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#269

February 12, 2018
F

Sehr geehrter Professor Craig,

ich hoffe, es geht Ihnen gut.

einige Leute haben mir (in ihrer Verzweiflung) Ihre Antwort auf die Frage zur „Evolutionstheorie und Theismus“ von Reasonable Faith zugeschickt.

Wie Sie zweifellos wissen, ähnelt Ihre Antwort der, die Alvin Plantinga in seinem wichtigen Buch Where the Conflict Really Lies bietet. Ich denke, Sie machen denselben Fehler wie er. (Ich liebe sein Buch dennoch und habe es zur Pflichtlektüre unserer Sommerseminare erhoben.) Sie und Al zwei der prominentesten und fähigsten Verteidiger des Glaubens auf unserem Planeten. Darum hat ein Fehler an diesem Punkt weitreichende Konsequenzen.

Natürlich haben Sie recht damit, dass Wissenschaftler nicht in ihrer Behauptung gerechtfertigt sind, dass die Geschichte des Lebens das Ergebnis eines sinnlosen Prozesses sei – das heißt, die empirische Beweislage bestätigt so etwas keineswegs (ganz im Gegenteil, meiner Meinung nach). Die Frage ist jedoch, was Darwinisten typischerweise als ihre Theorie und deren Beweis behaupten. Ich denke, Sie verwechseln das, was Evolutionsbiologen gerechtfertigt sind zu sagen, mit dem, was sie typischerweise sagen.

Es stimmt, dass, wenn das Wort „zufällig“ in der Evolutionstheorie, dem Neo-Darwinismus usw. lediglich etwas bedeutet wie, „ohne Rücksicht auf deren Nützlichkeit für den Organismus“, das logisch kompatibel mit dem Theismus und der Teleologie ist (obwohl selbst diese Definition alle Arten möglicher göttlicher Aktivitäten ausschließt, und weit über die Aussage der empirischen Beweislage hinausgeht). In Ihrem Post zitieren Sie Francisco Ayala, um die offizielle Definition von „zufällig“ in der Biologie zu bestätigen. Aber warum sollte man Francisco Ayala für etwas dieser Art vertrauen? Er hat, seit er seinen Glauben verlor, als er die (darwinistische) Evolutionstheorie studierte, einen großen Teil seiner Karriere dem Versuch gewidmet, Christen zu überzeugen, dass es nichts gibt, worüber sie beunruhigt sein sollten (er war früher ein dominikanischer Priester). Er erzählt Christen, es bestehe kein Konflikt zwischen dem Darwinismus und dem christlichen Glauben, aber wenn das so wäre, dann könnte man sich fragen, warum Ayala seinen Glauben verloren hat, seitdem er begann, sich mit dem Darwinismus zu identifizieren.

Doch das ist nur eine nebensächliche Frage. Die entscheidende Frage lautet: Schränken Evolutionsbiologen, Neo-Darwinisten usw. konsistent und repräsentativ ihre Erklärungen auf diese Art ein? Absolut nicht. Biologen allgemein und die meisten Darbietungen (neo-darwinistischer) biologischer Evolution, geben sich keine Mühe, die Bedeutung von „zufällig“ oder „Zufall“ zu umschreiben. Man kann eine Idealform der Theorie konstruieren, welche die metaphysischen Behauptungen vermeidet, aber das ist ein privates Sprachspiel.

Wenn man länger in der relevanten Literatur liest, entdeckt man sogar eine allgemeine Lockvogeltaktik, die von Darwinisten verwendet wird. Sie besteht darin, eine metaphysisch minimale Definition des Wortes/der Theorie in Kontexten wie beispielsweise „einer öffentlichen Debatte mit William Lane Craig“ darzubieten, und eine ziemlich andere Definition in, nun, jedem anderen Kontext. Ihre Zweideutigkeit ist oft abgestimmt und beabsichtigt. Andere Male ist es einfach die darwinistische Standardaussage. Einer der wichtigsten Dienste des „sorgfältigen philosophischen Nachdenkens über die Wissenschaft“ ist sicherlich der, die Zweideutigkeit zu identifizieren und offenbar zu machen, anstatt sie zu verdunkeln oder zu übersehen.

