Ratschläge für europäische christliche Apologeten
Summary
Tipps für angehende europäische christliche Apologeten [1].
Als Alvin Plantinga 1983 seine Antrittsvorlesung zur „John O'Brien Professur in Philosophie“ an der Universität von Notre Dame hielt, wählte er als Thema „Ratschläge für christliche Philosophen“. Heute habe ich als Gegenstand das damit verwandte, aber etwas enger gefasste Thema „Ratschläge für angehende christliche Apologeten“ gewählt, genauer gesagt, für europäische christliche Apologeten.
Nun werden einige von Ihnen vielleicht denken: „Für wen halten Sie sich, dass Sie als Amerikaner uns Ratschläge erteilen wollen?“ Plantinga wurde mit einer ähnlichen Frage konfrontiert und zeigte die beste Art, damit umzugehen. Er erwiderte: „Das ist eine gute Frage. Ich werde so damit umgehen, wie man mit guten Fragen umgeht, auf die man keine Antwort weiß: Ich werde sie ignorieren.“ Auch ich werde das tun. Ich möchte Ihnen nur versichern, dass die Ratschläge, die ich geben werde, zwar pointiert sind, aber aus einem tiefen Anliegen für Europa entspringen, und dass ich in unserer gemeinsamen Aufgabe mit Ihnen eins bin.
Es ist eine der Absichten dieser Konferenz, in Europa eine Bewegung christlicher Apologetik wachzurufen, die in den Blick nimmt, verlorenen intellektuellen Boden für Christus zurückzugewinnen, um das europäische intellektuelle Leben so zu erneuern, dass die christliche Weltanschauung eine echte intellektuelle Alternative für gebildete Europäer und Europäerinnen heute wird. Das ist in der Tat ein gewagtes, ja sogar überwältigendes Unterfangen; einige könnten es sogar für hoffnungslos halten. Aber da wir einem Gott dienen, für den nichts unmöglich ist (Mt 19,26), und da dies die Vision ist, die uns inspiriert, und da dies die Aufgabe ist, die uns aufgetragen wurde, wie sollten wir sie am besten angehen?
Bevor wir diese Frage beantworten können, müssen wir die Herausforderung, mit der wir es zu tun haben, genauer erfassen. Im Allgemeinen ist die europäische Kultur weitgehend nachchristlich. Sie ist das Produkt der Aufklärung, die den Sauerteig des Säkularismus in die europäische Kultur einführte, der inzwischen alles durchdrungen hat. Das Markenzeichen der Aufklärung war die „Freiheit des Denkens“, das heißt, die Suche nach Erkenntnis allein durch die uneingeschränkte menschliche Vernunft. Obwohl es keineswegs zwingend ist, dass ein solches Bestreben unweigerlich zu nicht-christlichen Schlussfolgerungen führen muss, und obwohl die meisten der ursprünglichen Aufklärungsdenker selbst Theisten waren, führte der starke Einfluss der Aufklärungsmentalität bei europäischen Intellektuellen zu der Auffassung, theologisches Wissen sei nicht möglich. Theologie sei keine Quelle wirklichen Wissens und damit keine Wissenschaft. Vernunft und Religion bilden einen Gegensatz. Das Weltbild, das aus den echten Wissenschaften erwächst, sei ein durch und durch naturalistisches. Wer dem Streben der Vernunft unbeirrt bis zum Ende folge, werde atheistisch oder, bestenfalls, agnostisch sein.
In der osteuropäischen Aufklärung wurde der Säkularismus durch die marxistische Religionskritik verstärkt. Zwar blieben die Osteuropäer skeptisch gegenüber dem positiven Menschen- und Gesellschaftsbild des Marxismus (es fällt schwer, an die Tugenden der Diktatur des Proletariats zu glauben, wenn man 17 Jahre auf einen jämmerlichen Trabant warten muss), aber sie akzeptierten weitgehend die marxistische negative Kritik an religiösen Überzeugungen, die Generationen von Schulkindern durch staatliche Indoktrinierung anerzogen wurde. Denjenigen, die sich weigerten, diese Kritik zu übernehmen, wurde einfach eine höhere Bildung vorenthalten, was dazu führte, dass Christen in der ungebildeten, niedrigeren Gesellschaftsschicht gefangen saßen.
Im europäischen Denken hat es Gegenströmungen zum Aufklärungsrationalismus gegeben – man denkt zum Beispiel an die Romantik –, aber diese begegneten dem Christentum nicht wohlwollender als das Aufklärungsprojekt. Tatsächlich dienten sie manchmal dazu, eine mystische, pantheistische Naturreligion als Alternative zum traditionellen Theismus anzubieten, damit die religiösen Bedürfnisse, die der Aufklärungsrationalismus oft vernachlässigte, nicht ganz unerfüllt blieben.
