Annahme? Oppy erklärt später, wenn wir Grünbaums Erklärung zu dem Satz „Objekt x beginnt zu einem Zeitpunkt t zu existieren” übernehmen, dann liegt das kalam-kosmologische Argument „in Scherben.“ [72] Der Mutakallim wird von dieser Schlussfolgerung jedoch unbeeindruckt bleiben, da Grünbaums Erklärung offensichtlich inadäquat, um nicht zu sagen irrelevant ist. Denn laut Grünbaum beginnt x zum Zeitpunkt t zu nur dann zu existieren, wenn (i) zum Zeitpunkt t existiert, (ii) wenn es Zeiten gibt, die t vorausgehen, und (iii) wenn es keinen Zeitpunkt vor t gibt, zu dem x existiert. Dies würde per definitionem ausschließen, dass Zeit zu existieren begann, eine negative Konklusion, die der physikalischen Kosmogenie widerspricht und die auf keinen Fall einfach per definitionem beschlossen werden sollte.

Oppy argumentiert, dass bei meiner eigenen Erklärung von “x beginnt zum Zeitpunkt t zu existieren” das bedrängte kalam-kosmologische Argument immer „noch in Scherben liegt“ [73]– das heißt, wenn wir davon ausgehen, dass ein Objekt zu existieren beginnt, wenn und nur wenn, es irgendeine Zeit (das heißt, irgendeinen Zeitpunkt) gibt, zu der bzw. zu dem es zu existieren beginnt. Denn ich korrigiere Grünbaums Rechnung in der Art, dass „x beginnt bei t zu existieren“, nur in dem Fall (i), dass x zum Zeitpunkt t existiert (ii) und es keine Zeit vor t gibt, in der x existiert. Wenn wir t=0 keinen Realitätsgehalt beimessen, so bemerkt Oppy, dann beginnt das Universum deshalb nicht zu existieren. Aber natürlich verwerfe ich diese großzügige Annahme, dass „etwas beginnt zu existieren“ impliziert, es beginnt zum Zeitpunkt t zu existieren, zumindest, wenn t sich nur über Augenblicke erstreckt. Wenn t sich auch über Nicht-Null endliche Intervalle erstreckt, dann ist die Antwort sowohl angemessen als auch unproblematisch.  [74] Die Frage, die weiter unten aufgegriffen werden soll, lautet dann, ob die kausale Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes bei einem solchen Verständnis von „beginnt zu existieren“ plausibler wahr als falsch ist.

Kurz gesagt, Oppys Behandlung der wissenschaftlichen Indizien für den Anfang des Universums aus der Ausdehnung des Universums offenbart einen entschiedenen Skeptizismus. Er zieht skeptische Schlussfolgerungen aus Bedenken, welche die Gemeinschaft der heutigen Kosmologen nicht teilt. Er geht, im Gegensatz zum normalen und wissenschaftlichen Gebrauch des Ausdruckes, davon aus, dass, zu existieren beginnen, beinhaltet, einen Anfangspunkt zu haben. Obwohl er zugibt, dass das physikalische Universum vermutlich in der Vergangenheit endlich ist, ist er skeptisch, dass es einen Grund dafür geben muss, dass das Universum entstand. Kurzum, er liefert keine guten Gründe dafür, sich den Indizien der modernen Kosmologie für die zweite Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes entgegenzustellen.

Viertes unterstützendes Argument

Das zweite unterstützende wissenschaftliche Argument für den Beginn des Universums basiert auf den thermodynamischen Eigenschaften des Universums. In gewisser Hinsicht sind die Indizien der Thermodynamik noch eindrücklicher als die Indizien, die durch die Ausdehnung des Universums geliefert werden. Denn während eine korrekte physikalische Beschreibung des Universums vor der Planck-Zeit unbekannt bleibt und vielleicht immer bleiben wird und dadurch Raum für Spekulationen lässt, die darauf zielen, den durch die Expansion des Kosmos implizierten Beginn von Zeit und Raum zu vermeiden, sind die Sätze der Thermodynamik und deren Anwendung nicht von solcher Unsicherheit begleitet. In der Tat ist die Thermodynamik so gut etabliert, dass dieses Gebiet praktisch eine geschlossene Wissenschaft darstellt.  [75]

Bereits im 19. Jahrhundert erkannten Physiker, dass die Anwendung des Zweiten Satzes der Thermodynamik auf das Universum als Ganzes eine düstere eschatologische Schlussfolgerung implizierte: Unter der Voraussetzung hinreichender Zeit wird das Universum schließlich in einen Zustand des Äquilibriums gelangen und den „Hitzetod” erleiden. Aber diese offenbar feststehende Vorhersage warf eine noch viel tiefere Frage auf: Wenn also, hinreichend Zeit vorausgesetzt, das Universum den Hitzetod erleiden wird, warum befindet es sich dann, wenn es doch schon immer existierte, nicht jetzt in einem Zustand des Hitzetodes?

Die Ankunft der Relativitätstheorie und deren Anwendung auf die Kosmologie veränderte die Form des eschatologischen Szenarios, das auf der Grundlage des Zweiten Satzes vorausgesagt wurde, aber beeinflusste nicht substanziell die grundlegende Frage. Im Gegensatz zu ihren Vorläufern des 19. Jahrhunderts sind heutige Physiker dazu gelangt, die implizite Annahme infrage zu stellen, dass das Universum in der Vergangenheit ewig ist. P. C. W. Davies folgert: „Das Universum kann nicht für immer existiert haben. Wir wissen, es muss einen absoluten Anfang vor einer endlichen Zeit gegeben haben.“ [76]

Oppy fertigt die Indizien der Thermodynamik nur kurz ab. Das ist unglücklich, denn dieses Gebiet ruft weiterhin noch viel Diskussion in der zeitgenössischen Kosmologie hervor. Jüngste Entdeckungen liefern starke Indizien dafür, dass es effektiv eine positive kosmologische Konstante gibt, die verursacht, dass sich die kosmische Ausdehnung eher beschleunigt statt entschleunigt. Paradoxerweise entfernt sich das Universum mit fortschreitender Zeit immer weiter und weiter von einem Zustand des Äquilibriums, da das Volumen des Weltraums exponentiell zunimmt und mehr Raum für weitere Entropieerzeugung erlaubt. Doch die Beschleunigung beschleunigt nur den Zerfall des Kosmos in immer stärker isolierte Materieflecken, die nicht länger kausal mit ähnlich abgeschnittenen Resten des expandierenden Universums verbunden sind. Jeder dieser Flecken wiederum steht vor der thermodynamischen Auslöschung. Somit bleibt dieselbe pointierte Frage bestehen, die klassische Physiker erhoben: Wenn das Universum für immer existiert hat, warum befindet es sich dann nicht jetzt in einem kalten, dunklen, aufgelösten und leblosen Zustand?

