#51 Das ontologische Argument für die Existenz Gottes
September 28, 2015Seit seiner ersten Formulierung durch Anselm von Canterbury im 11. Jahrhundert hat das ontologische Argument für die Existenz Gottes zu einer Fülle von Diskussionen und Debatten geführt. Sind solche Argumentationen aber eigentlich sinnvoll und stichhaltig? Hier erörtert Prof. Craig eine Version des sog. ontologischen Gottesbeweises [1]. Er erklärt, warum das Argument als stichhaltig betrachtet werden kann und, während bestimmte Spielarten des ontologischen Gottesbeweises stärker als andere sind, das Postulieren eines größtmöglichen Wesens logisch kohärent ist.
Sehr geehrter Prof. Craig,
dies ist eine längere Version einer E-Mail, die ich Ihnen vor einiger Zeit über den ontologischen Gottesbeweis geschickt habe. Meine erste Frage betrifft die Stichhaltigkeit des Arguments im Allgemeinen. Die zweite betrifft indessen seine theologischen Implikationen.
Zunächst also zur Stichhaltigkeit des ontologischen Arguments (OA).
Meine Überlegungen beziehen sich insbesondere auf die Version des OA, die Sie in To Everyone An Answer [Inter-Varsity Press, 2004] [2] aufstellen, und Ihre Ausführungen über das Thema in Philosophical Foundations [Inter-Varsity Press, 2003] [3] (allerdings handelt es sich bei meiner Wiedergabe des Beweises um kein wörtliches Zitat):
(OA1) Es ist möglich, dass ein alles überbietend großes Wesen existiert (d.h. ein Wesen, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann). Mit anderen Worten, ein alles überbietend großes Wesen existiert in irgendeiner möglichen Welt.
(OA2) Wenn ein alles überbietend großes Wesen in irgendeiner möglichen Welt existiert, dann existiert es in jeder möglichen Welt.
(OA3) Wenn ein alles überbietend großes Wesen in jeder möglichen Welt existiert, dann existiert es auch in der wirklichen Welt (da die wirkliche Welt eindeutig eine mögliche Welt ist).
(OA4) Wenn ein alles überbietend großes Wesen in der wirklichen Welt existiert, dann existiert wirklich ein alles überbietend großes Wesen.
Meine Schwierigkeit mit diesem Argument besteht darin, dass es anscheinend möglich ist, die allgemeine Form der entscheidenden Prämisse (OA1) (d.h., es ist möglich, dass X existiert) zu übernehmen und verschiedene unterschiedliche Definitionen an Stelle von X einzusetzen, um so zu absurden Schlussfolgerungen zu gelangen.
Selbstverständlich funktioniert diese Kritik am ontologischen Argument nicht, wenn X als eine alles überbietend große Insel oder etwas Ähnliches definiert wird, denn Inseln sind, wie Sie und andere richtigerweise betonen, unter anderem von Natur aus materiell (und folglich von der Existenz von Raum und Zeit abhängig). Außerdem ist es alles andere als klar, welche Eigenschaften eine Insel zu einer großen machen (für einige könnte ihr Begriff eine Fülle von Palmen beinhalten, für andere dagegen gar keine). Definiert man X also auf diese Weise, scheint die Kritik nicht zu funktionieren.
Was aber, wenn wir X als ein Wesen definieren, das zwar notwendig existiert, aber, sagen wir, nicht notwendig allwissend ist? Das Argument, das Sie gegen diesen Einwand vorbringen ist (wenn ich Sie recht verstehe), dass Gott so beschaffen sein muss, dass nichts unabhängig von seiner Macht existieren kann, was bedeutet, dass es eine mögliche Welt geben muss, in der Gott allein existiert [4]. Sie argumentieren dann weiter, dass die Existenz Gottes deshalb logisch unvereinbar sei mit der Existenz von X, weil es sich bei X um einen in sich widersprüchlichen Begriff handle.
Ich habe allerdings zwei Schwierigkeiten mit dieser Argumentation.