Die Unterscheidung zwischen „Popularisatoren“ und Wissenschaftlern ist üblich, aber künstlich. Das Problem begann mit Darwin, der sich stark auf die Argumentationsform verließ, Gott würde X nicht auf diese Art und Weise erschaffen, darum muss X sich durch Selektion und Variation entwickelt haben. Sie besteht in der gesamten Disziplin bis heute fort. Wenn Sie daran zweifeln, dass die Theorie normalerweise und weithin in a-teleologischer- Art definiert wird, schicke ich Ihnen gerne Zitate aus Dutzenden von Biologielehrbüchern und offiziellen Aussagen, die ziemlich deutlich machen, dass die Absicht der Theorie darin besteht, biologische Adaption als eine Alternative zum Design zu erklären. Worte wie „blind“ und „sinnlos“ tauchen überall auf. Diese Praxis ist allgegenwärtig gewesen, seitdem Darwin das Buch Über die Entstehung der Arten schrieb. In dem Zitat von Steve Meyer, das Du diskutierst, paraphrasiert Steve das berühmte Zitat von G. G. Simpson: „Der Mensch ist das Ergebnis eines sinnlosen und natürlichen Prozesses, der ihn nicht im Sinn hatte.“ Simpson war kaum ein „Popularisator“. Es ist nicht korrekt, den a-teleologischen Teil der darwinistischen Theorie als eine unbeabsichtigte, aber leicht abzuschüttelnde Last zu behandeln. Es fällt mir schwer, die Weisheit zu verstehen, die darin liegen soll, eine Theorie auf eine Art und Weise zu definieren, bei der die Sprache und Erklärungen der Gründer und Vertreter der Theorie nicht berücksichtigt werden. Sie haben gewiss einen privilegierten Anspruch darauf, die Frage zu beantworten, was ihre Theorie bedeuten soll.

Ayala selbst gleitet oft in anti-teleologische Sprache ab, wenn er über die Evolution spricht. Selbst dann, wenn er versucht, eine stärker nuancierte Definition der Theorie zu liefern. Siehe beispielsweise sein Buch Darwin’s Greatest Discovery: Design without Designer, veröffentlicht in Proceedings of the National Academy of Sciences USA in 2007 (Vol. 104:8567-8573, May 15, 2007). PNAS ist nicht gerade eine populistische Veröffentlichung. Er bietet dort ebenso einige nuancierte Definitionen von „zufällig“ und „Zufall“, und doch beachte man schon allein den Titel des Artikels. Er verwendet sogar “natürliche Prozesse” auf a-teleologische Art und Weise, als ob natürliche Prozesse per Definition göttliche Aktivität ausschließen. Er sagt, dass Darwin durch die Entdeckung, dass „Design lebender Organismen als Ergebnis natürlicher Prozesse ausgewiesen werden kann“ eine „gedankliche Revolution“ durchgeführt hat, die „nichts anderes ist als eine fundamentale Schau, die für immer das Verständnis der Menschheit über sich selbst und ihrem Platz im Universum verändert hat.“ Nun, warum ist das so? Er behauptet, dass die darwinistische Revolution, wie die kopernikanische Revolution einen Teil der Natur unter die Erklärung der „Naturgesetze“ gebracht hat. Eines der vielen Probleme mit dieser weitverbreiteten Behauptung: Der Selektions-/Mutations- „Mechanismus“ hat, im Gegensatz zu Naturgesetzen in der Physik und Chemie, keine Vorhersagekraft oder mathematischen Ausdruck und keine signifikante Evidenz zu seinen Gunsten, abgesehen von einigen trivialen Beispielen innerhalb von Spezies, die niemand jemals bezweifelt hat.

Er unterstützt auch den alten historischen Mythos, Kopernikus habe „die Erde aus ihrem zuvor akzeptierten Lokus als Zentrum des Universums verbannt und sie auf einen untergeordneten Platz gestellt, auf dem sie lediglich ein Planet mehr ist, der sich um die Sonne dreht. In entsprechender Weise gilt die darwinistische Revolution als die Verbannung der Menschen aus ihrer erhabenen Position als Zentrum des Lebens auf der Erde, bei der alle anderen Arten für den Dienst der Menschheit erschaffen wurden.“ Beachte das metaphysische Wasser, das Darwin hier trägt. Es ist immer so.