Wenn wir die Endlichkeit der Vergangenheit und des Raumes postulieren, werden solche Probleme vermieden. Der Grund für den beobachteten Disäquilibrium-Zustand ist der, dass die Raumzeit vor einer endlichen Zeit einen absoluten Anfang in einer niedrigen Entropiebedingung nahm und sich nun auf dem Weg in zunehmende Unordnungszustände befindet.

Oppy weist die Indizien der Thermodynamik aus zwei Gründen von der Hand: (i) „thermodynamische Überlegungen können nur bestimmen, dass das physikalische Universum in der Vergangenheit endlich ist: Sie können nicht bestimmen, dass es keinen unendlichen Regress im kontingenten Universum gibt“; und (ii) „sie können auch nicht bestimmen, dass es einen initialen Zustand des Universums mit t=0 gab.“ [77] Diese Begründungen sind sehr schwach. In Bezug auf (i): Insofern Oppy eine Unterscheidung zwischen dem physikalischen Universum und dem kontingenten Universum trifft, führt er eine Unterscheidung ein, die für die astrophysikalische Kosmologie fremd, um nicht zu sagen, völlig mysteriös ist. Es gilt einfach, zuzugeben, dass die Indizien der Thermodynamik zeigen, dass das Universum in der Vergangenheit nicht ewig ist. Was (ii) betrifft, besteht weder Interesse noch Notwendigkeit daran, nachzuweisen, dass t=0 ein initialer Zustand des Universums war. Oppy gesteht implizit ein, dass thermodynamische Überlegungen wirklich nachweisen, dass das Universum, das in der Vergangenheit zu existieren begann, metrisch endlich ist, und so ist er gezwungen, anstelle der zweiten, die erste Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes zu verneinen.

Kurz gesagt, was immer wir auch von den metaphysischen Argumenten für die Endlichkeit der Reihe vergangener Ereignisse halten, wir haben gute wissenschaftliche Indizien für den Anfang des Universums. Natürlich ist wissenschaftliche Evidenz schon von ihrer Natur her immer vorläufig und somit niemals, wie Oppy es fordert, rational zwingend. Dennoch kann man nicht sagen, dass zeitgenössische Kosmologie keinen „guten Grund“ für die Annahme liefere, dass das Universum einen absoluten Anfang hatte.

Mir scheint darum, dass das Plädoyer für die entscheidende Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes wesentlich stärker ist, als Oppy uns glauben machen möchte. Kein Grund, geschweige denn ein guter Grund, wurde uns dafür gegeben, anzunehmen, dass das Universum in der Vergangenheit unendlich ist. Im Gegenteil, die Vorstellung von temporalen Reihen unendlicher Ereignisse in der Vergangenheit, die durch aufeinanderfolgende Addition gebildet wurden, ist zutiefst problematisch. Kosmische Physiker selbst fangen an, die Kraft dieser metaphysischen Probleme zu erkennen. [78]  Beispielsweise fragen Ellis, Kirchner und Stoeger: Kann es eine unendliche Menge real existierender Universen geben? Wir vermuten, dass auf der Grundlage bekannter philosophischer Argumente die Antwort NEIN lautet.“ [79] In ähnlicher Weise versichern sie, da sie feststellen, dass eine aktuale Unendlichkeit nicht konstruierbar und darum auch nicht aktualisierbar ist: „Das ist genau der Grund, warum eine realisierte vergangene Unendlichkeit in der Zeit von diesem Standpunkt aus nicht für möglich gehalten wird – denn sie beinhaltet eine unendliche Menge abgeschlossener Ereignisse oder Augenblicke.“ [80] Diese Bedenken stellen Untermauerungen für beide kalam-Argumente dar, die ich oben verteidigte. Ellis und seine Kollegen folgern: „Die Argumente gegen eine unendliche Vergangenheit sind stark – sie ist einfach in Bezug auf Ereignisse oder Zeitmomente nicht konstruierbar, außerdem ist sie konzeptuell indefinit." [81]
 

Argumente für die erste Prämisse

Wenn Oppys Skeptizismus in Bezug auf das kalam-kosmologische Argument also gerechtfertigt sein soll, muss er sich auf seine Kritik der ersten Prämisse stützen, dass alles, was zu existieren beginnt, eine Ursache hat. Die Wahrheit dieser Prämisse scheint mir auf der Hand zu liegen – zumindest mehr als deren Leugnung. Zunächst und allererst wurzelt sie in der metaphysischen Wahrnehmung, dass etwas nicht aus dem Nichts entstehen kann. Vorzuschlagen, dass Dinge einfach unverursacht aus dem Nichts ins Dasein springen könnten, bedeutet, ernsthafte Metaphysik aufzugeben und in einer Art Magie Zuflucht zu nehmen. Zweitens, wenn Dinge wirklich unverursacht aus dem Nichts entstehen könnten, dann wird es unerklärlich, warum nicht einfach irgendetwas oder alles unverursacht aus dem Nichts entsteht. Schlussendlich wird die erste Prämisse beständig in unserer Erfahrung bestätigt. Nicht-Theisten, die wissenschaftliche Naturalisten sind, haben somit die stärkste aller Motivationen, diese zu akzeptieren.

Empirische Unterstützung der ersten Prämisse

Oppys Skeptizismus erstreckt sich auch auf diese erste Prämisse. Zunächst stellt er infrage, was „beginnen zu existieren“ bedeutet. Ich verstehe es so, dass er hier beabsichtigt, die Diskussion des vierten Vorbehalts bezüglich der physikalischen Indizien für den Anfang des Universums wiederaufzugreifen. Dort, so erinnern wir uns, gestand Oppy ein, dass das Universum in dem Sinne zu existieren begann, als es in der Vergangenheit endlich ist, aber Zweifel daran ausdrückte, dass ein Universum, dass in diesem Sinne zu existieren begann, eine Ursache haben muss.

Indem er auf meine Erklärung von „x beginnt zum Zeitpunkt t” hinweist, stellt Oppy meine Behauptung infrage, dass wir starke empirische Unterstützung für die Prämisse (1.1) haben. Bemerkenswerterweise sagt er, die Antwort sei „eindeutig negativ“ [82] Wie rechtfertigt er dieses überraschende Urteil? Er erklärt: „In der Empirie treffen wir immer nur auf Objekte, deren Entstehung Zeiten vorausgehen, in denen diese Objekte nicht existierten. Nichts in der Empirie beruht auf der Frage der kausalen Antezedenten der Objekte, die zum Zeitpunkt t=0 zu existieren beginnen.“ [83]

Dieser Einwand auf die Indizienunterstützung von (1.1) ist in vielfacher Hinsicht verworren. Zunächst, wenn wir Oppys Richtung folgen, ersetzen wir (1.1) durch

1.1´. Alles, was zum Zeitpunkt t zu existieren beginnt, hat eine Ursache.