Auf dem Schauplatz der Gegenwart ist der selbsternannte „Postmodernismus“ eine solche Bewegung. Die Aufklärung wird mit dem modernen Zeitalter assoziiert, ist von Wissenschaft und Technologie beherrscht und wird daher manchmal als die „Moderne“ bezeichnet. Der Postmodernismus bestreitet, dass die menschliche Vernunft allein genügt, wie es die Verfechter der „Freiheit des Denkens“ behaupteten. Christen mag diese Entwicklung auf den ersten Blick willkommen erscheinen, nachdem sie der jahrhundertelangen Angriffe der Aufklärungsrationalisten müde geworden sind. Aber in diesem Fall ist die Medizin schlimmer als die Krankheit. Denn Postmodernisten leugnen, dass es universale Standards der Logik, der Rationalität und der Wahrheit gibt. Diese Behauptung ist mit der christlichen Vorstellung von Gott unvereinbar, der als der Schöpfer und Erhalter aller Dinge eine objektiv existierende Realität ist und der als allwissendes Wesen eine privilegierte Perspektive der Welt hat, indem er in der Einheit seines Intellekts die Welt so erfasst, wie sie ist. So gibt es also eine Einheit und Objektivität, die mit dem Postmodernismus unvereinbar ist.
Postmodernisten verstehen ihre Aufgabe daher oft als implizit antitheologisch. Der Literaturkritiker Roland Barthes schrieb zum Beispiel:
„Einem Text einen Verfasser zu geben bedeutet, diesem Text eine Beschränkung aufzuerlegen, ihn mit einer endgültigen Bedeutung auszustatten, das Schreiben abzuschließen... In genau dieser Art und Weise setzt Literatur, indem sie es ablehnt ... dem Text (und der Welt als Text) eine letztgültige Bedeutung zuzuschreiben, das frei, was sich als antitheologische Aktivität bezeichnen lässt, eine Aktivität, die wahrhaft revolutionär ist, da die Weigerung, Bedeutung festzulegen, letztlich eine Ablehnung Gottes und seiner Hypostasen – Vernunft, Wissenschaft, Gesetz – darstellt.“
Der Postmodernismus begegnet den christlichen Wahrheitsansprüchen also nicht freundlicher als der Aufklärungsrationalismus. Das Christentum wird auf eine vereinzelte Stimme in einer Kakophonie rivalisierender Behauptungen reduziert, von denen keine objektiv wahr ist.
Jedenfalls ist der Aufklärungsrationalismus so tief im europäischen intellektuellen Leben eingebettet, dass solche antirationalistischen Strömungen wie die Romantik und der Postmodernismus – denke ich – dazu verurteilt sind, vorübergehende Modeerscheinungen zu bleiben. Schließlich übernimmt niemand eine postmodernistische Auffassung literarischer Texte, wenn er Texte wie die Etiketten auf einer Medizinflasche oder einer Dose Rattengift liest! Die objektive Bedeutung solcher Texte ignorieren wir eindeutig nur unter Lebensgefahr. Am Ende erweisen sich die Menschen nur bei Ethik und Religion als Subjektivisten, nicht bei Angelegenheiten, die sich wissenschaftlich beweisen lassen. Aber das ist kein Postmodernismus; das ist nichts anderes als der klassische Aufklärungsrationalismus – es ist der alte Modernismus in neumodischer Aufmachung.
Der aus der Aufklärung entspringende Säkularismus prägt also das europäische Leben und vor allem die akademische Welt in Europa. Zwar behält die große Mehrheit der Europäer eine nominelle Zugehörigkeit zum Christentum, aber nur 10 Prozent sind praktizierende Gläubige und weniger als die Hälfte dieser Christen sind in ihrer Theologie evangelikal. Der signifikanteste Trend der religiösen Zugehörigkeit in Europa ist der Anstieg derjenigen, die als „nicht-religiös“ eingestuft werden, von effektiv 0 Prozent der Bevölkerung um 1900 auf über 22 Prozent heute. Zweifellos wäre der Anteil der nicht-religiösen Personen unter Akademikern noch höher.
Ich erwähne das akademische Leben, weil die Universität die mit Abstand wichtigste Institution ist, wenn es um die Prägung der westlichen Kultur geht. Die Universität ist der Ort, an dem unsere zukünftigen führenden Politiker, unsere Journalisten, unsere Rechtsanwälte, unsere Lehrer, unsere Geschäftsführer, unsere Künstler ausgebildet werden. Die Universität ist der Ort, an dem sie die Weltanschauung entwickeln oder – wahrscheinlicher – einfach in sich aufnehmen, die ihr Leben prägen wird. Und da dies die Meinungsmacher und Leiter sind, die unsere Kultur prägen, wird die Weltanschauung, die sie an der Universität verinnerlichen, diejenige sein, die unsere Kultur prägt. Wenn wir die Universität beeinflussen, beeinflussen wir unsere Kultur durch diejenigen, die die Kultur prägen. Wenn die christliche Weltanschauung an der Universität wieder eine führende Position erhält und Anerkennung zurückgewinnt, wird ihr Einfluss die ganze Gesellschaft durchdringen.