Erstens scheint man von Gott etwas logisch Unmögliches zu fordern, wenn man verlangt, er solle in der Lage sein, eine Welt zu verwirklichen, in der X nicht existiere (denn X existiert ja notwendig). Warum sollten wir also denken, dass Gott in der Lage sein muss, so etwas zu tun? Zweitens, selbst wenn wir einräumen, dass die Existenz Gottes unvereinbar ist mit der Existenz von X, fragt sich, warum daraus folgen soll, dass GOTT im Gegensatz zu X existiert. D.h., wenn der Vertreter des OA in dessen ursprünglicher Form argumentieren kann, dass der Begriff von X in sich widersprüchlich ist, weil die Existenz Gottes mögliche Welten impliziert, in denen Gott allein existiert, warum kann der Skeptiker dann nicht umgekehrt argumentieren, dass der Begriff von Gott in sich widersprüchlich ist, weil die Existenz von X impliziert, dass es keine möglichen Welten gibt, in denen Gott allein existiert? Mir kommt das Ganze wie ein mexikanisches Patt vor.
An diesem Punkt wäre es natürlich verlockend, auf zwei Faktoren wie Einfachheit und Wahrscheinlichkeit zurückzugreifen. Das scheint aber irreführend zu sein. Einfachheit kann zwar ein wichtiges Kriterium zur Bestimmung der besten Erklärung eines gegebenen Tatsachenkomplexes sein. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das für unseren Zusammenhang relevant ist, da das OA ja keinen Schluss auf die beste Erklärung darstellt. Stattdessen geht das OA von der Prämisse aus, dass die Existenz Gottes entweder möglich ist oder nicht, und zeigt dann, welche logischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Ist Gottes Existenz möglich, dann ist sie auch notwendig, woraus folgt, dass Gott existiert; ist sie es nicht, dann existiert Gott offenbar nicht.
Das OA unterscheidet sich deshalb z.B. von dem teleologischen Argument für Gottes Existenz, bei dem dafür argumentiert wird, dass Gott eine einfachere und elegantere Erklärung für die offenkundige Feinabstimmung des Universums bietet als die von den Viele-Welten-Hypothesen (bzw. Multiversums-Hypothesen) postulierten extravaganten Ontologien. Bei dem OA geht es um metaphysische Tatsachen. Aus dem, was wir über X gesagt haben, scheint daher zu folgen, dass entweder Gott oder X existiert (zusammen mit einer beliebigen Anzahl anderer notwendig existierender Wesen; denn wenn ein modifiziertes OA für X funktioniert, warum soll es dann nicht auch für jedes andere ähnlich definierte X funktionieren? Es könnte vermutlich eingewandt werden, dass ein leichtfertiges Etikettieren eines Wesens als 'notwendig existierend' etwas willkürlich erscheint. Ich sehe jedoch nicht, warum das irgendwie willkürlicher wäre, als ein Wesen als 'alles überbietend groß' zu etikettieren, und warum Willkür hier überhaupt eine Rolle spielen soll. Wie auch immer, könnte X denn nicht eine notwendig existierende Zahl oder eine notwendig existierende Menge oder etwas Ähnliches sein? Zwar ist die Existenz solcher Entitäten aus denselben Gründen problematisch, aus denen der Platonismus [5] auch als Ganzes problematisch erscheint. Logisch unmöglich erscheinen sie aber nicht. Und genauso wenig scheinen sie begrifflicher Willkür zu entspringen und in sich widersprüchlich zu sein).
Ich habe deshalb Bedenken hinsichtlich der Stichhaltigkeit des OA.
Aber auch hinsichtlich seiner theologischen Implikationen habe ich Bedenken. Folgt angesichts des OA denn nicht, dass Gottes Handlungen notwendig seiner Natur entspringen? Denn unter Voraussetzung einer beliebigen Konstellation von Bedingungen reagiert ein alles übertreffend großes Wesen notwendig auf die „größtmögliche“ Weise. Die Erschaffung des Universums z.B. gibt Gott die Gelegenheit, andere (geschaffene) Wesen mit seiner Liebe und Gnade zu überschütten, was so viel bedeutet wie, dass sich nur ein geringeres Wesen gegen die Erschaffung des Universums entscheiden würde. Daraus folgt, dass Gottes Schöpfung des Universums notwendig ist – eine Logik, die auch auf sein Erhören von Gebeten und, noch schlimmer, selbst auf den Kreuzestod Christi ausgedehnt werden kann. So ist nach dieser Auffassung der freie Wille des Menschen das Einzige, was unserer Welt Kontingenz verleiht. Denkbar ist das. Ich halte es aber für falsch, weil es kaum Spielraum für Gottes Gnade, Freiheit und Souveränität lässt. Das OA scheint daher Gottes freien Willen auf dieselbe Weise zu eliminieren, wie der Physikalismus die menschliche Willensfreiheit ausschließt.