Dann wird das kalam-kosmologische Argument offensichtlich ungültig, denn ich leugne, dass „x beginnt zu existieren” bedeutet, „x beginnt zum Zeitpunkt t zu existieren“. Wenn wir versuchen, das Argument gültig zu machen, indem wir (1.2) ersetzen durch

1.2´. Das Universum begann zum Zeitpunkt t zu existieren,

dann ist (1.2´) plausiblerweise falsch, denn t=0 ist plausiblerweise höchstens ein Idealpunkt. Die Frage lautet vielmehr einfach, ob alles, was zu existieren beginnt, eine Ursache hat, und die Empirie unterstützt einstimmig diese Wahrheit. Wir erfahren niemals, dass Dinge ohne einen Grund im Dasein auftauchen. Oppy ist bereit, zuzugeben, dass das Universum in dem Sinne zu existieren begann, dass es in der Vergangenheit endlich ist. Unsere Erfahrung unterstützt ebenfalls einstimmig die Aussage, dass alles, was in der Vergangenheit endlich ist, eine Ursache hat.

Zweitens: Auf jeden Fall unterstützt die Empirie gewiss die Ansicht, wenn etwas zum Zeitpunkt t existiert und es keinen Zeitpunkt vor t gibt, zu dem das Ding existiert, dann hat das Ding eine Ursache. Meine Erklärung von „x beginnt zum Zeitpunkt t zu existieren“ lässt die Frage offen, ob es Zeiten vor t gab oder nicht. Denn nach allem, was wir von (1.1) wissen, kann es keine Zeiten gegeben haben, denen nicht andere Zeiten vorausgingen. Somit hat Oppy keinen Grund, zu leugnen, dass die Indizien die so verstandene Wahrheit von (1.1) unterstützen. Was das über den temporalen Zustand der Ursache des Universums impliziert, der von der Konjunktion (1.1) und (1.2) abgeleitet wird, ist eine Frage für weitere Diskussion.

Natürlich haben wir keine direkte Erfahrung von t=0, noch, was das anbelangt, von den meisten anderen Zeiten in der Geschichte des Universums. Aber wenn Oppy die Indizien für (1.1) widerlegen will, muss er irgendeinen Grund für die Annahme liefern, dass der Unterschied zwischen jenen Zeiten und den Zeiten, die wir erfahren, nicht lediglich in einem zufälligen Merkmal jener Zeiten besteht, welches also nichts damit zu tun hat, dass zu diesen Zeiten Dinge unverursacht im Dasein auftauchen können; bzw., er müsste begründen, ob ein Unterschied besteht, der diesen Zeiten irgendwie einen solchen Charakter verleiht, dass zu diesen, aber zu keinen anderen Zeiten, Dinge ohne Ursache entstehen können. Oppy hat nichts gesagt, um es plausibel oder auch nur glaubwürdig zu machen, dass t=0 sich diesbezüglich essenziell von anderen Zeiten unterscheidet. Daher liegt Oppy falsch, wenn er folgert, dass die empirische Unterstützung für (1.1) „extrem schwach“ sei. [84]

Offensichtlichkeit der ersten Prämisse

Oppy richtet sein kritisches Auge dann auf meine Behauptung, die Wahrheit von (1.1) läge auf der Hand. Zunächst wendet Oppy ein, wenn Vorstellbarkeit ein guter Führer zur metaphysischen Möglichkeit sei, dann schiene die Möglichkeit nicht verneinbar, dass ein Universum ohne einen Grund existieren kann. Er antwortet jedoch nicht auf meinen (oder in Wirklichkeit Anscombes) Punkt in dem kalam-kosmologischen Argument, dass zwischen der reinen Möglichkeit, sich etwas auszudenken, und Vorstellbarkeit ein Unterschied besteht. [85] Ich sollte sagen, dass die Vorstellung von einem Universum, das ohne einen Grund ins Dasein auftaucht, reine Imagination ist. Aber beachten Sie hier, dass ich wieder davon ausgehe, dass das Universum, als es zu existieren begann, buchstäblich ins Dasein kam. Ich vermute, dass Oppy, wie gewisse andere Vertreter der zeitformlosen [tenseless] Theorie der Zeit, die gegen (1.1) Einwand erhoben haben, die Vorstellung eines unverursachten Anfangs unproblematisch findet. Denn, angesichts ihrer Überzeugungen bezüglich der Geistesabhängigkeit des Werdens, die im Hintergrund stehen, beinhaltet, dass etwas zu existieren beginnt, nicht, dass etwas ins Dasein kommt, sondern lediglich, dass es endliche, zeitformlose Ausdehnung in die früher als Richtung besitzt. Dies erklärt vielleicht auch, warum Oppy davon ausgeht, dass etwas, was insofern zu existieren beginnt, als es in der Vergangenheit endlich ist, keine Ursache für seinen Daseinsanfang haben muss.

Zweitens: Obwohl Oppy denkt, es gelte, „schwierige Fragen“ über die Bedeutung von „Ursache” in (1.1) zu stellen,  [86] zeigt sich, dass seine eigentliche Sorge dem gilt, was mit einem „Ding“ gemeint ist. Wenn wir Dinge als individuelle Besonderheiten und Ähnliches verstehen, so sagt er, dann „ist es wert, die Frage zu stellen“, warum wir davon ausgehen sollten, dass (1.1) glaubwürdig sei, wenn ausführlichere Sätze vom zureichenden Grund es nicht sind. [87] Ich habe schon bereits drei Gründe dafür gegeben, warum (1.1) glaubwürdig sei, und Oppy hat Gründe dafür gegeben, ausführlichere Sätze vom zureichenden Grund infrage zu stellen. Die Gegenbeispiele für die ausführlicheren Sätze sind nicht Gegenbeispiele zu der bescheideneren Prämisse (1.1). Obwohl wir erst recht von den stärkeren Sätzen zu (1.1) hin argumentieren könnten, gibt es keinen Grund für die Annahme, dass die Falschheit der anspruchsvolleren Sätze die Falschheit der vorsichtigeren (1.1) impliziert. Oppy wendet ein, dass die Gründe, die ich dafür liefere, (1.1) zu glauben, genauso stark die ausführlicheren Sätze unterstützten, sodass, wenn die Gründe es nicht schafften, diese Sätze glaubwürdig zu machen, sie es auch nicht schaffen, (1.1) glaubwürdig zu machen. Ich denke jedoch, es liegt auf der Hand, dass die Gründe, die ich für die Annahme von (1.1) liefere, nicht gleich starke Gründe für die Annahme sind, dass, beispielsweise, die gkkT eine Erklärung hat oder dass der Zustand, dass ich frei wähle, eine bestimmte Handlung durchzuführen, eine Erklärung hat. Es wäre unverantwortlich davon abzuleiten, dass konkrete Objekte unverursacht ins Dasein auftauchen können, weil diese Zustände keinerlei Erklärung haben.

