Der neue Atheismus und fünf Argumente für Gottes Existenz
Summary
Gibt es gute Argumente für die Existenz Gottes? Haben die sogenannten Neuen Atheisten bewiesen, dass die Argumente für Gott nicht gut sind?
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Es mag vielleicht etwas überraschen, dass nahezu keiner der sogenannten Neuen Atheisten etwas zu den Argumenten für die Existenz Gottes zu sagen hat. Stattdessen konzentrieren sie sich in der Regel auf die gesellschaftlichen Folgen der Religion und hinterfragen, inwiefern Religion für die Gesellschaft gut sei. Dass die gesellschaftliche Auswirkung einer Idee zum Guten oder Schlechten ein adäquater Maßstab für ihren Wahrheitsgehalt ist, mag man zurecht anzweifeln. Beispielsweise hat der Darwinismus gewiss zumindest einigen negativen gesellschaftlichen Einfluss ausgeübt, doch dies ist kaum Grund genug, um die Theorie für falsch zu halten oder die biologischen Beweise zu deren Gunsten einfach zu ignorieren.
Vielleicht denken die Neuen Atheisten, dass die traditionellen Argumente für Gottes Existenz inzwischen überholt seien und somit nicht länger einer Widerlegung bedürfen. In dem Fall wären sie jedoch naiv. Im Verlauf der letzten Generation vollzog sich unter Berufsphilosophen, deren Geschäft darin besteht, über schwierige metaphysische Fragen nachzudenken, eine Wiederbelebung des Interesses an Argumenten für die Existenz Gottes. Dieses wieder neue auftauchende Interesse ist selbst nicht der Alltagskultur entgangen. 1980 veröffentlichte die Time einen Leitartikel mit dem Titel “Modernizing the Case for God“ [Eine Modernisierung des Plädoyers für Gott]. Er beschrieb die Bewegung unter zeitgenössischen Philosophen, traditionellen Argumenten für die Existenz Gottes neuen Glanz zu verleihen. Die Time staunte:
„In einer stillen Revolution der Gedanken und Argumente, die kaum jemand vor zwei Jahrzehnten hätte vorhersehen können, ist Gott dabei, sein Comeback zu schaffen. Das Faszinierendste: Dies ereignet sich nicht unter Theologen oder gewöhnlichen Gläubigen, sondern in den spritzigen intellektuellen Zirkeln akademischer Philosophen, wo der Konsens den Allmächtigen schon lange aus einem fruchtbaren Diskurs verbannt hatte. [1]
Laut dieses Artikels äußerte der bekannte amerikanische Philosoph Roderick Chisholm die Meinung, dass der Grund für den starken Einfluss Atheismus in der vorhergehenden Generation darin bestand, dass die brillantesten Philosophen Atheisten waren. Doch heute sind, laut seiner Beobachtung, viele der brillantesten Philosophen Theisten, die einen knallharten Intellektualismus zur Verteidigung dieses Glaubens einsetzen.
Die Neuen Atheisten befinden sich über die anhaltende Revolution in der angloamerikanischen Philosophie in seliger Unwissenheit. [2] In der Regel haben sie keine Berührung mit den neuesten und besten Arbeiten auf diesem Gebiet. Nahezu der einzige Neue Atheist, der auf Argumente für die Existenz Gottes eingeht, ist Richard Dawkins. In seinem Buch Der Gotteswahn, das zum internationalen Bestseller wurde, untersucht Dawkins viele der wichtigsten Argumente für Gott und bietet Widerlegungen an. [3] Ihm ist anzurechnen, dass er die Argumente ernst nimmt. Doch sind seine Widerlegungen überzeugend? Hat Dawkins den Argumenten einen tödlichen Schlag versetzt?
Nun, wir wollen uns einige dieser Argumente einmal anschauen. Doch zuvor sollten wir klarstellen, was ein „gutes“ Argument ausmacht. Ein Argument besteht aus einer Reihe von Aussagen (genannt Prämissen), die zu einer Schlussfolgerung führen. Ein formallogisch korrektes Argument muss zwei Bedingungen erfüllen: (1) es muss logisch gültig sein (d. h., seine Schlussfolgerung folgt nach den Gesetzen der Logik aus den Prämissen), und (2) die Prämissen müssen wahr sein. Wenn ein Argument formallogisch korrekt ist, dann folgt die Wahrheit der Schlussfolgerung notwendigerweise aus den Prämissen. Doch damit etwas ein gutes Argument darstellt, ist es nicht genug, dass es logisch gültig ist und die Prämissen wahr sind. Wir müssen auch Gründe dafür haben anzunehmen, dass seine Prämissen wahr sind. Ein logisch gültiges Argument, das zwar wahre Prämissen hat, bei dem uns die Wahrheit der Prämissen aber völlig unbekannt ist, ist kein gutes Argument, um die Schlussfolgerung zu stützen. Die Prämissen müssen für uns ein gewisses Maß an Rechtfertigung haben, wir müssen ein Stück weit wissen, dass sie wahr sind, damit ein formallogisch korrektes Argument auch ein gutes ist. Aber wieviel Rechtfertigung? Die Prämissen müssen freilich nicht mit Gewissheit als wahr bekannt sein (es gibt nahezu nichts, von dem wir mit Sicherheit wissen, dass es wahr ist!). Vielleicht sollten wir sagen: Damit ein Argument ein gutes Argument ist, müssen die Prämissen angesichts der Beweislage wahrscheinlich wahr sein. Ich denke, das ist fair, obwohl Wahrscheinlichkeiten manchmal schwer zu quantifizieren sind. Anders ausgedrückt: Ein gutes Argument ist ein korrektes Argument, bei dem die Prämissen angesichts der Beweislage plausibler sind als deren Gegenteile. Sie sollten die Prämisse und deren Verneinung vergleichen und jeweils die Aussage für wahr halten, die angesichts der Beweislage plausibler wahr ist. Ein gutes Argument wird ein korrektes Argument sein, dessen Prämissen plausibler sind als deren Negationen.
Unter Voraussetzung dieser Definition erhebt sich die Frage: Gibt es gute Argumente für die Existenz Gottes? Hat insbesondere Dawkins nachgewiesen, dass die Argumente für Gott nicht gut sind? Um dies herauszufinden, lassen Sie uns fünf Argumente für die Existenz Gottes näher betrachten:
1. Das kosmologische Argument aus der Kontingenz
Das kosmologische Argument gibt es in verschiedenen Formen. Hier ist eine einfache Version des berühmten kosmologischen Arguments aus Kontingenz:
- Für alles, was existiert, gibt es eine Erklärung seiner Existenz; diese Erklärung liegt entweder in der Notwendigkeit seiner eigenen Natur oder in einer externen Ursache.
- Wenn es eine Erklärung für die Existenz des Universums gibt, dann ist diese Erklärung Gott.
- Das Universum existiert.
- Darum gibt es eine Erklärung für die Existenz des Universums (aus 1, 3).
- Darum ist die Erklärung für die Existenz des Universums Gott (aus 2, 4).
Nun, dies ist ein logisch stichfestes Argument. Das heißt, wenn die Prämissen wahr sind, dann ist die Schlussfolgerung unvermeidlich. Es spielt keine Rolle, ob uns die Schlussfolgerung gefällt. Es spielt keine Rolle, ob wir andere Einwände gegen die Existenz Gottes haben. Solange wir die drei Prämissen zugestehen, müssen wir die Schlussfolgerung akzeptieren. Somit lautet die Frage: Was ist plausibler – dass diese Prämissen wahr sind oder dass sie falsch sind?
1.1. Prämisse 1
Betrachten wir zuerst Prämisse 1. Laut Prämisse 1 gibt es zwei Arten von Dingen: Dinge, die notwendigerweise existieren und Dinge, die durch irgendeinen externen Grund verursacht werden. Lassen Sie mich dies erklären.
Dinge, die notwendigerweise existieren, existieren aufgrund der Notwendigkeit ihrer eigenen Natur. Es ist für sie unmöglich, nicht zu existieren. Viele Mathematiker denken, dass Zahlen, Mengen und andere mathematische Entitäten auf diese Weise existieren. Ihre Existenz wird nicht durch etwas anderes verursacht; sie existieren einfach notwendigerweise.
Im Gegensatz dazu existieren Dinge, deren Existenz durch etwas anderes verursacht wurde, nicht notwendigerweise. Sie existieren kontingent. Sie existieren, weil etwas anderes sie hervorgebracht hat. Bekannte physikalische Objekte wie Menschen, Planeten und Galaxien gehören in diese Kategorie.
Somit behauptet Prämisse 1, dass alles, was existiert, auf eine der beiden Weisen erklärt werden kann. Diese Behauptung scheint, wenn man darüber nachdenkt, sehr plausibel wahr zu sein. Stellen Sie sich vor, sie wandern durch den Wald und stoßen auf einen durchsichtigen Ball, der auf dem Waldboden liegt. Natürlicherweise würden Sie sich fragen, wie denn der dahin kam. Wenn einer Ihrer Mitwanderer zu Ihnen sagen würde: „Mach dir keine Gedanken darüber! Es gibt einfach keine Erklärung für seine Existenz!“, würden Sie entweder denken, er sei verrückt oder vermuten, dass er nur wollte, dass Sie weitergehen. Niemand würde die Vermutung ernst nehmen, dass der Ball dort buchstäblich ohne Erklärung existierte.
Nun nehmen wir an, Sie vergrößern den Umfang des Balles in unserer Geschichte auf die Größe eines Autos. Damit hätten wir die Notwendigkeit einer Erklärung in keinerlei Weise befriedigt oder wären ihr enthoben. Nehmen wir an, er hätte die Größe eines Hauses. Dasselbe Problem. Nehmen wir an, er hätte die Größe eines Kontinentes oder eines Planeten. Dasselbe Problem. Nehmen wir an, er hätte die Größe des gesamten Universums. Dasselbe Problem. Nur die Größe des Balles zu steigern, trägt nichts dazu bei, die Notwendigkeit einer Erklärung zu beeinträchtigen. Da man den Ball in unserer Geschichte durch jegliches Objekt ersetzen könnte, gibt uns dies Gründe für die Annahme, dass Prämisse 1 wahr ist.
Man könnte einwenden, während Prämisse 1 für alles im Universum wahr ist, ist sie nicht wahr für das Universum selbst. Alles im Universum hat eine Erklärung, aber das Universum selbst hat keine Erklärung.
Eine solche Antwort begeht den Fehlschluss, der zutreffend als „taxi cab fallacy“ [„Taxi-Trugschluss“] bezeichnet wurde. Denn wie der atheistische Philosoph des 19. Jahrhunderts Arthur Schopenhauer spaßhaft bemerkte: Prämisse 1 kann nicht wie ein Taxi weggeschickt werden, sobald du deine erwünschte Zielbestimmung erreicht hast! Man kann nicht sagen, dass es für alles eine Erklärung seiner Existenz gibt und dann plötzlich das Universum ausnehmen. Es wäre willkürlich zu behaupten, dass das Universum die Ausnahme zur Regel bilde. (Gott ist keine Ausnahme zur Prämisse 1: siehe unter Punkt 1.4). Unsere Veranschaulichung durch den Ball im Wald zeigt, dass nur eine Vergrößerung des zu erklärenden Objektes, selbst wenn es bis auf das Universum vergrößert wird, nichts dazu beiträgt, die Notwendigkeit für eine Erklärung seiner Existenz aufzuheben.
Man könnte versuchen, den Schritt, das Universum zur Ausnahme von Prämisse 1 zu erheben, zu rechtfertigen. Einige Philosophen haben behauptet, dass es unmöglich sei, dass das Universum eine Erklärung für seine Existenz habe. Denn die Erklärung für das Universum müsste ein vorheriger Daseinszustand sein, in dem das Universum noch nicht existierte. Doch dies wäre das Nichts, und das Nichts kann nicht die Erklärung für irgendetwas sein. Somit müsse das Universum einfach auf unerklärliche Weise existieren.
Diese Argumentationslinie ist jedoch augenscheinlich fehlschlüssig, denn sie geht davon aus, dass das Universum alles ist, was es gibt, und wenn es kein Universum gäbe, es nichts gäbe. Anders gesagt, der Einwand geht davon aus, dass der Atheismus wahr ist. Derjenige, der den Einwand erhebt, zieht aus einer erst zu beweisenden Voraussetzung den Schluss zugunsten des Atheismus, das heißt, er argumentiert in einem Zirkel. Der Theist wird dem zustimmen, dass die Erklärung für das Universum ein (der Erklärung) vorhergehender Daseinszustand sein muss, in dem das Universum nicht existierte. Aber dieser Daseinszustand ist Gott und sein Wille, nicht das Nichts.
So scheint es, dass Prämisse 1 mit mehr Plausibilität wahr als falsch ist. Mehr brauchen wir nicht für ein gutes Argument.
1.2. Prämisse 2
Wie steht es dann mit Prämisse 2 ("Wenn es eine Erklärung für die Existenz des Universums gibt, dann ist diese Erklärung Gott")? Ist sie plausibler wahr als falsch? Obwohl Prämisse 2 zunächst strittig erscheinen mag, ist das dem Atheisten wirklich Ungelegene daran, dass diese Prämisse 2 der typischen atheistischen Antwort auf das Kontingenzargument logisch äquivalent ist. (Zwei Aussagen sind logisch äquivalent, wenn es unmöglich ist, dass die eine wahr und die andere falsch ist. Sie stehen oder fallen gemeinsam.) Was erwidert ein Atheist also nahezu immer auf das Kontingenzargument? Typischerweise behauptet er Folgendes:
A. Wenn der Atheismus wahr ist, dann gibt es für die Existenz des Universums keine Erklärung.
Da für den Atheismus das Universum die letztgültige Realität ist, existiert es einfach als eine nackte Tatsache. Aber dies ist logisch äquivalent zu der Aussage:
B. Wenn es für das Universum eine Erklärung seiner Existenz gibt, dann ist der Atheismus nicht wahr.
Man kann also nicht (A) zustimmen und (B) leugnen. Aber (B) ist praktisch synonym mit der Prämisse 2! (Man vergleiche sie einfach einmal). Indem der Atheist also sagt, unter der Voraussetzung des Atheismus hat das Universum keine Erklärung, stimmt er implizit der Prämisse 2 zu: wenn das Universum eine Erklärung hat, dann existiert Gott.
Darüber hinaus ist Prämisse 2 in sich selbst sehr glaubwürdig. Denn denken wir daran, was das Universum ist: die gesamte Raumzeit-Realität, einschließlich aller Materie und Energie. Daraus folgt, wenn das Universum eine Ursache für seine Existenz hat, dann muss diese Ursache ein nicht-körperliches, nicht-materielles Wesen sein, das über Raum und Zeit steht. Nun gibt es nur zwei Arten von Dingen, die in diese Beschreibung passen könnten: entweder ein abstraktes Objekt, wie eine Zahl, oder aber ein körperloser Geist. Doch abstrakte Objekte können nicht irgendetwas verursachen. Dies gehört zum Wesen des Abstrakten. Die Zahl Sieben beispielsweise kann nicht irgendwelche Folgen verursachen. Wenn es also eine Ursache für das Universum gibt, dann muss diese ein transzendenter, körperloser Geist sein, so wie Christen Gottes Dasein verstehen.
1.3. Prämisse 3
Prämisse 3 ("Das Universum existiert") lässt sich von keinem ernsthaften Wahrheitssucher leugnen: Offensichtlich existiert das Universum!
1.4. Schlussfolgerung
Aus diesen drei Prämissen folgt, dass Gott existiert. Nun, wenn Gott existiert, liegt die Erklärung für Gottes Existenz in der Notwendigkeit seiner eigenen Natur, da es, wie selbst der Atheist anerkennt, unmöglich ist, dass Gott eine Ursache hat. Wenn dieses Argument also erfolgreich ist, beweist es die Existenz eines notwendigen, nicht verursachten, zeitlosen, raumlosen, materielosen, persönlichen Schöpfers des Universums. Das ist wahrhaftig erstaunlich!
1.5. Dawkins' Erwiderung
Was hat also Dawkins als Erwiderung auf dieses Argument zu sagen? Nichts! Schauen Sie nur auf die Seiten 108ff. seines Buches [4], wo man erwarten würde, dass dieses Argument erscheint. Alles, was Sie finden, ist eine kurze Diskussion einer etwas verwässerten Version von Thomas von Aquins Gottesbeweisen, aber nichts über das Kontingenzargument. Das ist recht bemerkenswert, denn das Kontingenzargument ist eines der berühmtesten Argumente für die Existenz Gottes und wird heutzutage von Philosophen wie Alexander Pruss, Timothy O’Connor, Stephen Davis, Robert Koons und Richard Swinburne verteidigt, um hier nur einige Namen zu nennen. [5]
2. Das Kalam-kosmologische Argument
Es basiert auf der Grundlage, dass das Universum einen Anfang hat.
Hier folgt eine andere Version des kosmologischen Argumentes, die ich als das Kalam-kosmologische Argument bezeichnet habe, zu Ehren ihrer mittelalterlichen muslimischen Befürworter (Kalam ist das arabische Wort für Theologie):
- Alles, was begann zu existieren, hat eine Ursache.
- Das Universum begann zu existieren.
- Also hat das Universum eine Ursache.
