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Hat das Multiversum Gott ersetzt?

Summary

Für viele Denker ist das Multiversum zu einer Art Gottesersatz geworden, mit dem sie die Erschaffung und die Feinabstimmung unseres Kosmos erklären. Dr. Craig erklärt, warum das Multiversum als Ersatzgottheit scheitern muss.

Vor einigen Jahren sprach ich mit Robin Collins, einem christlichen Philosophen, der sich auf Kosmologie spezialisiert hat und soeben von einer Konferenz der John-Templeton-Stiftung über Wissenschaft und Theologie zurückgekehrt war. „Bill“, sagt er zu mir, „wenn diese Wissenschaftler vom Multiversum sprechen, dann ist das im Grunde ihre Art, über Theologie zu reden! Auf diese Weise können sie Metaphysik treiben, ohne das G-Wort zu benutzen!“

In der Tat vermute ich, dass vielen in unserer zeitgenössischen Kultur das Multiversum als eine Art Gottesersatz dient. Das Multiversum erfüllt die Rolle eines Schöpfers und Designers des Universums. Es erklärt, warum das Universum entstand und warum das Universum für die Existenz intelligenten, interaktiven Lebens feinabgestimmt ist. Das macht es zu einer Art Ersatzgottheit.

Was ist das Multiversum? Der Begriff stammt aus der kosmologischen Inflationstheorie, die oft herangezogen wird, um die Ansicht zu untermauern, unser Universum sei nur eine Domäne (oder ein „Pocket Universe“) innerhalb eines unendlich viel größeren Universums oder Multiversums. Um die erstaunliche glatte Struktur des Universums im großen Maßstab zu erklären, äußerten manche Theoretiker den Gedanken, das Universum habe einen Sekundenbruchteil nach dem Urknall eine Phase superschneller oder inflationärer Expansion erlebt, die bewirkte, dass die Inhomogenitäten über unseren Ereignishorizont hinaus nach draußen geschoben wurden. Nach der Inflationstheorie existiert unser Universum in einem echten Vakuumszustand mit einer Energiedichte, die an Null grenzt. Andere Theoretiker dagegen stellen die Hypothese auf, es sei nur eine Blase echten Vakuums innerhalb eines größeren falschen Vakuumszustands mit sehr hoher Energiedichte. Wenn wir von der Hypothese ausgehen, dass die Bedingungen, die die Energiedichte und Entwicklung des falschen Vakuumszustands bestimmen, genau richtig waren, dann wird sich das falsche Vakuum so schnell ausdehnen, dass es zu Blasen echten Vakuums zerfällt. Die „Blasenuniversen“, die in diesem Meer aus falschem Vakuum entstehen, dehnen sich zwar selbst auch mit enormer Geschwindigkeit aus, können aber mit der Ausdehnung des falschen Vakuums nicht Schritt halten und entfernen sich daher mit der Zeit immer mehr voneinander (Abb. 1).

Abb. 1: Blasen echten Vakuums in einem Meer aus falschem Vakuum. Während das sich ausdehnende falsche Vakuum zerfällt, bilden sich im falschen Vakuum Blasen echten Vakuums, die jeweils ein expandierendes Universum darstellen. Obwohl sie rasch expandieren, verschmelzen die Blasen nicht miteinander, weil sich das falsche Vakuum weiterhin mit noch größerer Geschwindigkeit ausdehnt.

Jede Blase wiederum unterteilt sich in durch Ereignishorizonte begrenzte Domänen, wobei jede Domäne ein beobachtbares Universum darstellt. Beobachter, die sich in einem solchen Universum befinden, nehmen es als offen und unendlich wahr, obwohl das Blasenuniversum von außen her endlich und geometrisch geschlossen ist. Das größere, umfassende falsche Vakuum, das mit diesen Blasen gefüllt ist, wird als Multiversum bezeichnet. Obwohl das Multiversum selbst endlich und geometrisch geschlossen ist, wird sich das falsche Vakuum der Theorie zufolge für immer weiter ausdehnen. Es werden sich immer wieder neue Blasen echten Vakuums im Raum zwischen den Blasenuniversen bilden und selbst zu isolierten Welten werden. Unser expandierendes Universum ist nur eines aus einer unendlichen Anzahl von Miniuniversen, die im Schoß des großen Mutteruniversums empfangen werden.

Nun steht natürlich die Existenz eines Multiversums nicht im Widerspruch zum Theismus. Gott hätte ein Multiversum erschaffen können, wenn er gewollt hätte. Tatsächlich werden wir, glaube ich, bald sehen, dass der Theismus die beste Hoffnung für diejenigen ist, die an das Multiversum glauben wollen. Die besten Chancen dafür, dass ein Multiversum existiert, sind dann gegeben, wenn Gott existiert.

Aber macht der Glaube an ein Multiversum Gott überflüssig? In gewisser Hinsicht lautet die Antwort offensichtlich nein. Ein Multiversum bietet keine Grundlage für objektive moralische Werte; es kann niemanden lieben und niemanden von der Sünde erretten. Aber die Behauptung lautet ja, das Multiversum mache Gott überflüssig im Hinblick auf die Erschaffung und das Design des Universums. Die Bedeutung des Multiversums liegt also darin, ein Stolperstein für kosmologische und teleologische Gottesbeweise zu sein. Die Frage ist also, ob sich angesichts der Multiversumshypothese aus der natürlichen Theologie eine Argumentation für Gott als Schöpfer und Designer des Universums entwickeln lässt.