Ich wäre Ihnen extrem dankbar, wenn Sie sich die Zeit nehmen könnten, auf meine Fragen einzugehen. (Allerdings besitze ich kein großes philosophisches Hintergrundwissen, weshalb ich Ihnen dankbar wäre, wenn Sie geringe Fachkenntnisse voraussetzen würden – vor allem da, wo das Wesen der Notwendigkeit ins Spiel kommt!). Ich habe den Eindruck, dass Sie sich in der in Kürze erscheinenden Neuausgabe von Reasonable Faith [6] mit dem ontologischen Gottesbeweis auseinandersetzen werden. Sollte dem so sein, freue ich mich schon auf die Lektüre des Buches. (Aber auch andernfalls freue ich mich schon darauf...).
Danke schön,
James
Afghanistan
Prof. Craigs Antwort
A
Das ontologische Argument für Gottes Existenz
Befassen wir uns, James, zunächst mit Ihrem Stichhaltigkeitseinwand gegen den ontologischen Gottesbeweis. Was Sie beanstanden, ist eigentlich nicht die Stichhaltigkeit des Arguments. Ein Argument ist stichhaltig, [7] wenn es logisch gültig ist und wahre Prämissen besitzt. Da das Argument logisch gültig ist, würde Ihr Stichhaltigkeitseinwand Sie zur Annahme zwingen, dass (OA 1) falsch ist. Doch die von Ihnen erwähnten Parodien des Beweises zeigen nicht, dass es unmöglich ist, dass ein maximal großes Wesen oder, wie Sie es formulieren, ein alles überbietend großes Wesen existiert. Der Witz solcher Parodien besteht vielmehr darin zu zeigen, dass es keinen guten Grund zur Annahme gibt, dass (OA 1) wahr ist, weil jeder beliebige Grund zur Annahme, dass die Prämisse wahr ist, auch als Grund genannt werden könnte, eine offensichtlich falsche Prämisse anzunehmen. Wenn die Parodie stimmt, ist das ontologische Argument, selbst wenn es logisch gültig ist, kein gutes Argument, weil es keinen nicht-zirkulären Grund zur Annahme gibt, dass (OA1) wahr ist.
Nun sind einige dieser Parodien, wie Sie selbst bemerken, etwa Argumente für eine alles überbietend große Insel oder einen notwendig existierenden Löwen, nicht gut durchdacht. Wir haben gute Gründe für die Annahme, dass solche Phantasiegebilde unmöglich sind, im Unterschied zu der offensichtlich kohärenten Vorstellung eines größtmöglichen Wesens. Schwerer zu beurteilen ist dagegen der Begriff eines, wie ich es nannte, fast-größtmöglichen Wesens, eines Wesens also, das einem größtmöglichen Wesen in allem gleicht, außer dass ihm z.B. eine vollständige Allwissenheit fehlt (wie der Gott des sog. Offenen Theismus, dem ein Wissen über die zukünftigen freien Handlungen der Menschen mangelt). Mein Argument gegen eine solche Parodie ist, dass jeder Grund für die Annahme der Möglichkeit eines fast-größtmöglichen Wesens auch die Überzeugung von der Möglichkeit eines größtmöglichen Wesens rechtfertigt. Denken wir aber, dass ein größtmögliches Wesen möglich ist, dann müssen wir zugeben, dass ein fast-größtmögliches Wesen letzten Endes unmöglich ist, weil die beiden Wesen unmöglich in ein und derselben Welt koexistieren können.