Drittens: Oppy stellt sich ein Szenario vor, gemäß dem es verschiedene Produkte eines indeterministischen Partikelzerfalls geben könnte. Während eindeutig ist, dass es für diese Produkte eine materielle Ursache gäbe, läge es nicht auf der Hand, so meint er, dass sie eine effiziente Ursache hätten. Oppy behauptet nicht, es sei offensichtlich, dass solche Produkte keine effiziente Ursache haben (vielleicht gibt es indeterministisch wirkende effiziente Ursachen). Dennoch denkt er, dass wir „sehr viel mehr über die Analyse effizienter Verursachung“ erfahren müssen,  [88] bevor wir der Behauptung zustimmen können, alles, was zu existieren beginnt, hat eine effiziente Ursache für seine Entstehung. Wo eine solche Analyse fehle, sei es „nicht im Geringsten offensichtlich“, dass alles, was zu existieren beginnt, eine effiziente Ursache für seine Entstehung hat.  [89]

Ich selbst halte es für viel offensichtlicher, dass (1.1) wahr ist, als dass Oppys Szenario ein solides Gegenbeispiel darstellt. Mir scheint, dass das Partikel, das zerfällt, eine indeterministische effiziente Ursache für die Zerfallsprodukte ist. Ich wage sogar zu sagen: Während man effiziente Verursachung ohne materielle Verursachung haben kann, wie beispielsweise bei geistigen Akten der Schöpfung, ist es unmöglich, materielle Verursachung ohne effiziente Verursachung zu haben, da das Ding, das ursprünglich aus der Materie besteht, eine effiziente Ursache des Effektes ist. Sei es, wie es mag – wenn man Oppys Einwand als zwingend empfindet, ließe er sich dadurch vermeiden, dass man das in (1.1) genannte kausale Prinzip durch eine weniger anspruchsvolle Prämisse ersetzt:

1.1.´´ Wenn das Universum zu existieren begann, dann hat das Universum eine Ursache.

In diesem Fall wäre Oppys Gegenbeispiel irrelevant und eine effiziente Ursache für das Universum wäre erforderlich, wenn wir unter „Ursache” „effiziente Ursache“ verstünden. Tatsächlich jedoch sagt (1.1) nicht aus, dass die Ursache für etwas, was zu existieren beginnt, eine effiziente Ursache ist. Denn soweit wir wissen, könnte sie entweder eine effiziente oder eine materielle Ursache sein. Erst mit der Schlussfolgerung des Argumentes wird der Mutakallim argumentieren, dass die Ursache des Universums gerade aufgrund ihrer Natur ein immaterielles Wesen sein muss, da es die gesamte physikalische Realität erschuf. Oppy nimmt von diesem Punkt in einer Fußnote Kenntnis, aber wendet ein, wenn die „Ursache“ in (1.2) „entweder eine effiziente oder eine materielle Ursache“ bedeute, dann „könne man nicht auf der Grundlage dieser Prämisse für die Existenz eines immateriellen Gottes argumentieren.“ [90] Diese Beimischung theologischer Bedenken ist nicht nur für die Offensichtlichkeit oder Wahrheit der Prämisse irrelevant, sondern sie ist auch verquer, denn die Argumentation für die Materielosigkeit der Ersten Ursache erfolgt nicht auf der Basis von (1.1), da viele effiziente Ursachen materiell sind. Vielmehr ist es auf der Grundlage einer konzeptuellen Analyse der „Ursache des Universums“ möglich, viele der bedeutsamen Eigenschaften der Ersten Ursache abzuleiten, auf die man in der Schlussfolgerung des Argumentes gekommen ist, einschließlich ihrer Materielosigkeit. [91] Oppy bemerkt: Wenn man lediglich die Schlussfolgerung zieht, dass es entweder eine effiziente oder eine materielle Ursache für das Universum gibt, dann bräuchte man weitere unterstützende Argumente, um zu der Behauptung zu gelangen, dass das Universum eine effiziente Ursache hat. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn man davon ausgeht, dass materielle Verursachung ohne effiziente Verursachung existieren kann. Aber wenn sie es kann, dann wird ein einfacher disjunktiver Syllogismus genügen, da das Universum keine materielle Ursache haben kann. Was auf jeden Fall nicht unbemerkt bleiben sollte, ist, dass Oppy still seine Behauptung fallen gelassen hat, dass die kausale Prämisse, so verstanden, nicht offensichtlich wahr sei. Das bringt Oppy in die unbequeme Lage, nun zumindest stillschweigend zugegeben zu haben, dass die zweite Prämisse des kalam-kosmologischen Argumentes vermutlich wahr ist und seine erste Prämisse offensichtlich wahr.

Die obige Erwiderung beantwortet Oppys dritten Einwand. Aber ich denke, dass sich hier über Oppys Behauptung etwas mehr sagen lässt. Oppys Strategie durch sein gesamtes Buch hindurch scheint die zu sein, so viele philosophische Rätsel wie möglich aufzuwerfen, sodass der Skeptiker in den unbeantworteten Fragen Zuflucht nehmen kann. Allein am Ende dieses Kapitels über das kosmologische Argument hat Oppy nicht weniger als sechs Seiten von Fragen, die in der Analyse des kosmologischen Argumentes beantwortet werden müssen, einschließlich acht philosophisch schwieriger facettenreicher Fragen über die Natur der Verursachung (und es gäbe, so versichert er uns, noch mehr, die er nicht erwähnt habe!). Diese Art, Philosophie zu betreiben, hat etwas Perverses an sich. Wenn wir alle unsere philosophischen Fragen zuerst beantwortet haben müssten, wären wir kaum gerechtfertigt, irgendetwas zu glauben. Ein Satz, der so durchsichtig ist, wie „alles, was beginnt zu existieren, hat eine Ursache”, kann rational akzeptiert werden, bevor man die Lösung jedes philosophischen Rätsels über Verursachung gefunden hat. Natürlich: Wenn spezifische Widerlegungen dagegen angebracht werden, dann muss man Gegenargumente finden oder sie unterminieren; aber das ist ein ziemlich anderes Unterfangen, als Antworten auf tiefgehende philosophische Fragen zu fordern, bevor wir berechtigterweise etwas glauben. Natürlich könnte Oppy erwidern, er leugne nicht, dass das kausale Prinzip aufgrund der gegebenen Begründungen rational akzeptabel sei, würde aber lediglich dabei bleiben, dass es nicht rational verpflichtend ist. Doch dann sind wir wieder am Ausgangspunkt der unrealistischen Maßstäbe, die Oppy für das ansetzt, was ein gutes Argument ausmacht. [92]