Der kosmologische Gottesbeweis

Reden wir zuerst über Argumente für Gott als den Schöpfer des Universums. Eine Version des kosmologischen Gottesbeweises versucht zu beweisen, dass Gott das Universum zu einem bestimmten Zeitpunkt in der endlichen Vergangenheit ins Dasein gerufen hat. Der kalam kosmologische Gottesbeweis hat seinen Ursprung in den Versuchen christlicher Denker, die aristotelische Lehre von der Ewigkeit des Universums zu entkräften, und wurde im Mittelalter von islamischen Theologen zu einem Argument für die Existenz Gottes weiterentwickelt. [1]  Betrachten wir die Formulierung dieses Gottesbeweises von al-Ghazālī (1058-1111). Er argumentiert so: „Jedes vorhandene Ding, das irgendwann anfängt zu existieren, hat eine Ursache für seinen Anfang; nun ist die Welt ein vorhandenes Ding, das einmal anfing zu existieren; also besitzt sie eine Ursache für ihren Anfang.“ [2]

Wir können al-Ghazālīs Argument in drei einfachen Schritten zusammenfassen:

1. Alles, was anfängt zu existieren, hat eine Ursache.

2. Das Universum hat einmal angefangen zu existieren.

3. Also hat das Universum eine Ursache.

Im Mittelalter, bevor die moderne Wissenschaft geboren wurde, hatten die Menschen keine wissenschaftlichen Belege für den Beginn des Universums. Al-Ghazālī formulierte einfallsreiche philosophische Argumente dafür, dass die Vergangenheit endlich sein müsse. Mit der Entdeckung der Allgemeinen Relativitätstheorie durch Albert Einstein im zwanzigsten Jahrhundert und ihre Anwendung auf die Kosmologie kamen dramatische empirische Belege für den Beginn des Universums zum Vorschein.

Die empirischen Belege für den Beginn des Universums stammen aus einem der fraglos aufregendsten und sich am schnellsten entwickelnden Wissenschaftsgebiete unserer Zeit: der Astronomie und Astrophysik. Bis 1920 hatten die Wissenschaftler immer angenommen, das Universum sei unveränderlich und ewig. Das erste Zittern des bevorstehenden Erdbebens, das diese traditionelle Kosmologie ins Wanken bringen sollte, war 1917 zu spüren, als Albert Einstein eine kosmologische Anwendung seiner neu entdeckten Gravitationstheorie formulierte, der Allgemeinen Relativitätstheorie. Zu seinem Verdruss stellte Einstein fest, dass die allgemeine Theorie kein ewiges, statisches Modell des Universums zuließ, es sei denn, er bog die Gleichungen so zurecht, dass die Gravitationswirkung der Materie ausgeglichen wurde. Die Folge war, dass Einsteins Universum auf einer Rasierklinge balancierte und die geringste Störung – schon der Transport von Materie von einem Teil des Universums in einen anderen – es entweder zum Implodieren oder zum Expandieren bringen würde. Indem sie dieses Merkmal des Einstein-Modells ernst nahmen, konnten der russische Mathematiker Alexander Friedmann und der belgische Astronom Georges Lemaître unabhängig voneinander in den 1920ern Lösungen für seine Gleichungen formulieren, die ein expandierendes Universum vorhersagten.

Die monumentale Bedeutung des Friedmann-Lemaître-Modells lag in seiner Historisierung des Universums. Nach den Worten eines Kommentators war bis zu dieser Zeit der Gedanke eines expandierenden Universums „absolut jenseits des Begriffsvermögens. Während der ganzen Menschheitsgeschichte wurde das Universum als fixiert und unveränderlich betrachtet, und der Gedanke, es könne sich tatsächlich verändern, war unvorstellbar.“ [3]

 Wenn aber das Friedmann-Lemaître-Modell korrekt war, konnte man das Universum nun nicht mehr adäquat als ein statisches Gebilde behandeln, das im Grunde zeitlos existierte. Sondern das Universum hat eine Geschichte, und die Zeit ist für unsere Erforschung des Kosmos nicht ohne Belang.

1929 zeigte der amerikanische Astronom Edwin Hubble, dass sich das Licht ferner Galaxien systematisch zum roten Ende des Spektrums hin verschiebt. Diese Rotverschiebung wurde als Dopplereffekt gedeutet, der darauf hinweist, dass sich die Lichtquellen vom Betrachter entfernen. Unfassbarerweise hatte Hubble eben die Expansion des Universums entdeckt, die Friedman und Lemaître auf der Grundlage von Einsteins allgemeiner Theorie vorhergesagt hatten. Das war ein wahrer Wendepunkt in der Wissenschaftsgeschichte. John Wheeler rief aus: „Gab es unter all den großen Vorhersagen der Wissenschaft im Lauf der Jahrhunderte je eine größere als diese, ein Phänomen vorherzusagen, und korrekt vorherzusagen, und gegen alle Erwartungen vorherzusagen, das so fantastisch ist wie die Expansion des Universums?“ [4]