Er fährt dann fort zu erklären: „Biologische Evolution unterscheidet sich von einem Gemälde oder einem Artefakt darin, dass sie nicht das Ergebnis bedachten Designs ist. Das Design der Organismen ist nicht intelligent, sondern unvollkommen, und manchmal ausgesprochen dysfunktional.“ (Das ergibt keinen Sinn, da ein Design sowohl intelligent als auch unvollkommen sein könnte. Dieser Fehler ist unter Darwinisten weit verbreitet, aber für meinen Punkt hier nicht zentral.)

Er erklärt auch: „Das Design von Organismen, wie sie in der Natur existieren, ist jedoch kein intelligentes Design, das von Gott als höchstem Ingenieur oder durch Menschen aufgezwungen wurde. Es ist vielmehr das Ergebnis eines natürlichen Selektionsprozesses, der die Anpassung der Organismen an ihre Umwelten fördert. Beachten Sie das Wort „vielmehr“. Er schließt den Artikel mit den Worten, „[n]atürliche Selektion hat keine Voraussicht. Sie sieht nicht die Umwelten der Zukunft voraus,“ und somit gibt es in der Evolution keine Entität oder Person, die adaptive Kombinationen auswählt.“ Das ist die Art und Weise, in der die darwinistische Theorie gewöhnlich von ihren Vertretern erklärt wird.

Alles, was Ayala sagen will, ist, dass der darwinistische Prozess „einen Anschein von Sinnhaftigkeit“ vermittelt, ohne aktuale Sinnhaftigkeit zu besitzen. Man beachte die explizit theologische Sprache in einem Artikel der Fachzeitschrift Proceedings of the Natural Academy of Sciences.

Das Meyer Zitat sieht übrigens wie ein verstümmeltes Zitat aus einem Transkript einer Stegreifrede aus. Ich weiß, es stammt aus keinem seiner schriftlichen Werke, und es taucht auch nicht als Internetzitat auf. Auf jeden Fall würde Steve offensichtlich nicht argumentieren, dass die „Evolution“ per Definition sinnlos sei. Seine Behauptung war zweifellos so etwas wie: Wenn die Evolution ein blinder und sinnloser Prozess ist, dann könnte, per Definition, selbst Gott ihn nicht steuern. Wenn Er ihn steuerte, dann wäre er, per Definition, nicht sinnlos.

Halten Sie es nach all diesen Jahren des Studierens, Lesens, Schreibens und Debattierens über dieses Thema für plausibel, dass Mike Behe und Steve Meyer nicht verstanden haben, was darwinistische Theoretiker sagen, und dass einfach niemand sich die Mühe gemacht hatte, ihnen zu erklären, dass das Wort „zufällig“ eine spezialisierte, metaphysisch neutrale Bedeutung hat, wenn Biologen es verwenden? Im Gegenteil, ich kann Ihnen versichern, dass Steve, Mike und jeder andere prominente Vertreter von Intelligent Design mit diesem darwinistischen Sprachspiel eng vertraut sind.

Auch wenn dies eine anderes Thema ist, ich bin überrascht, dass Sie einen Bericht von Darrell Domning vom National Center for Science Education, zitieren, der besagt, dass „die meisten Evolutionisten Theisten irgendeiner Art sind“. Der NCSE, wie Ayala auch, arbeitet daran, religiöse Menschen davon zu überzeugen, dass nichts metaphysisch Problematisches an der darwinistischen Theorie ist, und hat somit jegliche Motivation, die Fakten hier falsch darzustellen. Das Zentrum hat Eugenie Scott als Vorsitzenden – einen Unterschreiber des dritten humanistischen Manifestes – und einige Dorfatheisten als Angestellte. Das ist nicht gerade die Organisation, der wir die Vertretung des umstrittenen Themas anvertrauen sollten.