Sobald wir zu der Schlussfolgerung kommen, dass das Universum eine Ursache hat, können wir analysieren, welche Eigenschaften eine solche Ursache haben muss und können ihre theologische Bedeutung einschätzen.
Dieses Argument ist wiederum logisch hieb- und stichfest. Die einzige Frage ist darum, ob die beiden Prämissen plausibler wahr sind als ihre Verneinungen.
2.1 Prämisse 1
Prämisse 1 ("Alles, was begann zu existieren, hat eine Ursache") erscheint offensichtlich wahr – zumindest offensichtlicher als ihre Negation. Zunächst wurzelt sie in der notwendigen Wahrheit, dass etwas nicht ohne Ursache aus dem Nichts ins Dasein kommen kann. Zu behaupten, dass Dinge einfach aus dem Nichts ohne Ursache ins Dasein kommen könnten, ist buchstäblich abwegiger als Zauberei [6]. Zweitens, wenn Dinge wirklich ohne Ursache aus dem Nichts ins Dasein kommen könnten, dann ist es unerklärlich, warum nicht einfach ständig irgendwelche anderen Dinge ohne Ursache aus dem Nichts ins Dasein kommen. Drittens, Prämisse 1 wird konstant durch unsere Erfahrung bestätigt, wenn wir miterleben, dass Dinge zu existieren beginnen, die durch vorhergehende Ursachen hervorgebracht wurden.
2.2. Prämisse 2
Prämisse 2 ("Das Universum begann zu existieren") kann sowohl durch philosophische Argumente als auch durch naturwissenschaftliche Evidenz gestützt werden. Die philosophischen Argumente zielen darauf ab, aufzuzeigen, dass es keinen endlosen Regress von vergangenen Ereignissen gegeben haben kann. In anderen Worten, die Reihe von vergangenen Ereignissen muss endlich gewesen sein und muss einen Anfang gehabt haben. Einige dieser Argumente versuchen zu zeigen, dass es unmöglich ist, dass eine tatsächlich unendliche Zahl von Dingen existiert; deshalb kann eine unendliche Anzahl von vergangenen Ereignissen nicht existieren. Andere versuchen aufzuzeigen, dass eine tatsächlich existierende unendliche Reihe von vergangenen Ereignissen niemals vergehen kann; da die Reihe vergangener Ereignisse offensichtlich vergangen ist, muss die Anzahl der vergangenen Ereignisse endlich sein.
Der naturwissenschaftliche Beweis für Prämisse 2 beruht auf der Expansion des Universums und den thermodynamischen Eigenschaften des Universums. Nach dem Urknallmodell vom Ursprung des Universums entstanden im Universum physikalischer Raum und Zeit gemeinsam mit der Materie und Energie zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren (Abb.1).

Abbild 1: Geometrische Darstellung des Standardmodells von Raumzeit. Raum und Zeit beginnen an der anfänglichen kosmologischen Singularität, vor der buchstäblich nichts existiert.
Das Erstaunliche am Urknall ist, dass er buchstäblich den Ursprung des Universums aus dem Nichts darstellt. Wie der Physiker P.C.W. Davies erklärt: „Bei der Entstehung des Universums, wie sie in der modernen Wissenschaft diskutiert wird … geht es nicht nur darum, … einem zuvor inkohärenten Zustand … eine Art Ordnung aufzuerlegen, sondern buchstäblich um die Entstehung von allen physikalischen Dingen aus dem Nichts.“ [7]
Natürlich haben Kosmologen über die Jahre verschiedene alternative Theorien vorgeschlagen, um diesen absoluten Anfang zu vermeiden, aber keine dieser Theorien hat sich der Gemeinschaft der Wissenschaftler als plausibler empfohlen als die Urknall-Theorie. 2003 bewiesen Arvind Borde, Alan Guth und Alexander Vilenkin sogar, dass jegliches Universum, das sich durchschnittlich in einem Zustand kosmischer Expansion befindet, in der Vergangenheit nicht ewig gewesen sein kann, sondern einen absoluten Anfang gehabt haben muss. Ihr Beweis hält trotz der den Wissenschaftlern noch fehlenden physikalischen Beschreibung des ganz frühen Universums Stand. Er trifft sogar auch auf jegliches weitere Multiversum zu, von dem unser Universum als Teil gedacht werden könnte. Vilenkin ist in seiner Argumentation nicht gerade zurückhaltend:
„Es wird gesagt, ein Argument genügt, um vernünftige Menschen zu überzeugen, aber ein Beweis ist erforderlich, um einen unvernünftigen Menschen zu überzeugen. Da wir den Beweis nun haben, können sich die Kosmologen nicht länger hinter der Möglichkeit eines ewigen Universums in der Vergangenheit verschanzen. Es gibt kein Entrinnen, sie müssen sich dem Problem eines kosmischen Anfangs stellen.“ [8]
Weiterhin kommt zusätzlich zu der Evidenz, die auf der Expansion des Universums basiert, noch die thermodynamische Evidenz für den Anfang eines Universums hinzu. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik sagt voraus, dass in einer endlichen Menge von Zeit das Universum sich zu einem kalten, dunklen, verdünnten und leblosen Zustand aufreiben wird. Aber hätte es bereits seit einer unendlichen Zeit existiert, dann müsste das Universum bereits jetzt in solch einem trostlosen Zustand sein. Wissenschaftler haben darum gefolgert, dass das Universum vor einer endlichen Zeit begonnen haben muss zu existieren und sich nun in dem langsamen Verfallsprozess befindet.
2.3. Schlussfolgerung
Aus den beiden Prämissen folgt logisch die Konklusion des Arguments, nämlich dass das Universum eine Ursache hat. Der prominente Neue Atheist Daniel Dennett stimmt zu, dass das Universum eine Ursache hat, aber er denkt, dass die Ursache des Universums das Universum selbst ist! Ja, er meint dies ernst. Durch das, was er als den „perfekten Selbsthilfetrick“ bezeichnet, behauptet er, habe sich das Universum selbst erschaffen. [9]
Dennetts Ansicht ist eindeutiger Unsinn. Man beachte, dass er nicht sagt, das Universum sei selbstverursacht in dem Sinne, dass es immer existiert hat. Nein, Dennett stimmt zu, dass das Universum einen absoluten Anfang hatte, behauptet aber, dass das Universum sich selbst ins Dasein gebracht habe. Doch dies ist eindeutig unmöglich, denn um sich selbst zu erschaffen, hätte das Universum bereits existieren müssen. Es hätte existieren müssen, bevor es existierte! Dennetts Ansicht ist somit logisch inkohärent. Die Ursache für das Universum muss darum eine transzendente Ursache sein, die über das Universum hinausgeht.
Welche Eigenschaften müsste somit solch eine Ursache des Universums besitzen? Als Ursache von Raum und Zeit muss sie Raum und Zeit überschreiten und darum zeitlos und nicht-räumlich (zumindest ohne Universum) existieren. Diese transzendente Ursache muss darum unveränderlich und materielos sein, denn (1) alles, was zeitlos ist, muss auch unveränderlich sein und (2) alles, was unveränderlich ist, muss nicht-physikalisch und nicht materiell sein, da materielle Dinge sich beständig auf molekularer und atomarer Ebene verändern. Eine solche Ursache muss ohne einen Anfang und ohne Ursache sein, zumindest in dem Sinne, dass ihr vorausgehende kausale Bedingungen fehlen, da es keinen unendlichen Regress von Ursachen geben kann. „Ockhams Rasiermesser“ (das Prinzip, das besagt, dass wir Ursachen nicht über die Notwendigkeit hinaus vermehren sollten), [10] wird alle anderen Ursachen wegrasieren, da nur eine Ursache erforderlich ist, um die Wirkung zu erklären. Diese Entität muss unvorstellbar mächtig, wenn nicht allmächtig sein, da sie das Universum ohne jegliche materielle Ursache erschuf.
Schlussendlich und was am bemerkenswertesten ist: eine solche transzendente erste Ursache ist plausiblerweise persönlich. Wir haben bereits in unserer Diskussion über das Kontingenzargument gesehen, dass die Personenhaftigkeit der ersten Ursache des Universums durch ihre Zeitlosigkeit und Materielosigkeit impliziert ist. Die einzigen Entitäten, die solche Eigenschaften besitzen können, sind entweder denkende Wesen oder abstrakte Objekte wie Zahlen. Aber abstrakte Objekte stehen nicht in kausalen Beziehungen. Darum muss die transzendente Ursache für den Ursprung des Universums ein nicht-körperliches denkendes Wesen sein. [11]
Darüber hinaus ist die Personenhaftigkeit der ersten Ursache auch dadurch impliziert, dass der Ursprung einer Wirkung mit einem Anfang - zumindest bei der ersten Ursache - eine Ursache ohne einen Anfang ist. Wir haben gesehen, dass der Anfang des Universums die Wirkung einer ersten Ursache war. In der Natur der Sache liegt, dass diese Ursache nicht einen Anfang ihrer Existenz oder irgendeine andere vorausgehende Ursache haben kann. Sie existiert einfach unveränderlich ohne Anfang, und vor einer endlichen Zeit brachte sie das Universum ins Dasein. Nun ist das sehr seltsam. Die Ursache ist in gewissem Sinne ewig und doch ist die Wirkung, die sie hervorgebracht hat, nicht ewig, sondern sie begann vor einer endlichen Zeit zu existieren. Wie kann das geschehen? Wenn die hinlänglichen Bedingungen für die Wirkung ewig sind, warum ist dann die Wirkung nicht auch ewig? Wie kann ein erstes Ereignis ins Dasein kommen, wenn die Ursache für dieses Ereignis unveränderlich und ewig existiert? Wie kann die Ursache ohne ihre Wirkung existieren?
Es scheint nur einen Weg aus diesem Dilemma zu geben, und zwar, zu sagen, dass die Ursache für den Anfang des Universums ein persönlicher Agent ist, der frei wählt, ein Universum in der Zeit zu schaffen. Philosophen nennen diese Art von Verursachung „Verursachung durch einen Agenten“, und weil der Agent frei ist, kann er neue Wirkungen initiieren, indem er frei Konditionen zuwege bringt, die es zuvor nicht gab. So könnte vor einer begrenzten Zeit ein Schöpfer frei die Welt in diesem Moment ins Dasein gebracht haben. Auf diese Art und Weise könnte der Schöpfer unveränderlich und ewig existieren, aber sich entschieden haben, die Welt in der Zeit zu erschaffen. (Mit „sich entscheiden“ muss man nicht notwendigerweise aussagen, dass der Schöpfer seine Meinung über die Entscheidung zu erschaffen ändert, sondern dass er frei und ewig beabsichtigt, eine Welt mit einem Anfang zu erschaffen.) Indem er seine kausale Macht ausübt, bewirkt er somit, dass eine Welt mit einem Anfang ins Dasein kommt. [12] Somit ist die Ursache ewig, aber die Wirkung ist es nicht. Auf diese Art und Weise ist es dann möglich, dass das zeitliche Universum durch eine ewige Ursache ins Dasein kommt: durch den freien Willen eines persönlichen Schöpfers.
Somit können wir auf Grundlage einer Analyse der Schlussfolgerung des Arguments ableiten, dass ein persönlicher Schöpfer des Universums existiert, der ohne Ursache, ohne Anfang, unveränderlich, materielos, zeitlos, raumlos und unvorstellbar mächtig ist.
In der zeitgenössischen Szene haben Philosophen wie Stuart Hackett, David Oderberg, Mark Nowacki und ich das Kalam-kosmologische Argument verteidigt. [13]
2.4. Dawkins Erwiderung
Glücklicherweise spricht Dawkins diese Version des kosmologischen Argumentes an. Bemerkenswerterweise bestreitet er jedoch keine der Prämissen des Argumentes! Stattdessen stellt er die theologische Bedeutung der Schlussfolgerung des Argumentes infrage. Er klagt:
“Sogar wenn wir uns den zweifelhaften Luxus erlauben, willkürlich einen Endpunkt der Regression zu postulieren und ihm einen Namen zu geben, einfach weil wir einen solchen Endpunkt brauchen, besteht keinerlei Anlass, ihn mit Eigenschaften auszustatten, die Gott normalerweise zugeschrieben werden: Allmacht, Allwissenheit, Güte, kreative Gestaltung, oder gar menschliche Eigenschaften wie das Erhören von Gebeten, Vergebung der Sünden und das Lesen unserer innersten Gedanken“. [14]
Vom Seitenhieb am Anfang abgesehen, [15] stellt diese Aussage ein erstaunliches Zugeständnis dar. Dawkins leugnet nicht, dass das Argument erfolgreich die Existenz eines nicht verursachten, anfangslosen, unveränderlichen, nicht-materiellen, zeit- und raumlosen und unvorstellbar mächtigen persönlichen Schöpfers des Universums beweist. Er beklagt sich lediglich darüber, dass kein Nachweis dafür erbracht wurde, dass diese Ursache allmächtig, allwissend, gut und kreativ gestaltend, Gebet erhörend, Sünden vergebend und fähig ist, unsere innersten Gedanken zu lesen. Na und? Das Argument strebt nicht an, solche Dinge zu beweisen. Es wäre eine bizarre Form von Atheismus – in der Tat, eine die ihres Namens nicht wert ist – die eingestünde, dass ein nicht verursachter, anfangsloser, unveränderlicher, nicht materieller, zeit- und raumloser, unvorstellbar mächtiger persönlicher Schöpfer des Universums existiert, der, nach allem, was wir wissen, auch die anderen Eigenschaften besitzen kann, die Dawkins auflistet! [16]
Dawkins hat noch etwas mehr über das Kalam-kosmologische Argument zu sagen. Er behauptet: „Ökonomischer wäre es, sich auf eine „Urknall-Singularität“ oder ein anderes, bisher unbekanntes physikalisches Konzept zu berufen. Die Bezeichnung dieses Konzeptes als Gott ist im besten Fall unnütz, und im schlimmsten Fall führt sie heimtückisch in die Irre.“ [17]
Ich verstehe es so, dass der Einwand hier darin besteht, dass etwas anderes – etwas rein Physikalisches – als die Ursache des Universums betrachtet werden kann, zu der die Schlussfolgerung des Argumentes gelangte. Aber wie wir gesehen haben, wird dieser Einwand nicht funktionieren. Denn die initiale Singularität ist nur der Anfangspunkt des Universums. Somit ist unsere eigentliche Frage, warum die Singularität entstand. Es wäre ein grundlegendes Missverständnis, sich die Singularität als eine Art superdichte Kugel vorzustellen, die seit Ewigkeit schlafend dalag und dann vor einer endlichen Zeit explodierte. Laut der Urknalltheorie ist die Singularität vielmehr der Punkt, an dem der physikalische Raum und die Zeit selbst, gemeinsam mit Materie und Energie, zu existieren begannen. Somit kann es keinen physikalischen Grund irgendeiner Art für die Urknallsingularität geben. Was also brachte das Universum ins Dasein? Das Prinzip der Sparsamkeit (oder Ockhams Rasiermesser) hält uns an, die Ursachen nicht über die Notwendigkeit hinaus zu multiplizieren; aber das Prinzip, dass die Dinge angemessen zu erklären sind, [18] fordert uns, solche Ursachen zu postulieren, die notwendig sind, um die Wirkung zu erklären; ansonsten würden wir nie Ursachen für irgendetwas suchen. Wir müssen darum eine transzendente Ursache postulieren, die über Raum und Zeit hinausgeht und darum ihrer Natur nach nicht-physikalisch ist. Wir müssen den persönlichen Schöpfer des Universums nicht „Gott“ nennen, wenn Dawkins das als unnütz oder irreführend empfindet; aber das Argument bleibt, dass ein solches wie oben beschriebenes Wesen existieren muss.
3. Das Moral-Argument auf der Grundlage moralischer Werte und Pflichten
Eine Reihe von Ethikern wie Robert Adams, William Alston, Mark Linville, Paul Copan, John Hare, Stephen Evans und andere haben verschiedene Moral-Argumente für die Existenz Gottes verteidigt. [19] Um die Version des moralischen Argumentes zu verstehen, die ich selbst in meiner eigenen Arbeit verteidigt habe, ist es notwendig, dass wir eine Reihe wichtiger Unterscheidungen begreifen.
Zunächst sollten wir zwischen moralischen Werten und Pflichten unterscheiden. Werte haben damit zu tun, ob etwas gut oder schlecht ist. Pflichten haben damit zu tun, ob etwas richtig oder falsch ist. Nun mag man im ersten Augenblick denken, dass diese Trennung gleichgültig ist: „gut“ und „richtig“ bedeuten dasselbe, und dasselbe gilt auch für „schlecht“ und „falsch“. Aber wenn man darüber nachdenkt, kann man erkennen, dass dies nicht so ist. Pflicht hat mit moralischer Verpflichtung zu tun, was man tun oder nicht tun sollte. Aber offensichtlich ist man nicht moralisch verpflichtet, etwas nur deshalb zu tun, weil es für einen gut wäre, es zu tun. Beispielsweise wäre es für jemanden gut, Arzt zu werden, doch ist er nicht moralisch verpflichtet, Arzt zu werden. Schließlich wäre es ebenso gut für jemanden, ein Feuerwehrmann oder eine Hausfrau oder ein Diplomat zu werden, aber man kann nicht alles werden. Somit gibt es einen Unterschied zwischen gut/schlecht und richtig/falsch. Gut/schlecht hat mit dem Wert von etwas zu tun, während richtig/falsch damit zu tun hat, ob etwas verpflichtend ist.