Warum das wichtig ist? Einfach weil das Evangelium nie isoliert gehört wird. Es wird immer auf dem Hintergrund des kulturellen Milieus gehört, in dem man lebt. Wer in einem kulturellen Milieu aufgewachsen ist, in dem das Christentum noch als intellektuell vertretbare Option gilt, wird dem Evangelium mit einer Offenheit begegnen, die ein säkularisierter Mensch nicht haben wird. Denn einen säkularisierten Menschen könnte man genauso gut auffordern, an Elfen oder Kobolde zu glauben, wie an Jesus Christus! Oder es ist, um eine realistischere Illustration zu wählen, als würde man auf der Straße von einem Anhänger der Hare Krishna-Bewegung eingeladen, an Krishna zu glauben. Eine solche Einladung kommt uns seltsam, verschroben oder auch amüsant vor. Aber ich vermute, dass ein Passant auf den Straßen von Bombay eine solche Einladung für ziemlich vernünftig halten und ernsthaft darüber nachdenken würde. Ich fürchte, dass Evangelikale den Passanten auf den Straßen von Berlin, Stockholm oder Paris fast genauso seltsam erscheinen, wie die Anhänger von Krishna.
Aus diesem Grund ist es so kurzsichtig, wenn Christen den Wert der Apologetik abstreiten, weil angeblich „niemand durch intellektuelle Argumente zu Christus kommt“. Denn der Wert der Apologetik reicht weit über eigene unmittelbare evangelistische Kontakte hinaus. Die umfassendere Aufgabe der christlichen Apologetik besteht darin, zur Heranbildung und Aufrechterhaltung eines kulturellen Milieus beizutragen, in dem das Evangelium als eine intellektuell vertretbare Option für denkende Männer und Frauen gehört werden kann. In seinem Artikel „Christianity and Culture“ erklärte der große Princeton-Theologe J. Gresham Machen zu recht:
„Falsche Vorstellungen sind das größte Hindernis für die Annahme des Evangeliums. Wir mögen mit dem glühenden Eifer eines Reformators predigen und doch nur hier und dort einen Nachzügler gewinnen, wenn wir zulassen, dass das gesamte kollektive Denken der Nation von Ideen beherrscht wird, die das Christentum daran hindern, als etwas betrachtet zu werden, das mehr ist als eine harmlose Täuschung. Was Gott unter solchen Umständen von uns wünscht ist, das Hindernis an der Wurzel zu packen und zu beseitigen.“
Die Wurzel des Hindernisses ist an der Universität zu finden, und dort muss sie in Angriff genommen werden.
Das aber bedeutet, dass eine Apologetik auf der Ebene der Populärwissenschaft, die auf die Massen zielt, diese Aufgabe nicht leisten kann. Nur eine wissenschaftliche Apologetik, die auf die Spezialisten der verschiedenen akademischen Fachrichtungen zielt, wird in der Lage sein, die Universität zu verändern und so für eine bleibende kulturelle Veränderung zu sorgen. Wie Machen feststellte, erwarten viele Menschen, dass „die Seminare den Irrtum bekämpfen, der durch ihre populären Vertreter gelehrt wird“, statt „mit einer Menge deutscher Namen, die außerhalb der Universität unbekannt sind“ die Studenten zu verwirren. Aber Machen betonte, dass die wissenschaftliche Verfahrensweise:
„...einfach auf einem tiefen Glauben an den durchdringenden Einfluss von Ideen beruht. Was heute eine Frage akademischer Spekulationen ist, wird morgen Armeen in Bewegung setzen und Reiche zum Einsturz bringen. In dieser zweiten Phase ist die Entwicklung zu weit fortgeschritten, um noch aufgehalten zu werden; der Zeitpunkt, sie zu stoppen, war die Phase, als die Ideen noch leidenschaftlich debatiert wurden. Deshalb sollten wir als Christen versuchen, das Denken der Welt so zu formen, dass die Akzeptanz des Christentums nicht gleichbedeutend damit ist, eine logische Absurdität hinzunehmen.“
Paradoxerweise sind die effektivsten apologetischen Bücher deshalb gerade keine Bücher über Apologetik, sondern Bücher wie Alvin Plantingas The Nature of Necessity , Thomas Morris‘ The Logic of God Incarnate und Colin Hemers The Book of Acts in the Setting of Hellenistic History.
Was also, können wir fragen, tun europäische Evangelikale, um diese wissenschaftliche Debatte zu gewinnen und dadurch die Universität zu verändern? Nun, offen gestanden muss die Antwort lauten: in der Tat sehr wenig. Mit der bemerkenswerten Ausnahme Großbritanniens und in geringerem Maß Deutschlands hat Europa nur wenige bedeutende evangelikale Gelehrte hervorgebracht. Und diejenigen evangelikalen Wissenschaftler, die es tatsächlich gibt, sind meist eher große Fische in einem sehr kleinen Teich. Ihr Einfluss reicht kaum über die evangelikale Subkultur hinaus. Die meisten von ihnen lehren an evangelikalen Bibelschulen und Seminaren statt an den Universitäten; sie veröffentlichen ihre Werke meist in evangelikalen Verlagen, sodass ihre Werke unter nicht-evangelikalen Gelehrten weithin ungelesen bleiben; und statt an den üblichen Fachgesellschaften teilzunehmen, meiden sie diese zugunsten evangelikaler Konferenzen. Auf diese Weise stellen sie ihr Licht unter einen Scheffel und üben in ihrem beruflichen Umfeld einen nur sehr geringen Einfluss für das Evangelium aus, sodass der Säkularismus ungehindert fortfahren kann, die Kultur abzustumpfen.