In jedem Fall werden Biologen in den meisten Meinungsumfragen beständig als die am stärksten atheistische der wissenschaftlichen Disziplinen identifiziert (Mathematiker und Physiker neigen dazu, die am stärksten theistischfreundliche zu sein). In Meinungsumfragen unter Biologen, die Mitglieder der NAS sind, sagen 95 %, sie seien Atheisten. In einer gut gemachten Umfrage von 2003 befragten Gregory Graffin und Will Provine 149 Elite-Evolutionsbiologen und stellten fest, dass 78 % „reine Naturalisten“ waren. Bemerkenswerterweise „nur zwei von 149 beschrieben sich als ganze Theisten.“ (Siehe http://www.americanscientist.org/issues/id.3747,y.0,no.,content.true,page.2,css.print/issue.aspx.)

Kurz gesagt: Darwinismus, wie er von den meisten seiner Vertreter gelehrt, erklärt und verstanden wird und wie er mit der Evolutionsbiologie selbst identifiziert wird, wird nicht durch Ayalas Festlegung der Definition von „zufällig“ erfasst, auf die Sie sich in Ihrer Antwort konzentriert haben. Ich fürchte sogar, dass Sie, indem Sie sich auf dieser Weise Ayala anschließen, dem darwinistischen Lockvogel gefolgt sind, aber Ihnen die unehrliche Wende dabei entgangen ist.

Mit besten Wünschen,

Jay

United States

Prof. Craigs Antwort


A

Danke für diese scharfen Kommentare, Jay! Damit beunruhigte Leser nicht den Wald vor lauter Bäumen verpassen, einigen wir uns auf den zentralen Punkt: Insofern jemand behauptet, die Beweislage der Evolutionsbiologie habe gezeigt, dass der Evolutionsprozess, der auf genetischen Mutationen und natürlicher Selektion beruht, nicht gesteuert, sinnlos oder nicht-teleologisch ist, der stellt eine Behauptung auf, die hoffnungslos über die wissenschaftliche Beweislage hinausgeht und die darum ungerechtfertigt ist.

Die Frage, die bleibt, lautet: Ist diese viel gerühmte Behauptung, wie ich es vermute, wirklich philosophisch, obwohl sie sich als Wissenschaft maskiert, oder ist sie, wie Sie glauben, sogar fester Bestandteil der wissenschaftlichen Theorie selbst? Wenn ich richtig liege, so sollten wir Biologen zurechtweisen, welche die Grenzen der Wissenschaft überschreiten, indem sie solche philosophischen Behauptungen aufstellen; wenn Sie hingegen recht haben, sollten wir die wissenschaftliche Theorie ablehnen, die eine solche Behauptung aufstellt. In beiden Fällen wird die Behauptung selbst als ungerechtfertigt zurückgewiesen, aber weisen wir eine philosophische Behauptung oder eine wissenschaftliche Behauptung zurück?

Die fundamentale Frage lautet dann: Wer bestimmt den Inhalt einer wissenschaftlichen Theorie? Wer spricht für die Wissenschaft? Nun, auf einer Ebene ist die Antwort auf diese Frage leicht: Die Anwenderexperten der Theorie sagen uns, was der Inhalt dieser Theorie ist. In der Praxis sind die Dinge jedoch nicht so leicht. Denn Wissenschaftler, die philosophisch nicht ausgebildet sind, können den philosophischen Annahmen und Auswirkungen ihrer Sicht gegenüber blind sein, sodass häufig achtlose Aussagen gemacht werden, insbesondere von denen, die eine philosophische oder theologische Agenda haben, die nicht wirklich Teil der Theorie selbst ist. Wenn wir also feststellen, dass die Anwenderexperten untereinander sich über den eigentlichen Inhalt der wissenschaftlichen Theorie uneinig sind, dann erweckt dies den Argwohn, dass einige von ihnen Behauptungen aufstellen, die außerhalb der Theorie liegen.

Das ist genau die Situation, die wir bei der Definition des Wortes “zufällig” angewandt auf die genetischen Mutationen haben. Es ist erstaunlich, wenn wir so viele Expertenbiologen behaupten hören, dass diese sich völlig durch Zufall ereignen oder völlig sinnlos sind, da solche Behauptungen nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten. Aus diesem Grund ist Ayalas Erklärung von Zufälligkeit im Sinne von „ohne Rücksicht auf deren Nützlichkeit für den Organismus“ so verblüffend. Sie versteht die Theorie als Wissenschaft.