Zweitens gibt es die Unterscheidung zwischen objektiv oder subjektiv. Mit „objektiv“ meine ich, „unabhängig von der Meinung der Menschen“. Mit „subjektiv“ meine ich „abhängig von der Meinung der Menschen“. Wenn man also sagt, dass es objektive moralische Werte gibt, dann sagt man damit, dass etwas gut oder schlecht ist, unabhängig von dem, was immer Menschen auch darüber denken. Gleicherweise bedeutet die Aussage, dass wir objektive moralische Pflichten haben und bestimmte Handlungen richtig oder falsch für uns sind, ganz egal, was Menschen darüber denken. Wenn man beispielsweise sagt, dass der Holocaust objektiv falsch war, dann bedeutet das, er war falsch, obwohl die Nazis, die ihn durchgeführt haben, dachten, dass er richtig sei, und er wäre immer noch falsch gewesen, auch wenn die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten und es ihnen gelungen wäre, jeden, der mit ihnen nicht gleicher Meinung war, auszulöschen oder einer Gehirnwäsche zu unterziehen, sodass jeder geglaubt hätte, der Holocaust war richtig.
Mit diesen Unterscheidungen im Hinterkopf erfolgt hier ein einfaches moralisches Argument für Gottes Existenz:
- Wenn Gott nicht existiert, dann existieren keine objektiven moralischen Werte und Pflichten.
- Objektive moralische Werte und Pflichten existieren.
- Somit existiert Gott.
3.1. Prämissen 1 und 2
Was dieses Argument so zwingend macht, ist nicht nur, dass es logisch hieb- und stichfest ist, sondern auch, dass Menschen allgemein beide Prämissen glauben. In einem pluralistischen Zeitalter haben Menschen Angst, ihre Werte jemand anderem aufzuzwingen. Somit scheint ihnen Prämisse 1 korrekt. Moralische Werte und Pflichten sind keine objektiven Realitäten (das heißt, gültig und bindend, unabhängig von menschlicher Meinung), sondern sind lediglich subjektive Meinungen, die uns durch biologische Evolution und gesellschaftliche Konditionierung eingepflanzt wurden.
Gleichzeitig glauben Menschen jedoch zutiefst, dass bestimmte moralische Werte und Pflichten, wie beispielsweise Toleranz, Offenheit und Liebe objektiv gültig und bindend sind. Sie denken, es sei objektiv falsch, eigene Werte jemand anderem aufzuzwingen! Somit sind sie auch der 2. Prämisse zutiefst verpflichtet.
3.2. Dawkins Reaktion
Dawkins selbst scheint sich sogar beiden Prämissen verpflichtet zu fühlen! In Bezug auf Prämisse 1 teilt uns Dawkins mit, „es gibt im Grunde keine Gestaltung, keinen Zweck, kein Böses, kein Gutes, nichts als sinnlose Gleichgültigkeit …Wir sind Maschinen, um die DNA zu verbreiten …Das ist der einzige Grund für das Dasein jedes lebendigen Objektes.“ [20] Doch obwohl er behauptet, dass es kein Böses, kein Gutes, nichts als sinnlose Gleichgültigkeit gibt, ist es eine Tatsache, dass Dawkins ein hartnäckiger Moralist ist. So sagt er, es sei für ihn „bedrückend“ gewesen, zu erfahren, dass der CEO des berüchtigten Enron-Konzerns, Jeff Skilling, Dawkins Buch „Das egoistische Gen“ für sein Lieblingsbuch hält, weil er daraus Anregungen sozialdarwinistischer Natur bezogen habe. [21] Er charakterisiert „darwinistische Fehler“, wie Mitleid mit jemanden, der uns nicht zurückzahlen kann oder sexuelle Anziehung, die von einem unfruchtbaren Angehörigen des anderen Geschlechtes ausgeht, als „segensreiche, kostbare Fehler“ und bezeichnet Mitleid und Großzügigkeit als „edle Gefühle“. [22] Er verdammt die Lehre von der Erbsünde als „ethisch anstößig“. [23] Er verurteilt heftig solche Handlungen wie das Schikanieren oder die Beleidigung von Homosexuellen, die religiöse Indoktrinierung von Kindern, die Praxis der Inkas, Menschenopfer zu erbringen, und die Bewahrung kultureller Vielfalt (durch Bewahrung der Kultur der Amish) über die Interessen der Kinder der Amish People zu stellen, deren Interesse an umfassender Bildung zu schützen sei. Er geht sogar so weit, seine eigenen, verbesserten 10 Gebote als Leitfaden für moralisches Verhalten anzubieten, wobei ihm die ganze Zeit auf wundersame Weise der Widerspruch zu seinem ethischen Subjektivismus entgeht. [24]
In seiner Übersicht von Argumenten für Gottes Existenz berührt Dawkins eine Art moralisches Argument, das er als das Argument der Stufungen bezeichnet. [25] Es hat aber wenig Ähnlichkeit mit dem Argument, das wir hier anführen. Wir argumentieren nicht von Abstufungen des Gutseins hin zu einem größten Guten, sondern von der objektiven Realität moralischer Werte und Pflichten zu ihrer Begründung in der Realität. Es ist schwer zu glauben, dass alle hitzigen moralischen Verurteilungen und Bekenntnisse Dawkins' nur als seine subjektive Meinung verstanden werden sollen, so als würde er leise mit einem Augenzwinkern flüstern: „Natürlich glaube ich nicht, dass Kindesmissbrauch, Homophobie und religiöse Intoleranz wirklich falsch sind! Tue, was immer du willst – moralisch macht es keinen Unterschied!“ Aber das Bekenntnis zu objektiven Werten und Pflichten ist mit seinem Atheismus nicht vereinbar, denn naturalistisch betrachtet sind wir lediglich Tiere, relativ fortgeschrittene Primaten, und Tiere sind keine moralischen Agenten. Indem er beide Prämissen des moralischen Argumentes bestätigt, ist Dawkins – wenn er nicht irrational sein möchte – der Schlussfolgerung des Argumentes verpflichtet, nämlich, dass es Gott gibt.
3.3. Das Euthyphron-Dilemma
Obwohl Dawkins den folgenden Einwand nicht erhebt, hört man ihn häufig von Nichtgläubigen als Erwiderung auf das Moral-Argument. Er wird als das Euthyphron- Dilemma bezeichnet, benannt nach einer Person in einem von Platos Dialogen. Es lautet im Prinzip so: Ist etwas gut, weil Gott es will? Oder will Gottes etwas, weil es gut ist? Wenn man sagt, etwas sei gut, weil Gott es will, dann wird das, was gut ist, willkürlich. Gott könnte gewollt haben, dass Hass gut sei, und dann wären wir moralisch verpflichtet, einander zu hassen. Das erscheint verrückt. Wie es scheint, müssen zumindest einige der moralischen Werte notwendigerweise existieren – d.h. ihre Existenz kann nicht von einer willkürlichen Entscheidung abhängen. Aber wenn man sagt, dass Gott etwas will, weil es gut ist, dann ist das, was gut oder schlecht ist, unabhängig von Gott. In diesem Fall existieren moralische Werte und Pflichten unabhängig von Gott, was Prämisse 1 widerspricht.
Die Schwäche des Euthyphron-Dilemmas besteht darin, dass das Dilemma, welches es darstellt, falsch ist, weil es eine dritte Alternative gibt: nämlich, Gott will etwas, weil er gut ist. Gottes eigene Natur ist der Maßstab von Gutheit, und seine Gebote an uns sind nur Ausdrucksweisen seiner Natur. Kurz gesagt, unsere moralischen Pflichten werden von den Geboten eines gerechten und liebenden Gottes bestimmt.
Somit sind moralische Wert nicht unabhängig von Gott, weil Gottes eigener Charakter definiert, was gut ist. Gott ist essenziell erbarmungsvoll, fair, freundlich, unparteiisch usw. Seine Natur ist der moralische Maßstab für die Bestimmung von Gut oder Böse. Seine Gebote spiegeln wiederum seine moralische Natur wider. Deshalb sind sie nicht willkürlich. Das moralisch Gute/Schlechte wird von Gottes Natur bestimmt, und das moralisch Richtige/Falsche wird durch seinen Willen bestimmt. Gott will etwas, weil er gut ist, und etwas ist richtig, weil Gott es will.
Diese Sicht von Moral wurde in unseren Tagen eloquent durch bekannte Philosophen wie Robert Adams, William Alston und Philip Quinn verteidigt. Dennoch greifen Atheisten weiterhin den Strohmann an, der durch das Euthyphron-Dilemma aufgerichtet wurde. In dem 2007 erschienen Cambridge Companion to Atheism beispielsweise stellt der Artikel über Gott und Moral, der von einem prominenten Ethiker geschrieben wurde, nur die Sicht dar und kritisiert sie, dass Gott willkürlich moralische Werte erfand – ein Strohmann, den praktisch niemand verteidigt. Atheisten müssen etwas Besseres bieten, wollen sie zeitgenössische Moral-Argumente für Gottes Existenz erfolgreich widerlegen.
4. Das teleologische Argument der Feinabstimmung
Wir kommen nun zu dem teleologischen Argument oder dem Design-Argument. Obwohl Verfechter der sogenannten Intelligent-Design Bewegung die Tradition fortgesetzt haben, sich auf Beispiele für Gestaltung (Design) in biologischen Systemen zu konzentrieren, betreffen die aktuellsten zeitgenössischen Diskussionen die bemerkenswerte Feinabstimmung des Kosmos auf Leben.
Bevor wir auf dieses Argument eingehen, ist es wichtig, zu verstehen, dass man unter “Feinabstimmung“ nicht „Design“ versteht (ansonsten wäre das Argument offensichtlich zirkulär). Vielmehr haben Wissenschaftler etwa während der letzten 40 Jahre entdeckt, dass die Existenz intelligenten Lebens von einem komplexen und zerbrechlichen Gleichgewicht der initialen Bedingungen abhängt, die beim Urknall selbst herrschten. Dies ist als „Feinabstimmung“ des Universums bekannt.
Die Feinabstimmung ist zweierlei Art. Erstens: Wenn die Naturgesetze als mathematische Gleichungen ausgedrückt werden, erscheinen darin bestimmte Konstanten, wie beispielsweise die Konstante für die Gravitationskraft. Diese Konstanten werden nicht von den Naturgesetzen bestimmt. Die Naturgesetze sind mit einer großen Bandbreite von Werten für diese Konstanten konsistent. Zweitens gibt es zusätzlich zu diesen Konstanten bestimmte willkürliche Mengen, die nur als initiale Bedingungen eingefügt werden, nach denen die Naturgesetze operieren, beispielsweise die Entropiemenge oder das Gleichgewicht zwischen Materie und Anti-Materie im Universum. Nun fallen alle diese Konstanten und Mengen in eine außerordentlich schmale Bandbreite von Werten, die Leben ermöglichen. Würden diese Konstanten oder Mengen auch nur um weniger als eine Haaresbreite verändert, würde das lebensermöglichende Gleichgewicht gestört und keine lebenden Organismen irgendwelcher Art könnten existieren. [26]
Beispielsweise hätte eine Veränderung in der Stärke der atomaren schwachen Wechselwirkung um ungefähr nur einen Bruchteil von 10100 ein lebensermöglichendes Universum verhindert. Die kosmologische Konstante, welche die Inflation des Universums bestimmt und für die kürzlich entdeckte Beschleunigung der Ausdehnung des Universums verantwortlich ist, ist auf unerklärliche Weise fein abgestimmt zu ungefähr einem Bruchteil von 10120. Roger Penrose von der Universität in Oxford hat berechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der die niedrige Entropiebedingung bei dem Urknall zufällig existiert, bei einer Größenordnung von eins zu 1010(123) liegt. [27] Und es ist nicht nur jede Konstante und oder Menge, die äußerst fein abgestimmt sein muss; ihre Verhältnisse zueinander müssen ebenfalls feinabgestimmt sein. Somit wird Unwahrscheinlichkeit um Unwahrscheinlichkeit um Unwahrscheinlichkeit multipliziert, bis sich unsere Köpfe von den unfasslichen Zahlen nur noch drehen.
Wenn Wissenschaftler also sagen, das Universum sei auf das Leben feinabgestimmt, dann meinen sie damit nicht „gestaltet“ oder "designt", sondern vielmehr, dass kleine Abweichungen von den aktuellen Werten der grundlegenden Konstanten und Mengen der Natur das Universum lebensverhindernd machen würden, oder anders ausgedrückt, dass die Bandbreite lebensermöglichender Werte im Vergleich zu der Bandbreite anzunehmender Werte unfassbar schmal ist. Dawkins selbst, der die Arbeit des königlichen Astronomen [28] Sir Martin Rees zitiert, erkennt an, dass das Universum diese außerordentliche Feinabstimmung aufweist.
Hier ist also eine einfache Formulierung des teleologischen Arguments, das sich auf die Feinabstimmung gründet:
- Die Feinabstimmung des Universums ist entweder auf physikalische Notwendigkeit, Zufall oder Gestaltung (Design) zurückzuführen.
- Sie ist nicht auf physikalische Notwendigkeit oder Zufall zurückzuführen.
- Deshalb ist sie auf Gestaltung (Design) zurückzuführen.
4.1. Prämisse 1
Prämisse 1 führt einfach die drei Erklärungsmöglichkeiten für das Vorhandensein dieser erstaunlichen Feinabstimmung des Universums auf: physikalische Notwendigkeit, Zufall oder Gestaltung. Die erste Alternative geht davon aus, dass es eine bisher unbekannte Theorie von Allem (TOE) gibt, die erklären könnte, weshalb das Universum so ist wie es ist. Es musste so sein, und es gab wirklich keine Chance oder wenig Chance, dass das Universum nicht lebensermöglichend ist. Im Gegensatz dazu behauptet die zweite Alternative, dass die Feinabstimmung völlig auf Zufall zurückzuführen ist. Es ist nur ein Unfall, dass das Universum lebensermöglichend ist, und wir sind die glücklichen Nutznießer. Die dritte Alternative lehnt beide Darstellungen zugunsten eines intelligenten Geistes ab, der hinter dem Kosmos steht und das Universum so gestaltet hat, dass es Leben ermöglicht. Die Frage ist: Welche dieser Alternativen ist die beste Erklärung?
4.2. Prämisse 2
Prämisse 2 des Argumentes ("Die Feinabstimmung ist nicht auf physikalische Notwendigkeit oder Zufall zurückzuführen") spricht diese Frage an. Betrachten Sie die drei Alternativen. Die erste Alternative, physikalische Notwendigkeit, ist außerordentlich unglaubwürdig, da, wie wir gesehen haben, die Konstanten und Mengen unabhängig von den Naturgesetzen sind. So schafft es beispielsweise die bis heute verheißungsvollste Kandidatin für eine TOE [physikalische Einheitstheorie für alles], die Super-String-Theorie oder M-Theorie, nicht, unser Universum als einzigartig vorauszusagen. Die String-Theorie erlaubt eine „kosmische Landschaft“ von ungefähr 10500 verschiedenen möglichen Universen, die von den Naturgesetzen regiert werden. Somit trägt sie nichts dazu bei, um die beobachteten Werte der Konstanten und Mengen physikalisch notwendig zu machen. In Bezug auf diese erste Alternative bemerkt Dawkins, dass Sir Martin Rees [und andere Physiker] diese Erklärung [durch eine Einheitstheorie; Anm. d. Übs.] verwerfen, und Dawkins sagt: „und ich stimme dem zu“. [29]
Wie steht es also mit der zweiten Alternative, dass die Feinabstimmung des Universums auf Zufall zurückzuführen ist? Das Problem bei dieser Alternative besteht darin, dass die Wahrscheinlichkeit, die gegen ein lebensermöglichendes Universum spricht, so unfassbar groß ist, dass sie nicht vernünftig ins Auge gefasst werden kann. Auch wenn es eine riesige Zahl von lebensermöglichenden Universen in der kosmischen Landschaft geben wird, wird die Anzahl lebensermöglichender Welten unvorstellbar winzig sein im Vergleich zu der gesamten Landschaft, sodass die Existenz eines lebensermöglichenden Universums fantastisch unwahrscheinlich ist. Studenten oder Laien, die unbekümmert behaupten, „es könnte doch durch Zufall entstanden sein“, haben einfach keinerlei Vorstellung von der fantastischen Präzision der feinabgestimmten Voraussetzung für Leben. Auf keinem anderen Lebensgebiet würden sie einer solchen Hypothese Glauben schenken – beispielsweise, um zu erklären, wie über Nacht ein Auto in ihre Zufahrt kam.