Was wir in Europa dringend brauchen, sind evangelikale Wissenschaftler, die gegen säkulare Wissenschaftler antreten können, indem sie auf gleichem wissenschaftlichem Niveau arbeiten. In seiner Ansprache anlässlich der Einweihung des Billy Graham Centers am Wheaton College warnte Charles Malik, der ehemalige libanesische Botschafter in den Vereinigten Staaten, die amerikanischen Christen vor der Gefahr des Anti-Intellektualismus. Er stellte die pointierte Frage:
„Wer unter den Evangelikalen kann es mit den großen säkularen Gelehrten nach deren Maßstäben für Gelehrsamkeit aufnehmen? Wer unter den evangelikalen Gelehrten wird von den größten säkularen Autoritäten der Geschichte oder Philosophie oder Psychologie oder Soziologie oder Politik als wegweisende Quelle zitiert? Besteht auch nur die geringste Chance, dass die evangelikale Denkweise die führende Denkweise in den großen Universitäten Europas und Amerikas wird, die ja unsere gesamte Zivilisation mit ihrem Geist und mit ihren Ideen prägen?“
Malik sagte weiter:
„Eine völlig andere Geisteshaltung ist nötig, um diese große Gefahr des Anti-Intellektualismus zu überwinden. Ich sage zum Beispiel, dass diese andere Geisteshaltung, sofern es allein die Philosophie – die wichtigste Domäne des Denkens und des Intellekts – betrifft, den enormen Wert erkennen muss, der darin liegt, ein ganzes Jahr lang nichts anderes zu tun als intensiv über Platons Politeia oder seinen Sophistes,oder zwei Jahre über die Metaphysik oder die Ethik von Aristoteles, oder drei Jahre über den Gottesstaat von Augustinus nachzudenken. Doch wenn man jetzt mit einem Intensivkurs in diesem oder in anderen Bereichen einen Anfang macht, dauert es mindestens ein Jahrhundert, um Universitäten wie Harvard oder Tübingen oder die Sorbonne einzuholen – und wie weit werden diese Universitäten dann sein? Im Interesse einer größeren Effektivität der Verkündigung über Jesus Christus und in ihrem eigenen Interesse können Evangelikale es sich nicht leisten, weiter an der Peripherie einer verantwortlichen intellektuellen Existenz zu leben.“
Diese Worte schlugen ein wie ein Hammer. Europäische Evangelikale – wie ihre amerikanischen Brüder – haben zum größten Teil an der Peripherie einer verantwortlichen intellektuellen Existenz gelebt. Wenn die Universität und in der Folge die europäische Kultur verändert werden sollen, müssen europäische Evangelikale sich intellektuell neu engagieren.
Dies kann geschehen! In den letzten 40 Jahren hat es in der angloamerikanischen Welt zum Beispiel eine anhaltende Revolution auf dem Gebiet der Philosophie gegeben. Seit Ende der 1960er Jahre treten christliche Philosophen aus ihrem Schattendasein heraus und verteidigen die Wahrheit der christlichen Weltanschauung mit philosophisch anspruchsvollen Argumenten in den besten säkularen Zeitschriften und Gesellschaften. Und dadurch wurde das Gesicht der angloamerikanischen Philosophie verändert. Vor fünfzig Jahren galten Gespräche über Gott unter vielen Philosophen buchstäblich als bedeutungslos, als bloßes Geschwätz, aber heute könnte kein gut informierter Philosoph einen solchen Standpunkt vertreten. Tatsächlich sind viele der vorzüglichsten Philosophen Amerikas heute entschiedene Christen.
Um Ihnen einen Eindruck von der enormen Wirkung dieser Revolution zu vermitteln, möchte ich ausführlicher aus einem Artikel zitieren, der im vergangenen Herbst in der Zeitschrift Philo erschien und über eine Entwicklung klagte, die der Autor als „Entsäkularisierung der akademischen Welt an den philosophischen Fakultäten seit Ende der 1960er Jahre“ bezeichnete. Der Autor, selbst ein prominenter atheistischer Philosoph, schreibt darin:
„Mit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Universitäten ... im Wesentlichen säkularisiert. Die Standard-Auffassung in jedem Fachbereich ... ging von einer naturalistischen Weltanschauung aus, oder räumte naturalistischen Argumenten großen Raum ein; in den Fakultäten der Theologie oder Religionswissenschaft ging es darum, die Bedeutung und die Ursprünge religiöser Schriften zu verstehen, und nicht darum, Argumente gegen den Naturalismus zu entwickeln. Analytische Philosophen ... behandelten den Theismus als eine antirealistische oder nicht-kognitivistische Weltanschauung, in der es um die Realität nicht einer Gottheit sondern lediglich irgendwelcher emotiver Ausdrucksformen oder bestimmter ‚Lebensformen‘ ging...
