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January 14, 2016Ich möchte Ihnen für Ihre Bemühungen auf dem Feld der Philosophie und Apologetik danken! Die vielen Artikel, Vorlesungen und Debatten auf dieser Seite waren mir und meinem Studium eine unerschöpfliche Hilfe. Ich war drauf und dran, eine philosophische Frage zu stellen, glaube aber, die Antworten in den Artikeln auf den Seiten hier auf RF zu finden.
Nachdem ich Ihr Zeugnis in einigen Ihrer Debatten und Vorlesungen gehört habe, habe ich nun aber eine eher persönliche Frage: Haben Sie noch Kontakt zu "Sandy", jener jungen Dame, die Ihnen als erste von der Liebe Jesu erzählt hat? Wie sie sich freuen würde, wenn sie wüsste, dass Sie nun ein christlicher Akademiker und noch dazu ein so energischer Verteidiger des Glaubens geworden sind! Ihr Freimut, mit dem Sandy Ihnen damals Christus näherbrachte, hat nicht nur dazu geführt, dass Sie Christ wurden, sondern auch zu einem lebenslangen intellektuellen Streben geführt, das viele auf dem Gebiet der christlichen Apologetik beeinflusst hat.
Viele Grüße,
Jon
United States
Prof. Craigs Antwort
A
Ich hoffe, jene unter Ihnen, die ernste Verstandesfragen haben, sehen es mir nach, wenn ich hier eine rein persönliche Frage beantworte, aber sie liegt mir aus offensichtlichen Gründen am Herzen.
Sandy Tiffan saß im Deutschunterricht in meinem vorletzten Jahr auf der High School eine Reihe vor mir, sie eine freudestrahlende Christin, ich dagegen ein abspenstiger und unglücklicher Nichtchrist. Sie erzählte mir, dass Gott mich liebe, und diese Vorstellung erstaunte mich derart, dass ich sechs Monate später Christus mein Leben übergab und geistlich wiedergeboren wurde. Das war am 11. September 1965.
Nachdem ich Christ geworden war, wollte ich Sandys Kirchgemeinde besuchen, aber sie hielt mich davon ab mit den Worten: „Dort gibt es zu viele Probleme. “ Stattdessen verwies sich mit an die Mt. Olive Missionary Church in Peoria, einer soliden Gemeinde mit einer dynamischen Schüler-Jugendgruppe. In den kommenden zwei Jahren erfuhr mein Glaube eine tiefe Verwurzelung in Christus, und als die Zeit reif war, mich für ein College zu entscheiden, riet mir Sandy, Wheaton zu besuchen, wo ihr Bruder Paul bereits studierte. Die Vorstellung, ein christliches College zu besuchen, gefiel mir sehr gut, also bewarb ich mich dort und wurde auch angenommen. Ich ging also nach Wheaton, während Sandy auf die Uni nach Illinois State ging. Ich habe sie danach nur noch selten gesehen. Irgendwann erzählte mir mein Zimmerkollege Bill Beutel (auch er aus dem Raum Peoria), sie habe einen örtlichen Bekannten geheiratet, Denny Ackerman.
Ein Jahr nach meinem Bachelor-Abschluss in Wheaton heiratete auch ich, und nach dem Master-Studium ging ich mit Jan nach Europa, um dort meinen Doktor zu machen. Im Jahr 1981 widmete ich Sandy die populärwissenschaftliche Ausgabe meiner theologischen Doktorarbeit („The Son Rises“; Ludwig-Maximilians-Universität München) mit den Worten: „Für Sandy Tiffan Ackerman, die mir als erste den Heiland zeigte.“ Ich habe sie danach allerdings nicht mehr persönlich getroffen.
Meine Familie (darunter auch mein Bruder und meine Schwester) zog irgendwann von Peoria nach Arizona, und so sah ich keinen Anlass mehr, nach Peoria zu fahren. Nachdem ich auf der Trinity Evangelical Divinity School im Norden Chicagos sieben Jahre gelehrt hatte, gingen Jan und ich zurück nach Europa. Dort forschte ich auf der Katholieke Universiteit Leuven (Belgien). Erst 1994 kehrten wir in die Vereinigten Staaten zurück.
Als es mit meiner Rednertätigkeit in den USA aufwärts ging, erhielt ich irgendwann die Einladung, auf der Bradley University in Peoria zu sprechen. Wäre doch amüsant, dachte ich, meine alte Heimatstadt zu besuchen, also sagte ich zu. Ich erinnere mich, dass ich an jenem Abend über das Kalam-kosmologische Argument sprach. Nach meiner Vorlesung blieb ich noch eine Weile, um die Fragen zu beantworten, die die Studenten an mich richteten. Eine Frau mittleren Alters kam auf mich zu. Lächelnd streckte sie mir die Hand entgegen und sagte kein Wort. Nach einer peinlichen Stille sagte ich zu ihr: „Entschuldigung – kenne ich Sie?“ Sie sagte nur: „Ich bin Sandy!“ In einem Augenblick schienen all die Jahre fort, und ich erkannte das Gesicht des damals achtzehnjährigen Mädchens, an das ich mich erinnerte. Was für ein freudiges Wiedersehen!
Besonders aufregend war es zu hören, dass Sandy zwei Teenager hatte, die eine christliche High School besuchten. Im Apologetikunterricht zeigte ihnen ihr Lehrer Filme mit Debatten – Sie erraten, mit wem! William Lane Craig! Können Sie sich vorstellen, wie sie sich fühlten, als sie ihrem Lehrer sagten: „O ja, diesen Mann hat unsere Mutter zum Herrn geführt!“ Ihre Jungs waren glühende Christen, die das Material geradezu verschlangen und eifrig von ihrem Glauben erzählten. Welch freudige Ironie: Sandys Zeugnis brachte mich zu Christus, und nun trug ich meinen Teil dazu bei, ihre Söhne zuzurüsten!
Als ich später gelegentlich nach Peoria kam, traf ich ihre Söhne samt deren Lehrer! Auch Jan konnte mitkommen und Sandy und Denny kennenlernen. Seither stehen wir in Kontakt. Ich freue mich also, Ihre Frage beantworten zu können: Ja, Sandy ist dem Herrn in all diesen Jahren immer noch treu. Sie hat ein Wesentliches dazu beigetragen, feine junge Soldaten für das Reich Christi großzuziehen. Ich danke Gott für Sandy und ihr mutiges Zeugnis!

(Übers.: I. Carobbio; L: RN)
Link to the original article in English: /sandy-tiffan-ackerman>
- William Lane Craig