Nun wenden Sie ein: Warum sollten wir eigentlich denken, dass Gott fähig sein muss, die Erschaffung eines fast-größtmöglichen Wesens zu unterlassen, wenn eine solche Unterlassung doch logisch unmöglich wäre? Ich denke, dass Ihre Frage die Unangemessenheit einer Definition von Allmacht hervorhebt, die ausschließlich im Hinblick darauf erfolgt, welche Handlungen für eine bestimmte Person logisch möglich sind und welche nicht. Um auf ein berühmtes Beispiel zurückzugreifen, könnte nach dieser Definition ein Mensch, der im Wesentlichen nur dazu imstande ist, sich am Ohr zu kratzen, als allmächtig gelten, weil andere Handlungen für ihn logisch unmöglich sind! Das ist aber ganz gewiss ein unangemessener Allmachtsbegriff! Ebenso lässt es sich plausiblerweise nicht mit Gottes Allmacht in Einklang bringen, dass ein anderes Wesen existiert, das von Gott nicht geschaffen wurde. Dasselbe würde ich auch in Bezug auf Zahlen und andere vermeintlich notwendig existierende abstrakte Objekte behaupten: Gottes notwendige Existenz vorausgesetzt, ist es im weiteren Sinne logisch unmöglich [8], dass diese notwendigerweise existieren. (Eine brillante, wenn auch technisch anspruchsvolle Erörterung einer adäquaten Definition von Allmacht bieten Thomas Flint und Alfred Freddoso, “Maximal Power,” in The Existence and Nature of God, hrsg. von Alfred Freddoso [ Notre Dame, Ind.: University of Notre Dame Press, 1983], S. 81-113).
Das ontologische Argument für die Existenz Gottes: Ist ein größtmögliches Wesen möglich?
Ihr zweiter Einwand gegen den ontologischen Gottesbeweis ist schwerwiegender als der erste: Selbst wenn wir zugeben, dass die Existenz Gottes unvereinbar ist mit der Existenz eines fast-größtmöglichen Wesens, stellt sich dennoch die Frage, warum daraus folgen soll, dass Gottes Existenz im Gegensatz zu der eines fast-größtmöglichen Wesens möglich ist? Meine Antwort lautet hier, dass zwischen unseren Intuitionen bezüglich der Möglichkeit solcher Wesen eine Diskrepanz besteht. Jede Intuition, die für die Annahme eines fast-größtmöglichen Wesens sprechen könnte, rechtfertigt auch den Glauben an die Möglichkeit eines größtmöglichen Wesens; den Begriff von Ersterem bilden wir nämlich durch Einschränkung des Begriffes von Letzterem. Dahingegen neigt unsere Intuition für die Annahme eines größtmöglichen Wesens, sobald deren Implikationen hinreichend erkannt sind, zur Unterminierung unserer Intuition für die Annahme eines fast-größtmöglichen Wesens. Denn wir vermuten dann allmählich, dass ein solches – allem Anschein zum Trotz – letzten Endes nicht wirklich möglich ist.
Beachten Sie bitte, dass das bisher Gesagte ausschließlich auf modale Intuitionen zurückgreift (d.h., unsere Intuitionen bezüglich dessen, was möglich oder notwendig ist). Ein wichtiger Kniff in der neueren Diskussion des ontologischen Gottesbeweises besteht aber gerade darin, (OA1) durch Argumente zu stützen, die über rein modale Intuitionen hinausgehen. Hierbei können Einfachheitsüberlegungen tatsächlich eine Rolle spielen. Sich auf solche Faktoren zu berufen, bedeutet nicht, die Form des ontologischen Gottesbeweises zu verändern, sondern nur, zusätzlich zu den modalen Intuitionen weitere Gründe für die Wahrheit von (OA1) anzuführen.
Was nun Ihre theologischen Bedenken anbelangt, denke ich nicht, dass sie mit Gottes metaphysisch notwendiger Existenz zu tun haben. Selbst wenn Gott nur kontingent existiert, können Sie, solange Er wesensgemäß moralisch vollkommen ist, Ihr Argument vorbringen, dass Er moralisch dazu verpflichtet ist, das Beste zu tun, und deshalb die bestmögliche Welt erschaffen muss. Das ist also ein Problem, mit dem jeder Theist konfrontiert wird, der denkt, dass Gott moralisch vollkommen ist.