(Übs.: B. Currlin)

Link to the original version in English: http://www.reasonablefaith.org/graham-oppy-on-the-kalam-cosmological-argument-dec-2013

  • [1]

    Quentin Smith berichtet: „Eine Zählung der Artikel in den Philosophiezeitschriften zeigt, dass mehr Artikel über Craigs Verteidigung des kalam-Argumentes veröffentlicht wurden als über irgendeine andere zeitgenössische Formulierung eines Argumentes für Gottes Existenz eines anderen Philosophen.“ (Quentin Smith, „Kalam Cosmological Arguments for Atheism,“ in The Cambridge Companion to Atheism, ed. Michael Martin, Cambridge Companions to Philosophy [Cambridge: Cambridge University Press, 2006).

  • [2]

    Siehe sein Buch Arguing about Gods (Cambridge University Press, 2006), S. 137-54, das sein Buch Philosophical Perspectives on Infinity voraussetzt (Cambridge: Cambridge University Press, 2006).

  • [3]

    Siehe Oppy, Arguing about Gods, S. 7-13.

  • [4]

    Siehe z. B. William Lane Craig, critical notice of Arguing about Gods, by Graham Oppy. Philosophia Christi 10 (2008): 435-42.

  • [5]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 142. Vgl.: „Das scheint richtig: Eine unendliche Anzahl von Ereignissen, die in die Vergangenheit zurückreicht, würde eine aktual unendliche Menge bilden, genauso wie eine unendliche Anzahl von Ereignissen, die sich in die Zukunft erstreckt.” (Ebd., S. 141). [Übs. d. Zitate von Oppy, dessen Bücher m. W. bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurden, hier und im Folgenden von BC; Anm. d. Übers.].

  • [6]

    Ebd., S. 141.

  • [7]

    Ebd., S. 142.

  • [8]

    Die Begrifflichkeit im Englischen leitet sich von “tense“ ab, was - im Gegensatz zu “time“ (Zeit) - die Zeitform bezeichnet: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. “Tenseless“ – wird hier – in Anlehnung an die Nomenklautur des Artikels von Benjamin Ilg. „Wann bin ich und wenn ja wie oft?“ www.philosophie.ch/philosophie/highlights/zukunft/wann. 3. März 2017 [8.03.2017] wiedergegeben mit „zeitformlos“ und “tensed“ mit „zeitförmig“. Da jedoch auch in vielen deutschen Veröffentlichungen die englischen Begriffe beibehalten werden, werden jeweils die englischen Begriffe im Text in Klammern angegeben. Zur populärwissenschaftlichen Erläuterung des Unterschieds der beiden Zeittheorien vgl. Ilg (2017). https://www.philos.uni-hannover.de/fileadmin/institut_fuer_philosophie/Personen/Huebner/Aufsaetze/GibteseineobjektiveGegenwart.pdf. Für eine wissenschaftliche Darstellung der Zeittheorien vgl. u.a. Dietmar Hübner. „Gibt es eine objektive Gegenwart?“ https://www.philos.uni-hannover.de/fileadmin/institut_fuer_philosophie/Personen/Huebner/Aufsaetze/GibteseineobjektiveGegenwart.pdf [8.03.2017].

    Die „zeitförmige Theorie“ [tensed theory] der Zeit, die u. a. W. L. Craig vertritt, geht davon aus, dass Zeit „fließt“ und Veränderung mit sich bringt. Sie entspricht dem Werden. Im Gegensatz zum statischen Raum, der dem Sein entspricht, verhält sie sich dynamisch. Die „zeitformlose Theorie“ [tenseless theory], die Oppy vertritt, behandelt Zeit wie einen Raum. Sie wird nicht als fließend, sondern als statisch gesehen. Wie der Raum ist sie ein „Behälter“. Jedem einzelnen Teil davon kann eine Koordinate auf einer „Karte“ zugeordnet werden. In diesem Sinne gibt es nicht die Zeitformen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (wie bei der zeitförmigen Theorie), sondern sie verwendet die Begriffe „früher als“ und „später als“. Beide Zeittheorien haben wiederum Einfluss auf das ontologische Verständnis von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. In der zeitförmigen Theorie der Zeit hat nur die Gegenwart ontologische Existenz. In der zeitformlosen Theorie der Zeit existiert auch die Zukunft bereits als „zeitliche Koordinate“ [Anm. d. Übs.].

  • [9]

    Ebd., S. 141.

  • [10]

    Ebd., S. 142.

  • [11]

    Laut der “growing-block” – Theorie der Zeit existieren Vergangenheit und Gegenwart, aber nicht die Zukunft. Die Gegenwart ist eine objektive Eigenschaft, die sich mit einem bewegenden Scheinwerferspot vergleichen lässt. Mit dem Vergehen der Zeit, tritt mehr von der Welt ins Dasein und das Blockuniversum wächst. Diese Sicht stellt sowohl eine Alternative zum Eternalismus (laut dem die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft alle existieren) und dem Präsentismus (gemäß dem nur die Gegenwart existiert) dar. C. D. Broad war einer der Vertreter dieser Theorie (1923). [Anm. d. Übs.; vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Growing_block_universe].

  • [12]

    Ebd., S. 141.

  • [13]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 261-4; cf. S. 244-5.

  • [14]

    Ebd., S. 242-3.

  • [15]

    Ebd., S. 260.

  • [16]

    Ebd., S. 291-3.

  • [17]

    Ebd., S. 293.

  • [18]

    Ebd.

  • [19]

    William Lane Craig, The Kalam Cosmological Argument (London: Macmillan, 1979), S. 69. [Übs. d. Textzitates BC].

  • [20]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 140; cf. S. 139.

  • [21]

    Siehe William Alston, “Does God Have Beliefs?“ Religious Studies 22 (1986): 287-306; Thomas P. Flint and Alfred J. Freddoso, “Maximal Power,” in The Existence and Nature of God, ed. Alfred J. Freddoso (Notre Dame: University of Notre Dame Press, 1983), S. 81-113.