Das soll nicht heißen, dass keiner der Gelehrten auf den verschiedenen akademischen Gebieten in seinem ‚Privatleben‘ ein [sic] realistischer Theist gewesen wäre; aber die meisten realistischen Theisten hielten ihren Theismus aus ihren Veröffentlichungen und aus ihrer Lehre heraus, was vor allem der weit verbreiteten Auffassung geschuldet war, der Theismus habe ... einen so geringen epistemischen Status, dass er den Standard einer ‚akademisch vertretbaren‘ Position nicht erfülle. Ein rascher Rückgang der Säkularisierung des akademischen Mainstreams begann 1967 mit der Veröffentlichung des einflussreichen Buchs God and Other Minds von Plantinga. Wie dem philosophischen Berufsstand aufging, zeigte dieses Buch, dass realistische Theisten in Bezug auf die wichtigsten Standards der analytischen Philosophie den Naturalisten in nichts nachstanden: konzeptuelle Genauigkeit, Stringenz der Argumentation, fachliche Belesenheit und gründliche Verteidigung einer eigenständigen Weltanschauung. Dieses Buch, auf das sieben Jahre später das noch beeindruckendere Buch The Nature of Necessity von Plantinga folgte, ließ erkennen, dass ein realistischer Theist auf der qualitativ höchsten Ebene der analytischen Philosophie auf demselben Schauplatz schrieb, auf dem sich Carnap, Russell, Moore, Grünbaum und andere Naturalisten bewegten...
Die Naturalisten sahen tatenlos zu, wie verschiedene Versionen des realistischen Theismus – besonders stark unter dem Einfluss der Schriften von Plantinga – die philosophische Gemeinschaft zu durchdringen begannen, bis heute vielleicht ein Viertel oder ein Drittel der Philosophieprofessoren Theisten sind, bei denen es sich meist um theologisch konservative Christen handelt. Auch wenn viele Theisten nicht auf dem Gebiet der Religionsphilosophie arbeiten, ist die Zahl derer, die auf diesem Gebiet tätig sind, so groß, dass inzwischen mehr als fünf Philosophie-Zeitschriften dem Theismus oder der Religionsphilosophie gewidmet sind, darunter Faith and Philosophy, Religious Studies, International Journal of the Philosophy of Religion, Sophia, Philosophia Christi und andere. Philosophia Christi erscheint seit Ende der 1990er Jahre, und schon heute kann sich die Zeitschrift vor lauter Beiträgen führender Philosophen kaum noch retten.
... Theisten auf anderen Gebieten neigen dazu, ihre theistischen Überzeugungen von ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu trennen; in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit unterstellen sie nur selten die Wahrheit des Theismus, und argumentieren nie direkt dafür. Würden sie es tun, wäre das akademischer Selbstmord oder, genauer gesagt, ihre Artikel würden gar nicht erst veröffentlicht werden, sondern zügig von den Fachzeitschriften abgelehnt werden... Doch in der Philosophie wurde es – beinahe über Nacht – ‚akademisch vertretbar‘, für den Theismus zu argumentieren, was die Philosophie zu einem bevorzugten Einstiegsgebiet für die intelligentesten und begabtesten Theisten machte, die heute in die akademische Welt eintreten. Eine Zählung der Neuveröffentlichungen im Katalog der Oxford University Press für 2000–2001 ergab, dass 96 Bücher über Religionsphilosophie geschrieben wurden ... Im Gegensatz dazu beschäftigten sich 28 Bücher ... mit der Sprachphilosophie, 23 mit der Epistemologie (einschließlich der religiösen Epistemologie, wie bei dem Buch Warranted Christian Belief von Plantinga), 14 mit Metaphysik, [usw.] ...
Gott ist in der wissenschaftlichen Welt nicht ‚tot‘; er kehrte Ende der 1960er Jahre ins Leben zurück und ist heute in seinen letzten akademischen Bastionen – den philosophischen Fakultäten – lebendig und wohlauf.“ [2]
So bezeugt ein prominenter atheistischer Philosoph die Veränderung, die sich vor seinen Augen in der angloamerikanischen Philosophie vollzogen hat. Ich denke, dass er wahrscheinlich übertreibt, wenn er schätzt, dass ein Viertel bis ein Drittel der amerikanischen Philosophen Theisten sind, aber seine Schätzungen lassen jedenfalls erkennen, wie der Einfluss christlicher Philosophen auf dieses Gebiet wahrgenommen wird. Wie bei Gideons Heer kann eine engagierte Minderheit von Aktivisten einen Einfluss haben, der zu ihrer Anzahl in keinem Verhältnis steht. Der Hauptirrtum, den Smith begeht, ist die Bezeichnung der philosophischen Fakultäten als Gottes „letzte Bastion“ an der Universität. Ganz im Gegenteil sind die philosophischen Fakultäten ein Brückenkopf, von dem aus sich Operationen starten lassen, die andere Fachgebiete der Universität für Christus beeinflussen können. In der Tat meine ich, dass wir den übergreifenden Effekt schon in Bereichen wie den Naturwissenschaften beobachten können, wo ein blühender Dialog zwischen Wissenschaft und Religion im Gange ist und die Verfechter eines sogenannten „intelligenten Designs“ Wellen schlagen.