Sie fragen: “Warum sollte man Francisco Ayala für etwas dieser Art vertrauen?“ Aus zweierlei Gründen, denke ich. Erstens ist er ein Experte in der Anwendung der Theorie, hat mehr Auszeichnungen als ein argentinischer General! Zweitens: Das Prinzip der Nächstenliebe erfordert das. Nach Ayalas Verständnis ergibt die Theorie als Wissenschaft Sinn. Aber in dem nicht-teleologischen Verständnis verwandelt sich die Theorie zur Metaphysik und stellt Behauptungen auf, die nicht durch empirische Beweise belegbar sind. Wir sollten aus Nächstenliebe die Ansichten von Menschen so interpretieren, dass sie den besten Sinn ergeben, anstatt Strohmänner zu konstruieren.

Darum stimme ich mit Ihnen nicht überein, dass „die entscheidende Frage lautet: Schränken Evolutionsbiologen, Neo-Darwinisten usw. konsistent und repräsentativ ihre Erklärungen auf diese Art und Weise ein?“ Die Frage lautet vielmehr, haben Evolutionsbiologen, wenn sie sich darin engagieren, aufgeblasene Behauptungen über die fehlende Teleologie zu machen, begonnen, über eine Theorie zu philosophieren, die, streng gesprochen, keinerlei solcher aufgeblasenen Behauptungen macht? Es ist genau die Lockvogeltaktik, die Sie beschreiben, die mich vermuten lässt, dass sie in der Tat philosophische Behauptungen bezüglich der Theorie aufstellen, welche die Theorie selbst nicht aufstellt.

Es ist wichtig, zu verstehen, dass es nicht nur Popularisatoren sind, die solche philosophischen Behauptungen in Bezug auf eine wissenschaftliche Theorie aufstellen. Anwendungsexperten werden häufig solche Behauptungen aufstellen, insbesondere wenn sie Aussagen für Laienzuhörer machen. Ich erlebe dies immer wieder in einem Bereich der Naturwissenschaft, mit dem ich vertrauter bin: der Kosmologie. Physikexperten wie Stephen Hawking und Lawrence Krauss haben ungeheuerliche Behauptungen in Bezug auf bestimmte Theorien über den Ursprung des Universums aufgestellt. Die Aussage, die Sie von G. G. Simpson zitieren, ist gleichermaßen waghalsig und ist eher eine philosophische Inferenz aus der Evolutionstheorie als eine saubere Aussage über sie.

Was Ayalas scheinbar inkonsistenten Aussagen betrifft, so müssen Sie verstehen, dass er andere Gründe für die Annahme hat, dass Organismen nicht in der Form, wie wir sie finden, entworfen wurden, nämlich, das Problem des natürlichen Übels und der Beispiele für armseliges Design. Auf diese Tatsache wird in der Bemerkung angespielt, die Sie zitieren: „Das Design von Organismen ist nicht intelligent, sondern unvollkommen, und manchmal ausgesprochen dysfunktional.“

Mit Ayala über die Lebensfähigkeit des Intelligent Designs zu debattieren, erforderte darum von mir, Informationen über die Themen des Schmerzes bei Tieren und Beispiele von nicht-optimalem Design vorzubereiten. Das sind ganz andere Fragen als nur die Definition von „Zufälligkeit“! Hier gibt es philosophische Argumente gegen das Design. In der Tat, Jay, wie können Sie sich sicher sein, dass die Autoritäten, die Sie erwähnen, nicht sagen, der Evolutionsprozess sei nicht-teleologisch, nicht einfach aufgrund der Definition von Zufälligkeit, sondern auf der Basis der Argumente auf Grundlage des Übels und der Dysteleologie?

Meiner Ansicht nach also, wenn hier eine Lockvogeltaktik angewandt wird, besteht die unehrliche Wende darin, dass man von empirisch begründeter Wissenschaft zu philosophischen Behauptungen wechselt, die die Wissenschaft weit übersteigen. Statt diese Wende von der Wissenschaft zur Philosophie zu verpassen oder zu ignorieren, müssen wir sie ins Licht stellen und Naturalisten ermahnen, bei der Sache zu bleiben.

William Lane Craig

(Übs.: B. Currlin)


Link to the original article in English: /writings/question-answer/who-speaks-for-science

- William Lane Craig