Ihren Bedenken ist dadurch zu begegnen, dass die Annahme, es gebe eine beste aller möglichen Welten, in Frage gestellt wird. Welten können stets besser und besser werden, ohne Ende. So gibt es zu jeder Welt, die Gott erschafft, immer noch eine bessere, die er hätte erschaffen können. Gott muss aber allenfalls eine gute Welt erschaffen, nicht die beste Welt (da es so etwas gar nicht gibt). Überdies besteht kein Grund zur Annahme, dass Gott überhaupt etwas erschaffen muss. In einer möglichen Welt, in der Gott nichts erschafft, existiert nur Er allein, Vorbild und Ort der Güte – das summum bonum. Und das ist, gelinde gesagt, eine ziemlich gute Welt!
William Lane Craig
(Übers.: M. Köhler)
Link to the original article in English: http://www.reasonablefaith.org/ontological-argument-for-the-existence-of-go
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[1]
Die Begriffe "Gottesbeweis" und "Argument für die Existenz Gottes" sind im wesentlichen austauschbar verwendbar. "Gottesbeweis" ist die klassische Bezeichnung, hat allerdings die Konnotation eines mathematischen Beweises, der 100% Sicherheit gewährt und dessen Konklusion kein rationaler Mensch mehr bezweifeln kann. Der Ausdruck "Argument für Gottes Existenz" drückt die Tatsache besser aus, dass ein Argument auch dann erfolgreich ist, wenn es logisch gültig ist und seine Prämissen plausibler sind als ihre Verneinung. Es ist für ein gutes Argument nicht unbedingt erforderlich, dass die Verneinung der Prämissen noch nicht mal denkbar ist, bzw. dass kein rationaler Mensch die Prämissen mehr verneinen kann. (Kaum ein Argument aus der Geschichte der Philosophie würde diesen Kriterien genügen). Vgl. J.P. Moreland und W.L. Craig, Philosophical Foundations for a Christian Worldview (IVP Academic 2003), S. 29f. (Anm. d. Übers.).
Die Begriffe "Gottesbeweis" und "Argument für die Existenz Gottes" sind im wesentlichen austauschbar verwendbar. "Gottesbeweis" ist die klassische Bezeichnung, hat allerdings die Konnotation eines mathematischen Beweises, der 100% Sicherheit gewährt und dessen Konklusion kein rationaler Mensch mehr bezweifeln kann. Der Ausdruck "Argument für Gottes Existenz" drückt die Tatsache besser aus, dass ein Argument auch dann erfolgreich ist, wenn es logisch gültig ist und seine Prämissen plausibler sind als ihre Verneinung. Es ist für ein gutes Argument nicht unbedingt erforderlich, dass die Verneinung der Prämissen noch nicht mal denkbar ist, bzw. dass kein rationaler Mensch die Prämissen mehr verneinen kann. (Kaum ein Argument aus der Geschichte der Philosophie würde diesen Kriterien genügen). Vgl. J.P. Moreland und W.L. Craig, Philosophical Foundations for a Christian Worldview (IVP Academic 2003), S. 29f. (Anm. d. Übers.).
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[2]
Craig, William Lane: The Ontological Argument, in: Beckwith, Francis J. , William Lane Craig, J.P. Moreland (Hrsg.): To Everyone an Answer. A Case for the Christian Worldview, Inter Varsity Press, 2004, S, 124-137 (Anm. d. Übers.)
Craig, William Lane: The Ontological Argument, in: Beckwith, Francis J. , William Lane Craig, J.P. Moreland (Hrsg.): To Everyone an Answer. A Case for the Christian Worldview, Inter Varsity Press, 2004, S, 124-137 (Anm. d. Übers.)
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[3]
Moreland, J.P. und William Lane Craig: Philosophical Foundations for a Christian Worldview, Inter Varsity Press, 2003 (Anm. d. Übers.)
Moreland, J.P. und William Lane Craig: Philosophical Foundations for a Christian Worldview, Inter Varsity Press, 2003 (Anm. d. Übers.)