4.3. Dawkins Verteidigung des Zufalls
Um die Alternative des Zufalls zu retten, sind ihre Befürworter darum gezwungen, die Hypothese anzunehmen, dass eine unendliche Anzahl von zufällig angeordneten Universen besteht, die eine Art Viele-Welten-Universum oder Multiversum bilden, von denen unser Universum nur ein Teil ist. Irgendwo in diesem unendlichen Weltenensemble werden feinabgestimmte Universen allein durch Zufall auftreten, und wir befinden uns zufällig in einer solchen Welt. Das ist die Erklärung, die Dawkins am plausibelsten findet. [30]
4.3.1. Ist ein Multiversum “luxuriös”?
Dawkins ist sich des Vorwurfes sehr bewusst, dass die Postulierung eines Multiversums von zufällig angeordneten Universen, wie er es so nett ausdrückt, ein “Luxus sei, den man sich nicht gestatten sollte”. Doch er kontert: „Das Multiversum mag exotisch erscheinen, was die schiere Zahl der Universen betrifft. Aber jedes dieser Universen ist in seinen Grundgesetzen einfach – das heißt, wir postulieren nichts, was höchst unwahrscheinlich wäre.“ [31]
Diese Antwort ist in mehrfacher Hinsicht verwirrt. Erstens ist jedes einzelne Universum aus diesem Multiversum nicht einfach, sondern durch eine Vielfalt von unabhängigen Konstanten und Mengen gekennzeichnet. Wenn jedes Universum einfach wäre, warum empfand Dawkins dann überhaupt erst die Notwendigkeit, auf eine Hypothese eines Multiversums zurückzugreifen? Außerdem geht es nicht um die Einfachheit der Grundgesetze, denn alle Universen in der Ansammlung sind durch dieselben Gesetze gekennzeichnet – worin sie sich unterscheiden sind die Werte der Konstanten und Mengen.
Zweitens nimmt Dawkins an, dass die Einfachheit des Ganzen eine Funktion der Einfachheit der Teile ist. Das ist ein offensichtlicher Fehler. Ein komplexes Mosaik eines römischen Gesichtes zum Beispiel wird aus einer großen Anzahl von, für sich genommen, einfachen, monochromatischen Teilchen zusammengesetzt. Gleicherweise wird eine Anzahl von einfachen Universen immer noch komplex sein, wenn diese Universen in ihren Werten der grundlegenden Konstanten und Mengen variieren, anstatt alle dieselben Werte gemeinsam zu haben.
Drittens weist uns Ockhams Rasiermesser an, Entitäten nicht über ihre Notwendigkeit hinaus zu vervielfachen, sodass die Anzahl von Universen, die postuliert wird, nur um die Feinabstimmung unseres Universums zu erklären, auf den ersten Blick außergewöhnlich luxuriös ist. Sich auf ein Multiversum zu berufen, um das Auftreten von Gestaltung zu erklären, ist so, als benutze man einen Vorschlaghammer, um eine Erdnuss zu knacken!
Viertens versucht Dawkins, die Extravaganz der Postulierung eines Multiversums zu minimieren, indem er behauptet, trotz seiner verschwenderisch hohen Anzahl von Entitäten besäße ein solches Postulat dennoch nicht eine hohe Unwahrscheinlichkeit. Es ist nicht deutlich, warum diese Antwort relevant sein soll oder was sie überhaupt aussagen soll. Denn der Einwand, um den es gerade geht, lautet nicht, dass die Postulierung eines Multiversums unwahrscheinlich sei, sondern dass sie extravagant (verschwenderisch) und nicht sparsam ist. Zu erwidern, dass das Postulat nicht auch hohe Unwahrscheinlichkeit besitzt, bedeutet, nicht auf den Einwand einzugehen. In der Tat ist es schwer zu erkennen, über welche Unwahrscheinlichkeit Dawkins hier spricht. Er meint damit anscheinend die intrinsische Möglichkeit, ein Multiversum zu postulieren, separat von der Evidenz der Feinabstimmung betrachtet. Aber wie lässt sich eine solche Wahrscheinlichkeit bestimmen? Durch Einfachheit? Doch dann erhebt sich das Problem, dass Dawkins nicht den Nachweis erbracht hat, dass die Viele-Welten-Hypothese einfach ist.
4.3.2. Dawkins vorgeschlagene Mechanismen für die Erzeugung eines Multiversums
Was Dawkins sagen muss, so scheint mir, ist, dass das Postulat eines Multiversums oder "Welten-Ensembles" immer noch einfach sein kann, wenn es einen einfachen Mechanismus gibt, der durch einen wiederholten Prozess die vielen Welten erzeugt. So betrachtet ist die riesige Anzahl von Entitäten, die postuliert wird, kein Mangel der Theorie, weil die Entitäten alle aus einem sehr einfachen grundlegenden Mechanismus hervorgehen.
Ein oszillierendes Modell des Universums
Welche Mechanismen schlägt Dawkins also vor, die solch ein unendliches, zufällig angeordnetes Multiversum erzeugen? Erstens schlägt er ein oszillierendes Modell des Universums vor, gemäß dem unsere Zeit und unser Raum tatsächlich beim Urknall begannen. Doch dieser Urknall war nur
„der bislang letzte in einer langen Reihe von Urknallen, dem jeweils ein „Big Crunch“ [32] vorausging, welcher das letzte Universum der Serie beendete. Was sich in den Singularitäten des Urknalls abspielt, weiß niemand, und es ist durchaus vorstellbar, dass dabei jedes Mal auch die physikalischen Gesetze und Konstanten auf neue Werte eingestellt werden. Wenn der Kreislauf aus Urknall, Ausdehnung, Schrumpfung und Zusammenbruch immer wieder wie ein kosmisches Akkordeon abläuft, haben wir es nicht mit einer parallelen, sondern mit einer seriellen Form des Multiversums zu tun.“ [33]
Dawkins ist sich offensichtlich nicht der vielen Schwierigkeiten der oszillierenden Modelle des Universums bewusst, aufgrund derer viele zeitgenössische Kosmologen ihnen gegenüber skeptisch wurden. In den 1960er und 1970er Jahren haben einige Theoretiker oszillierende Modelle des Universums vorgeschlagen und damit versucht, die initiale Singularität, die durch das Standardmodell vorausgesagt wird, zu vermeiden. Die Aussichten solcher Modelle wurden 1970 jedoch ernsthaft durch Roger Penroses und Stephen Hawkings Formulierung der Singularitätstheoreme, die ihre Namen tragen, getrübt. Die Theoreme machten offenbar, dass unter stark generalisierten Bedingungen eine initiale kosmologische Singularität unvermeidlich ist. Da es unmöglich ist, Raumzeit durch eine Singularität hindurch in einen früheren Zustand auszudehnen, implizierten die Hawking-Penrose Singularitätstheoreme den absoluten Anfang des Universums. Im Nachdenken über den Einfluss dieser Entdeckung bemerkt Hawking, dass die Hawking-Penrose Singularitätstheoreme dazu führten, „daß (hauptsächlich von russischen Physikern unternommene) Versuche eingestellt wurden, die zeigen sollten, daß es vorher eine kontrahierende Phase gegeben hatte und danach ein nichtsingulärer Rückprall in eine Expansion. Statt dessen glaubt heute fast jeder, das Universum und die Zeit selbst hätten beim Urknall zu existieren begonnen." [34] Dawkins arbeitet offensichtlich unter der Täuschung, dass eine Singularität keine Grenze für Raum und Zeit bildet.
Zudem stehen die Erkenntnisse der beobachtenden Astronomie durchweg gegen die Hypothese, dass sich das Universum eines Tages in einem Big Crunch wieder zusammenziehen wird. Versuche, die notwendige Masse zu entdecken, die ausreichend wäre, um die Gravitationsanziehung zu erzeugen, die wiederum erforderlich ist, um die Expansion zu stoppen und rückläufig zu machen, waren jedesmal bei weitem nicht erfolgreich. Neuere Beobachtungen von fernen Supernovas weisen sogar darauf hin, dass die kosmische Expansion weit davon entfernt ist, sich zu verlangsamen, sondern sich in Wirklichkeit beschleunigt! Es gibt eine Art rätselhafter “dunkler Energie”, die entweder in Form eines variablen Energiefeldes (genannt „Quintessenz“) besteht, oder, was wahrscheinlicher ist, als eine positive kosmologische Konstante oder Vakuumenergie, die verursacht, dass die Expansion schneller fortschreitet. Wenn die dunkle Energie tatsächlich die Existenz einer positiven kosmologischen Konstante anzeigt (wie die Beweislage zunehmend nahelegt), dann wird sich das Universum für immer ausdehnen. Auf einer Webseite der NASA heißt es: "Kürzliche Beobachtungen entfernter Supernovas haben ergeben, dass sich die Ausdehnung des Universums noch beschleunigt... Anders als Gravitation erhöht die dunkle Energie die Ausdehnung des Universums. Wenn die dunkle Energie bei der Entwicklung des Universums in der Tat solch eine entscheidende Rolle spielt, dann wird das Universum sich aller Wahrscheinlichkeit nach in alle Ewigkeit weiter ausdehnen." [35]
Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, denen oszillierende Modelle gegenüber stehen – sowohl physikalischer Art als auch solche, die sich aus der Beobachtung ergeben –, implizieren die thermodynamischen Eigenschaften solcher Modelle vielmehr genau den Anfang des Universums, den ihre Vertreter zu vermeiden suchten. Denn die Entropie wird in solchen Modellen von Zyklus zu Zyklus beibehalten, was den Effekt hat, dass bei jedem nachfolgenden Zyklus breitere und längere Oszillationen erzeugt werden. Wie ein wissenschaftliches Team erklärt: „Die Wirkung der Entropieproduktion wird darin bestehen, die kosmische Skala von Zyklus zu Zyklus zu vergrößern… Wenn man also in der Zeit zurückschaut, so hat jeder Zyklus weniger Entropie generiert, hatte eine kleinere Zykluszeit, und hatte einen kleineren Zyklusexpansionsfaktor als der folgende Zyklus.“ [36] Wenn man also die Oszillationen in der Zeit zurückverfolgt, dann werden sie progressiv kleiner, bis man zu einer ersten und kleinsten Oszillation gelangt. Zeldovich und Novikov ziehen daher die Schlussfolgerung: „Das Multizyklusmodell hat eine unendliche Zukunft, aber nur eine endliche Vergangenheit.“ [37] Der Astronom Joseph Silk schätzt auf der Basis des gegenwärtigen Entropielevels sogar, dass das Universum nicht durch mehr als 100 vorhergehende Oszillationen gegangen sein kann. [38] Das ist bei Weitem nicht ausreichend, um die Art von (sequentiellem) Multiversum hervorzubringen, die Dawkins sich vorstellt.
Ein letzter Gedanke: Selbst wenn das Universum seit ewiger Vergangenheit oszillieren könnte, würde ein solches Universum eine unendlich genaue Feinabstimmung der initialen Bedingungen erfordern, um durch eine unendliche Anzahl aufeinanderfolgender Kontraktionen und Expansionen hindurch fortzubestehen. Somit ist der Mechanismus, den Darwin sich für die Erzeugung seiner vielen Welten vorstellt, nicht einfach, sondern geradezu das Gegenteil. Darüber hinaus erfordert solch ein Universum eine Feinabstimmung sehr bizarrer Art, da die anfänglichen Bedingungen zum Zeitpunkt "minus Unendlich" in der Vergangenheit ganz genau eingestellt hätten werden müssen. Aber wie wäre das möglich, wenn es keinen Anfang gab?
In seiner Rückschau auf die Diskussion oszillierender Modelle des Universums bemerkt der Quantenkosmologe Christopher Isham nachdenklich:
“Vielleicht ist das beste Argument für die These, dass der Urknall den Theismus stützt, das offensichtliche Unbehagen, mit dem er von einigen atheistischen Physikern begrüßt wird. Manchmal hat dies zu wissenschaftlichen Vorstellungen, wie beispielsweise die der kontinuierlichen Schöpfung oder des oszillierenden Universums geführt, die mit einer Hartnäckigkeit propagiert wurden, die den ihnen innewohnenden Wert so stark übersteigt, dass man nur die Wirksamkeit psychologischer Kräfte vermuten kann, die sehr viel tiefer liegen als der übliche akademische Wunsch eines Theoretikers oder einer Theoretikerin, seine/ihre Theorie zu stützen. [39]
In Dawkins' Fall sind die psychologischen Kräfte, die hier am Werk sind, unschwer zu erkennen.
Lee Smolins evolutionäre Kosmologie
Dawkins zweiter Mechanismus, den er für die Erzeugung eines Multiversums vorschlägt, ist Lee Smolins evolutionäre Kosmologie. Smolin stellt sich ein Szenario vor, so erklärt Dawkins, gemäß dem:
“Tochteruniversen aus Elternuniversen geboren werden, und zwar nicht in einem richtigen “Big Crunch”, sondern eher lokal in schwarzen Löchern. Smolin bezieht auch eine Art Vererbung mit ein: Die grundlegenden Konstanten eines Tochteruniversums sind gegenüber denen seines Elternuniversums geringfügig ‚mutiert‘. … Universen, die aufgrund ihrer Eigenschaften „überleben“ und „sich fortpflanzen“, gewinnen im Multiversum die Oberhand. Zu diesen notwendigen Eigenschaften gehört auch, dass sie lange genug erhalten bleiben, um sich „fortpflanzen“ zu können. Da die Fortpflanzung selbst in schwarzen Löchern stattfindet, müssen erfolgreiche Universen die Voraussetzung für die Entstehung schwarzer Löcher bieten. Diese Fähigkeit schließt mehrere weitere Eigenschaften ein. Eine Voraussetzung für die Entstehung schwarzer Löcher ist beispielsweise die Fähigkeit der Materie, zu Wolken und dann zu Sternen zu kondensieren. Und die Sterne sind … auch die Vorläufer in der Entwicklung interessanter chemischer Vorgänge – und damit des Lebens. Demnach, so Smolins Vermutung, hat unter den Universen im Multiversum eine Darwin’sche natürliche Selektion stattgefunden, die direkt die Fähigkeit zum Hervorbringen schwarzer Löcher und indirekt die Entstehung des Lebens begünstigte.“ [40]
Dawkins gesteht zu, dass “nicht alle Physiker von Smolins Ideen begeistert” sind. Wenn das keine Untertreibung ist! Denn Smolins Szenario, trifft, ganz abgesehen von seinen ad hoc Vermutungen, von denen einige als falsch erwiesen sind, auf unüberwindbare Schwierigkeiten.
Zunächst ist ein fataler Fehler des Smolin’schen Szenarios seine Annahme, dass Universen, die für das Hervorbringen von schwarzen Löchern feinabgestimmt sind, ebenso für das Hervorbringen von stabilen Sternen feinabgestimmt sind. In Wirklichkeit ist das genaue Gegenteil der Fall: die wirksamsten Produzenten von schwarzen Löchern wären Universen, die primordiale schwarze Löcher vor der Bildung von Sternen hervorbringen, sodass lebensermöglichende Universen durch Smolins evolutionäres Szenario sogar ausgerottet würden. So stellt sich heraus, dass Smolins Szenario die Existenz eines lebensermöglichenden Universums sogar noch unwahrscheinlicher machen würde.
Zweitens ist nachgewiesen worden, dass Spekulationen über das Hervorbringen von “Babyuniversen” mittels schwarzer Löcher der Quantenphysik widersprechen. Die Vermutung, dass schwarze Löcher die Portale von Wurmlöchern sind, durch die Bläschen von falscher Vakuumenergie sich einen Tunnel graben können, um neue expandierende Babyuniversen zu laichen, war das Thema einer Wette zwischen Stephen Hawking und John Preskill. Bei einer Veranstaltung 2004, über die vielfach in der Presse publiziert wurde, gab Hawking schließlich zu, dass er sie verloren hatte. [41] Die Vermutung würde erforderlich machen, dass Information, die in einem schwarzen Loch eingeschlossen ist, für immer völlig verloren sein würde, indem sie in ein anderes Universum entweicht. Als einer der letzten Verweigerer stimmte Hawking schließlich zu, die Quantentheorie erfordere, dass Information bei der Bildung eines schwarzen Loches und seiner Verdampfung bewahrt bleibe. Die Folgerungen? „Es gibt kein Babyuniversum, das sich daraus abzweigt, wie ich einst dachte. Die Information bleibt fest in unserem Universum. Es tut mir leid, Science Fiction Fans zu enttäuschen, aber wenn Information bewahrt wird, dann gibt es keine Möglichkeit, schwarze Löcher zu gebrauchen, um zu anderen Universen zu reisen.“ [42] Das bedeutet, dass Smolin’sche Szenario ist physikalisch unmöglich.
Dies sind die einzigen Mechanismen, die Dawkins für die Erzeugung eines Multiversums zufällig angeordneter Universen vorschlägt. Keiner davon ist auch nur haltbar, geschweige denn einfach. Dawkins hat es deshalb nicht geschafft, den Einwand abzuweisen, dass seine Postulierung eines zufällig geordneten Multiversums eine luxuriöse Extravaganz darstellt.