  • [22]

    Hier berühren wir wieder einen sehr sensiblen Punkt bezüglich dessen, was ein „gutes“ Argument ausmacht. Oppy betrachtet nur Argumente, die in einem starken Sinne rational zwingend sind, überhaupt als gut. Aber er verwechselt dabei, dass ein Argument in diesem Sinne gut ist, mit der Tatsache, dass ein Vertreter des Argumentes fähig ist zu beweisen, dass sein Argument gut ist. Die Behauptung, dass jemandes Argument gut ist, ist eine Meta-Behauptung über die Behauptungen des Arguments. Man kann sein Argument kohärent mit der Überzeugung darbieten, dass andere es akzeptieren sollten, ohne der Auffassung zu sein, dass man beweisen kann, dass sie es akzeptieren sollten. Wenn jemandes Wahrnehmungen beispielsweise so fehlerhaft wäre, dass er nicht erkennen könnte, dass etwas nicht gleichzeitig vollständig rot und vollständig grün sein kann, dann wäre seine Leugnung irrational, selbst wenn wir nicht beweisen könnten, dass sie irrational ist.

  • [23]

    José A. Benardete, Infinity: An Essay in Metaphysics (Oxford: Clarendon Press, 1964), S. 238. Er hat insbesondere das im Sinn, was er als Paradoxien des gezackten Kontinuums bezeichnet, wie bspw. Folgendes: „Hier liegt ein Buch auf dem Tisch. Öffnen Sie es. Betrachten Sie die erste Seite. Messen Sie seine Dicke. Es ist für ein einziges Blatt Papier in der Tat sehr dick – 1 Zentimeter dick. Nun schlagen Sie die zweite Seite des Buches auf. Wie dick ist dieses zweite Blatt Papier? 1/2 Zentimeter dick. Und die dritte Seite des Buches, wie dick ist dieses dritte Blatt Papier? 1/4 Zentimeter dick usw., ad infinitum. Wir müssen postulieren, nicht nur, dass auf jede Seite des Buches unmittelbar eine Seite folgt, deren Dicke eine Hälfte der Dicke der unmittelbar vorhergehenden Seite ausmacht, sondern auch (und das ist nicht unwichtig), dass jede Seite von Seite 1 an durch eine endliche Anzahl von Seiten getrennt ist. Diese beiden Bedingungen sind logisch kompatibel: Es gibt keinen nachweislichen Widerspruch in ihrer gemeinsamen Behauptung. Aber sie machen gegenseitig erforderlich, dass es keine letzte Seite des Buches gibt. Schließen Sie das Buch. Wenden Sie es so um, dass nun die Titelseite des Buches umgedreht auf dem Tisch liegt. Nun heben Sie – langsam – die Rückseite des Buches mit dem Ziel auf, den Stapel von Seiten, der darunter liegt, sichtbar zu machen. Es gibt nichts zu sehen. Denn es gibt keine letzte Seite in dem Buch, auf die unser Blick treffen könnte. (Ebd. S. 236-237). [Übs. d. Zitates BC].

    Meiner Meinung nach ist diese Schlussfolgerung selbst offensichtlich metaphysisch absurd. Obwohl Oppy, der A. Hazen folgt, Erweiterungen der Geschichte bietet, sodass jemand, der das Buch öffnet, eine Art visueller Erfahrung haben wird, anstatt, wie die Geschichte ursprünglich war, nichts sieht (Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 83-5), negiert das nicht die Schlussfolgerung, dass es nichts zu sehen gibt, da es keine letzte Seite gibt. Benardete stellt sich vor, was passieren würde, wenn wir versuchen würden, die letzte Seite des Buches zu berühren. Wir können es nicht. Es wird entweder eine undurchdringliche Barriere bei w+1 geben, die einem wie Science Fiction vorkommt, oder aber, unsere Finger werden eine Unendlichkeit von Seiten durchstoßen, ohne zuerst eine Seite zu durchstoßen, was an Zenons Spatenparadoxien erinnert, da die Seiten aktuale Entitäten sind. Was Paradoxien wie diese besonders eindrücklich macht, ist, wie Benardete ausführt, dass es hier um keinen Prozess oder eine Superaufgabe geht. Jede Seite ist eine aktuale Entität, die eine endliche Dicke aufweist (keine hat das Maß eines degenerierten Intervalls), die von den anderen losgelöst werden und in alle vier Winde gestreut werden könnte, sodass eine aktuale Unendlichkeit von Blättern im gesamten Weltraum existieren würde. Wenn es ein solches Buch nicht geben kann, dann kann es auch keine aktuale Unendlichkeit geben.

  • [24]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 140.

  • [25]

    Wie Oppy beobachtet, wirft meine Illustration einer unendlichen Bibliothek keine Fragen auf, die nicht schon in der interessanteren Illustration von Hilberts Hotel beinhaltet sind.

  • [26]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 48.

  • [27]

    Ebd., S.53.

  • [28]

    Ebd., S.48.

  • [29]

    Oppy schlägt vor, J. Conways kürzlich entwickelten Konstruktionen zu verwenden, die als surreale Zahlen bezeichnet werden, um Operationen der Subtraktion und Teilung transfiniter Zahlen zu definieren (Oppy, Arguing about Gods, S. 140); aber er leugnet explizit, dass solche nicht-kanonischen Theorien auf „Probleme der wirklichen Welt“ angewandt werden können, „wenn man seine Modelle mit vollem ontologischen Ernst zu behandeln wünscht“ (Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 272). Oppy weist nicht nach, noch geht er davon aus, dass die Ergebnisse der Operationen mit Surrealen irgendwie weniger kontra-intuitiv wären, wenn sie auf das Gebiet des Konkreten übertragen werden.

  • [30]

    Oppy, Arguing about Gods, S.144.

  • [31]

    Ebd., S.143.

  • [32]

    William Lane Craig, “The Cosmological Argument,“ in The Rationality of Theism, ed. Paul Copan and Paul K. Moser (London: Routledge, 2003), p. 120. [Übs. d. Textzitats BC].

  • [33]

    William Lane Craig, The Tensed Theory of Time: a Critical Examination, Synthese Library 293 (Dordrecht: Kluwer Academic Publishers, 2000); idem, The Tenseless Theory of Time: a Critical Examination, Synthese Library 294 (Dordrecht: Kluwer Academic Publishers, 2000).