Nach dem Friedmann-Lemaître-Modell werden die Entfernungen zwischen den Galaxien mit der Zeit größer. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass das Modell nicht die Expansion des materiellen Inhalts des Universums in einen bereits vorhandenen, leeren Raum hinein beschreibt, sondern die Expansion des Raums selbst. Die Vorstellung ist, dass die Galaxien im Raum ruhen, aber sich zunehmend voneinander entfernen, indem der Raum selbst expandiert oder sich ausdehnt, etwa so wie Knöpfe, die auf die Oberfläche eines Ballons aufgeklebt sind, sich voneinander entfernen, wenn der Ballon aufgeblasen wird. Während sich das Universum ausdehnt, nimmt seine Dichte immer mehr ab. Die erstaunliche Konsequenz daraus ist, dass das Universum, wenn man die Expansion zurückverfolgt und in der Zeit rückwärts extrapoliert, immer dichter wird, bis man an einem Punkt in der endlichen Vergangenheit zu einem Zustand unendlicher Dichte gelangt. Dieser Zustand stellt eine Singularität dar, bei der die Raum-Zeit-Krümmung ebenso wie Temperatur, Druck und Dichte unendliche Werte annehmen. Daher stellt dieser Zustand einen Rand oder eine Grenze für die Raumzeit selbst dar. P. C. W. Davies kommentiert:

"Extrapolieren wir diese Vorhersage bis ins Extrem, so erreichen wir einen Punkt, an dem alle Entfernungen im Universum auf Null geschrumpft sind. Eine anfängliche kosmologische Singularität setzt daher dem Universum eine äußerste zeitliche Grenze. Physikalische Überlegungen oder auch der Begriff der Raumzeit lassen sich durch eine solche äußerste Grenze hindurch nicht fortsetzen. Deshalb halten die meisten Kosmologen die anfängliche Singularität für den Beginn des Universums. Aus dieser Sicht stellt der Urknall das Schöpfungsereignis dar; die Schöpfung nicht nur aller Materie und Energie im Universum, sondern auch der Raumzeit selbst." [5]

Der englische Ausdruck für den Urknall, „Big Bang“, – ursprünglich von Fred Hoyle geprägt, um sich darüber lustig zu machen, wie das Friedmann-Lemaître-Modell den Beginn des Universums charakterisiert, – ist insofern möglicherweise irreführend, da sich die Expansion nicht von außen visualisieren lässt (es gibt ja kein „außen“, wie es auch kein „vorher“ in Bezug auf den Urknall gibt).

Die Standardversion des Urknallmodells, wie das Friedman-Lemaître-Modell bald genannt wurde, beschreibt also ein Universum, das keine ewige Vergangenheit hat, sondern vor einer endlichen Zeitspanne entstanden ist. Darüber hinaus – und das verdient besondere Beachtung – ist der Ursprung, den es postuliert, ein Ursprung aus dem absoluten Nichts. Denn nicht nur alle Materie und Energie, sondern auch Raum und Zeit selbst entstehen bei dieser anfänglichen kosmologischen Singularität. Die Physiker John Barrow und Frank Tipler betonen: „Bei dieser Singularität begannen Raum und Zeit zu existieren; vor der Singularität existierte buchstäblich nichts, sodass wir, wenn das Universum seinen Ursprung in einer solchen Singularität hätte, wahrhaftig eine Schöpfung ex nihilo hätten.“ [6] Wir können also die Raumzeit grafisch als einen Kegel darstellen (Abb. 2).

Abb. 2: Kegelförmige Darstellung des Raum-Zeit-Standardmodells. Raum und Zeit entstehen bei der anfänglichen kosmologischen Singularität, vor der buchstäblich nichts existiert.

In einem solchen Modell entsteht das Universum ex nihilo in dem Sinne, dass bei der anfänglichen Singularität die Aussage Es gibt keinen früheren Raum-Zeit-Punkt zutreffend und die Aussage Es existierte etwas vor dieser Singularität unzutreffend ist.

Nun muss diese Schlussfolgerung jeden, der darüber nachdenkt, zutiefst beunruhigen. Denn es drängt sich unerbittlich die Frage auf: Warum entstand das Universum? Sir Arthur Eddington äußerte im Blick auf den Ursprung des Universums die Meinung, die Expansion des Universums sei so widersinnig und unglaublich, dass er „beinahe Empörung darüber empfinde, dass irgendjemand daran glaubt – es sei denn ich selbst“. [7] Am Ende sieht er sich zu der Schlussfolgerung gezwungen: „Der Ursprung scheint unüberwindliche Schwierigkeiten mit sich zu bringen, es sei denn, wir einigen uns darauf, ihn unumwunden als übernatürlich zu betrachten.“ [8] Insofern beinhaltet das Problem des Ursprungs des Universums nach den Worten eines Teams von Astrophysikern „einen gewissen metaphysischen Aspekt, der entweder anziehend oder abstoßend sein kann“. [9] 

Da ihnen die metaphysischen Implikationen des Standardmodells widerstrebten, haben manche Theoretiker versucht, alternative Modelle zu formulieren, um zu vermeiden, dass das Universum einen Beginn hat. Eines der populärsten ist das Postulat eines Multiversums. Der russische Kosmologe Andrei Linde vertritt den Gedanken, die Inflation sei die ewige Zukunft des Universums. Das heißt, in Lindes Modell endet die Inflation niemals: Jede sich ausdehnende Blase des Universums lässt, wenn sie durch Inflation ein bestimmtes Volumen erreicht hat, eine weitere Domäne entstehen, und so geht es ad infinitum immer weiter. Somit sieht Lindes Modell eine unendliche Zukunft vor.