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[4]
Das hieße, dass kein anderes Wesen außer Gott "notwendigerweise" existieren kann - denn es gibt ja eine Welt, in der es nicht existiert, bzw. in der nur Gott alleine existiert - und notwendigerweise zu existieren heißt, in jeder möglichen Welt zu existieren. Andersherum hieße das, dass es keine mögliche Welt gibt, in der irgendetwas anders für sich alleine existiert, ohne dass Gott existiert - denn nichts kann existieren, ohne von Gott geschaffen worden zu sein. (Anm. d. Übers.)
Das hieße, dass kein anderes Wesen außer Gott "notwendigerweise" existieren kann - denn es gibt ja eine Welt, in der es nicht existiert, bzw. in der nur Gott alleine existiert - und notwendigerweise zu existieren heißt, in jeder möglichen Welt zu existieren. Andersherum hieße das, dass es keine mögliche Welt gibt, in der irgendetwas anders für sich alleine existiert, ohne dass Gott existiert - denn nichts kann existieren, ohne von Gott geschaffen worden zu sein. (Anm. d. Übers.)
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[5]
Als einen Grund gegen abstrakte Objekte im platonischen Sinne nennt W.L. Craig ihre kausale Abkopplung von der Welt und damit ihre Irrelevanz für das, was in der Welt existiert oder geschieht. Vgl. W.L. Craig, „The Ontological Argument“, in „To Everyone an Answer“ (Vgl. FN1), S. 135
Als einen Grund gegen abstrakte Objekte im platonischen Sinne nennt W.L. Craig ihre kausale Abkopplung von der Welt und damit ihre Irrelevanz für das, was in der Welt existiert oder geschieht. Vgl. W.L. Craig, „The Ontological Argument“, in „To Everyone an Answer“ (Vgl. FN1), S. 135
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[6]
Vgl. William Lane Craig: Reasonable Faith. Christian Truth and Apologetics. Crossway 2008, 3. Auflage, S. 183-189 über das ontologische Argument. (Anm. d. Übers.)
Vgl. William Lane Craig: Reasonable Faith. Christian Truth and Apologetics. Crossway 2008, 3. Auflage, S. 183-189 über das ontologische Argument. (Anm. d. Übers.)
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[7]
Engl. "sound" (Anm. d. Übers.)
Engl. "sound" (Anm. d. Übers.)
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[8]
"Im engeren Sinne" logisch unmöglich ist ein Satz wie "Der Tisch hat vier Beine und hat nicht vier Beine". (Dieser Satz enthält einen direkten logischen Selbstwiderspruch, denn er impliziert: A ist B, und A ist nicht-B. Er widerspricht dem "Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch", einem fundamentalen Grundgesetz unseres Denkens).
"Im weiteren Sinne" logisch unmöglich ist ein Satz wie "Bundeskanzlerin Merkel ist eine Primzahl". Der Satz enthält zwar keinen direkten Widerspruch (A = B). Er ist aber metaphysisch unmöglich, da Primzahlen abstrakte Objekte (ohne Ort und Zeit und ohne kausale Wirkkraft) sind, Menschen hingegen räumlich / zeitlich gebunden sind. (Beispiel in Anlehnung an Q&A #09). (Anm. d. Übers.)"Im engeren Sinne" logisch unmöglich ist ein Satz wie "Der Tisch hat vier Beine und hat nicht vier Beine". (Dieser Satz enthält einen direkten logischen Selbstwiderspruch, denn er impliziert: A ist B, und A ist nicht-B. Er widerspricht dem "Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch", einem fundamentalen Grundgesetz unseres Denkens).
"Im weiteren Sinne" logisch unmöglich ist ein Satz wie "Bundeskanzlerin Merkel ist eine Primzahl". Der Satz enthält zwar keinen direkten Widerspruch (A = B). Er ist aber metaphysisch unmöglich, da Primzahlen abstrakte Objekte (ohne Ort und Zeit und ohne kausale Wirkkraft) sind, Menschen hingegen räumlich / zeitlich gebunden sind. (Beispiel in Anlehnung an Q&A #09). (Anm. d. Übers.)
- William Lane Craig