  • [34]

    William Lane Craig, “The Extent of the Present,” International Studies in the Philosophy of Science 14 (2000): 165-185. Betrachten Sie auch in diesem Zusammenhang die vielen Variationen des Sensenmann-Paradoxons (Benardete, Infinity, S. 259-61; Oppy Philosophical Perspectives on Infinity, S. 63-6, 81-83; Jonathan Hawthorne, “Before-effect and Zeno causality,” Noûs 34 [2000]: 622-33). Es gibt unabzählbar unendlich viele Sensenmänner (die wir als Götter identifizieren können, um so irgendwelchen kinematischen Einwänden vorzukommen). Sie leben noch um 12:00 nachts. Sensenmann 1 wird Sie um 01:00 Uhr nachts töten, wenn Sie dann noch leben. Sensenmann 2 wird Sie um 12.30 Uhr töten, wenn Sie dann noch leben. Sensenmann 3 wird Sie um 12:15 Uhr töten, wenn Sie dann noch leben. Und so geht es weiter. Die Situation ist jedenfalls denkbar – aber sie führt zu einer Unmöglichkeit: Sie können nach Mitternacht nicht überleben, und doch können Sie von keinem Sensenmann zu irgendeinem Zeitpunkt nach 12:00 nachts getötet werden. Oppy hat sich mit einem ähnlichen Paradoxon befasst, das von einer unendlichen Anzahl von Glocken ausgeht, deren Dröhnen den Hörer taub macht. Es gibt keine spezielle Glocke, die dafür verantwortlich ist, dass Sie taub werden, sondern der gemeinsame Effekt unendlich vieler Glockenklänge macht Sie taub. Diese Antwort schließt nicht nur eine höchst bizarre Art von rückwirkender Kausalität ein, sie ist auch in keinem Fall anwendbar auf die Sensenmann-Version, denn wenn Sie erst einmal tot sind, wird kein weiterer Sensenmann die Sense schwingen. Eine kollektive Handlung kommt hier also nicht in Frage. Der plausibelste Weg, solche Paradoxien zu vermeiden, ist der, zu leugnen, dass Zeit und Raum Konstruktionen aus einer aktual unendlichen Anzahl von Punkten sind. (Mein Dank geht an Alexander Pruss, der meine Aufmerksamkeit auf diese Version des Paradoxons gelenkt hat).

  • [35]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 143.

  • [36]

    Ebd.

  • [37]

    Oppy Verständnis des potenziell Unendlichen entspricht nicht der üblichen Vorstellung eines Grenzkonzeptes; er konstruiert es vielmehr modal. Ein potenzieller Infinitist auf dem Gebiet der Ontologie, so sagt er, sei jemand, der sich der Wahrheit von Behauptungen der Art "à$ verpflichtet sieht. Das soll heißen: Behauptungen, die aussagen, dass es für jegliche natürliche Zahl eine mögliche Welt gibt, in der diese Zahl von Objekten existiert. Gleichzeitig leugnet er aber die Wahrheit jeglicher Behauptung der Form à"$, d. h, jeder Behauptung, die besagt, dass es eine mögliche Welt gibt, in der es so viele Objekte gibt, wie alle natürlichen Zahlen. Ein größerer Mangel dieser Charakterisierungen liegt darin, dass sie zeitformlos [tenseless] sind und somit auch nicht dazu fähig, mit Anschauungen von Zeit umzugehen, die Zeitförmigkeit und temporales Werden als objektive Merkmale der Realität betrachten, damit aber auch als Welten, in denen die Zukunft in dem Sinne potenziell unendlich ist, dass sie zu Unendlich als einer Grenze hinwächst.

  • [38]

    Gleicherweise basiert Oppys frühere Diskussion über das Zählen bis Unendlich auf Dretskes Annahme, wenn man niemals aufhöre zu zählen, dann würde man bis Unendlich zählen (Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 61). Oppy versäumt es auch nur zu erwähnen, geschweige denn zu berücksichtigen, dass zwischen einer aktualen und einer potenzialen Unendlichkeit in diesem Fall ein Unterschied besteht. Jemand, der nachdem er begonnen hat, niemals aufhört zu zählen, zählt „bis Unendlich“; jedoch nur in dem Sinne, dass er potenziell unendlich lang zählt.

  • [39]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 144.

  • [40]

    Ebd., S. 144.

  • [41]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 97.

  • [42]

    Ebd.

  • [43]

    Ebd., S. 116.

  • [44]

    Ebd., S. 116-7.

  • [45]

    Ebd., S. 117.

  • [46]

    Ebd.

  • [47]

    Ebd.

  • [48]

     Ebd., S. 63.

  • [49]

    Robin Small, “Tristram Shandy’s Last Page,“ British Journal for the Philosophy of Science 37 (1986): 213-16.

  • [50]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 57, n. 3.

  • [51]

    Ebd., S. 59.

  • [52]

    Ebd.; cf. S. 63; Oppy, Arguing about Gods, S. 141-2.

  • [53]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 279-80.

  • [54]

    Siehe Alexander Pruss, The Principle of Sufficient Reason: A Reassessment, Cambridge Studies in Philosophy (Cambridge University Press, 2006).

  • [55]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 141-2.

  • [56]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 285, cf. S. 275-6.

  • [57]

    Beachten Sie auch: Wenn es irgendeine Wahrscheinlichkeit gibt, dass er in unendlicher Zeit zum Ende kommt, dann wird er bereits zum Ende gekommen sein.

  • [58]

    Oppy, Philosophical Perspectives on Infinity, S. 8. 49-51.

  • [59]

    Engl.: “If we take tense seriously …” – d.h., wenn wir davon ausgehen, dass es zeitliches Werden in den Zeitformen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft gibt. [Anm. d. Übs.]

  • [60]

    Es ist bemerkenswert, dass Oppy zustimmt, wenn die temporale Reihe vergangener Ereignisse nicht aktual unendlich ist, dann die Konklusion daraus folgt, dass das Universum selbst in der Vergangenheit endlich ist (Oppy, Arguing about Gods, S. 142); eine Tatsache, die impliziert, dass das Universum zu existieren begann.

  • [61]

    Arvind Borde, Alan Guth, and Alexander Vilenkin, “Inflation Is Not Past-Eternal,” http://arXiv:gr-qc/0110012v1 (1 Oct 2001): 4. Der Artikel wurde im Januar 2003 überarbeitet.

  • [62]

    Alex Vilenkin, Many Worlds in One: The Search for Other Universes (New York: Hill and Wang, 2006), S. 176. [Übs. d. Textzitates BC]. [Dtsch. Ausgabe: Alex Vilenkin. Kosmische Doppelgänger: Wie es zum Urknall kam - Wie unzählige Universen entstehen, übersetzt von Nicola Fischer, Springer Verlag 2008].

  • [63]

    Vgl. die Diskussion in William Lane Craig und James Sinclar, ”The Kalam Cosmological Argument“ in Blackwell Companion to Natural Theology, ed. Wm. L. Craig and J. P. Moreland (Oxford: Blackwell, 2009), S. 125-82.