Die Aussicht auf einen absoluten Beginn hingegen macht Linde zu schaffen. Er schreibt: „Der schwierigste Aspekt dieses Problems ist nicht die Existenz der Singularität selbst, sondern die Frage, was vor der Singularität war … Dieses Problem liegt irgendwo an der Grenze zwischen Physik und Metaphysik.“ [10] Deshalb schlug Linde vor, die Inflation nicht nur als endlos, sondern auch als anfangslos zu betrachten. Jede Domäne im Universum ist das Produkt der Inflation in einer anderen Domäne, sodass die Singularität vermieden wird, und mit ihr ebenso die Frage, was vorher war (oder, genauer gesagt, was sie verursacht hat). Unser beobachtbares Universum erweist sich so als nur eine Blase in einem größeren, ewigen Multiversum von Welten. So wird das ewige, unverursachte Multiversum zum Schöpfer unseres Universums.

1994 jedoch zeigten Arvind Borde und Alexander Vilenkin, dass eine Raumzeit, die sich ewig in die Zukunft hinein ausdehnt, nicht „geodätisch vollständig“ sein kann. Das heißt, es muss an irgendeinem Punkt in der unbestimmten Vergangenheit eine anfängliche Singularität gegeben haben. Daher kann das Szenario des Multiversums keine ewige Vergangenheit sein. Sie schreiben:

"Ein Modell, in dem die inflationäre Phase kein Ende hat, … führt naturgemäß zu der Frage: Lässt sich dieses Modell auch unendlich in die Vergangenheit ausdehnen, sodass das Problem der anfänglichen Singularität ausgemerzt wird?

… dies ist jedoch in Zukunft ewigen Raumzeiten nicht möglich, solange sie vernünftigen physikalischen Bedingungen gehorchen: Solche Modelle müssen notwendigerweise anfängliche Singularitäten besitzen.

… die Tatsache, dass inflationäre Raumzeiten eine unvollständige Vergangenheit haben, zwingt dazu, sich mit der Frage zu befassen, was, wenn überhaupt, vorher war." [11]

In Reaktion darauf stimmte Linde der Schlussfolgerung von Borde und Vilenkin zu: Es muss an irgendeinem Punkt in der Vergangenheit eine Urknall-Singularität gegeben haben.[12]

2003 konnten Borde und Vilenkin in Zusammenarbeit mit Alan Guth, dem Vater der Inflationskosmologie, ihre Schlussfolgerung untermauern, indem sie ein neues Theorem formulierten, das unabhängig war von der Voraussetzung der sogenannten „schwachen Energiebedingung“, die Befürworter einer vergangenheitsewigen Inflation hätten bestreiten können, um ihre Theorie zu retten [13]  Das neue Theorem, so Vilenkin, „scheint jene Tür vollends zu schließen“. [14] Das Borde-Guth-Vilenkin-Theorem beweist, dass sich die klassische Raumzeit unter einer einzigen, sehr allgemeinen Bedingung nicht unendlich bis in die Vergangenheit verlängern lässt, sondern irgendwann in der endlichen Vergangenheit eine Grenze erreichen muss. Entweder gab es jenseits dieser Grenze etwas oder nicht. Wenn nicht, dann ist jene Grenze nun einmal der Beginn des Universums. Gab es aber etwas auf der anderen Seite, so müsste es eine Region sein, die von der noch zu entdeckenden Theorie der Quantengravitation beschrieben wird. In diesem Fall, so Vilenkin, wäre dies der Beginn des Universums. So oder so hatte das Universum einen Anfang.

2012 hielt Vilenkin in Cambridge auf einer Konferenz aus Anlass des siebzigsten Geburtstages von Stephen Hawking einen Vortrag, in dem er die gegenwärtige Kosmologie im Blick auf die Frage „Hatte das Universum einen Anfang?“ zusammenfasste. „Keines dieser Szenarien“, argumentierte er, „kann tatsächlich vergangenheitsewig sein.“ [15] Seine Schlussfolgerung lautete: „Alle Indizien, die wir haben, besagen, dass das Universum einen Anfang hatte.“ [16] Dies ist nun eine bemerkenswerte Aussage. Vilenkin sagt nicht nur, dass die Belege für einen Anfang schwerer wiegen als diejenigen, die gegen einen Anfang sprechen. Sondern er sagt, alle Belege, die wir haben, besagen, dass das Universum einen Anfang hatte. Vilenkin nimmt kein Blatt vor den Mund:

"Man sagt, ein Argument könne vernünftige Menschen überzeugen, und ein Beweis sei nötig, um sogar einen unvernünftigen Menschen zu überzeugen. Da der Beweis nun vorliegt, können sich Kosmologen nicht mehr hinter der Möglichkeit eines vergangenheitsewigen Universums verstecken. Es gibt keinen Fluchtweg, sie müssen sich dem Problem eines kosmischen Anfangs stellen." [17]

Auch die Multiversenmodelle führen also, ebenso wie ihre Vorläufer, nicht an dem Anfang vorbei, den das Standardmodell vorsieht. Das Multiversum selbst eliminiert keineswegs die Notwendigkeit eines Schöpfers, sondern es erfordert einen Schöpfer, der es ins Dasein ruft.