4.3.3. Weitere Einwände auf die Hypothese des Multiversums
Doch es gibt noch erheblichere Einwände gegen die Postulierung eines Multiversums, deren Dawkins offenbar nicht gewahr ist. Erstens gibt es keinen unabhängigen Beweis, dass ein Multiversum existiert, noch viel weniger einen Beweis dafür, dass dieses zufällig geordnet und unendlich ist. Man erinnere sich an den Beweis von Borde, Guthe und Vilenkin, dass jegliches Universum in einem Zustand einer gesamtkosmischen Expansion in der Vergangenheit nicht unendlich gewesen sein kann. Ihr Theorem trifft auch auf das Multiversum zu. Da deshalb die Vergangenheit des Multiversums endlich ist, kann bis jetzt nur eine endliche Anzahl anderer Universen erzeugt worden sein. Darum gibt es keine Garantie dafür, dass bisher ein feinabgestimmtes Universum in der Sammlung aufgetaucht sein muss. Im Gegensatz dazu haben wir unabhängige Beweise für die Existenz eines kosmischen Designers, nämlich die anderen Argumente für die Existenz Gottes, die wir hier diskutiert haben. Darum ist der Theismus, bei Gleichwertigkeit aller anderen Erklärungen, die bessere Erklärung.
Zweitens, wenn unser Universum nur ein zufälliges Mitglied einer unendlichen Menge von Welten oder Universen ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit überwältigend größer, dass wir ein völlig anderes Universum beobachten sollten, als wir es in der Tat beobachten. Roger Penrose hat diesen Einwand energisch vorgebracht. [43]Nach seiner Berechnung ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich unser Sonnensystem durch die zufällige Kollision von Teilchen bildet, überwältigend höher, als die Existenz eines feinabgestimmten Universums. (Penrose nennt es im Vergleich dazu „ein absolutes Kinkerlitzchen“.) Wenn unser Universum also nur ein zufälliges Mitglied eines Multiversums wäre, dann wäre die Wahrscheinlichkeit unberechenbar höher, dass wir ein geordnetes Universum beobachten könnten, das nicht größer als unser Sonnensystem ist. Oder anders gesagt, wenn unser Universum nur ein zufälliges Mitglied eines Multiversums wäre, dann sollten wir äußerst ungewöhnliche Ereignisse beobachten können: wie beispielsweise, dass durch zufällige Kollision Pferde oder Perpetuum mobiles im Dasein auftauchen und wieder verschwinden. Denn solche Dinge sind um ein vielfaches wahrscheinlicher, als dass alle Konstanten und Mengen der Natur zufällig in die praktisch zum Grenzwert hin unendlich klein werdende Zone fallen, die Leben ermöglicht. Beobachtbare Universen wie jene wären einfach viel zahlreicher im Multiversum als Welten wie unsere, und sollten darum von uns beobachtet werden. Wir machen solche Beobachtungen aber nicht, was stark gegen die Hypothese vom Multiversum spricht. Zumindest wenn der Atheismus wahr ist, so ist es im höchsten Grade wahrscheinlich, dass es ein solches Multiversum nicht gibt.
4.4. Schlussfolgerung
Die Feinabstimmung des Universums ist darum weder plausibel auf physikalische Notwendigkeit noch auf Zufall zurückzuführen. Es folgt daraus, dass die Feinabstimmung deshalb auf Gestaltung (Design) zurückzuführen ist, es sei denn, man könnte nachweisen, dass die Gestaltungs-Hypothese noch weniger glaubhaft ist als ihre Konkurrenten.
4.5. Dawkins Kritik an der Gestaltung
Dawkins behauptet, die Alternative der Gestaltung sei der Hypothese von den vielen Welten sogar unterlegen. Indem er zusammenfasst, was er als die „zentrale Argumentation meines Buches“ bezeichnet, argumentiert er:
- „Eine der größten Herausforderungen für den menschlichen Geist war über viele Jahrhunderte hinweg die Frage, wie im Universum der komplexe, unwahrscheinliche Anschein von gezielter Gestaltung entstehen konnte.
- Es ist eine natürliche Versuchung, den Anschein von Gestaltung auf tatsächliche Gestaltung zurückzuführen […].
- Diese Versuchung führt in die Irre, denn die Gestalter-Hypothese wirft sofort die umfassendere Frage auf, wer den Gestalter gestaltet hat […].
- Der genialste und leistungsfähigste „Kran“, den man bisher entdeckt hat, ist die darwinistische Evolution durch natürliche Selektion. […].
- Einen entsprechenden “Kran” für die Physik kennen wir nicht. […]
- Wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch in der Physik noch ein besserer “Kran” gefunden wird, der ebenso leistungsfähig ist wie der Darwinismus in der Biologie. […]
- Darum folgert er: “Gott existiert mit ziemlicher Sicherheit nicht”. [44]
Diese Argumentation ist schräg, denn die atheistische Schlussfolgerung: “Darum existiert Gott mit ziemlicher Sicherheit nicht” ergibt sich nicht aus den sechs vorhergehenden Aussagen, selbst wenn wir zugeben würden, dass jede von ihnen wahr und gerechtfertigt ist. Was höchstens daraus folgt, ist, dass wir nicht die Existenz Gottes aufgrund des Anscheins einer Gestaltung im Universum ableiten sollten. Doch diese Schlussfolgerung ist weitgehend kompatibel mit Gottes Existenz und selbst mit unserem aufgrund anderer Gründe gerechtfertigten Glauben an Gottes Existenz. Die Ablehnung von Gestalter-Argumenten als Argumente für Gottes Existenz trägt nichts zu dem Beweis bei, dass Gott nicht existiert oder der Glaube an Gott ungerechtfertigt sei.
Aber ist Darwins Argument überhaupt erfolgreich darin, das Design-Argument zu unterhöhlen? Schritt (5) spielt auf die kosmische Feinabstimmung an, die der Fokus unserer Diskussion gewesen ist. Dawkins stellt die Hoffnung in Aussicht, dass: „Im Prinzip […] eine Art Multiversumstheorie in der Physik die gleiche Erklärungsarbeit leisten [könnte] wie der Darwinismus in der Biologie.“ [45] Aber er gibt zu, dass wir sie noch nicht gefunden haben, und geht auch nicht auf die beträchtlichen Probleme ein, die eine solche Erklärung der kosmischen Feinabstimmung aufwerfen würde. Deshalb stellt die Hoffnung, die er in Schritt (6) benennt, nicht mehr dar als den Glauben eines Naturalisten. Dawkins beharrt darauf, dass selbst wenn eine „völlig befriedigende“ Erklärung für die Feinabstimmung in der Physik noch fehlt, die „relativ schwachen“ Erklärungen, die wir heute haben, „ganz offenkundig besser [sind] als die sich selbst widerlegende … Hypothese von einem intelligenten Gestalter.“ [46] Wirklich? Worin besteht denn der wirksame Einwand gegen die Gestalter-Hypothese, die sie ganz offenkundig der zugegebener Weise schwachen Viele-Welten-Hypothese unterlegen sein lässt?
Die Antwort ist in Schritt (3) enthalten. Darwins Einwand hier lautet, dass wir nicht berechtigt sind, Gestaltung als die beste Erklärung für die komplexe Ordnung des Universums anzunehmen, denn dann entstünde ein neues Problem: „Wer hat den Gestalter gestaltet?“ (Da Dawkins irrigerweise annimmt, dass das Multiversum einfach ist, kommt ihm nie die Frage in den Sinn: „Wer hat denn das Multiversum gestaltet?“). Diese Frage soll angeblich so vernichtend sein, dass sie alle Probleme der Multiversums-Hypothese überwiegt.
Doch Dawkins Einwand hat aus mindestens zwei Gründen kein Gewicht. Erstens, um eine Erklärung als die beste zu erkennen, braucht man keine Erklärung für die Erklärung. Dies ist eine Grundaussage der Wissenschaftsphilosophie. Wenn Archäologen in der Erde graben und dabei Dinge entdecken würden, die wie Pfeilköpfe oder Tonscherben aussehen, wären sie gerechtfertigt abzuleiten, dass diese Artefakte nicht das zufällige Ergebnis von Sedimentation oder Metamorphose sind, sondern Produkte einer unbekannten Menschengruppe; auch wenn sie keine Erklärung hätten, wer diese Menschen denn waren oder wo sie herkamen. Gleicherweise wären Astronauten, die auf der Rückseite des Mondes auf einen Haufen Maschinen stießen, gerechtfertigt, daraus abzuleiten, dass dies das Produkt intelligenter Agenten war, selbst wenn sie keinerlei Vorstellung davon hätten, wer diese Agenten waren oder wie sie dort hinkamen.
Um es zu wiederholen: Um eine Erklärung als die Beste zu erkennen, muss man nicht in der Lage sein, die Erklärung zu erklären. In der Tat würde eine solche Forderung zu einem unendlichen Regress von Erklärungen führen, sodass nichts jemals erklärt werden könnte und die Naturwissenschaft zerstört werden würde! Denn bevor irgendeine Erklärung akzeptabel sein könnte, bräuchte man für sie eine Erklärung, und dann eine Erklärung für die Erklärung der Erklärung usw. Nichts könnte jemals erklärt werden.
Das heißt, bei unserem vorliegenden Fall muss man nicht fähig sein, den Gestalter zu erklären, um zu erkennen, dass intelligente Gestaltung die beste Erklärung für den Anschein von Gestaltung im Universum ist. Ob der Gestalter selbst eine Erklärung hat, kann man einfach zukünftiger Forschung als offene Frage überlassen.
Zweitens denkt Dawkins, dass in dem Fall des göttlichen Gestalters des Universums der Gestalter ebenso komplex sein muss wie das Ding, das erklärt werden soll, sodass kein Fortschritt im Erklärungsstand erzielt wird. Dieser Einwand weckt allerlei Arten von Fragen bezüglich der Rolle, welche die Einfachheit in der Beurteilung miteinander widerstreitender Erklärungen spielt. Erstens scheint Dawkins die Einfachheit einer Hypothese mit der Einfachheit einer Entität zu verwechseln, die in der Hypothese beschrieben wird. [47] Eine komplexe Ursache zu postulieren, um einen Effekt zu erklären, kann eine sehr einfache Hypothese sein, insbesondere wenn man sie mit anderen rivalisierenden Hypothesen vergleicht. Denken wir zum Beispiel an unseren Archäologen, der einen menschlichen Hersteller postuliert, um die entdeckten Pfeilköpfe zu erklären. Ein menschliches Wesen ist eine ungleich vielfach komplexere Entität als ein Pfeilkopf, aber die Hypothese eines menschlichen Gestalters ist eine sehr einfache Erklärung. Sie ist gewiss einfacher als die Hypothese, dass die Artefakte das unbeabsichtigte Ergebnis, sagen wir, einer in Panik geratener Büffelherde sind, die einen Felsen abbrach, sodass er wie eine Pfeilspitze aussah. Der Punkt ist, dass die rivalisierenden Hypothesen auf der Grundlage des Kriteriums der Einfachheit beurteilt werden, nicht die Entitäten, die sie postulieren.
Zweitens gibt es viele andere Faktoren neben dem der Einfachheit, die Wissenschaftler abwägen, um zu bestimmen, welche Hypothese die beste sei: beispielsweise die Erklärungskraft, den Erklärungsumfang usw. Eine Hypothese, die beispielsweise einen breiteren Erklärungsumfang hat, mag weniger einfach sein als eine rivalisierende Hypothese, aber dennoch bevorzugt werden, weil sie mehr Dinge erklärt. Einfachheit ist nicht das einzige oder gar wichtigste Kriterium, um Theorien zu beurteilen!
Doch lassen wir all diese Probleme beiseite. Denn Dawkins ist ohnehin schlichtweg fehlgeleitet in seiner Annahme, dass ein göttlicher Gestalter eine ebenso komplexe Entität sei wie das Universum. Als ein reiner Geist oder Bewusstsein ohne einen Körper ist Gott eine bemerkenswert einfache Entität. Ein Geist (oder eine Seele) ist kein physikalisches Objekt, das aus Teilen besteht. Im Gegensatz zu dem kontingenten und mannigfaltigen Universum mit all seinen unerklärlichen Konstanten und Mengen ist ein göttlicher Geist erstaunlich einfach. Dawkins protestiert: „Ein Gott, der ständig den Zustand jedes einzelnen Teilchens im Universum überwacht und kontrolliert, kann nicht einfach sein“. [48] Dies zeugt einfach von Verwirrung. Gewiss kann ein Geist komplexe Ideen haben (er kann beispielsweise über die Infinitesimalrechnung nachdenken) und mag fähig sein, komplexe Aufgaben zu erledigen (wie z. B. die Flugbahn jedes Teilchens im Universum zu kontrollieren), aber der Geist selbst ist eine bemerkenswert einfache, nicht-physikalische Entität. Dawkins hat offensichtlich die Ideen eines Geistes mit dessen Auswirkungen verwechselt, die, in der Tat, komplex sein können, wobei der Geist selbst eine unglaublich einfache Entität sein kann. Darum stellt die Forderung nach einem göttlichen Geist, der hinter dem Universum steht, ganz definitiv einen Fortschritt in der Einfachheit dar – so viel sei hier angemerkt.
In seinem Buch berichtet Dawkins triumphierend, wie er einst seine angeblich niederschmetternde Argumentation bei einer Konferenz der Templeton-Foundation über Naturwissenschaft und Religion an der Universität von Cambridge darlegte, nur um von anderen Teilnehmern mit der Erwiderung zurückgewiesen zu werden, dass Theologen Gott schon immer für einfach gehalten haben. [49] Sie hatten durchaus recht. In der Tat ist Dawkins selbstgefällige und von Eigenlob geprägte Haltung gegenüber seinem unangebrachten Einwand, den er auch angesichts wiederholter Korrektur seitens prominenter Philosophen und Theologen wie Richard Swinburne und Keith Ward aufrecht hielt, ein Wunder vor unseren Augen.
Darum ist von den drei Alternativen, die vor uns stehen – physikalische Notwendigkeit, Zufall oder Gestaltung – die glaubwürdigste von den Dreien, als eine Erklärung der kosmischen Feineinstellung, die Gestaltung. Das teleologische Argument bleibt somit heute so kraftvoll und widerstandsfähig wie eh und je und wird in verschiedenen Formen von Philosophen und Wissenschaftlern wie Robin Collins, John Leslie, Paul Davies, William Dembski, Michael Denton und anderen verteidigt. [50]
5. Das ontologische Argument, das von der Möglichkeit der Existenz Gottes auf Seine Wirklichkeit schließt
Das letzte Argument, das ich diskutieren möchte, ist das berühmte ontologische Argument, das ursprünglich von Anselm von Canterbury entdeckt wurde. Dieses Argument wurde neu formuliert und verteidigt von Alvin Platinga, Robert Maydole, Brian Leftow und anderen. [51] Ich werde die Version des Argumentes in der Formulierung von Platinga darlegen, einem seiner meist respektierten zeitgenössischen Vertreter.
Platingas Version ist in Hinsicht auf die Semantiken der möglichen Welten formuliert. Für diejenigen, die nicht mit den Semantiken möglicher Welten vertraut sind, möchte ich erklären, dass ich mit „möglicher Welt“ nicht einen Planeten oder selbst ein Universum meine, sondern vielmehr eine völlige Beschreibung der Wirklichkeit, oder eine Art und Weise, wie Wirklichkeit sein könnte. Vielleicht ist die beste Möglichkeit, sich eine mögliche Welt vorzustellen, eine riesige Konjunktion p & q & r & s . . . , deren einzelne Junktoren die Propositionen p, q, r, s, . . . . sind. Eine mögliche Welt ist eine Konjunktion, die jede Proposition oder ihr Gegenteil umfasst, sodass sie eine völlige Beschreibung der Wirklichkeit bietet – nichts wird aus einer solchen Beschreibung ausgelassen. Indem wir verschiedene Junktoren in einer vollständigen Beschreibung verneinen, gelangen wir zu verschiedenen möglichen Welten:
W1: p & q & r & s . . .
W2: p & nicht-q & r & nicht-s . . .
W3: nicht-p & nicht-q & r & s . . .
W4: p & q & nicht-r & s . . .
...
...
Nur eine dieser Beschreibungen wird vollständig aus wahren Propositionen zusammengesetzt sein, und so ist die Realität wirklich, das heißt: diese Beschreibung aus nur wahren Propositionen ist einfach die wirkliche Welt.
Da wir über mögliche Welten sprechen, müssen die verschiedenen Junktoren, aus denen eine mögliche Welt besteht, die Fähigkeit aufweisen, sowohl einzeln als auch gesamthaft wahr zu sein. Beispielsweise ist die Proposition „Der Premierminister ist eine Primzahl“ nicht einmal möglicherweise wahr, denn Zahlen sind abstrakte Objekte, die unmöglich identisch mit einem konkreten Objekt wie dem Premierminister sein könnten. Deshalb wird keine mögliche Welt diese Proposition als eine ihrer Junktoren haben; vielmehr wird deren Negation ein Junktor jeder möglichen Welt sein. Eine solche Proposition ist notwendigerweise falsch, das heißt, sie ist in jeder möglichen Welt falsch. Im Gegensatz dazu ist die Proposition „George McGovern ist der Präsident der Vereinigten Staaten“ in der tatsächlichen Welt falsch, hätte aber wahr sein können und ist darum ein Junktor einiger möglicher Welten. Die Aussage, George McGovern ist der Präsident der Vereinigten Staaten in einer möglichen Welt bedeutet, es gibt eine mögliche vollständige Beschreibung der Wirklichkeit, welche die relevante Proposition als eine ihrer Junktoren hat. Gleicherweise bedeutet die Aussage, dass Gott in einer möglichen Welt existiert, auch, dass die Proposition „Gott existiert“ in irgendeiner vollständigen Beschreibung der Realität wahr ist.