Der Punkt ist, dass die Aufgabe der Entsäkularisierung nicht hoffnungslos oder unmöglich ist und dass signifikante Veränderungen auch nicht so viel Zeit in Anspruch zu nehmen brauchen, wie man meinen könnte. In dieser Art von christlicher Wissenschaft liegt die beste Hoffnung auf jene Transformation der Kultur, die Malik und Machen vor Augen hatten, und ihr tatsächlicher Einfluss für die Sache Christi wird erst in der nächsten Generation zu spüren sein, wenn er in die Alltagskultur durchsickert.
All das habe ich in Bezug auf die Herausforderung gesagt, mit der wir konfrontiert sind. Welchen Rat könnte ich nun denjenigen geben, denen Gott die gewaltige Aufgabe auferlegt hat, christliche Apologeten in Europa zu werden? Lassen Sie mich ganz praktisch werden.
1. Sie müssen die englische Sprache beherrschen. Man mag das bedauern, aber Tatsache ist einfach, dass der größte Teil der apologetisch bedeutsamen Literatur heute auf Englisch vorliegt. Außerdem ist ein Teil dieser Literatur sehr fachsprachlich verfasst und selbst für Muttersprachler schwer zu lesen. Die Schriften von Alvin Plantinga sind eine besonders wichtige Quelle. Wenn Ihr Englisch nicht gut ist, werden Ihnen weite Teile wichtiger Werke verschlossen bleiben.
Das Beste, was Sie wahrscheinlich tun können, um Ihr Englisch zu verbessern, ist, mehrere Monate in einem anglophonen Land zu studieren. Für Europäer ist Großbritannien die naheliegende Wahl. Prüfen Sie die Möglichkeiten, an einer britischen Universität oder einem britischen College – vielleicht für ein Semester oder eine Sommerschule – zu studieren.
2. Sie brauchen eine ordentliche Portion analytischer Philosophie. Die Art der Philosophie, die in der anglophonen Welt vorherrscht, ist als analytische Philosophie bekannt. Diese Form des Philosophierens steht in scharfem Kontrast zum Stil der kontinentalen Philosophie. Während die kontinentale Philosophie eher unklar, unpräzise und emotiv ist, legt die analytische Philosophie großen Wert und starke Betonung auf Klarheit der Definitionen, sorgfältige Formulierung der Prämissen und logische Stringenz der Argumentation. Leider neigt die Theologie dazu, der Führung der kontinentalen Philosophie zu folgen, was nur zu einer noch größeren Verdunklung führt. Die Erfahrung der Renaissance der angloamerikanischen Religionsphilosophie in den letzten 40 Jahren hat gezeigt, dass wichtige apologetische Themen im Licht der philosophischen Analyse brillant erhellt werden können. Richard Swinburne, Nolloth Professor für christliche Religionsphilosophie an der Universität von Oxford, schrieb:
„Es ist eine der intellektuellen Tragödien unserer Zeit, dass zwar die Philosophie in englischsprachigen Ländern hohe Standards der Argumentation und des klaren Denkens entwickelt hat, dass aber der Stil des theologischen Schreibens weitgehend durch die kontinentale Philosophie des Existenzialismus beeinflusst wurde, die trotz ihrer bemerkenswerten sonstigen Vorzüge durch einen lockeren und nachlässigen Argumentationsstil gekennzeichnet ist. Wenn Argumentation in der Theologie einen Platz hat, braucht eine groß angelegte Theologie eine klare und stringente Argumentation. Dieser Aspekt wurde von Thomas von Aquin und Duns Scotus, von Berkeley, Butler und Paley sehr gut verstanden. Es ist höchste Zeit, dass die Theologie zu solchen Standards zurückkehrt.“
Indem wir die hohen Standards des logischen Denkens anwenden, die für die analytische Philosophie charakteristisch sind, können wir starke apologetische Argumente sowohl zur Werbung für die christliche Weltanschauung, wie auch zu ihrer Verteidigung, formulieren. In den letzten Jahrzehnten haben analytische Religionsphilosophen neues Licht auf die Rationalität und Rechtfertigung religiöser Überzeugungen, auf Argumente für die Existenz Gottes, auf göttliche Attribute wie Notwendigkeit, Ewigkeit, Allmacht, Allwissenheit und Güte, auf das Problem des Leids und des Bösen, auf das Wesen der Seele und der Unsterblichkeit, auf das Problem der Wunder und sogar auf spezifisch christliche Lehren wie die Dreifaltigkeit, Inkarnation, Sühne, Erbsünde, Offenbarung, Hölle und Gebet geworfen. Ich kann gar nicht beschreiben, welche Fülle an Material uns vorliegt, das durch analytische Religionsphilosophen hervorgebracht wurde.