Der teleologische Gottesbeweis

Wie steht es aber mit der Notwendigkeit eines Designers des Universums? Der vielleicht älteste und populärste aller Gottesbeweise ist der teleologische Gottesbeweis. Die altgriechischen Philosophen waren beeindruckt von der Ordnung, die den Kosmos durchdringt, und viele von ihnen schrieben diese Ordnung dem Wirken eines intelligenten Geistes zu, der das Universum gestaltete. Besonders die Himmel in ihrer ständigen Drehbewegung am Firmament nötigten den Menschen der Antike Ehrfurcht ab. Platons Akademie investierte enorm viel Zeit und Gedanken in das Studium der Astronomie, weil sie nach Platons Überzeugung die Wissenschaft war, die dem Menschen seine göttliche Bestimmung bewusst machen konnte. Nach Platon gab es zwei Dinge, die „Menschen dazu bringen, an die Götter zu glauben“: das Argument aufgrund der Seele und das Argument „aufgrund der Ordnung der Sternenbewegungen und aller Dinge unter der Herrschaft des Geistes, der das Universum ordnete“. [18] Beide Argumente setzte Platon ein, um den Atheismus zu widerlegen, und er kam zu dem Schluss, es müsse eine „beste Seele“ geben, die der „Schöpfer und Vater aller Dinge“ sei, der „König“, der das Ur-Chaos zu dem rationalen Kosmos ordnete, den wir heute beobachten. [19]

Nachdem man lange angenommen hatte, der teleologische Gottesbeweis sei durch die Kritiken von Hume und Kant entkräftet worden, hat er in den letzten Jahren wieder viel Furore gemacht. Die wissenschaftliche Szene entdeckte verblüfft, was für ein komplexes und empfindliches Geflecht von Anfangsbedingungen gegeben sein muss, damit das Universum die Entstehung und Entwicklung intelligenten Lebens überhaupt zulässt. Diese Entdeckung ist es zweifellos, die den teleologischen Gottesbeweis wieder in die Diskussion gebracht hat. Die Entdeckung der kosmischen Feinabstimmung für intelligentes Leben hat viele Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung geführt, dass ein so heikles Gleichgewicht physikalischer Konstanten und Werte, wie es für das Leben erforderlich ist, sich nicht als bloßer Zufall abtun lässt, sondern lautstark nach irgendeiner Erklärung verlangt.

Was ist mit „Feinabstimmung“ gemeint? Die physikalischen Naturgesetze enthalten, mathematisch ausgedrückt, verschiedene Konstanten (etwa die Gravitationskonstante), deren Wert nicht durch die Gesetze selbst bestimmt sind; ein Universum, das solchen Gesetzen unterliegt, könnte eine große Bandbreite von Werten für diese Konstanten aufweisen. Über diese Konstanten hinaus gibt es zudem gewisse willkürliche physikalische Quantitäten, etwa das Entropieniveau, die einfach dem Universum als begrenzende Bedingungen, nach denen die Naturgesetze operieren, innewohnen. Sie sind darum ebenfalls unabhängig von den Gesetzen. Mit „Feinabstimmung“ ist gemeint, dass schon kleine Abweichungen von den tatsächlichen Werten der erwähnten Konstanten und Quantitäten jedes Leben im Universum unmöglich machen würden, oder anders ausgedrückt, dass die Bandbreite der Werte, die Leben möglich machen, im Vergleich mit der Bandbreite der anzunehmenden Werte außerordentlich schmal ist.

In einem Sinne, der leichter wahrzunehmen als zu artikulieren ist, scheint sich in dieser Feinabstimmung des Universums die Anwesenheit einer gestaltenden Intelligenz zu manifestieren. Der Schluss auf ein Design ist am besten nicht als ein Analogieschluss zu sehen (wie er oft dargestellt wird), sondern als ein Schluss auf die beste Erklärung. [20] Der Schlüssel dazu, das Design auszumachen, liegt darin, die konkurrierenden Erklärungen der physikalischen Notwendigkeit und des Zufalls auszuschließen. Demzufolge könnte man ein teleologisches Argument aufgrund der kosmischen Feinabstimmung folgendermaßen formulieren:

1. Die Feinabstimmung des Universums ist entweder auf physikalische Notwendigkeit, auf Zufall oder auf Design zurückzuführen.