Nun, in seiner Version des Argumentes begreift Plantinga Gott als ein Wesen von “maximaler Exzellenz” in jeder möglichen Welt. Maximale Exzellenz beinhaltet für Platinga solche Eigenschaften wie Allwissenheit, Allmacht und moralische Vollkommenheit. Ein Wesen, das in jeder möglichen Welt maximale Exzellenz aufweist, hätte das, was Platinga als „maximale Größe“ bezeichnet.
Nun argumentiert Platinga:
- Es ist möglich, dass ein Wesen von maximaler Größe existiert.
- Wenn es möglich ist, dass ein Wesen von maximaler Größe existiert, dann existiert ein Wesen von maximaler Größe in mindestens einer möglichen Welt.
- Wenn ein Wesen von maximaler Größe in einer möglichen Welt existiert, dann existiert es auch in jeder möglichen Welt.
- Wenn ein Wesen von maximaler Größe in jeder möglichen Welt existiert, dann existiert es auch in der tatsächlichen Welt.
- Wenn ein Wesen von maximaler Größe in der tatsächlichen Welt existiert, dann existiert ein Wesen von maximaler Größe.
- Darum existiert ein Wesen von maximaler Größe.
5.1. Prämisse 1 ("Es ist möglich, dass ein Wesen von maximaler Größe existiert")
Es mag Sie überraschen zu erfahren, dass die Schritte (2)-(6) dieser Argumentation relativ unumstritten sind. Die meisten Philosophen würden der Aussage zustimmen, wenn Gottes Existenz auch nur möglich ist, dann muss er existieren. Die Hauptfrage, die es in Bezug auf Platingas ontologisches Argument zu klären gilt, lautet, welche Garantie existiert dafür, dass die Schlüsselprämisse „Es ist möglich, dass ein Wesen von maximaler Größe existiert“ wahr ist?
Die Vorstellung von einem Wesen von maximaler Größe ist intuitiv eine kohärente Vorstellung, und somit erscheint es einsichtig, dass ein solches Wesen existieren könnte. Wenn das ontologische Argument fehlschlagen soll, muss das Konzept von einem Wesen von maximaler Größe inkohärent sein, wie beispielsweise das Konzept von einem verheirateten Junggesellen. Das Konzept eines verheirateten Junggesellen ist nicht ein streng in sich widersprüchliches Konzept (wie das Konzept eines verheirateten unverheirateten Mannes), und doch ist es offensichtlich, dass sobald man die Bedeutung von „verheiratet“ und „Junggeselle“ versteht, es nichts geben kann, was diesem Konzept entspräche. Im Gegensatz dazu erscheint das Konzept eines Wesens von maximaler Größe nicht einmal entfernt inkohärent. Dies bietet uns eine prima facie Rechtfertigung für das Denken, es sei möglich, dass ein Wesen von maximaler Größe existiert.
5.2. Dawkins Erwiderung
Dawkins widmet dem ontologischen Argument sechs ganze Seiten, randvoll mit Gespött und Schmähungen, ohne irgendwelche ernsthaften Einwände gegen Plantingas Argument anzubringen. Er nimmt im Vorübergehen von Immanuel Kants Einwand Notiz, dass Existenz keine Vollkommenheit sei [52]; aber da Platingas Argument dies auch in keiner seiner Prämissen unterstellt, können wir diese Irrelevanz beiseitelassen. Er wiederholt mehrmals eine Parodie des Argumentes, die zeigen soll, dass Gott nicht existiert, denn ein Gott „der alles erschuf, während er nicht existiert“ ist größer als einer, der existiert und alles erschafft. [53] Fern davon, das ontologische Argument zu unterhöhlen, verstärkt diese Parodie es ironischerweise in Wirklichkeit. Denn ein Wesen, dass alles erschafft, während es nicht existiert, ist eine logische Inkohärenz und darum unmöglich: Es gibt keine mögliche Welt, die ein nicht-existentes Wesen beinhaltet, das die Welt erschafft. Wenn der Atheist aufrechterhalten will – wie er es ja muss – dass Gottes Existenz unmöglich ist, dann müsste die Vorstellung von Gott gleicherweise inkohärent sein. Aber sie ist es nicht. Das stützt die Plausibilität von Prämisse (1).
Dawkins berichtet auch glucksend: “Die Einzelheiten habe ich vergessen, aber irgendwann ärgerte ich einmal eine Versammlung von Theologen und Philosophen, indem ich das ontologische Argument umformulierte und damit bewies, dass Schweine fliegen können. Sie hielten es für nötig, auf Modallogik zurückzugreifen, um zu beweisen, dass ich unrecht hatte.“ [54]Dies ist einfach peinlich. Das ontologische Argument ist einfach eine Übung in Modallogik – der Logik des Möglichen und Notwendigen. Ich kann mir gut vorstellen, wie Dawkins mit seiner unberechtigten Parodie unangenehm auffiel, genauso wie er sich bei der Templeton Foundation Konferenz in Cambridge mit seinem fliegengewichtigen Einwand gegen das teleologische Argument in eine peinliche Lage brachte.
6. Schlussfolgerung
Wir haben fünf traditionelle Argumente für die Existenz Gottes im Lichte moderner Philosophie, Naturwissenschaft und Mathematik untersucht:
- Das kosmologische Argument aus der Kontingenz.
- Das Kalam-kosmologische Argument, das sich auf den Anfang des Universums gründet.
- Das Moral-Argument, das sich auf objektive moralische Werte und Pflichten gründet.
- Das teleologische Argument aus der Feinabstimmung.
- Das ontologische Argument, das aus der Möglichkeit der Existenz Gottes auf seine tatsächliche Existenz schließt.
Diese sind, so glaube ich, gute Argumente für Gottes Existenz. Das heißt, sie sind logisch valide; ihre Prämissen sind wahr, und ihre Prämissen sind angesichts der Evidenz plausibler als ihre Negationen. Darum sollten wir, insofern wir rational denkende Menschen sind, ihre Schlussfolgerungen annehmen. Es bleibt noch viel mehr zu sagen und ist bereits gesagt worden. [55]Ich verweise Sie auf die in den Fußnoten und der Bibliografie aufgeführten Werke, sollten Sie noch weiter nachforschen wollen. Aber ich bin der Überzeugung, dass an dieser Stelle genug gesagt wurde, um zu zeigen, dass die traditionellen theistischen Argumente durch die Einwände Neuer Atheisten wie Richard Dawkins und seinesgleichen unversehrt bleiben.
Bibliografie
Schwierigere Werke sind mit einem Stern markiert (*).
Das kosmologische Argument aus der Kontingenz
Craig, William Lane. Reasonable Faith. 3rd ed. Wheaton: Crossway, 2008, S. 98-99, S. 106-111.
Davis, Stephen T. “The Cosmological Argument and the Epistemic Status of Belief in God.” Philosophia Christi 1 (1999): 5–15.
*———. God, Reason, and Theistic Proofs. Reason and Religion. Grand Rapids: Eerdmans, 1997.
Leibniz, G. W. F. von. “On the Ultimate Origin of Things.” Pages 345–55 in Leibniz Selections. Edited by P. Wiener. New York: Scribner’s, 1951.
———. “The Principles of Nature and of Grace, Based on Reason.” Pages 522–33 in Leibniz Selections. Edited by P. Wiener. New York: Scribner’s, 1951.
*O’Connor, Timothy. Theism and Ultimate Explanation: The Necessary Shape of Contingency. Oxford: Blackwell, 2008.
*Pruss, Alexander. “The Leibnizian Cosmological Argument.” Pages 24–100 in The Blackwell Companion to Natural Theology. Edited by William Lane Craig and J. P. Moreland. Oxford: Wiley-Blackwell, 2009.
*———. The Principle of Sufficient Reason: A Reassessment. Cambridge Studies in Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press, 2006.
Das Kalam-kosmologische Argument
Al-Ghāzalī. Tahafut al-Falasifah [Incoherence of the Philosophers]. Translated by Sabih Ahmad Kamali. Lahore, Pakistan: Pakistan Philosophical Congress, 1958.
*Craig, William Lane. The Kalam Cosmological Argument. Repr., Eugene, OR: Wipf & Stock, 2001.
———. Reasonable Faith. 3rd ed. Wheaton: Crossway, 2008, S. 96-97 und S. 111-156.
*Craig, William Lane, and Antony Flew. Does God Exist? Edited by Stan Wallace. With responses by K. Yandell, P. Moser, D. Geivett, M. Martin, D. Yandell, W. Rowe, K. Parsons, and William Wainwright. Aldershot, England: Ashgate, 2003.
*Craig, William Lane, and James Sinclair. “The Kalam Cosmological Argument.” In The Blackwell Companion to Natural Theology, pp. 101–201. Edited by William Lane Craig and J. P. Moreland. Oxford: Wiley-Blackwell, 2009.
Craig, William Lane, and Walter Sinnott-Armstrong. God? A Debate between a Christian and an Atheist. New York: Oxford University Press, 2003.
*Nowacki, Mark. The Kalam Cosmological Argument for God. Studies in Analytic Philosophy. Amherst, NY: Prometheus, 2007.
*Oderberg, David. “Traversal of the Infinite, the ‘Big Bang,’ and the Kalam Cosmological Argument.” Philosophia Christi 4 (2002): 303–34.
Das teleologische Argument (Design-Argument)
Collins, Robin. “A Scientific Argument for the Existence of God: The Fine-Tuning Design Argument.” Pages 47–75 in Reason for the Hope Within. Edited by Michael J. Murray. Grand Rapids: Eerdmans, 1999.
*———. “The Teleological Argument.” Pages 202–81 in The Blackwell Companion to Natural Theology. Edited by William Lane Craig and J. P. Moreland. Oxford: Wiley-Blackwell, 2009.
Craig, William Lane. Reasonable Faith. 3rd ed. Wheaton: Crossway, 2008, S. 99-103 und S. 157-172.
———. “Richard Dawkins on Arguments for God.” Pages 13–31 in God Is Great, God Is Good. Edited by William Lane Craig and Chad Meister. Downers Grove: IVP, 2009.
*Craig, William Lane, and Antony Flew. Does God Exist? Edited by Stan Wallace. With responses by K. Yandell, P. Moser, D. Geivett, M. Martin, D. Yandell, W. Rowe, K. Parsons, and William Wainwright. Aldershot, England: Ashgate, 2003.
Craig, William Lane, and Walter Sinnott-Armstrong. God? A Debate between a Christian and an Atheist. New York: Oxford University Press, 2003.
*Leslie, John. Universes. London: Routledge, 1989.
Rees, Martin. Just Six Numbers. New York: Basic, 2000.
*Penrose, Roger. The Road to Reality. New York: Knopf, 2005.
Vilenkin, Alex. Many Worlds in One: The Search for Other Universes. New York: Hill and Wang, 2006.
Das Moral-Argument
*Alston, William. “What Euthyphro Should Have Said.” Pages 283–98 in Philosophy of Religion: A Reader and Guide. Edited by William Lane Craig. New Brunswick, NJ: Rutgers University Press, 2002.
Copan, Paul. “God, Naturalism, and the Foundations of Morality.” Pages 141-61 in The Future of Atheism: Alister McGrath and Daniel Dennett in Dialogue. Edited by R. Stewart. Minneapolis: Fortress Press, 2008.
Craig, William Lane. Reasonable Faith. 3rd ed. Wheaton: Crossway, 2008, S. S. 104-106 und S. 172-183.
———. “Richard Dawkins on Arguments for God.” Pages 13–31 in God Is Great, God Is Good. Edited by William Lane Craig and Chad Meister. Downers Grove: IVP, 2009.
*Craig, William Lane, and Antony Flew. Does God Exist? Edited by Stan Wallace. With responses by K. Yandell, P. Moser, D. Geivett, M. Martin, D. Yandell, W. Rowe, K. Parsons, and William Wainwright. Aldershot, England: Ashgate, 2003.
*Craig, William Lane, and Paul Kurtz. Is Goodness without God Good Enough? Edited by Nathan King and Robert Garcia. With responses by Louise Antony, Walter Sinnott-Armstrong, John Hare, Donald Hubin, Stephen Layman, Mark Murphy, and Richard Swinburne. Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2008.
Craig, William Lane, and Walter Sinnott-Armstrong. God? A Debate between a Christian and an Atheist. New York: Oxford University Press, 2003.
*Linville, Mark. “The Moral Argument.” Pages 391–448 in The Blackwell Companion to Natural Theology. Edited by William Lane Craig and J. P. Moreland. Oxford: Wiley-Blackwell, 2009.
*Quinn, Philip L. Divine Commands and Moral Requirements. Oxford: Clarendon, 1978.
Ruse, Michael. “Evolutionary Theory and Christian Ethics.” Pages 262–69 in The Darwinian Paradigm. London: Routledge, 1989.
*Sorley, William R. Moral Values and the Idea of God. New York: Macmillan, 1930.
Das ontologische Argument
Craig, William Lane. Reasonable Faith. 3rd ed. Wheaton: Crossway, 2008. S. 95-96 und S.183-189
———. “The Ontological Argument.” Pages 124–57 in To Everyone an Answer. Edited by Francis Beckwith, William Lane Craig, and J. P. Moreland. Downers Grove: IVP, 2004.
*Davis, Stephen T. God, Reason, and Theistic Proofs. Reason and Religion. Grand Rapids: Eerdmans, 1997.
*———. “The Ontological Argument.” Pages 93–111 in The Rationality of Theism. Edited by Paul Copan and Paul K. Moser. London: Routledge, 2003.
*Hick, John H. and Arthur C. McGill. The Many-faced Argument. New York: Macmillan, 1967.
*Leftow, Brian. “The Ontological Argument.” Pages 80–115 in The Oxford Handbook for Philosophy of Religion. Edited by William J. Wainwright. Oxford University Press, 2005.
*Maydole, Robert. “A Modal Model for Proving the Existence of God.” American Philosophical Quarterly 17 (1980): 135–42.
*———. “The Ontological Argument.” Pages 553–92 in The Blackwell Companion to Natural Theology. Edited by William Lane Craig and J. P. Moreland. Oxford: Wiley-Blackwell, 2009.
*Plantinga, Alvin. The Nature of Necessity. Oxford: Clarendon, 1974.
* Plantinga, Alvin, ed. The Ontological Argument. Garden City, NY: Doubleday, 1965.
Das Copyright © 2010 dieses Essays liegt bei Christ on Campus Initiative (CCI), einer Non-Profit-Organisation, die großzügig vom Carl F. H. Henry Center for Theological Understanding (einem Dienstzweig der Trinity Evangelical Divinity School) und der MAC Foundation unterstützt wird. CCI existiert, um für College- und Universitätsstudenten Materialien vorzubereiten und zu verbreiten, die eine Vielfalt grundlegender Fragen aus christlicher Perspektive behandeln. Leser und Organisationen können diese Essays kostenlos verbreiten. Wer Kontakt zu CCI wünscht, kann ein E-mail an die Sekretärin von Dr. Scott Manetsch senden: smanetsc@tiu.edu.
William Lane Craig
(Übers.: B. Currlin)
Link to the original article in English: /the-new-atheism-and-five-arguments-for-god
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[1]
“Modernizing the Case for God,” Time (April 7, 1980), 65–66.
“Modernizing the Case for God,” Time (April 7, 1980), 65–66.
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[2]
Dass die Revolution weiter anhält, wird u.a. durch das Erscheinen des The Blackwell Companion to Natural Theology (Hrsg. von William Lane Craig und J. P. Moreland; Oxford: Wiley-Blackwell, 2009) deutlich, eines Kompendiums mit wissenschaftlichen Artikeln, die zur Verteidigung verschiedener theistischer Argumente geschrieben wurden.
Dass die Revolution weiter anhält, wird u.a. durch das Erscheinen des The Blackwell Companion to Natural Theology (Hrsg. von William Lane Craig und J. P. Moreland; Oxford: Wiley-Blackwell, 2009) deutlich, eines Kompendiums mit wissenschaftlichen Artikeln, die zur Verteidigung verschiedener theistischer Argumente geschrieben wurden.
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[3]
Richard Dawkins, Der Gotteswahn, [Originalausgabe The God Delusion, London: Bantham Press,2006], aus dem Englischen von Sebastian Vogel, 1. Aufl. Okt. 2008, Berlin: Ullstein.
Richard Dawkins, Der Gotteswahn, [Originalausgabe The God Delusion, London: Bantham Press,2006], aus dem Englischen von Sebastian Vogel, 1. Aufl. Okt. 2008, Berlin: Ullstein.
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[4]
In der engl. Ausgabe von The God Delusion siehe S. 77-78 (Anm. d. Übers.)
In der engl. Ausgabe von The God Delusion siehe S. 77-78 (Anm. d. Übers.)
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[5]
Alexander Pruss, The Principle of Sufficient Reason: A Reassessment (Cambridge Studies in Philosophy; Cambridge 2006: Cambridge University Press); Timothy O’Connor, Theism and Ultimate Explanation: The Necessary Shape of Contingency (Oxford: Blackwell, 2008); Stephen T. Davis, God, Reason, and Theistic Proofs (Reason and Religion; Grand Rapids: Eerdmans, 1997); Robert Koons, “A New Look at the Cosmological Argument,” American Philosophical Quarterly 34 (1997): 193–211; Richard Swinburne, The Existence of God (2nd ed.; Oxford: Clarendon, 2004).