  • [64]

    John Earman, Bangs, Crunches, Shrieks, and Whimpers: Singularities and Acausalities in Relativistic Spacetimes (New York: Oxford University Press, 1995), chap. 7. [Übs. d. Zitates BC].

  • [65]

    Ebd., S. 207.

  • [66]

    Ebd. [Übs. d. Zitates BC]

  • [67]

    Ebd., S. 210.

  • [68]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 146.

  • [69]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 147. Oppy übersieht die Tatsache, dass Earman, von dem er dieses Argument ausleiht, seine Diskussion nur auf die klassischen allgemein relativistischen Raumzeiten begrenzt und somit quantenphysikalische Wirkungen nicht zur Kenntnis nimmt.

  • [70]

    Aber vergleichen Sie die unterschiedliche Sicht von Quentin Smith auf diesen Einwand: Smith ist der Ansicht, dass der initiale singuläre Punkt des Universums nicht real ist und die Reihenfolge instantaner Zustände des Universums folglich eine anfangslose Reihe ist, die gegen Null als eine Grenze konvergiert. Jeder Zustand wird durch seinen Vorhergehenden verursacht, und es gibt keinen ersten Zustand. Aber jegliches initiales Nicht-Null Intervall oder jeglicher Zustand, wie beispielsweise die erste Sekunde der Existenz des Universums, „wird nicht durch irgendwelche oder alle seine instantanen Zustände und nicht durch einen externen Grund verursacht“ (Quentin Smith, “Kalam Cosmological Arguments for Atheism,“ in The Cambridge Companion to Atheism, ed. Michael Martin, Cambridge Companions to Philosophy [Cambridge: Cambridge University Press, 2007], S. 189. Smith versteht “den Anfang des Universums” so, „dass er sich auf die Planck-Zeit bezieht, die bis 10 -43 Sekunden nach der Singularität andauert. Als ein Zustand der Nicht-Null-Dauer, hat das Universum darum keine Ursache irgendeiner Art. Das Universum entsteht daher unverursacht aus dem Nichts.

  • [71]

    Earman gibt heimlich die Angemessenheit dieser Antwort zu. Er wendet stattdessen ein, dass in diesem Fall die Prämisse, „Was immer zu existieren beginnt, hat eine Ursache“ keine offensichtliche „metaphysische Wahrheit“ sei, da sie keine Konsequenz der Aussage „Jedes Ereignis hat eine Ursache“ ist (Earman, Bangs, Crunches, Shrieks, S. 208). Ich bin nicht der Auffassung, dass unser Vertrauen in die erste Wahrheit sich in irgendeiner Weise auf die darauffolgende, weniger offensichtliche Behauptung stützt.

  • [72]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 149.

  • [73]

    Ebd.

  • [74]

    Oppy selbst liefert eine Erklärung, die endliche Nicht-Null-Intervalle der Zeit berücksichtigt, indem er vorschlägt, dass x nur dann zum Zeitpunkt t zu existieren beginnt, wenn x zu allen Zeiten in einem offenen oder geschlossenen Intervall (t, t‘ > t) existiert und x zu keiner Zeit in irgendeinem offenen Intervall (t‘‘< t, t) existiert. In diesem Fall, selbst wenn t=0 unreal ist, begann das Universum zu existieren. Aber er denkt, dass wir keinen empirischen Beweis für die Prämisse haben, dass „beginnt zu existieren“ in diesem Sinne eine Ursache hat.

  • [75]

    Man ist hier an Edingtons Bemerkung erinnert: „Der zweite Satz der Thermodynamik hat unter den Naturgesetzen, so denke ich, die höchste Stellung. Wenn jemand Ihnen erklärt, dass Ihre Lieblingstheorie des Universums nicht mit den Maxwell‘schen Gleichungen übereinstimmt – dann schade um die Maxwell‘schen Gleichungen. Wenn ihr durch Messungen widersprochen wird – nun, diese Experimentalisten bringen manchmal etwas durcheinander. Aber wenn sich herausstellt, dass Ihre Theorie gegen den zweiten Satz der Thermodynamik verstößt, dann kann ich Ihnen keine Hoffnung machen; ihr bleibt nichts Anderes übrig, als zutiefst gedemütigt zusammenzubrechen.“ (Arthur S. Eddington, The Nature of the Physical World [New York: Macmillan; Cambridge, The University Press, 1928], S. 74). [Übs. d. Zitates BC].

  • [76]

    Paul Davies, “The Big Questions: In The Beginning, “ABC Science Online, interview with Philip Adams, http://aca.mq.edu.au/pdavieshtml. Cf. P. C. Davies, The Physics of Time Asymmetry (London: Surrey University Press, 1974), S. 104. [Übs. d. Textzitates BC].

  • [77]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 148.

  • [78]

    Außer der unten zitierten Arbeit von Ellis et al., siehe auch Rüdiger Vaas, “Time before Time: Classifications of universes in contemporary cosmology, and how to avoid the antinomy of the beginning and eternity of the world,“ http://arXiv.org/abs/physics/0408111 (2004).

  • [79]

    G. F. R. Ellis, U. Kirchner, and W. R. Stoeger, “Multiverses and Physical Cosmology,“ http://arXiv:astro-ph/0305292 v3 (28. August 2003), S. 14. Hervorhebung im Zitat: W.L.C.

  • [80]

    Ebd. [Übs. d. Textzitates BC].

  • [81]

    Ebd. [Übs. d. Textzitates BC].

  • [82]

     Oppy, Arguing about Gods, S. 149.

  • [83]

    Ebd.

  • [84]

    Wie Oppy bemerkt, hätte ich auch ein Argument für das kausale Prinzip in Umlauf gebracht, das sich auf eine kantianische a priori Kategorie gründe. Ich bin diese Annahme nicht weiter nachgegangen und werde sie darum hier nicht weiter verfolgen.

  • [85]

    Craig, Kalam Cosmological Argument, S. 144-5.

  • [86]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 151. Ich werde darum Oppys falsche Darstellung des kausalen Prinzips bezüglich Ereignis bzw. Ereignisverursachung ignorieren, da er von der Analyse keinen Gebrauch zu machen scheint. Es möge genügen zu sagen, dass (1.1) nicht erfordert, dass jedes Ereignis eine Ursache hat.

  • [87]

    Oppy, Arguing about Gods, S. 152.

  • [88]

    Ebd.

  • [89]

    Ebd., S. 153.

  • [90]

    Ebd.

  • [91]

    Craig, Kalam Cosmological Argument, S. 128-9. [Übs. d. Textzitates BC].

  • [92]

    Ich bin Graham Oppy für die Diskussion verschiedener Fragen, die in diesem Austausch diskutiert wurden, zu Dank verpflichtet.