Wenn Sie Apologetik effektiv betreiben wollen, müssen Sie in analytischer Philosophie ausgebildet sein. Und das sage ich selbst dann, wenn Ihr Fachgebiet nicht die philosophische Apologetik ist. Nehmen wir einmal an, Sie entscheiden sich für eine Spezialisierung auf wissenschaftliche oder historische Apologetik. Tatsache ist, dass einige der wichtigsten Themen, mit denen Sie sich hier auseinandersetzen müssen, Fragestellungen sein werden, die sich aus der Wissenschaftstheorie oder der Epistemologie ergeben. Immer wieder sehe ich, wie Wissenschaftler und neutestamentliche Gelehrte aus philosophischer Naivität heraus fehlerhafte Schlüsse ziehen oder von ungeprüften Grundannahmen ausgehen. Auf welches Fachgebiet Sie sich auch immer spezialisieren mögen: Als Apologet sind Sie besser ausgerüstet, wenn Sie in analytischer Philosophie ausgebildet wurden.
Sie können mit einem Kurs oder einem Lehrbuch über Prädikatenlogik erster Stufe beginnen. Arbeiten Sie dann ein Lehrbuch über Modallogik – die Logik von Möglichkeit und Notwendigkeit – durch. Es gibt auch gute Einführungen in die analytische Philosophie, die Sie konsultieren können. Beginnen Sie dann schließlich, sich in die analytische Religionsphilosophie einzulesen. Ein guter Einstiegstext, der die Einsichten der analytischen Philosophie auf die Apologetik anwendet ist Reason for the Hope Within, herausgegeben von Michael Murray (Wm. B. Eerdmans, 1999). Ein gutes Nachschlagewerk ist A Companion to Philosophy of Religion von Philip Quinn und Charles Taliaferro (Blackwell, 1997); Sie können auch die Artikel der von Routledge veröffentlichten Encyclopedia of Philosophy konsultieren. Es gibt eine Fülle ausgezeichneter Anthologien der Religionsphilosophie wie zum Beispiel Philosophy of Religion. A Reader and Guide, den ich kürzlich für die Edinburgh University Press herausgegeben habe (2002).
3. Promovieren Sie in Ihrem Fachgebiet. Dieser Rat mag Ihnen nicht sehr willkommen erscheinen. Aber eine populärwissenschaftliche Apologetik allein wird nicht genügen. Eine populärwissenschaftliche Apologetik mag den Ungebildeten imponieren, wird aber die vorherrschenden Denkmuster der Gesellschaft nicht verändern. Um die Kultur zu verändern, müssen wir die Universität verändern. Um die Universität zu verändern, müssen wir wissenschaftliche Apologetik betreiben. Um wissenschaftliche Apologetik zu betreiben, müssen wir promovieren. So einfach ist das.
Es wird nicht leicht sein. Die Machtstrukturen an europäischen Universitäten sind oft zutiefst antichristlich. Studenten, die evangelikale Christen sind, werden unter Umständen ausgegrenzt, indem man ihnen Abschlüsse oder Professuren vorenthält. Es wird vorkommen – und ist schon vorgekommen –, dass manche dabei zum Opfer antichristlicher Diskriminierung werden. Solche gescheiterten Mitchristen sind tatsächlich intellektuelle Märtyrer für die Sache Christi, und ihre Erfahrung geht mir sehr zu Herzen. Doch mit der Zeit werden immer mehr von uns erfolgreich durchkommen. In den Vereinigten Staaten gibt es in den Graduiertenprogrammen in Philosophie eine Fülle christlicher Studenten, die sich allmählich durch das System hocharbeiten. Indem die alte Garde ausstirbt und ihre Positionen mit jungen christlichen Gelehrten besetzt werden, wird sich das Gesicht der Universität ändern. Was Thomas Kuhn über wissenschaftliche Revolutionen sagte, gilt auch für christliche Revolutionen: Sie schreiten von Beerdigung zu Beerdigung fort. Das kann auch in Europa geschehen. Seien Sie geduldig. Seien Sie beharrlich. Beten Sie anhaltend. Die Veränderung wird kommen.