2. Sie ist nicht auf physikalische Notwendigkeit oder Zufall zurückzuführen.

3. Also ist sie auf Design zurückzuführen.

Betrachten wir zuerst die Hypothese der physikalischen Notwendigkeit. Vor ein paar Jahren behandelte Stephen Hawking diese Frage auf einer Kosmologenkonferenz an der University of California in Davis. Man beachte die alternativen Antworten auf die von ihm gestellte Frage, die er benennt:

„Sagt die Stringtheorie oder M-Theorie die typischen Merkmale unseres Universums, etwa ein räumlich flaches, vierdimensionales, expandierendes Universum mit kleinen Fluktuationen und das Standardmodell der Partikelphysik, voraus? Die meisten Physiker würden lieber glauben, dass die Stringtheorie das Universum eindeutig vorhersagt, als dass sie die Alternativen glauben wollen. Diese bestehen darin, dass der Anfangszustand des Universums durch eine handelnde Instanz von außen – mit dem Codenamen Gott – festgelegt wurde. Oder dass es viele Universen gibt und unser Universum nur durch das anthropische Prinzip herausgegriffen wird. “ [21]

Dies sind genau die drei Alternativen, die in der Prämisse 1 aufgeführt sind. Die erste Alternative, die physikalische Notwendigkeit, ist laut Hawking eine vergebliche Hoffnung: „Die M-Theorie kann die Parameter des Standardmodells nicht vorhersagen. Offenkundig müssen die Werte der Parameter, die wir messen, mit der Entwicklung des Lebens kompatibel sein. … Aber innerhalb der anthropisch zulässigen Bandbreite können die Parameter jeden beliebigen Wert annehmen. Soviel zu der Möglichkeit, die Stringtheorie könne die Feinstrukturkonstante vorhersagen.“ Er schloss mit der Bemerkung:

"Selbst wenn wir die ultimative Theorie verstehen, sagt sie uns nicht viel darüber, wie das Universum begann. Sie kann die Dimensionen der Raumzeit, der Eichgruppe oder andere Parameter der effektiven Feldtheorie kleiner Energien nicht vorhersagen. … Sie wird nicht bestimmen, wie diese Energie sich auf herkömmliche Materie und eine kosmologische Konstante oder Quintessenz verteilt. … Um also zur Frage zurückzukommen … Sagt die Stringtheorie den Zustand des Universums voraus? Die Antwort lautet, sie tut es nicht. Sie lässt eine gewaltige Landschaft möglicher Universen zu, in der wir einen anthropisch zulässigen Punkt besetzen."

Diese Vorstellung einer „kosmischen Landschaft“, die von der Stringtheorie vorhergesagt wird, ist sogar zu einem ganz eigenständigen Phänomen geworden. [22] Die Stringtheorie lässt etwa 10500 verschiedene Universen zu, die von den gegenwärtigen Naturgesetzen beherrscht werden, sodass die Theorie keineswegs die beobachteten Werte der Konstanten und Quantitäten physikalisch notwendig macht. Außerdem mag es zwar innerhalb des Bereichs der kosmischen Landschaft, der Leben zulässt, eine riesige Zahl möglicher Universen geben, aber dieser lebensfreundliche Bereich wird dennoch im Vergleich zu der gesamten Landschaft unermesslich winzig sein, sodass ein wahllos geworfener Wurfpfeil keine nennenswerte Chance hätte, ein Universum zu treffen, in dem Leben möglich ist.

Wie steht es dann mit der Alternative des Zufalls? Manche Theoretiker versuchen, die Zufallshypothese zu stützen, indem sie sich auf das sogenannte anthropische Prinzip berufen. Nach der Formulierung von Barrow und Tipler besagt das anthropische Prinzip, dass alle beobachteten Eigenschaften des Universums, die auf den ersten Blick verblüffend unwahrscheinlich erscheinen, erst dann in ihrer richtigen Perspektive zu sehen sind, nachdem wir die Tatsache berücksichtigt haben, dass gewisse Eigenschaften von uns nie beobachtet werden könnten, da wir ja nur solche Eigenschaften beobachten können, die mit unserer eigenen Existenz kompatibel sind. Das anthropische Prinzip lässt sich jedoch nur in Verbindung mit einer Viele-Welten-Hypothese legitim einsetzen, derzufolge ein Weltenensemble konkreter Universen existiert, in dem eine große Bandbreite von Möglichkeiten verwirklicht ist. Die Viele-Welten-Hypothese ist im Grunde ein Versuch seitens der Befürworter der Zufallshypothese, ihre Wahrscheinlichkeitsressourcen zu multiplizieren, um die Unwahrscheinlichkeit der Feinabstimmung kleiner zu machen.

Damit nun die Viele-Welten-Hypothese sich als plausible Hypothese präsentieren kann, muss ein plausibler Mechanismus benannt werden, wie diese vielen Welten erzeugt werden. Hier kommt das Multiversum ins Spiel. Die Inflation erzeugt die vielen Welten, die notwendig sind, damit der selbst selektierende Effekt des anthropischen Prinzips wirksam werden kann.

Nun liegt ein Problem der Multiversum-Erklärung darin, dass, wie wir gesehen haben, das BGV-Theorem verlangt, dass das Multiversum eine endliche Vergangenheit und einen Anfang hat. Da das Borde-Guth-Vilenkin-Theorem ein Multiversum ausschließt, das sich bis in die unendliche Vergangenheit erstreckt, können jetzt nur so viele Blasenuniversen existieren, wie sich in dem falschen Vakuum gebildet haben, seit das Multiversum an seinem Grenzpunkt in der endlichen Vergangenheit entstand. Angesichts der unvorstellbaren Unwahrscheinlichkeit, dass die Konstanten und Quantitäten alle zufällig in den Bereich fallen, der Leben zulässt, könnte es durchaus höchst unwahrscheinlich sein, dass aus dem falschen Vakuum schon so bald ein Universum hervorgegangen ist, das Leben zulässt. Insofern sitzt der Stachel der Feinabstimmung nach wie vor.