Alexander Pruss, The Principle of Sufficient Reason: A Reassessment (Cambridge Studies in Philosophy; Cambridge 2006: Cambridge University Press); Timothy O’Connor, Theism and Ultimate Explanation: The Necessary Shape of Contingency (Oxford: Blackwell, 2008); Stephen T. Davis, God, Reason, and Theistic Proofs (Reason and Religion; Grand Rapids: Eerdmans, 1997); Robert Koons, “A New Look at the Cosmological Argument,” American Philosophical Quarterly 34 (1997): 193–211; Richard Swinburne, The Existence of God (2nd ed.; Oxford: Clarendon, 2004).
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[6]
Wie W.L. Craig an anderer Stelle erläutert: Wenn ein Magier ein Kaninchen aus dem Hut zieht, gab es vorher wenigstens einen Magier – von seinem Hut ganz zu schweigen. Die Annahme, ein Magier könnte ein Kaninchen “aus dem Nichts” aus dem Hut zaubern, ist also bei weitem nicht so abwegig wie die Annahme, etwas könnte ganz aus dem Nichts entstehen. (Anm. d. Übers.)
Wie W.L. Craig an anderer Stelle erläutert: Wenn ein Magier ein Kaninchen aus dem Hut zieht, gab es vorher wenigstens einen Magier – von seinem Hut ganz zu schweigen. Die Annahme, ein Magier könnte ein Kaninchen “aus dem Nichts” aus dem Hut zaubern, ist also bei weitem nicht so abwegig wie die Annahme, etwas könnte ganz aus dem Nichts entstehen. (Anm. d. Übers.)
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[7]
“In the Beginning: In Conversation with Paul Davies and Philip Adams” (January 17, 2002). http://www.abc.net.au/science/bigquestions/s460625.htm. (Zuletzt abgerufen 16.10.2015, Anm. d. Übers.)
“In the Beginning: In Conversation with Paul Davies and Philip Adams” (January 17, 2002). http://www.abc.net.au/science/bigquestions/s460625.htm. (Zuletzt abgerufen 16.10.2015, Anm. d. Übers.)
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[8]
Alex Vilenkin, Many Worlds in One: The Search for Other Universes (New York: Hill and Wang, 2006), 244.
Alex Vilenkin, Many Worlds in One: The Search for Other Universes (New York: Hill and Wang, 2006), 244.
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[9]
Daniel Dennett, Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon (New York: Viking, 2006), S. 244.
Das vollständige Zitat lautet im Original: “What does need its origin explained is the concrete Universe itself, and as Hume's Philo long ago asked: Why not stop at the material world? It, we have seen, does perform a version of the ultimate bootstrapping trick; it creates itself ex nihilo, or at any rate out of something that is well-nigh indistinguishable from nothing at all. Unlike the puzzlingly mysterious, timeless self-creation of God, this self-creation is a non-miraculous stunt that has left lots of traces. And being not just concrete but the product of an exquisitely particular historical process, it is a creation of utter uniqueness – encompassing and dwarfing all the novels and paintings and symphonies of all the artists – occupying a position in the hyperspace of possibilities that differs from all others.”
Deutsche Ausgabe: Daniel C. Dennett und Frank Born (Übersetzer): Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen, Frankfurt 2008: Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag, S. 299: “Eine Erklärung des Ursprungs brauchen wir aber für das konkrete Universum selbst, und wie Humes Philo schon vor langer Zeit fragte: Warum nicht bei der materiellen Welt aufhören? Sie schafft, wie wir gesehen haben, durchaus in gewisser Weise den Trick des ersten Anfangs: Sie erschafft sich selbst aus dem Nichts oder jedenfalls aus etwas, das vom Nichts so gut wie nicht zu unterscheiden ist. Anders als die verwirrend geheimnisvolle, zeitlose Selbsterschaffung Gottes ist diese Selbsterschaffung ein Kraftakt, der ohne Wunder auskommt und eine Menge Spuren hinterlassen hat. Und da sie nicht nur greifbar ist, sondern auch das Ergebnis eines höchst besonderen historischen Prozesses darstellt, ist es eine völlig einmalige Schöpfung, die alle Romane und Gemälde und Symphonien der Künstler einschließt und klein erscheinen läßt; sie nimmt im Hyperraum der Möglichkeiten eine Stellung ein, die sie von allen anderen unterscheidet.” (Anm. d. Übers.)Daniel Dennett, Breaking the Spell: Religion as a Natural Phenomenon (New York: Viking, 2006), S. 244.
Das vollständige Zitat lautet im Original: “What does need its origin explained is the concrete Universe itself, and as Hume's Philo long ago asked: Why not stop at the material world? It, we have seen, does perform a version of the ultimate bootstrapping trick; it creates itself ex nihilo, or at any rate out of something that is well-nigh indistinguishable from nothing at all. Unlike the puzzlingly mysterious, timeless self-creation of God, this self-creation is a non-miraculous stunt that has left lots of traces. And being not just concrete but the product of an exquisitely particular historical process, it is a creation of utter uniqueness – encompassing and dwarfing all the novels and paintings and symphonies of all the artists – occupying a position in the hyperspace of possibilities that differs from all others.”
Deutsche Ausgabe: Daniel C. Dennett und Frank Born (Übersetzer): Den Bann brechen: Religion als natürliches Phänomen, Frankfurt 2008: Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag, S. 299: “Eine Erklärung des Ursprungs brauchen wir aber für das konkrete Universum selbst, und wie Humes Philo schon vor langer Zeit fragte: Warum nicht bei der materiellen Welt aufhören? Sie schafft, wie wir gesehen haben, durchaus in gewisser Weise den Trick des ersten Anfangs: Sie erschafft sich selbst aus dem Nichts oder jedenfalls aus etwas, das vom Nichts so gut wie nicht zu unterscheiden ist. Anders als die verwirrend geheimnisvolle, zeitlose Selbsterschaffung Gottes ist diese Selbsterschaffung ein Kraftakt, der ohne Wunder auskommt und eine Menge Spuren hinterlassen hat. Und da sie nicht nur greifbar ist, sondern auch das Ergebnis eines höchst besonderen historischen Prozesses darstellt, ist es eine völlig einmalige Schöpfung, die alle Romane und Gemälde und Symphonien der Künstler einschließt und klein erscheinen läßt; sie nimmt im Hyperraum der Möglichkeiten eine Stellung ein, die sie von allen anderen unterscheidet.” (Anm. d. Übers.) -
[10]
Ockhams Rasiermesser (auch Prinzip der Parsimonie, lex parsimoniae oder Sparsamkeitsprinzip) ist ein heuristisches Forschungsprinzip aus der Scholastik, das bei der Bildung von erklärenden Hypothesen und Theorien Sparsamkeit gebietet. Es findet noch heute Anwendung in der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methodik. Steht man vor der Wahl mehrerer möglicher Erklärungen für dasselbe Phänomen, soll man diejenige bevorzugen, die mit der geringsten Anzahl an Hypothesen auskommt und somit die „einfachste“ Theorie darstellt. Es enthält ebenso die Forderung, für jeden Untersuchungsgegenstand nur eine einzige hinreichende Erklärung anzuerkennen“. http://de.wikipedia.org/wiki/Ockham's_Razor (Anm. d. Übers.)
Ockhams Rasiermesser (auch Prinzip der Parsimonie, lex parsimoniae oder Sparsamkeitsprinzip) ist ein heuristisches Forschungsprinzip aus der Scholastik, das bei der Bildung von erklärenden Hypothesen und Theorien Sparsamkeit gebietet. Es findet noch heute Anwendung in der Wissenschaftstheorie und der wissenschaftlichen Methodik. Steht man vor der Wahl mehrerer möglicher Erklärungen für dasselbe Phänomen, soll man diejenige bevorzugen, die mit der geringsten Anzahl an Hypothesen auskommt und somit die „einfachste“ Theorie darstellt. Es enthält ebenso die Forderung, für jeden Untersuchungsgegenstand nur eine einzige hinreichende Erklärung anzuerkennen“. http://de.wikipedia.org/wiki/Ockham's_Razor (Anm. d. Übers.)
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[11]
Für eine Diskussion der Möglichkeit zeitloser Personenhaftigkeit siehe meine Ausführungen in Time and Eternity: Exploring God’s Relationship to Time (Wheaton: Crossway, 2001), Kp. 3.
(Anm. d. Übers.: Siehe auch den Vortrag “Gott, Zeit und Ewigkeit” in deutscher Sprache auf dieser Webseite, der sich thematisch ebenfalls damit befasst: /german/Gott-Zeit-und-Ewigkeit)Für eine Diskussion der Möglichkeit zeitloser Personenhaftigkeit siehe meine Ausführungen in Time and Eternity: Exploring God’s Relationship to Time (Wheaton: Crossway, 2001), Kp. 3.
(Anm. d. Übers.: Siehe auch den Vortrag “Gott, Zeit und Ewigkeit” in deutscher Sprache auf dieser Webseite, der sich thematisch ebenfalls damit befasst: /german/Gott-Zeit-und-Ewigkeit) -
[12]
Eine solche Ausübung kausaler Macht bringt Gott auf plausible Weise genau in dem Augenblick der Schöpfung in die Zeit.
Eine solche Ausübung kausaler Macht bringt Gott auf plausible Weise genau in dem Augenblick der Schöpfung in die Zeit.
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[13]
Stuart Hackett, The Resurrection of Theism: Prolegomena to Christian Apology (2nd ed.; Grand Rapids: Baker, 1982); David Oderberg, “Traversal of the Infinite, the ‘Big Bang,’ and the Kalam Cosmological Argument,” Philosophia Christi 4 (2002): 303–34; Mark Nowacki, The Kalam Cosmological Argument for God (Studies in Analytic Philosophy; Amherst, NY: Prometheus, 2007); William Lane Craig and James Sinclair, “The Kalam Cosmological Argument,” in The Blackwell Companion to Natural Theology (ed. William Lane Craig and J. P. Moreland; Oxford: Wiley-Blackwell, 2009), 101–201.
Stuart Hackett, The Resurrection of Theism: Prolegomena to Christian Apology (2nd ed.; Grand Rapids: Baker, 1982); David Oderberg, “Traversal of the Infinite, the ‘Big Bang,’ and the Kalam Cosmological Argument,” Philosophia Christi 4 (2002): 303–34; Mark Nowacki, The Kalam Cosmological Argument for God (Studies in Analytic Philosophy; Amherst, NY: Prometheus, 2007); William Lane Craig and James Sinclair, “The Kalam Cosmological Argument,” in The Blackwell Companion to Natural Theology (ed. William Lane Craig and J. P. Moreland; Oxford: Wiley-Blackwell, 2009), 101–201.
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[14]
Dawkins, Gotteswahn, 109. (Engl. Original S. 77).
Dawkins, Gotteswahn, 109. (Engl. Original S. 77).
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[15]
Der Vertreter des Argumentes schwört nicht willkürlich einen Terminator des unendlichen Regresses herauf und gibt ihm einen Namen. Wie wir gesehen haben liefert er vielmehr philosophische und naturwissenschaftliche Argumente dafür, dass der Regress bei einem ersten Glied enden muss. Dies sind Argumente, auf die Dawkins gar nicht eingeht. Dawkins selbst erkennt an, dass viele Regresse nicht unendlich ausgeweitet werden können (Gotteswahn, S. 110, engl. Original S. 78), aber er besteht darauf, dass es keineswegs eindeutig sei, dass Gott einen natürlichen Terminator für den Regress an Ursachen darstellt. Vertreter des Kalam-Argumentes bieten Gründe dafür, welche Eigenschaften ein solcher Terminator besitzen muss. Der ersten Ursache muss kein Name gegeben werden: sie ist einfach der persönliche Schöpfer des Universums.
Der Vertreter des Argumentes schwört nicht willkürlich einen Terminator des unendlichen Regresses herauf und gibt ihm einen Namen. Wie wir gesehen haben liefert er vielmehr philosophische und naturwissenschaftliche Argumente dafür, dass der Regress bei einem ersten Glied enden muss. Dies sind Argumente, auf die Dawkins gar nicht eingeht. Dawkins selbst erkennt an, dass viele Regresse nicht unendlich ausgeweitet werden können (Gotteswahn, S. 110, engl. Original S. 78), aber er besteht darauf, dass es keineswegs eindeutig sei, dass Gott einen natürlichen Terminator für den Regress an Ursachen darstellt. Vertreter des Kalam-Argumentes bieten Gründe dafür, welche Eigenschaften ein solcher Terminator besitzen muss. Der ersten Ursache muss kein Name gegeben werden: sie ist einfach der persönliche Schöpfer des Universums.
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[16]
Dawkins' kleines Argument, dass Allwissenheit und Allmacht logisch inkompatibel sind (Gotteswahn, S.109; engl. Original S. 78), braucht uns nicht zu beunruhigen. Dawkins gedankliche Erfindung einer für Gott unmöglichen Aufgabe ist nur ein Wiederholungsspiel der alten Nummer: „Kann Gott einen Felsen erschaffen, der für ihn zu schwer zu bewegen ist?“ Der Trugschluss solcher Rätsel besteht darin, dass die Aufgabe als logisch unmöglich beschrieben wird, und Allmacht bezeichnet nicht die Fähigkeit, das logisch Unmögliche zustande zu bringen.
Dawkins' kleines Argument, dass Allwissenheit und Allmacht logisch inkompatibel sind (Gotteswahn, S.109; engl. Original S. 78), braucht uns nicht zu beunruhigen. Dawkins gedankliche Erfindung einer für Gott unmöglichen Aufgabe ist nur ein Wiederholungsspiel der alten Nummer: „Kann Gott einen Felsen erschaffen, der für ihn zu schwer zu bewegen ist?“ Der Trugschluss solcher Rätsel besteht darin, dass die Aufgabe als logisch unmöglich beschrieben wird, und Allmacht bezeichnet nicht die Fähigkeit, das logisch Unmögliche zustande zu bringen.
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[17]
Dawkins, Gotteswahn, S. 110 (Engl. Originalausgabe S. 78).
Dawkins, Gotteswahn, S. 110 (Engl. Originalausgabe S. 78).
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[18]
Engl. “explanatory adequacy” (Anm. d. Übers.)
Engl. “explanatory adequacy” (Anm. d. Übers.)
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[19]
Robert Adams, Finite and Infinite Goods (Oxford: Oxford University Press, 2000); William Alston, “What Euthyphro Should Have Said,” in: Philosophy of Religion: A Reader and Guide (Hrsg. von William Lane Craig; New Brunswick, NJ: Rutgers University Press, 2002), 283–98; Mark Linville, “The Moral Argument,” in Blackwell Companion to Natural Theology (Hrsg. von William Lane Craig und J. P. Moreland; Oxford: Blackwell, 2009), 391–448; Paul Copan, “God, Naturalism, and the Foundations of Morality,” in: The Future of Atheism: Alister McGrath and Daniel Dennett in Dialogue (Hrsg. von R. Stewart; Minneapolis: Fortress, 2008), 141–61; John Hare, “Is Moral Goodness without Belief in God Rationally Stable?” in: Is Goodness without God Good Enough? A Debate on Faith, Secularism, and Ethics (ed. Nathan King and Robert Garcia; Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2008); C. Stephen Evans, Kierkegaard’s Ethic of Love: Divine Commands and Moral Obligations (Oxford: Oxford University Press, 2004).
Robert Adams, Finite and Infinite Goods (Oxford: Oxford University Press, 2000); William Alston, “What Euthyphro Should Have Said,” in: Philosophy of Religion: A Reader and Guide (Hrsg. von William Lane Craig; New Brunswick, NJ: Rutgers University Press, 2002), 283–98; Mark Linville, “The Moral Argument,” in Blackwell Companion to Natural Theology (Hrsg. von William Lane Craig und J. P. Moreland; Oxford: Blackwell, 2009), 391–448; Paul Copan, “God, Naturalism, and the Foundations of Morality,” in: The Future of Atheism: Alister McGrath and Daniel Dennett in Dialogue (Hrsg. von R. Stewart; Minneapolis: Fortress, 2008), 141–61; John Hare, “Is Moral Goodness without Belief in God Rationally Stable?” in: Is Goodness without God Good Enough? A Debate on Faith, Secularism, and Ethics (ed. Nathan King and Robert Garcia; Lanham, MD: Rowman & Littlefield, 2008); C. Stephen Evans, Kierkegaard’s Ethic of Love: Divine Commands and Moral Obligations (Oxford: Oxford University Press, 2004).
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[20]
Zitiert in Lewis Wolpert, Six Impossible Things before Breakfast: The Evolutionary Origins of Belief (New York: Norton, 2006), 215. Leider stimmt Wolperts Quellenangabe nicht. Das Zitat scheint eine Zusammenstellung aus Richard Dawkins, River out of Eden: A Darwinian View of Life (New York: Basic, 1996), S. 133, und Richard Dawkins, “The Ultraviolet Garden,” Lecture 4 of 7 Royal Institution Christmas Lectures (1992) zu sein. http://physicshead.blogspot.com/2007/01/richard-dawkins-lecture-4-ultraviolet.html. (Dank an meinen Assisten Joe Gorra, der diese Quellenangabe ausfindig gemacht hat.)