Nun ist mir bewusst, dass für einige von Ihnen die Möglichkeit eines Doktorstudiums vorüber ist. In Ihrem Fall möchte ich Sie ermutigen, nach jüngeren Studenten Ausschau zu halten, denen Sie ein Doktorstudium nahelegen können. Wenn Sie dagegen unter 35 sind, wäre ein Doktorstudium immer noch eine realistische Option, die Sie erwägen sollten. Die Schlüssel zum Erfolg liegen darin, erstens ein Dissertationsthema zu wählen, das Sie leidenschaftlich interessiert, und zweitens einen Mentor an einer säkularen Universität zu finden, der mit Ihrem Dissertationsthema zumindest sympathisiert. Vielleicht müssen Sie über ein neutraleres Thema schreiben, als Sie es gern täten, um keinen Widerstand gegen Ihren Promotionsabschluss zu wecken. Meine Doktorarbeit über die Auferstehung Jesu war zum Beispiel primär eine Geschichte der historischen Apologetik für die Auferstehung. Sobald ich den Abschluss sicher in der Hand hatte, veröffentlichte ich in einem zweiten Band die hunderte Seiten, die ich über meine eigene historische Verteidigung der Auferstehung geschrieben hatte.
Ich hoffe, dass viele von Ihnen ernsthaft erwägen werden, als integralen Bestandteil Ihrer apologetischen Berufung in irgendeinem Fachgebiet zu promovieren.
4. Achten Sie auf Ihre persönliche geistliche Entwicklung. Ich bin nicht immer begeistert, wenn ich einen Studenten treffe, der mir sagt, dass er christlicher Apologet werden möchte. Manchmal ahnt man, dass es dem Studenten eigentlich eher um das Rampenlicht und den Ruhm geht. Oder er hat etwas Streitsüchtiges oder Arrogantes an sich, oder vielleicht ein Verlangen nach Bestätigung durch andere, um ein persönliches Minderwertigkeitsgefühl auszugleichen. Natürlich sind wir alle gebrochene Menschen, und keiner von uns hat völlig reine Motive. Aber es ist außerordentlich wichtig, dass ein christlicher Apologet – als ein öffentlicher Repräsentant für Christus – ein Mensch ist, der oft auf die Knie geht, um Zeit mit Gott zu verbringen, der täglich auf die Erfüllung mit dem Heiligen Geist vertraut, um ein Gott wohlgefälliges und annehmbares Leben führen zu können. Es muss ihm um die Ehre Christi gehen, nicht um seine eigene. Er muss für Kritik offen sein und die Bereitschaft aufbringen, seine eigenen Mängel zu sehen. Wenn er verheiratet ist, darf er seinen Dienst oder sein Studium nicht über seine Familie stellen, sondern muss bereit sein, sein Studium oder seinen Dienst aufzugeben, wenn es zum Wohl der Menschen, die er liebt, nötig ist. Er muss sich vor Sünde – besonders vor sexueller Sünde – in Gedanken ebenso wie in Taten hüten, um Christus nicht zu entehren. Er muss lernen, was es heißt, nicht nur etwas für Gott zu tun, sondern der Mensch zu sein, der er nach Gottes Willen sein soll.
Wenn wir nicht lernen, die Menschen zu sein, die wir nach Gottes Willen sein sollen, werden alle unsere Leistungen nur Holz, Heu und Spreu sein. Unsere geistliche Entwicklung ist deshalb ebenso entscheidend wie unsere akademische Ausbildung als christliche Apologeten.
Zusammenfassend lautet also mein Rat an Sie als europäische christliche Apologeten:
1) Beherrschen Sie die englische Sprache;
2) holen Sie sich eine ordentliche Portion analytischer Philosophie;
3) erwerben Sie einen Doktorabschluss in dem Fachgebiet, auf das Sie sich spezialisieren; und
4) achten Sie auf Ihre persönliche, geistliche Entwicklung.
Ich würde Ihnen auch empfehlen, sich einer Gemeinschaft gleichgesinnter Wissenschaftler anzuschließen. In den letzten drei Jahren war ich als Präsident der Evangelical Philosophical Society tätig, einer kürzlich wieder sehr aktiv gewordenen Gesellschaft evangelikaler Philosophen. Unsere Mitgliederzahl liegt inzwischen bei über 1100. Unsere Zeitschrift Philosophia Christi ist die einzige evangelikale Philosophiezeitschrift in der Welt und entwickelt sich zu einer der führenden Zeitschriften in der Religionsphilosophie. Sie ist ein großartiges Hilfsmittel für diejenigen, die sich in der christlichen Apologetik engagieren. Wir sind sehr daran interessiert, die Entstehung ähnlicher Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern zu unterstützen, und möchten Sie einladen, Teil davon zu werden.
Ich glaube, dass Europa verändert werden kann. Ich bin begeistert über die ersten Anzeichen einer neuen Bewegung, die ich in Europa sehe, und diese Konferenz ist nur eines davon. Möge Gott eine einflussreiche Schar hingegebener Männer und Frauen erwecken, damit die europäische Universität verwandelt und in der Folge auch die europäische Kultur so verändert wird, dass das Evangelium in seiner lebensverändernden Kraft neu gehört werden kann.
William Lane Craig
(Übers: M. Wilczek)
Link to the original article in English: http://www.reasonablefaith.org/advice-to-european-christian-apologists