Darüber hinaus wäre es fatal, wenn das Multiversum selbst eine Feinabstimmung verlangte, um die vielen Welten zu erzeugen. In diesem Fall wäre das Problem der Feinabstimmung nicht beseitigt, sondern nur eine Ebene höher verlagert. Das ganze Multiversum-Szenario hängt an der Hypothese der zukunftsewigen Inflation, die wiederum auf der Existenz gewisser uranfänglicher skalarer Felder beruht, die die Inflation lenken. Obwohl Vilenkin bemerkt, die Inflation sei „in praktisch allen bisher vorgeschlagenen Modellen ewig“, [23] räumt er auch ein: „Eine weitere wichtige Frage ist, ob solche skalaren Felder in der Wirklichkeit existieren oder nicht. Leider wissen wir das nicht. Es gibt keine unmittelbaren Belege für ihre Existenz.“ [24] Dieser Mangel an Belegen sollte das Selbstbewusstsein zügeln, mit dem die Viele-Welten-Hypothese vertreten wird.

Ganz abgesehen von ihrer spekulativen Natur jedoch steht die Vielen-Welten-Hypothese auch noch vor einem potenziell fatalen Problem. Einfach gesagt: Wenn unser Universum nur ein Mitglied eines unendlichen Weltenensembles beliebig variierender Universen ist, dann ist es überwältigend viel wahrscheinlicher, dass wir ein ganz anderes Universum beobachten würden als das, dass wir de facto beobachten. Roger Penrose berechnet die Wahrscheinlichkeit des niedrigen Entropieniveaus unseres Universums allein durch Zufall in einer Größenordnung von 1:1010(123), eine unvorstellbare Zahl. [25] Die Wahrscheinlichkeit, dass unser Sonnensystem sich plötzlich durch zufällige Teilchenkollisionen bilden sollte, liegt bei 1:1010(60). (Penrose nennt das im Vergleich zu der anderen Zahl „absoluten Kinderkram“.) Es ist also unvorstellbar viel wahrscheinlicher, dass unser Sonnensystem sich plötzlich durch zufällige Teilchenkollisionen bilden sollte, als dass ein feinabgestimmtes Universum existiert. Wäre also unser Universum nur ein zufälliges Mitglied eines Weltenensembles, so wäre es unvorstellbar viel wahrscheinlicher, dass wir eine Insel der Ordnung vor uns hätten, die nicht größer wäre als unser Sonnensystem. Denn es gibt viel mehr beobachtbare Universen im Weltenensemble, in denen ein System wie unser Sonnensystem augenblicklich durch zufällige Teilchenkollisionen entsteht, als Universen, die für intelligentes Leben fein abgestimmt sind. Ja, das wahrscheinlichste beobachtbare Universum ist eines, in dem ein einzelnes Gehirn aus dem Quantenvakuum ins Dasein fluktuiert und seine ansonsten leere Welt beobachtet. Beobachtbare Universen wie diese sind einfach viel reichlicher im Weltenensemble vorhanden als Welten wie unsere, sodass wir eigentlich ein solches vor uns haben müssten. Da wir aber so etwas nicht beobachten, spricht diese Tatsache stark gegen die Multiversum-Hypothese. Zumindest unter atheistischen Denkvoraussetzungen ist es deshalb überaus wahrscheinlich, dass es ein Weltenensemble nicht gibt. Da die Zufallsalternative mit der Viele-Welten-Hypothese steht oder fällt, zeigt sich, dass diese Erklärung äußerst wenig plausibel ist.

Daraus ergibt sich, dass die Feinabstimmung des Universums plausibel weder auf physikalische Notwendigkeit noch auf Zufall zurückzuführen ist. Daraus folgt, dass die Feinabstimmung auf Design zurückzuführen ist. Aus diesem Grund ist, wie ich oben schon sagte, die beste Hoffnung für die Multiversum-Hypothese der Theismus: Gott könnte ein Weltenensemble erschaffen haben, das randvoll mit absichtlich feinabgestimmten Welten ist.

Schlussfolgerung

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Multiversum-Hypothese nichts dazu beiträgt, die Notwendigkeit eines Schöpfers und Designers des Universums zu eliminieren. Ob ein Multiversum existiert oder nicht, man braucht einen transzendenten, persönlichen Schöpfer und Designer des Kosmos.

William Lane Craig

(Übers.: C. Rendel)

Link to the original article in English: /has-the-multiverse-replaced-god

  • [1]

    Kalam ist das arabische Wort für Rede und wurde schließlich verwendet, um eine theologische Lehraussage und letzten Endes die gesamte Bewegung der mittelalterlichen islamischen Theologie zu bezeichnen.

  • [2]

    al-Ghazālī, Kitab al-Iqtisad fi’l I’tiqad, zitiert in S. de Beaurecueil, “Gazzali et S. Thomas d’Aquin: Essai sur la preuve de l’existence de Dieu proposée dans l’Iqtisad et sa comparaison avec les ‘voies’ Thomiste“, Bulletin de l’Institut Francais d’Archaeologie Orientale 46 (1947): 203.