Zitiert in Lewis Wolpert, Six Impossible Things before Breakfast: The Evolutionary Origins of Belief (New York: Norton, 2006), 215. Leider stimmt Wolperts Quellenangabe nicht. Das Zitat scheint eine Zusammenstellung aus Richard Dawkins, River out of Eden: A Darwinian View of Life (New York: Basic, 1996), S. 133, und Richard Dawkins, “The Ultraviolet Garden,” Lecture 4 of 7 Royal Institution Christmas Lectures (1992) zu sein. http://physicshead.blogspot.com/2007/01/richard-dawkins-lecture-4-ultraviolet.html. (Dank an meinen Assisten Joe Gorra, der diese Quellenangabe ausfindig gemacht hat.)
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[21]
Dawkins, Gotteswahn, 297, Fußnote. (Engl. Originalausgabe S. 215)
Dawkins, Gotteswahn, 297, Fußnote. (Engl. Originalausgabe S. 215)
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[22]
Dawkins, Gotteswahn, 307. (Engl. Orig. S. 221)
Dawkins, Gotteswahn, 307. (Engl. Orig. S. 221)
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[23]
Ibid, 347. (Engl. Orig. S. 251).
Ibid, 347. (Engl. Orig. S. 251).
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[24]
Ibid., 38ff. , 467ff.,454ff., 457ff., 365ff. (Engl. Orig. S. 23, 264, 313-17, 326, 328, 330). Dawkins gibt an, die Neuen Zehn Gebote von einer atheistischen Webseite entnommen zu haben; vgl. Dawkins, Der Gotteswahn, S. 365, Fußnote 113 (Anm. d. Übs.)
Ibid., 38ff. , 467ff.,454ff., 457ff., 365ff. (Engl. Orig. S. 23, 264, 313-17, 326, 328, 330). Dawkins gibt an, die Neuen Zehn Gebote von einer atheistischen Webseite entnommen zu haben; vgl. Dawkins, Der Gotteswahn, S. 365, Fußnote 113 (Anm. d. Übs.)
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[25]
Dawkins, Gotteswahn, S. 110ff. (Engl. Orig. S. 78-79).
Dawkins, Gotteswahn, S. 110ff. (Engl. Orig. S. 78-79).
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[26]
Man könnte versucht sein zu denken, wenn die Konstanten und Mengen andere Werte angenommen hätten, dann hätten sich durchaus andere Lebensformen entwickeln können. Doch dies ist nicht der Fall. Unter „Leben“ verstehen Naturwissenschaftler solche Eigenschaften von Organismen wie die Aufnahme von Nahrung, die Extrahierung von Energie daraus, Wachstum, Anpassung an ihre Umgebung und Reproduktion. Der Punkt ist, damit das Universum so definiertes Leben erlaubt, egal welche Form die Organismen auch annehmen, die Konstanten und Mengen unbegreiflich fein eingestellt und abgestimmt sein müssen. Ohne Feinabstimmung würden weder atomare Materie noch Chemie existieren, ganz zu schweigen von Planeten, auf denen sich Leben entwickeln kann!
Man könnte versucht sein zu denken, wenn die Konstanten und Mengen andere Werte angenommen hätten, dann hätten sich durchaus andere Lebensformen entwickeln können. Doch dies ist nicht der Fall. Unter „Leben“ verstehen Naturwissenschaftler solche Eigenschaften von Organismen wie die Aufnahme von Nahrung, die Extrahierung von Energie daraus, Wachstum, Anpassung an ihre Umgebung und Reproduktion. Der Punkt ist, damit das Universum so definiertes Leben erlaubt, egal welche Form die Organismen auch annehmen, die Konstanten und Mengen unbegreiflich fein eingestellt und abgestimmt sein müssen. Ohne Feinabstimmung würden weder atomare Materie noch Chemie existieren, ganz zu schweigen von Planeten, auf denen sich Leben entwickeln kann!
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[27]
Roger Penrose, “Time-Asymmetry and Quantum Gravity,” in Quantum Gravity 2 (ed. C. J. Isham, R. Penrose, and D. W. Sciama; Oxford: Clarendon, 1981), 249. – Die Zahl liest sich “1 zu 10 hoch 10 hoch 123”. (Anm. d. Übers.)
Roger Penrose, “Time-Asymmetry and Quantum Gravity,” in Quantum Gravity 2 (ed. C. J. Isham, R. Penrose, and D. W. Sciama; Oxford: Clarendon, 1981), 249. – Die Zahl liest sich “1 zu 10 hoch 10 hoch 123”. (Anm. d. Übers.)
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[28]
Engl. “Astronomer Royal”; seit 1675 bis 1972 war dies der Titel für den Hofastronomen des englischen Königshauses, seit 1972 ist es ein Ehrentitel für verdiente Astronomen; vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomer_Royal (Anm. d. Übers.)
Engl. “Astronomer Royal”; seit 1675 bis 1972 war dies der Titel für den Hofastronomen des englischen Königshauses, seit 1972 ist es ein Ehrentitel für verdiente Astronomen; vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomer_Royal (Anm. d. Übers.)
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[29]
Dawkins, Gotteswahn, S. 203. (Engl. Orig. S. 144).
Dawkins, Gotteswahn, S. 203. (Engl. Orig. S. 144).
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[30]
Ibid., 204ff. (Orig. S. 145)
Ibid., 204ff. (Orig. S. 145)
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[31]
Ibid., 207. (Orig. S. 147).
Ibid., 207. (Orig. S. 147).
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[32]
Der große Zusammenbruch, sprachliche Analogiebildung zu dem engl. Wort für Urknall, „Big Bang“ [Anm. d. Übs.]
Der große Zusammenbruch, sprachliche Analogiebildung zu dem engl. Wort für Urknall, „Big Bang“ [Anm. d. Übs.]
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[33]
Dawkins, Gotteswahn, 205. (Orig. S. 145).
Dawkins, Gotteswahn, 205. (Orig. S. 145).
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[34]
Stephen Hawking und Roger Penrose: Raum und Zeit. Reinbek 1998: Rowohlt, S. 32f. (Engl. Orig.: Hawking/ Penrose, The Nature of Space and Time (The Isaac Newton Institute Series of Lectures; Princeton, NJ: Princeton University Press, 1996), S. 20.
Stephen Hawking und Roger Penrose: Raum und Zeit. Reinbek 1998: Rowohlt, S. 32f. (Engl. Orig.: Hawking/ Penrose, The Nature of Space and Time (The Isaac Newton Institute Series of Lectures; Princeton, NJ: Princeton University Press, 1996), S. 20.
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[35]
Vgl. http://map.gsfc.nasa.gov/universe/uni_fate.html (zuletzt abgerufen am 14.10.2015); siehe auch http://www.pbs.org/wgbh/nova/universe/history.html (Anm. d. Übers.)
Vgl. http://map.gsfc.nasa.gov/universe/uni_fate.html (zuletzt abgerufen am 14.10.2015); siehe auch http://www.pbs.org/wgbh/nova/universe/history.html (Anm. d. Übers.)
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[36]
Duane Dicus, et al., “Effects of Proton Decay on the Cosmological Future,” Astrophysical Journal 252(1982):1,8.
Duane Dicus, et al., “Effects of Proton Decay on the Cosmological Future,” Astrophysical Journal 252(1982):1,8.
-
[37]
Igor D. Novikov and Yakov B. Zel’dovich, “Physical Processes near Cosmological Singularities,” Annual Review of Astronomy and Astrophysics 11 (1973): 401–2.
Igor D. Novikov and Yakov B. Zel’dovich, “Physical Processes near Cosmological Singularities,” Annual Review of Astronomy and Astrophysics 11 (1973): 401–2.
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[38]
Joseph Silk, The Big Bang (2d ed.; San Francisco: Freeman, 1989), 311–12.
Joseph Silk, The Big Bang (2d ed.; San Francisco: Freeman, 1989), 311–12.
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[39]
Christopher Isham, “Creation of the Universe as a Quantum Process,” in Physics, Philosophy and Theology: A Common Quest for Understanding (ed. R. J. Russell, W. R. Stoeger, and G. V. Coyne; Vatican City: Vatican Observatory, 1988), S. 378. Ishams Erwähnung der “kontinuierlichen Schöpfung” ist ein Bezug auf die nicht mehr vertretene Steady State Theorie.
Christopher Isham, “Creation of the Universe as a Quantum Process,” in Physics, Philosophy and Theology: A Common Quest for Understanding (ed. R. J. Russell, W. R. Stoeger, and G. V. Coyne; Vatican City: Vatican Observatory, 1988), S. 378. Ishams Erwähnung der “kontinuierlichen Schöpfung” ist ein Bezug auf die nicht mehr vertretene Steady State Theorie.
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[40]
Darwin, Gotteswahn, S. 205f. (Orig. S. 146).
Darwin, Gotteswahn, S. 205f. (Orig. S. 146).
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[41]
Für einen Bericht aus erster Hand siehe John Preskills Website: http://www.theory.caltech.edu/~preskill/jp_24jul04.html.
Für einen Bericht aus erster Hand siehe John Preskills Website: http://www.theory.caltech.edu/~preskill/jp_24jul04.html.
-
[42]
S.W. Hawking, “Information Loss in Black Holes,” http://arxiv.org/abs/hep-th/0507171 (September 15, 2005):4.
S.W. Hawking, “Information Loss in Black Holes,” http://arxiv.org/abs/hep-th/0507171 (September 15, 2005):4.
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[43]
Siehe Roger Penrose, The Road to Reality (New York: Knopf, 2005), 762–65.
Siehe Roger Penrose, The Road to Reality (New York: Knopf, 2005), 762–65.
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[44]
Dawkins, Gotteswahn, 222f. (Orig. S. 157f.)
Dawkins, Gotteswahn, 222f. (Orig. S. 157f.)
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[45]
Ibid., 223. (Orig. S. 158)
Ibid., 223. (Orig. S. 158)
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[46]
Ibid.
Ibid.
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[47]
Vgl. Dawkins Kommentare zu Keith Ward in Gotteswahn, 211f. (Orig. S. 150). Ward denkt, dass die Hypothese von einem einzigen kosmischen Gestalter einfach sei, auch wenn er die Vorstellung ablehnt, dass Gott einfach sei, in dem Sinne, dass er nicht komplexe Eigenschaften habe.
Vgl. Dawkins Kommentare zu Keith Ward in Gotteswahn, 211f. (Orig. S. 150). Ward denkt, dass die Hypothese von einem einzigen kosmischen Gestalter einfach sei, auch wenn er die Vorstellung ablehnt, dass Gott einfach sei, in dem Sinne, dass er nicht komplexe Eigenschaften habe.
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[48]
Dawkins, Gotteswahn, 210 (Orig. S. 149).
Dawkins, Gotteswahn, 210 (Orig. S. 149).
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[49]
Ibid., 216. Gottes Einfachheit wurde sogar so weitgehend ausgelegt, als fehlten ihm jegliche ausgeprägte Eigenschaften, eine höchst unglaubwürdige Lehre. Aber die Einfachheit einer nicht materiellen Entität muss nicht bedeuten, dass dieser Entität eindeutige Eigenschaften wie Materielosigkeit und Bewusstsein fehlen.
Ibid., 216. Gottes Einfachheit wurde sogar so weitgehend ausgelegt, als fehlten ihm jegliche ausgeprägte Eigenschaften, eine höchst unglaubwürdige Lehre. Aber die Einfachheit einer nicht materiellen Entität muss nicht bedeuten, dass dieser Entität eindeutige Eigenschaften wie Materielosigkeit und Bewusstsein fehlen.
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[50]
Robin Collins, The Well-Tempered Universe (erscheint demnächst); John Leslie, Universes (London: Routledge, 1989); Paul Davies, Cosmic Jackpot (Boston: Houghton Mifflin, 2007); William Dembski, The Design Revolution (Downers Grove: IVP, 2004); Michael Denton, Nature’s Destiny: How the Laws of Biology Reveal Purpose in the Universe (New York: Free Press, 1998); Michael Behe, The Edge of Evolution: The Search for the Limits of Darwinism (New York: Free Press, 2007).
Robin Collins, The Well-Tempered Universe (erscheint demnächst); John Leslie, Universes (London: Routledge, 1989); Paul Davies, Cosmic Jackpot (Boston: Houghton Mifflin, 2007); William Dembski, The Design Revolution (Downers Grove: IVP, 2004); Michael Denton, Nature’s Destiny: How the Laws of Biology Reveal Purpose in the Universe (New York: Free Press, 1998); Michael Behe, The Edge of Evolution: The Search for the Limits of Darwinism (New York: Free Press, 2007).
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[51]
Alvin Plantinga, The Nature of Necessity (Oxford: Clarendon, 1974); Robert Maydole, “A Modal Model for Proving the Existence of God,” American Philosophical Quarterly 17 (1980): 135–42; Brian Leftow, “The Ontological Argument,” in The Oxford Handbook for Philosophy of Religion (ed. William J. Wainwright; Oxford University Press, 2005), 80–115.
Alvin Plantinga, The Nature of Necessity (Oxford: Clarendon, 1974); Robert Maydole, “A Modal Model for Proving the Existence of God,” American Philosophical Quarterly 17 (1980): 135–42; Brian Leftow, “The Ontological Argument,” in The Oxford Handbook for Philosophy of Religion (ed. William J. Wainwright; Oxford University Press, 2005), 80–115.
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[52]
Der Einwand von Immanuel Kant gegen das Ontologische Argument für Gottes Existenz, dass Existenz keine Vollkommenheit bzw. Perfektion sei, richtet sich gegen die frühere Version des ontologischen Argumentes von René Descartes (1596-1650), welches von Leibniz aufgenommen worden war.
Descartes Version des Ontologischen Gottesbeweises lautete in etwa:
(1) Die Vorstellung von Gott ist die Vorstellung eines „höchst perfekten Wesens“.
(2) Ein höchst perfektes Wesen hat alle Perfektionen.
(3) Existenz ist eine Perfektion.
(4) Also hat ein höchst perfektes Wesen auch die Perfektion der Existenz.
(5) Also kann man nicht denken, dass “Gott” (ein höchst perfektes Wesen) nicht existiert.
(6) Also existiert Gott. (Diese Zusammenfassung entstammt Brian Davies, Philosophy of Religion. A guide and an anthology, Oxford 2000: Oxford University Press, S. 308; Descartes hatte diesen Beweis in der 5. Meditation der “Meditationen über die erste Philosophie” dargelegt).
Kants Kritik, Existenz sei kein Prädikat (und somit keine Perfektion), findet sich hier: Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft,Hamburg 1998: Felix Meiner Verlag, Abschnitt “Die transzendentale Dialektik”, Buch II, Hauptstück III, Abschnitt 4 “Von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises vom Dasein Gottes”, S. A592 / B620 ff. – Die modallogische Version des Ontologischen Gottesbeweises von Alvin Plantinga kommt jedoch ganz ohne die Prämisse “Existenz ist eine Perfektion” aus, siehe oben. (Anm. d. Übers.)Der Einwand von Immanuel Kant gegen das Ontologische Argument für Gottes Existenz, dass Existenz keine Vollkommenheit bzw. Perfektion sei, richtet sich gegen die frühere Version des ontologischen Argumentes von René Descartes (1596-1650), welches von Leibniz aufgenommen worden war.
Descartes Version des Ontologischen Gottesbeweises lautete in etwa:
(1) Die Vorstellung von Gott ist die Vorstellung eines „höchst perfekten Wesens“.
(2) Ein höchst perfektes Wesen hat alle Perfektionen.
(3) Existenz ist eine Perfektion.
(4) Also hat ein höchst perfektes Wesen auch die Perfektion der Existenz.
(5) Also kann man nicht denken, dass “Gott” (ein höchst perfektes Wesen) nicht existiert.
(6) Also existiert Gott. (Diese Zusammenfassung entstammt Brian Davies, Philosophy of Religion. A guide and an anthology, Oxford 2000: Oxford University Press, S. 308; Descartes hatte diesen Beweis in der 5. Meditation der “Meditationen über die erste Philosophie” dargelegt).
Kants Kritik, Existenz sei kein Prädikat (und somit keine Perfektion), findet sich hier: Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft,Hamburg 1998: Felix Meiner Verlag, Abschnitt “Die transzendentale Dialektik”, Buch II, Hauptstück III, Abschnitt 4 “Von der Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises vom Dasein Gottes”, S. A592 / B620 ff. – Die modallogische Version des Ontologischen Gottesbeweises von Alvin Plantinga kommt jedoch ganz ohne die Prämisse “Existenz ist eine Perfektion” aus, siehe oben. (Anm. d. Übers.) -
[53]
Dawkins, Gotteswahn, 116-117. (Orig. S. 83).
Dawkins, Gotteswahn, 116-117. (Orig. S. 83).
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[54]
Ibid., 118. (Orig. S. 84).
Ibid., 118. (Orig. S. 84).
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[55]
Ich diskutiere all fünf Argumente vertieft in meinem Buch Reasonable Faith (3rd ed.; Wheaton: Crossway, 2008).
Ich diskutiere all fünf Argumente vertieft in meinem Buch Reasonable Faith (3rd ed.; Wheaton: Crossway, 2008).