  • [3]

    Gregory L. Naber, Spacetime and Singularities: an Introduction (Cambridge: Cambridge University Press, 1988), S. 126-27.

  • [4]

    John A. Wheeler, „Beyond the Hole“, in Some Strangeness in the Proportion, hg. von Harry Woolf (Reading, Mass.: Addison-Wesley, 1980), S. 354.

  • [5]

    P. C. W. Davies, „Spacetime Singularities in Cosmology“, in The Study of Time III, hg. von J. T. Fraser (Berlin: Springer Verlag, 1978), S. 78f.

  • [6]

    John Barrow und Frank Tipler, The Anthropic Cosmological Principle (Oxford: Clarendon Press, 1986), S. 442.

  • [7]

    Arthur Eddington, The Expanding Universe (New York: Macmillan, 1933), S. 124.

  • [8]

    Ebenda, S. 178.

  • [9]

    Hubert Reeves, Jean Audouze, William A. Fowler und David N. Schramm, „On the Origin of Light Elements“, Astrophysical Journal 179 (1973): 912.

  • [10]

    Linde, „Inflationary Universe“, S. 976.

  • [11]

    A. Borde und A. Vilenkin, „Eternal Inflation and the Initial Singularity“, Physical Review Letters 72 (1994): 3305, 3307.

  • [12]

    Andrei Linde, Dmitri Linde und Arthur Mezhlumian, „From the Big Bang Theory to the Theory of a Stationary Universe“, Physical Review D 49 (1994): 1783-1826. Linde hat seither versucht, einen Weg anzudeuten, um der Schlussfolgerung eines Beginns zu entkommen („Inflation and String Cosmology“, arXiv:hepth/0503195v1 (24. März 2005), S. 13. Es gelingt ihm jedoch nicht, die Linien der vergangenen Raumzeit ins Unendliche auszudehnen, was eine notwendige Bedingung wäre, damit das Universum keinen Beginn hätte.

  • [13]

    Arvind Borde, Alan Guth und Alexander Vilenkin, „Inflation Is Not Past-Eternal“, http://arXiv:grqc/0110012v1 (1. Oktober 2001): 4. Der Artikel wurde im Januar 2003 aktualisiert.

  • [14]

    Alexander Vilenkin, „Quantum Cosmology and Eternal Inflation“, http://arXiv:grqc/0204061v1 (18. April 2002): 10.

  • [15]

    Audrey Mithani und Alexander Vilenkin, „Did the universe have a beginning?“ ArXiv 1204.4658v1 [hepth] 20. April 2012. Vgl. seine Aussage: „Es gibt derzeit keine zufriedenstellenden Modelle für ein Universum ohne Anfang“ (A. Vilenkin, „Did the universe have a beginning?“, Vortrag an der Universität Cambridge, 2012). Konkret verschloss Vilenkin die Tür für drei Modelle, die versuchten, die Konsequenzen seines Theorem abzuwenden: die ewige Inflation, ein zyklisches Universum und ein „emergentes“ Universum, das als statischer Same in Ewigkeit existiert, bevor es sich ausdehnt.

  • [16]

    Lisa Grossman, „Why physicists can’t avoid a creation event“, New Scientist, 11. Januar 2012.

  • [17]

     Alex Vilenkin, Many Worlds in One: The Search for Other Universes (New York: Hill and Wang, 2006), S. 176.

  • [18]

    Platon, Die Gesetze, 12.966e.

  • [19]

    Platon, Die Gesetze, 10.893b899c; ebenso Timaeus.

  • [20]

    Siehe Peter Lipton, Inference to the Best Explanation (London: Routledge, 1991).

  • [21]

    S. W. Hawking, „Cosmology from the Top Down“, Vortrag auf dem Davis Cosmic Inflation Meeting, U. C. Davis, 29. Mai 2003.

  • [22]

    Siehe Leonard Susskind, The Cosmic Landscape: String Theory and the Illusion of Intelligent Design (New York: Little, Brown, & Co., 2006). Susskind glaubt offenbar, die Entdeckung der kosmischen Landschaft unterhöhle das Argument für Design, obwohl in Wirklichkeit genau das Gegenteil zutrifft. Susskind scheint sich nicht klarzumachen, dass die 10500 Welten in der kosmischen Landschaft nicht real sind, sondern lediglich die im Rahmen der M-Theorie möglichen Universen darstellen. Um einen Ansatzpunkt für das anthropische Prinzip zu finden, das Hawking als dritte Alternative erwähnt, braucht man eine Vielzahl realer Universen, die die Stringtheorie alleine nicht liefert.

  • [23]

    Vilenkin, Many Worlds in One, S. 214.

  • [24]

    Ebenda, S. 61.

  • [25]

    Roger Penrose, The Road to Reality (New York: Alfred A. Knopf, 2005), S. 762-765, schlussfolgert, anthropische Erklärung seien so „impotent“, dass es tatsächlich „fehlgeleitet“ sei, sich auf sie zu berufen, um die besonderen Eigenschaften des Universums zu erklären. (Die Zahl liest sich: 10 hoch 10 hoch 123, Anm. d. Übers.)